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Religion

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Installative Bewegtbildarbeiten von Wu Tsang, Jen Liu und Kader Attia im Forum Expanded

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2016 […] zusammenhängt; über das pantheistische, in seiner Insistenz auf allseitige Reziprozität und Verwicklung an quantenphysikalische Modellierungen gemahnende "universe of forces" traditioneller afrikanische Religionen und über indigene Gegenmodelle zur westlichen Zweisubstanzenlehre; über das "posttraumatische Verbitterungssyndrom" ostdeutscher Patienten unmittelbar nach der Wiedervereinigung - ein Befund, den […] Von Nikolaus Perneczky

Löst Religion das Problem mit der Religion?

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.10.2015 […] über Gesellschaft und Individuum, die gebrochener, synkretistischer und poetischer sein mögen, die heute fällige Antwort auf die antihistorische Tabula rasa des Dschihadismus? Löst Religion das Problem mit der Religion? Sicherheitshalber fordert Kermani auch eine westliche Intervention in Syrien. Aber am Schluss hat Kermani der deutschen Geschichte vor allem das Bild einer kollektiv betenden Paulskirche […] Paolo Dall'Oglio, Gründer dieses Ordens, ist vom Islamischen Staat entführt worden. Von ihm fehlt jede Spur. Viele weitere syrische Christen aus dem Kloster befinden sich in der Gewalt dieser "religiösen Faschisten" - ja, Kermani benutzt diesen Begriff, der Bernard-Henri Lévy einst um die Ohren gehauen wurde. Am Ende seiner beeindruckenden Rede forderte Kermani das Publikum auf, gemeinsam mit ihm […] sich erheben. Fast alle erhoben sich. Ich zögerte und blieb dann lieber sitzen. Kermani bewundert den Orden von Mar Musa wegen seiner interreligiösen Liebesbotschaft. Pater Paolo ist bei seinen religiösen Exerzitien vor vierzig Jahren das Wort "Islam" als Phantomschrift am Horizont erschienen, erzählt Kermani in seinem Buch "Ungläubiges Staunen". Pater Paolo hat daraufhin die Gemeinde von Mar Musa […]

Kunst war eh nie frei

Redaktionsblog - Im Ententeich 06.05.2015 […] Frankreich und den USA abtun, auch wenn er zurecht noch einmal darauf verwies, dass den USA der kämpferische Antiklerikalismus fremd ist. Sie sind das Land, in denen sich die Benachteiligte immer in religiösen Gemeinschaften zusammengefunden hätten. Von Martin Luther King bis Malcolm X. Und noch Curtis Mayfield habe gesungen: "Move on up." Bude machte klar, dass der Anschlag auf Charlie Hebdo einen […] seine Grammatik der Rechtfertigung, derzufolge Legitimität entweder in einer Ordnung der Bürgerlichkeit (des Staates, der Toleranz), der Tradition (des Hauses, des Erbes) oder der Inspiration (der Religion, der Kunst) gesucht werde. In gegenläufigen Bewegungen nähern sich nun einerseits in der Welt der Toleranz die verschiedenen Communities einander an, man nimmt sich wahr, zeigt Verständnis, während […] könne die Blasphemie vom Staat ahnden lassen, während im vertikalen Islam der Gläubige selbst und direkt zuständig sei. Dass man, wie Frankreich es tut, Blasphemie einfach gar nicht ahndet, weil sich religiöse Dogmen - anders als Menschen - angreifen lassen müssen, stand nicht zur Debatte. Bude räumte immer wieder ein, dass er das alles noch nicht zu Ende gedacht habe, einiges war widersprüchlich an seinem […] Von Thekla Dannenberg

