Stichwort

Garten

18 Artikel - Seite 1 von 2

Lesen ist noch keine Alternative

Vom Nachttisch geräumt 02.07.2018 […] Ich bin kein Gärtner. Nicht, weil ich etwas gegen Pflanzen habe, sondern weil ich unfähig bin, mich um etwas oder jemanden zu kümmern. Es ist schrecklich, wenn man das im Alter von siebzig Jahren über sich sagen muss. Es hilft auch nicht, wenn man weiß, dass man auch unfähig ist, sich um sich selbst zu kümmern. Es ist großer Defekt, der einen immer wieder in Katastrophen treibt und die, die das Pech […] beobachtete und ihnen alles aus dem Weg räumte oder ihnen, als sie es brauchten, in den Weg stellte. Es ist ein Buch über die Menschwerdung des Allan Jenkins und seine Erkenntnis, dass er dazu einen Garten - und sei er noch so klein - braucht. Das ist seine Erfahrung. Für uns Leser ist es eine Metapher. Manche werden sie wörtlich nehmen und anfangen, selbst zu hegen und zu pflegen. Andere werden es nur […] und Vergewaltigung zu widmen. Das ist kein Gartenbuch, das ihnen dabei hilft, die richtigen Pflanzen in den richtigen Boden zur rechten Zeit ins richtige Licht zu stellen. Es sind Erinnerungen ans Gärtnern. Der Journalist - er arbeitet als Gastrokritiker und Herausgeber des Observer Food Monthly - hat kein Schloss mit entsprechenden Landschaftsgärten. Er hat eine Parzelle in einer Londoner Kleingar […] Von Arno Widmann

Kaiserkron und Päonienrot

Vom Nachttisch geräumt 14.05.2018 […] heraus: "Der englische Gärtner", ein mehr als vierhundert Seiten umfassender Band, in dem Fox nicht nur vom Gärtnern erzählt, sondern praktische Tipps für Gärtner gibt. Seit mehr als vierzig Jahren hat er eine wöchentliche Garten-Kolumne in der Financial Times. Das ist die Basis seines Buches. Es ist blitzschnell schon in die dritte Auflage gekommen. Robin Lane Fox in seinem Garten Robin Lane Fox' Buch […] e und Bekehrungen im Leben eines antiken Menschen"? Robin Lane Fox hat nicht nur einen eigenen Garten, sondern er ist seit dreißig Jahren zuständig für die Gärten des New College in Oxford und außerdem noch für neun andere Gärten. Er gärtnert also nicht nur, sondern er organisiert auch noch das Gärtnern. Wie faul und - verzeihen Sie bitte den Ausdruck - breitärschig man sich vorkommt neben einem solchen […] Buch ist auch für Nicht-Gärtner interessant. Gleich zu Beginn schreibt er, dass er beim Gärtnern am besten nachdenken könne. Manche haben diese Erfahrung beim Bügeln gemacht. Viele kennen das inzwischen vom Laufen. In der Schule versuchte man uns beizubringen, nachdenken sei eins mit Konzentration. Das stimmt. Aber nur wenn damit gemeint ist, dass man sich auf etwas anderes konzentrieren muss, um im […] Von Arno Widmann

Hält spielerische Halbdistanz: Serpil Turhans Porträtfilm 'Rudolf Thome – Überall Blumen' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2016 […] "Das Mikroskop" Geld übrig hatte. Seither sind alle Übeschüsse in die Renovierung geflossen. Heute, beziehungsweise im Jahr 2014, durch das der Film den Regisseur begleitet, ist der Hof in Schuss, im Garten blühen Blumen (die teilweise einem benachbarten Wald entwendet sind), nur das Wasser im Teich muss immer mal wieder ausgewechselt werden (was Geduld erfordert, für allem, wenn man am Rand sitzt und […] locken, aber auch das hat stets zuerst etwas Spielerisches, zielt oft auf die Differenz zwischen Dokumentarischem und Fiktionalen - und sicher nicht auf die großen, letzten Enthüllungen - das wäre auch gar nicht notwendig, Thome führt seit Jahren ein Internettagebuch, in dem er seine Gedanken offenherzig vor der Welt (bzw vor täglich mal 297, mal 288 Lesern) ausbreitet. Zwischendrin liest Turhan einige […] Von Lukas Foerster

Deutscher Buchpreis 2015 - Update - die Preis

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.10.2015 […] der Longlist Alina Bronsky: "Baba Dunjas letzte Liebe" Verlag Kiepenheuer & Witsch, August 2015 Ralph Dutli: "Die Liebenden von Mantua" Wallstein Verlag, August 2015 Valerie Fritsch: "Winters Garten" (unsere Leseprobe) Suhrkamp Verlag, März 2015 Heinz Helle: "Eigentlich müssten wir tanzen" Suhrkamp, September 2015 Gertraud Klemm: "Aberland" Literaturverlag Droschl, Februar 2015 Steffen Kopetzky: […] Von Thomas Groh

