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Israel

15 Artikel

Leiden an Israel in Paris: Nadav Lapids "Synonymes" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2019 […] setzt in seinem von Maren Ades koproduzierten Film "Synonymes" sein Leiden an Israel in Szene, manchmal skurril, manchmal mit einer gewissen Pointe, oft prätentiös. Schwacher Applaus und schwache Buhs halten sich die Waage. "Synonymes". Regie: Nadav Lapid. Mit Tom Mercier, Quentin Dolmaire, Louise Chevillotte. Frankreich / Israel / Deutschland 2019, 123 Minuten (Alle Vorführtermine) […] Von Thekla Dannenberg

Spielräume in der Wüste: Avi Mograbis 'Between Fences' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2016 […] dort - oft für mehrere Jahre - rund 2.700 abgelehnte Asylbewerber untergebracht, die Israel offiziell als Eindringlinge bezeichnet, die es aber nicht zurück in ihre Heimatländer abschieben kann. Die Flüchtlinge stammen aus Eritrea, Äthiopien und dem Sudan. Viele von ihnen haben bereits zuvor etliche Jahre in Israel gelebt, alle sprechen Hebräisch. Im strikten Sinne sind die Männer keine Gefangenen. […] Flüchtlings vor Augen treten: Nachdem Israels Oberstes Gericht die unbegrenzte Internierung der Flüchtlinge für illegal erklärt hat, sagt Mograbi zu einem der Männer: "Hoffentlich wirst Du bald ein freier Mann sein." Das Problem, erwidert der, sei nicht das Freisein: "Das Problem ist: Wo soll ich frei sein?" Bein gderot - Between Fences. Regie: Avi Mograbi. Israel/Frankreich 2016, 85 Minuten. (Vorfü […] gestandene Regisseure und unerschütterliche Polit-Aktivisten. Der Filmemacher Mogravi hat mit der verrückten Doku "How I Learned to Overcome my Fear and Love Arik Sharon" den politischen Irrsinn in Israel gebannt, Alon führt das Legislative Theatre, das mit den Mitteln der Kunst Selbsterfahrung in politisches Handeln ummünzen will. Mit dem Film "Between Fences" dokumentieren sie einen Workshop, den […] Von Thekla Dannenberg

Unter dem Gesetz der Väter: 'Nakom' aus Ghana und 'Sand Storm' aus Israel (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2016 […] Der Witz ist: Der Chief glaubt, seine Geschichte sei eine Parabel auf den weißen Mann. Sufat Chol - Sand Storm. Regie: Elite Zexer. Mit Lamis Ammar, Ruba Blal-Asfour, Haitham Omari, und anderen. Israel 2015, 88 Minuten (Vorführtermine) Nakom. Regie: Kelly Norris und TW Pittman. Mit Jacob Ayanaba, Grace Ayariga, Abdul Aziz und anderen. Ghana/USA 2016, 90 Minuten. (Vorführtermine) […] Von Thekla Dannenberg

Den Sechstagekrieg und seine Folgen dokumentiert Mor Loushys 'Censored Voices' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2015 […] erhielt er den Befehl: "Erschieß sie!" Auch andere berichten davon, wie syrische Soldaten erschossen wurden, die sich bereits ergeben hatten. "Wo gehobelt wird, da fallen Späne", sagt man dazu in Israels Armee. Bedrückend auch die Szenen, in denen die Palästinenser aus Jerusalem, Nablus und Dschenin fliehen oder vertrieben werden. Ein Kibbuznik erzählt von einer offenbar recht gebildeten und schönen […] selbst sagt nichts dazu, er kontrastiert die Aufnahmen übertrieben scharf mit den Bildern eines geradezu sozialistischen Hurrapatriotismus. Doch gab es 1967 zur Genüge kritische Stimmen, außerhalb Israels natürlich, aber auch innerhalb, etwa die von Ben Gurion. Es wurde nicht auf sie gehört, aber es gab sie. Bitter ist vielleicht, dass man auch sehr bald versteht, warum die Tonbänder nun freigegeben […] Stimmen aus der Vergangenheit deutlich an Brisanz verloren. Sie zeigen allerdings daran, wie sehr sich das Land verändert hat und wie treu sich Amos Oz geblieben ist. Mor Loushy: Censored Voices. Israel/Deutschland 2015, 84 Minuten. (Vorführtermine) […] Von Thekla Dannenberg