Ein Wald aus Verboten

Redaktionsblog - Im Ententeich 29.01.2015 […] denn garnieren? Baquet wird auch seine falsche Behauptung über den "seit langem geltenden Standard" einlösen müssen. Wenn schon kein Mohammed, dann auch kein Jesus. Von nun werden religiöse Symbole gemieden. Religiöse Minderheiten und andere Identitätspolitiker wenden sich bitte an den Ombudsmann der New York Times. Und jedes Mal wird "dem seit langem geltenden Standard" ein neuer Totempfahl errichtet […] "Linie" haben. In Deutschland stellte sich zwar Mathias Döpfner als Erzkardinal der Meinungsfreiheit hin, aber die Blätter seines Hauses haben zurückgerudert. Die Bild hat offenbar die "Linie", keine religiösen Gefühle zu verletzen. Neu ist, dass auch die Welt, die bei den dänischen Mohammed-Karikaturen noch keine Probleme kannte, diesmal meines Wissens ganz auf Mohammed-Karikaturen von Charlie Hebdo v […] bringt. Eine klar formulierte "Linie" scheint aber gar nicht zu existieren, wie die Huffpo (hier) und Gawker (hier) recherchiert haben. Die Times brachte zuvor sehr wohl drastische Zeichnungen mit religiösem Kontext. Baquets Vorgänger, Bill Keller, bestreitet im übrigen gegenüber der Huffington Post, dass es jemals eine solche klar formulierte Vorgabe gegeben hätte. Er selbst, so Keller, hätte den weinenden […] Von Thierry Chervel

Die Grenzen enger ziehen

Redaktionsblog - Im Ententeich 28.01.2015 […] explizit den von Autoren wie Salman Rushdie und Kenan Malik verfochtenen universalistischen Begriff der Meinungsfreiheit, dem bisher auch westliche Medien anhingen, einzukassieren und durch eine Praxis religiösen Respekts zu ersetzen. Auf seiner Institutswebsite wirft er den "Satanischen Versen" vor, sie hätten sich "aus Leichtfertigkeit moralisch schuldig gemacht". Ähnlich seine Ansicht zu Theo van Gogh: […] Mondals Buch antwortet auf Kenan Maliks Studie "From Fatwa to Djihad", die aus einer dezidiert linken und säkularen Position schildert, wie sich westliche Intellektuelle sich zusehends konservativen religiösen Diskursen fügten, angeblich im Namen des "Respekts". Leute wie Malik, schreibt dagegen Mondal in der Zeitschrift The Conversation, "untergraben die moralische Unterscheidungskraft, auf der Freiheit […] andere als mächtig, die Karikaturen sind somit illegitim. Nebenbei vollziert Zielcke damit die Volte, die in der Intention der Erfinder des Begriffs Islamophobie lag: Er erklärt die Kritik an einer Religion (Zielcke spricht von "Verhöhnung") zum rassistischen Akt. Damit wären wir also wieder in bekannten Gewässern angelangt. Denn seit der Rushdie-Affäre arbeiten westliche Intellektuelle daran, die Schuld […] Von Thierry Chervel

Mut und Selbstzensur der Medien

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.01.2015 […] Sekunden größer, aber angeschnitten: Das heute journal hat zwar eine wesentlich informativere Berichterstattung, streift aber nur einmal eine Karikatur. Britische und amerikanische Medien bringen der Religion noch wesentlich größeren Respekt entgegen. Tony Parker von der Financial Times nennt die Karikaturen von Charlie Hebdo gar "unverantwortlich". Sein Artikel ist online inzwischen abgemildert. Hier […] Von Thierry Chervel

Bertelsmann und die Pressefreiheit in Indien

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.02.2014 […] Choudhury will ebenfalls nicht einfach nur den indischen Gesetzen die Schuld geben: "Das Gesetz macht es religiösen Gruppen zweifellos einfach, Wissenschaftler und Autoren wegen 'vorsätzlicher und bösartiger Handlungen anzuklagen, die die religiöse Gefühle aller Klassen verletzen und die Religion und religiöse Überzeugungen beleidigen'. Aber... es wäre die Anklage hätte beweisen müssen, dass Donigers Argumente […] n, die Frauen und niedere Kasten einbezog und die religiösen Texte neu las und interpretierte. (Hier ein Essay von Doniger aus ihrem jüngsten Buch über den Hinduismus in Outlook India, hier eine Besprechung der "Alternativen Geschichte..." von 2010 im Himal Magazine.) Daraufhin warfen ihr verschiedene Hindu-Gruppen vor, sie verletze die religiösen Gefühle der Hindus, sei sexbesessen und von christlichem […] Hintern einer nackten Frau sitzt, die von anderen nackten Frauen umgeben ist", soll die religiösen Gefühle der Hindus verletzen, behaupten die Befürworter eines Verbots. Nach vierjährigem Rechtsstreit gab Penguin jetzt in einer außergerichtlichen Einigung nach und versicherte, der Verlag "respektiere alle Religionen überall auf der Welt". Schuld an der Misere, so Penguin in einem Statement für die Presse […] Von Anja Seeliger