Außerhalb des Blumenbeets

Redaktionsblog - Im Ententeich 17.03.2015 […] wahrnehmen. Magie, nennt Wagner das und zitiert seinen Lieblingsdichter Dylan Thomas. Egal ob Wagner über Tennisbälle schreibt, über Zäune, Seife, Torf, den Grottenolm oder die Regentonne im elterlichen Garten, immer ist da der Anspruch, im Kleinen und Einzelnen wenn schon nicht das große Ganze, so doch etwas Unerwartetes zu entdecken. Das ist in Ordnung, letztlich jedoch weder neu noch originell. Genau […] Oder ist es billiger, sich in die Reihe der Jubler von FAZ (hier) bis Zeit (hier) zu stellen und Diez einen Krawallmacher zu schimpfen? Vielleicht wäre es besser gewesen, den Preis in diesem Jahr gar nicht zu vergeben, wenn schon kein Roman, keine Lyrik, die sich den Herausforderungen der Gegenwart außerhalb des Blumenbeets stellt, dafür infrage kamen (was ja nicht der Fall ist). Jan Wagner hofft […] Von Sascha Josuweit

Eine andere Identität

Snapshots Blog - von Sascha Josuweit 14.07.2014 […] Jugend naturgemäß noch verstärkte. Weder Familie noch Freunde vermochten ihm zu vermitteln, dass er etwas Besonderes war, etwas, das es wert war, erhalten und gepflegt zu werden, etwa so, wie man einen Garten pflegt, in dem Blumen wachsen. Mit 53 erfuhr Adam, dass es Möglichkeiten gab, Schönheit zu erlangen. In einem Internetforum lernte er Menschen kennen, die es liebten, sich als Sexdolls zu verkleiden […] Von Sascha Josuweit

Parapopuläres Kino: Alain Resnais' 'Aimer, boire et chanter' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2014 […] Häuser bestehen aus nebeneinander aufgehängten, farbigen Streifen, die auseinandergeschoben und durchschritten werden können, wie ein Bühnenvorhang, die Blumen im Garten sind gemalt, die Lichteffekte (wunderschön) stilisiert. In einem der Gärten grüßt ein animierter Maulwurf. Und wenn der Film von den frontalen Ensembleaufnahmen, aus denen er hauptsächlich besteht, in die Großaufnahme wechselt, dann schreiben […] "Aimer, boire et chanter" nimmt nach einem amüsant-lockeren Beginn eine erstaunlich intensiv ausgespielte melodramatische Wendung (zu deren Vollendung der Film schließlich von der Halböffentlichkeit der Gärten in die neurotisch eingefärbte Privatheit der jeweils eigenen vier Wände wechselt). Das Begehren der Frauen, die Eifersucht der Männer zentriert sich immer neu und immer ausschließlicher auf den un […] Von Lukas Foerster

Utopischer Liebesentwurf: Dominik Grafs 'Die geliebten Schwestern' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2014 […] die schüchterne, brave Charlotte und die impulsivere Caroline, die schon verheiratet ist und eine unglückliche Zweckehe führt. Dieser eine Sommer aber ist ein sonniges Idyll inmitten von blühenden Gärten und reißenden Flüssen. Man träumt von einem Leben zu dritt, einem gemeinsamen Haushalt in Weimar, wo man leben und lieben und schreiben kann. Graf beschreibt diese Ménage à trois als utopischen Liebes- […] Von Elena Meilicke

Unentschieden: Yann Demanges '71' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2014 […] riecht seine Panik. Bei der nächsten Verfolgungsjagd ist das schon nicht mehr ganz so spektakulär. Immer geht es durch ein fast menschenleeres Belfast, mit schmalen Gassen, kleinen Hintertüren in die Gärten oder die leeren Gänge eines großen Wohnblocks. Ein gelblich-oranges Licht liegt über der Stadt, überall liegen verkohlte oder noch brennende Autowracks. "Looks like Leeds", scherzte noch am Morgen […] Von Anja Seeliger

Chronist der menschlichen Würde - Filme von Noboru Nakamura im Forum

Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2014 […] Prämie gestohlen. Um die Familie zu unterstützen, gibt die älteste Tochter ihren Traum auf, als Künstlerin zu reüssieren, der grantelnde Vermieter des Hauses - er wohnt nebenan in einem Haus, in dessen Garten die zerstörte Mauer, ein Hinweis auf den wenige Jahre zurückliegenden Krieg, der Tochter und ihrer Staffelei besten Einblick bietet - droht mit Rauswurf. Doch das letzte Wort in all diesen Dingen ist […] Von Thomas Groh