Stocken und Scheitern: Zum Werk von Claude Lanzmann

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013 […] überschaubares, im Einzelnen aber ausuferndes Werk also eher als "Kontinent" fassen? Besser noch: als ein Land, und zwar ein ganz bestimmtes. Baruch Narshon und Claude Lanzmann, "Pourquoi Israël" Ausgangspunkt ist Israel als unhinterfragbare Setzung – unhinterfragbar nicht im Sinn jener Siedler, die sich stur auf eine zweitausendjährige Tradition berufen, sondern als schlichte Notwendigkeit in Anbetracht […] Einsichten entstehen, von denen schon sein erster Film wimmelt. Die Frage nach Legitimation und Existenzgründen wird im Titel von "Pourquoi Israel" zwar aufgeworfen, kommt aber ohne Fragezeichen aus. In dem Bemühen, eine Binnenperspektive aus dem zweifellos existierenden Israel zu entwickeln, verschreibt sich Lanzmann ganz der historischen Gewordenheit, den inneren Widersprüchen und Sollbruchstellen der werdenden […] Filmemacher Claude Lanzmann, dem darum auch die diesjährige "Hommage" gewidmet ist. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine integrale Werkschau, die von Lanzmanns 1972 entstandenem Debütfilm "Pourquoi Israel" bis zur 2010 auf Arte erstausgestrahlten Fernsehproduktion "Le rapport Karski" reicht. Es fehlt lediglich der vierzigminütige Interviewfilm "Lights and Shadows" (mit dem ehemaligen israelischen General […] Von Nikolaus Perneczky

Die wahren Phoben sind die Philen

Redaktionsblog - Im Ententeich 23.05.2011 […] es war bislang einzig die Macht der nuklearen Abschreckung, die Israel in den vergangenen Jahrzehnten davor bewahrt hat, in einen gegenseitigen Vernichtungskrieg mit seinen islamischen Nachbarn verwickelt zu werden. Paradoxerweise funktionierte hier die Abschreckung asymmetrisch: die 150 Millionen Ägypter, Perser und Araber, die Israel mit konventionellen Kriegsmitteln - darunter mehr Soldaten als das […] Von Daniele Dell'Agli

Wer ist hier rechts?

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.05.2011 […] 'Islamophobie' rassistisch ist oder nicht", schreibt sie, "nun bemühen sie sich, ihre Spuren zu verwischen, während die 'Pseudofreunde' Israels unter europäischen Konservativen vor Weltuntergangsszenarien warnen, die sie durch angeblich drohende Angriffe auf den Norden Israels seitens der Hisbollah und auf den Süden durch Ägypten im Bündnis mit der Hamas heraufziehen sehen." Herzinger hatte in dem Artikel […] dem palästinensischen Ableger der Muslimbrüder, geben Herzinger recht. Diese Versöhnung heißt ja auch, dass sich die weltliche Fatah mit dem Programm der Hamas offenbar abgefunden hat. Die Hamas will Israel erklärtermaßen auslöschen. In ihrem Programm bezieht sie sich auf die Protokolle der Weisen von Zion. Nur die Götter des interreligiösen Dialoges wissen, was an der Benennung solcher Entwicklungen […] sind, Umbruchsituationen an sich zu reißen? Jeffrey Herf hat in der New Republic einen sehr interessanten Artikel zu der Frage veröffentlicht: Der Antisemitismus der Muslimbrüder schadet nicht nur Israel, schreibt er, er schadet vor allem den Ägyptern. Er wurde ihnen von ihren religiösen und säkularen Eliten, die sie nun gerade abschütteln wollen, eingeimpft. Sie müssen auch ihn abschütteln: "Anti […] Von Thierry Chervel