Hochgeschmackvoll: Jalil Lesperts 'Yves Saint Laurent' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2014 […] kultivierten Salon hängen könnte. Als mit dem Hedonismus Ende der 70er, Anfang der 80er Schluss war, legte Yves sich eine neue Sucht zu: "Yves warf sich auf die Krankheit wie ein Heiliger auf die Religion", erzählt der Film-Bergé. Wenn es sich bis hierhin anhört, als sei der Film kaum mehr als eine geschmackvolle Illustration von Horyns NYT-Porträt, dann ist das nur halb richtig. Eins nämlich kann […] Von Anja Seeliger

Spannungslos: Rachid Boucharebs "La voie de l'ennemi" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2014 […] ng und bei Sonnenuntergang, aber immer zu schicksalhaft dräuender Musik. Seltsamerweise gibt es in diesem Film auch keine Gesellschaft mehr, nur noch die Polizei und andere staatliche Organe, die Religion und die Familie. Und natürlich die unendliche Weite der malerischen Landschaft von New Mexiko. Thekla Dannenberg La voie de l'ennemi - Two Men in Town. Regie: Rachid Bouchareb. Mit Forest Whitaker […] Von Thekla Dannenberg

Vorsicht, SZ: Nicht provozieren

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.11.2013 […] Verteidigung durch einen so hoch stehenden Geist, wie es der Steinfelds ist, selbstverständlich nicht. Steinfeld nennt auch Demokraten, die die universellen Werte gegen die totalitären Tendenzen einer Religion verteidigen, "Hassprediger". Also: Desolidarisierung. Nur nicht für die Ideen einstehen, für die Qualitätsjournalismus angeblich Artenschutz braucht. Nun ist Abdel-Samad wieder frei. Und die SZ […] Von Thierry Chervel

Zwischen Porno und Religion: Teddy Soeriaatmadjas 'Something in the Way' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013 […] ungebrochen; ihr Weg geht weiter. Ahmad war, so brachte es Regisseur Soeriaatmadja im Gespräch nach der Premiere treffend zum Ausdruck, nur ein weiterer Mann, der im Grunde alles – die Liebe, den Sex, die Religion – falsch versteht, und die eigentliche Heldin von "Something in the Way" war stets die junge Frau, die weder vor den Männern mit den schlechten noch vor jenen mit den besten Absichten ihre Würde verlor […] Von Karen Werner

Die Monotheismusdebatte - Editorial

Redaktionsblog - Im Ententeich 29.01.2013 […] und zahllose Selbstmordattentate - wird kaum bestreiten, dass es eine Gewalt im Namen Gottes gibt. Viel unheimlicher ist allerdings die Frage, ob diese Gewalt Religionen inhärent ist, ob sie womöglich ein Kennzeichen monotheistischer Religionen ist, und wo die Ursprünge dieser Gewalt liegen. Dass ausgerechnet der Ägyptologe Jan Assmann im Zentrum einer Debatte um diese Fragen steht, ist auf den ersten […] berühmtes Buch "Moses der Ägypter". Seitdem wird über seinen Begriff der "mosaischen Unterscheidung" diskutiert: Liegt im Gründungsakt der monotheistischen Religionen, im Bund mit dem einen Gott, in der Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch in der Religion, mit der sich Mose der Ägypter von dem polytheistischen Gegenmodell aus Ägypten absetzte, bereits ein Keim zu einer spezifischen Gewalt? Theologen haben […] Weise gegen diese Vermutung aufbegehrt, am prominentesten der Berliner Theologe Rolf Schieder in seinem Buch "Sind Religionen gefährlich?", der den heikelsten Punkt in Assmanns These anspricht: Ausgerechnet die Juden, die den Monotheismus erfunden haben, sollen die Gewalt in die Religion gebracht haben? Liegt in dieser Vorstellung nicht ein sehr deutscher Wunsch nach Entlastung von dem Holocaust, den […] Von Thierry Chervel