Was zu lachen: Emmanuelle Bercots 'Elle s'en va' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2013 […] Enkel auf und landet mitten in einem Klischeebild des alten Wohlfühl-Frankreich, am gedeckten Tisch im sommerlichen Garten, ein Gläschen Wein, ein wenig Politik und der schnelle, glucksende Sprung ins Bett. Nun interessiert sich Regisseurin Emmanuelle Bercot in dem Film schlicht für gar nichts, dies aber exzessiv. Nicht für die Figuren, nicht fürs Alter. Nicht für die Räume oder das Soziale. Nicht für […] für Politik oder wenigstens den Humor. Es entsteht kein Bild, keine Montage, keine Assoziation von Interesse - oder gar der Hauch einer Erkenntnis. Der ästhetische Wagemut unterbietet glatt noch Degeto-Schmus - und soll man der Deneuve ernsthaft dafür gratulieren, dass sie Mut zum alten Damenfuß hat? Und reicht die Aussicht darauf, dass am Abend eine ja ohne weiteres unumstrittene Grande Dame des Kinos […] Von Thomas Groh

Edel ausgeleuchtet: Annemarie Jacirs 'When I saw you' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013 […] Abends sitzen die Kämpfer edel ausgeleuchtet und in kleidsam um den Kopf geschlungenen PLO-Tüchern am Lagerfeuer, hören Cat Stevens, tanzen traditionelle Tänze oder singen vom Feigenbaum in ihrem Garten, von Jasmin und Granatäpfeln. Im Fernsehen erklärt Arafat: "Die Palästinenser waren Flüchtlinge, jetzt sind sie Kämpfer." Die Mutter Ghaydaa (von der zugegeben sehr schönen Ruba Blal gespielt) folgt […] die Lichter Jerusalems gesehen", haucht ein Guerillero, bevor er erschöpft aber selig nach einer nächtlichen Erkundungstour vor dem Lagerfeuer niedersinkt. Das Deprimierende an diesem Film sind dabei gar nicht so sehr die völlige unterkomplexe Erzählung, die historische Naivität und der fehlende Bezug zu jeglicher politischen Realität. Schlimm sind vor allem die filmische Versiertheit und das oberflächliche […] Von Thekla Dannenberg

Die Panik der Anderen

Redaktionsblog - Im Ententeich 17.12.2012 […] kommt die Botschaft mit Sicherheit beim Leser an. Der Ansehensverlust ist aber größtenteils hausgemacht, indem zwar die Gehälter üppig bleiben, besonders die der leitenden Redakteure und gar der Chefs, aber deren Garten nicht mehr mit frischem Wasser bewässert werden soll. Weil zu teuer. Die Leser wollen aber, wenn sie schon ihrer Zeitung die Treue halten, die frische Bewässerung. Sie wollen überrascht […] Anfang an ohne Qualitätspresse auskommen (müssen), weiß ganz genau, was Seibt meint. Dabei spielt – oder spielte – die Fokussierung auf den Text vor dem Bild eine entscheidende Rolle. Text, und schon gar ein längerer, erfordert Konzentration. Die Konzentrationsbereitschaft der Leser geht einher mit einer Zusicherung von Qualität in Recherche und Schreibart seitens der Journalisten. So sollte es zumindest […] Von Ina Hartwig

Wer den Apfel küsst

Redaktionsblog - Im Ententeich 09.05.2012 […] Grundbehauptung 3: Geistiges Eigentum ist nichts anderes als der Apfel in Nachbars Garten. Keine dieser Behauptungen in Hanks Artikel hält der Wirklichkeit stand. Schon vor dem Internetzeitalter stimmt keine dieser Behauptungen. Am kritischsten ist in dieser Debatte natürlich der Begriff des "Eigentums". Hank merkt gar nicht, wie sehr er sich hier zum Sprachrohr von Kräften macht, die seinen eigenen […] eigenen liberalen Überzeugungen eigentlich krass entgegenstehen. Der Apfel in Nachbars Garten Wer sich so unreflektiert wie Hank zum Fürsprecher "Geistigen Eigentums" macht, führt in Wirklichkeit, vielleicht, ohne es zu wollen, einen Diskurs der Enteignung. Er raubt dem Individuum, um das es ihm angeblich geht, Handlungsmöglichkeiten und Freiheiten, die es schon hatte. Was abstrakt klingt, lässt sich […] ist der Sieg des Dilettantismus über die allerprofessionellsten (aber inzwischen leider toten) Enzyklopädien. Nicht nur dass sich diese partizipative Kultur nicht in Gegensatz zum Kapitalismus oder gar zur Demokratie stellt: Auf ihr basieren sogar einige der erfolgreichsten Geschäftsmodelle der letzten zwanzig Jahre. Selbst IBM kam aus der Krise, indem es anfing mit freier Software zu arbeiten. Was […] Von Thierry Chervel

Risse im Mädchentraum: Benoit Jacquots 'Les Adieux à la Reine' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2012 […] heit und der blanke, unverständige Schock über neu gemischte Karten, der den Adel mit schiefen Perücken Juwelen retten und in Ohnmacht fallen lässt, wo es längst schon um die eigene Haut geht. Im Garten von Versailles, genauso wie im souveränen Herrschaftsblick darüber, verliert sich der einzelne Mensch. Wenn man so will, kommt bei Jacquots Kameraästhetik der Mensch als einzelnes, individuelles Wesen […] Von Thomas Groh