Perlentaucher-Autor

Thekla Dannenberg

Thekla Dannenberg, 1970 geboren, studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut in Berlin, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete als Redakteurin bei der taz. Sie ist Redakteurin beim Perlentaucher, Mitglied der Jury für die Krimi-Bestenliste und unterrichtet Journalismus an der Universität Hildesheim. 2014 erschien ihre Übersetzung von Robert Warshows Essayband "Die unmittelbare Erfahrung".
246 Artikel - Seite 2 von 17

Da lachen die Key Account Manager: Marie Kreutzers "Der Boden unter den Füßen" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2019 Was für ergiebige Filmfiguren Unternehmensberaterinnen abgeben, hat Maren Ade mit ihrem "Toni Erdmann" bewiesen. Sandra Hüller haute einen mit ihrer Schlagfertigkeit und ihrem muskulösen Intellekt einfach um. Seitdem wagt niemand mehr, Witze über Frauenabende zu machen (Und worüber habt Ihr Schönes geredet?  Frauenquote, Paygap, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.) Von Thekla Dannenberg

Früchtchen des Zorns: Nora Fingscheidts "Systemsprenger" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2019 Auf einmal ist nur noch wilde Wut auf der Leinwand. Eben noch zogen sich lustig bunte Kinderkleckse über den Vorspann, da rastet das Mädchen aus, schreit und tobt und schmeißt mit allem um sich, was ihm in die Finger kommt. Vor allem die bescheuerten Bobbycars. Lehrer, Erzieher, Betreuer flüchten hinters Panzerglas, doch das hält die Attacken ebenso wenig aus wie die Nerven aller Beteiligter. Benni ist neun Jahre, das aggressivste und brutalste Kind, das jemals auf der Leinwand zu sehen war, und man schließt dieses Früchtchen des Zorns sofort in sein Herz. Von Thekla Dannenberg

Den Wellen und Wolken folgen: Filme aus dem südlichen Pazifikraum in der Reihe NATIVe

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2019 Die Native-Reihe mit Filmen indigener Filmemacher widmet sich in diesem Jahr Produktionen aus dem südlichen Pazifik: Aus Indonesien und den Philippinen, aber vor allem aus Hawaii, Neuseeland und all den Gebieten Ozeaniens, die die Polynesier einst mit ihren Einbäumen erschlossen, indem sie den Wellen und den Wolken folgten. Es ist filmisch ein spannendes Gebiet, thematisch längst nicht so erschöpft wie etwa die Lebenswelt der Inuit, aber auch visuell mit seiner ganz eigenen Ästhetik der Totems und Gesichtstätowierungen faszinierend. Von Thekla Dannenberg

In der Kälte der Großstadt: Lone Scherfigs "The Kindness of Strangers" eröffnet die Berlinale

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2019 Gestern abend wurde in Berlin mit großer Gala, rotem Teppich und Lone Scherfings "The Kindness of Strangers" die Berlinale eröffnet. Scherfings Film ist ein Großstadtmärchen aus dem winterlichen New York, in dem eine Reihe von Unglücksraben Halt und Trost sucht. Das wird mit einer reichlichen Portion Humanismus dargeboten, und aus dem Konzerthaus dröhnen dazu die Klänge von Smetanas "Moldau". Von Thekla Dannenberg

Melodram aus Jakutiens: Milko Lazarovs "Aga" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.03.2018 Der Name Nanook hat Bedeutung in der Filmgeschichte. Angeblich ist er Wort für Mensch. "Nanook of the North" hieß der erste Dokumentarfilm des Amerikaners Robert Flaherty von 1922. Es ist ein großartiges Werk, voller Abenteuerlust und Entdeckerdrang, aber in seinem exotisierenden Blick auf die kanadischen Inuit auch von einer Unbedarftheit, die heute niemandem mehr verziehen wird. Von Thekla Dannenberg
Stichwörter