Fatale Nähe: Jean Ziegler und Oberst Gaddafi

Redaktionsblog - Im Ententeich 05.04.2011 […] den Salzburger Festspielen auslud, wo er als gutes Weltgewissen Ende Juli die Eröffnungsrede halten sollte. Nähe zu Gaddafi? Aber nein! Frank wartet mit Zieglers Erklärung für den Vorwurf auf: Die Israel-Lobby ist schuld: "Seit er die Hungerlage im Gaza-Streifen vor den Vereinten Nationen anzuprangern verstanden habe, begegne ihm so mancher mit Hass." Die SZ hatte noch ein paar Wochen vorher ein Interview […] Von Thierry Chervel

Wikileaks' Julian Assange verhaftet

Redaktionsblog - Im Ententeich 07.12.2010 […] dass die Veröffentlichung der Diplomatendepeschen die ganze Welt irgendwie durchsichtiger gemacht hat. Dieser völlig unlösbar erscheinende Konflikt im Nahen Osten hat plötzlich Luft bekommen, weil Israel zum ersten Mal seit gefühlten hundert Jahren nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern der Iran. Die Schweden sehen plötzlich gar nicht mehr liberal aus, sondern wie die Schoßhündchen Amerikas, die […] Von Anja Seeliger

taz-Chefin brüskiert die Jüdische Gemeinde

Redaktionsblog - Im Ententeich 28.04.2010 […] nach Protesten von Veranstaltungen in Deutschland wieder ausgeladen worden waren. In diesem Zusammenhang behauptete Hefets eine Sakralisierung des Holocaust, die dazu benutzt werde, jede Kritik an Israel zu unterbinden: "Bei diesem Schoah-Kult handelt es sich, so muss man wohl sagen, um eine Art Religion mit festen Ritualen. Dazu gehört - ungeachtet aller heutigen Realitäten - die feste Überzeugung […] Chervel, darüber diskutieren, wo in ihren Zeitungen die rote Linie zwischen Antisemitismus und Israelkritik liegt. Norman Finkelstein, dessen Ausladung Hefets so empört hat, hat immer wieder behauptet, Israel begehe einen Holocaust an den Palästinensern. Thierry Chervel war noch dabei, die drei Podiumsteilnehmer vorzustellen, da erhoben sich drei Reihen von Zuhörern von ihren Sitzen, protestierten laut […] Von Anja Seeliger

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 […] Blick auf andere Formen der Diskriminierung. Die Muslime - das heißt, die selbsternannten Sprecher der Muslime - schreien halt am lautesten.   Sie haben mächtige Lobbys, die anders als die berühmte "Israel-Lobby" kein Raunen in deutschen Redaktionsstuben auslösen: Saudi Arabien, den Iran, die Organisation islamischer Staaten, ja, und eigentlich auch den UN-Menschenrechtsrat, der lange Zeit von islamischen […] Von Thierry Chervel

Godard Antisemit? Material

Redaktionsblog - Im Ententeich 17.12.2009 […] Auf französisch ist das Wort absolut identisch mit dem Wort für "Muslim" - nämlich "musulman". Nach einer dunklen Passage über ein "Urbild des jüdischen Volkes" schreibt Godard: "Darüber spricht Israel nie, dass es ein zweites furchtbares Bild brauchte, ein Bild vom deutschen Wahnsinn, um das Recht auf eine Heimat zu erobern, eine Heimat im vollen Sinne, und dass das ein schweres Erbe ist. Aber […] umsetzt. Er montiert ein Bild Hitlers mit einem Bild Golda Meirs und lässt zu den Gesängen eines Rabbis oder Kantors, in denen die Wörter "Auschwitz" und "Majdanek" vorkommen die Buchstabenfolge Israel wie auf früheren Flughafen-Schautafeln in die Buchstabenfolge Palestine umspringen. Hier lässt sich die Passage aus dem Film ansehen: Thierry Chervel twitter.com/chervel […] Von Thierry Chervel