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Realismus

10 Artikel

Aus der blondierten Mitte der Gesellschaft: Anne Zohra Berracheds '24 Wochen' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2016 […] Auf den "medizinischen Realismus" wies mich der Kollege Matthias Dell in einem gestrigen Gespräch über "24 Wochen" hin. Tatsächlich setzt der einzige deutsche Film im diesjährigen Wettbewerbsbeitrag nicht nur ausführlich medizinische Räume, Personal und Gerätschaften ins Bild und sucht in den entsprechenden Szenen nach einem halbwegs nüchternen Tonfall, er traut sich sogar, vermutliche Laiendarsteller […] Von Lukas Foerster

Probt die große Verweigerung: Mohamed Ben Attias 'Hedi' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2016 […] wie das Meer, mal beängstigend wie die Salzwüste. "Hedi" ist ein kluger und sympathischer Film, die Brüder Dardenne haben ihn erkennbar koproduziert. In einem an ihrem Vorbild geschulten kühlen Realismus erzählt er die Geschichte einer Verweigerung, die zur Selbstermächtigung wird. Es ist auch eine Geschichte über die Treue sich selbst und anderen gegenüber. Vor allem aber ist es ein Film über Freiräume […] Von Thekla Dannenberg

Liebe und Entfremdung in einer Umarmung: Andrew Haighs '45 Years' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2015 […] um in trauter Zweisamkeit den Lebensabend zu verbringen. Das Ehepaar Kate (Charlotte Rampling) und Geoff (Tom Courtenay, bekannt als jugendlicher Rebell aus Kernstücken des britischen Kitchen-Sink-Realismus) führt hier in einem lauschigen Häuschen ein bürgerlich behütetes Rentnerdasein, man hat sich gern und fühlt sich wohl. Kurz vor dem 45-jährigen Hochzeitstag (der vierzigste konnte wegen Geoffs H […] Von Andrey Arnold

Keine Schwarzmalerei: Jafar Panahis 'Taxi' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2015 […] müssen auf jeden Fall islamische Namen tragen und wenn möglich Krawatte, Politik und Wirtschaft dürfen nicht vorkommen, und vor allem bitte, das ist das wichtigste: keine Schwarzmalerei. Düsterer Realismus ist das letzte, was der Iran jetzt gebrauchen kann. Zufällig, aber vergeblich filmt die Kleine also das Liebesdrama, das sich im Nachbarhaus in geradezu Shakespeareschen Dimensionen abspielt, doch […] Von Thekla Dannenberg

Pfade des Lichts: Joao Vianas 'The Battle of Tabato' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2013 […] der den Personen Gestalt und Farbe gibt – nicht durch Dialog, sondern durch Stille, Trommeln oder Supercamarimba. Ein Film, den man vielleicht zwischen intellektuellem Surrealismus und spirituellem Realismus verorten kann. Thekla Dannenberg "A batalha de Tabatô - The Battle of Tabatô". Regie: João Viana. Mit Imutar Djebaté, Fatu Djebaté und Mamadu Baio. Guinea-Bissau / Portugal 2013, 78 Minuten (Alle […] Von Thekla Dannenberg

Gedrosselte Ambitionen: Sebastian Lelios 'Gloria' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2013 […] Glorias. Auch, wenn es in beiden Filmen um ältere Frauen geht, die alleine in der Großstadt leben: Mit Cassavetes' "Gloria" hat Lelios Film nichts zu tun. Lelios handelsüblicher psychologischer Realismus ist weit entfernt von jener filigranen Wucht, mit der in Cassavetes Film Gena Rowlands und New York City aufeinander treffen. Lelios "Gloria" ist ein Film der gedrosselten Ambitionen. Man hat sich […] Von Lukas Foerster

Unterkörperfixiert: Tea Lim Kouns 'Snake Man' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2012 […] Alles beginnt mit einem halbstündigen Prolog, der nach sozialem Realismus aussieht - ein trunksüchtiges Ekelpaket von einem Mann, seine geschundene, aber wunderschöne Frau und das gemeinsame Kind in einer ärmlichen Hütte am Waldesrand -, wäre da nicht die sprechende Schlange, mit der die Frau in Abwesenheit ihres brutalen Gatten eine Liebesbeziehung anfängt. Es sei zwar eine Schlange, schaltet sich […] Von Nikolaus Perneczky

Fraktionen des Bösen im Nazihauptquartier: Volker Schlöndorffs 'La mer à l'aube' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2012 […] dienen. Diesem Mechanismus kann sich ein deutscher Film, der im Modus des psychologischen Realismus über das Dritte Reich erzählt, kaum entziehen, das stimmt schon; den einzelnen Schauspielern ist sowieso nichts vorzuwerfen. Aber das heißt ja vielleicht nur, dass deutsche Filme, die im Modus des psychologischen Realismus über das Dritte Reich erzählen, grundsätzlich obszöne Unternehmungen sind und schlicht […] Von Lukas Foerster

Grandios stoisch: David Zellners 'Kid-Thing'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2012 […] Ob aber dieses Loch im Wald real oder imaginiert ist oder ob da unten vielleicht gar der Teufel persönlich residiert, das lässt "Kid-Thing" auf angenehme Weise offen und hält die Schwebe zwischen Realismus und Märchen. "Kid-Thing" ist das Gemeinschaftswerk zweier Brüder, der vierte Langfilm, den David und Nathan Zellner aus Austin, Texas, gemeinsam produziert haben. Beide sind Ende Dreißig und drehen […] Von Elena Meilicke

Senegalesisches Stationendrama: Alain Gomis' 'Aujourd'hui' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2012 […] Mambéty überlebt in "Tey" das Bedürfnis, die Flucht zu ergreifen vor der schlechten Wirklichkeit, buchstäblich (weg aus Senegal) wie in der Form bzw. ihrer spielerischen Öffnung (weg vom sozialen Realismus). Mit beiden großen Brüdern verbindet "Tey" das dramaturgische Format des Stationendramas: Ein Mann, seltener eine Frau auf dem Weg zu einem unbestimmten Ziel, der sie an typischen Szenen, Figuren […] Von Nikolaus Perneczky