Perlentaucher-Autor

Thekla Dannenberg

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Thekla Dannenberg, 1970 geboren, studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut in Berlin, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete als Redakteurin bei der taz. Sie ist Redakteurin beim Perlentaucher, Mitglied der Jury für die Krimi-Bestenliste und unterrichtet Journalismus an der Universität Hildesheim. 2014 erschien ihre Übersetzung von Robert Warshows Essayband "Die unmittelbare Erfahrung".
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Absolut albtraumhafte Welt: "Maman Colonelle" von Dieudo Hamadi (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2017 Wenn Colonelle Honorine Munyole auftaucht, wird ihr gehuldigt. Sie ist Maman Colonelle, und die Frauen des Dorfes bekunden ihre Ergebenheit gegenüber der kräftigen Offizierin. In Bukavu hat sie lange Dienst getan, jetzt wird sie versetzt. In Kisangani, V.S. Naipauls legendärer Stadt an der Biegung des großen Flusses, soll sich ihre Polizeieinheit dem Schutz von Kindern und dem Kampf gegen sexuelle Gewalt verschreiben. Groß verkünden es die Lettern über dem Eingang ihres Reviers, neben dem UN-Signet, auf ihrer Uniform prangen zwei stolze Löwenköpfe. Neunzehn Polizisten stehen ihr zur Verfügung, die notdürftig Haltung annehmen, wenn die Kommandeurin es verlangt, aber voll dabei sind, wenn sie ihre Kampfmontur anlegen und die Maschinenpistolen aus dem Schrank holen dürfen. Von Thekla Dannenberg

Huldigt der Hebamme und hedonistischen Stiefmutter: Martin Provosts "Ein Kuss von Béatrice" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2017 Claire ist eine sympathische Frau, gewissenhaft und grundanständig. Sie isst kein Fleisch, trinkt lieber keinen Alkohol und parkt nicht im Halteverbot. Freunde braucht sie nicht, andere Menschen braucht sie nicht, will sie nicht, sie kommt bestens allein zurecht, vielen Dank. Ihren Sohn hat sie allein großgezogen, als Hebamme bringt sie Tag für Tag andere Menschen auf die Welt (wir erleben sie tatsächlich bei echten Geburten). Und wenn die Klinik, in der sie arbeitet, nicht einem ultraeffizenten Geburtszentrum weichen müsste, wäre sie rundum zufrieden in ihrem Kokon. Von Thekla Dannenberg