Die Dialektik der Gegenaufklärung

Redaktionsblog - Im Ententeich 09.08.2012 […] pervertiert werden, je den Anspruch erfüllten, den Aufklärung an sich selber stellen muss. Dass diese innerweltlichen Heilslehren noch mehr Leichen im Keller haben als traditionelle Religionen, spricht einmal mehr gegen Religion. Es sind Aufklärer, die diese zwischen Obskurantismus und Verblendung oszillierenden Diskurse in das nuancierte Licht der Vernunft gestellt haben: Karl Popper knackte Marx' übe […] nicht: Es ist vielleicht ein Kennzeichen religiöser Streitfragen, dass sie erst gar nicht erst gestellt werden sollen, denn schon die Frage nach der Existenz Gottes kratzt an der Autorität der Priester. Gerade durch Riten wie die Taufe (die immerhin keine Körperverletzung beinhaltet), die Beschneidung, oder gar die weibliche Genitalverstümmelung versuchen sie, Religion am Einzelnen zur zweiten Natur zu machen […] im Supermarkt der Religionen. Aber das ist er nicht, sondern der einzige Rahmen, der eine Koexistenz verschiedener Doktrinen gestattet. Er spricht - so viel an die Adresse der Relativierer im Namen des Absoluten - selbst gar keine absoluten Wahrheiten aus, er ist selbst schon eine Relativität. Man kann ihn auch als Bedingung wahrer Frömmigkeit sehen, da er den Zwang aus Religion vertreibt. Die Angst […] Von Thierry Chervel

Die wahren Phoben sind die Philen

Redaktionsblog - Im Ententeich 23.05.2011 […] Diktaturen gewährt wurden, wieder abgesprochen werden. Revolution sieht anders aus. Der gesellschaftspolitische Teufelskreis im Islam lässt sich so nüchtern wie fatalistisch so beschreiben: solange eine Religion sich anmaßt, als totalitäre Ideologie jeden Atemzug der in einem Land lebenden Menschen zu maßregeln und diese von Anbeginn auf Unterwerfung unter Autoritäten - Familienvater, Clan, Staat, Mullah/Imam […] konditionieren, solange wird es weder Demokratie noch Menschenrechte geben, am allerwenigsten für die Frauen; denn das würde ja die Entmachtung des Patriarchats bedeuten, die wiederum Bedingung für die religiöse Herrschaft ist - und so weiter. Aufstände - man höre endlich auf, den historisch und utopisch hochbesetzten Begriff der Revolution zu entwerten - gab es und gibt es nur, weil die Machthaber es zu […] mit dem absurden Kampf deutscher und französischer Mädchen um das Recht, in Schulen und anderswo Röcke tragen zu dürfen, beschäftigen durfte - also mit der Frage, wie es passieren konnte, dass eine religiös fanatisierte Minderheit von Jugendlichen ungehindert der Gesamtgesellschaft eine Sexualmoral aus dem Mittelalter diktiert. Nein, wenn jemand Angst vor dem Islam hat und insofern semantisch korrekt […] Von Daniele Dell'Agli

Die Muster des Kulturalismus

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.09.2010 […] Kelek oder Ayaan Hirsi Ali wie gerufen. Er liefert ihnen endlich das Szenario, von dem sie schon lange träumten. Sarrazin entstellt ihnen mit seiner eugenischen Argumentation die verhasste Kritik von Religion und Tradition und unseren Arrangements mit der Malaise zu angeblicher Kenntlichkeit. In der heutigen Zeit sehnt sich Thomas Assheuer eine rechtspopulistische Partei herbei, in der sich Eva Hermann […] Unterschrift des Mannes, wenn sie Geld vom gemeinsamen Konto abheben will. Zumindest Katholiken könnten sich nicht scheiden lassen. Pädophile Priester könnten ihren Sünden straflos frönen. Kultur, Sitte, Religion sind eine schöne Sache, aber sie sind auch ein System aus Zwängen, Heuchelei und Verfügung über den Einzelnen. Die Entwicklung zur Moderne wäre nicht möglich ohne einen Schritt heraus aus "Kultur" […] Tradition, ohne die Fähigkeit zur Selbstreflexion, die schon deshalb keine innere Schwächung bedeutet, weil moderne Gesellschaften stets auch die Kraft haben müssen, den stets drohenden Übergriff der Religion auf die Gegenwart in Schach zu halten. Diese Selbstreflexion ist es übrigens auch, die überhaupt erst einen unvoreingenommenen Blick auf den anderen ermöglicht. Sie ist ein durchaus schmerzhafter […] Von Thierry Chervel