Stichwort

Vaterschaft

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Vorgeblättert

Vorgeblättert 11.08.2005 […] Aufschubs, indem er sie als Mittel zur Verzögerung der 'Präsenz' - der Bindung und Vaterschaft - einsetzt. Wenn er Felice räumlich auf Distanz hält, kann er der werbende Sohn bleiben, ohne belangt zu werden. Diese Konstruktion bildet den fragilen Rechtsgrund, auf dem sich die gesamte Korrespondenz entwickelt. Für die 'Vaterschaft' reicht die - hier in einem rein psychischen Sinn gemeinte -Gesundheit nicht […] Er, der sich in Briefen 'ergießt', findet seine nächtliche Lusterfüllung beim Schreiben, nicht im Beischlaf: "Ich bin noch knapp gesund für mich, aber nicht mehr zur Ehe und schon gar nicht zur Vaterschaft."      Hier spricht wieder der Sohn, dessen Identität durch die Figur des Aufschubs erzeugt wird, wie sie der Proceß-Roman später als Mittel der "Verschleppung "des Rechtsverfahrens anführt. Jacques […] geheiratet hatte. Im Streit um die Unterhaltszahlungen, die der fest gebundene Geliebte verweigerte, suchte Felice die Schwester zu beraten, indem sie Textstellen aus Briefen sammelte, in denen er seine Vaterschaft indirekt eingestand. Kafka selbst war über die prekäre Situation der Schwester nicht informiert. Zwar sprach Felice im Februar 1913 von einem "Unglück", das sie sogar dazu zwinge, die Eltern zu "belügen" […]

Berlinale 7. Tag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2005 […] die er bastelt, eine reichlich gestörte Beziehung. Sie sind mit sich selbst enger verwandt als mit dem, was man vorläufig mal die soziale Wirklichkeit nennen könnte. Darum geht es immer wieder um Vaterschaften, umstrittene, falsche, richtige, ungeklärte, um Väter und Söhne, ein Fortzeugen, das nichts anderes bewirkt als eben die Fortzeugung. So auch hier. Steve Zissou ist eine Art Jacques Cousteau als […] Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer