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Christa Wolf

15 Artikel

Schweigen bei den Krokodilen: Thomas Heises "Heimat ist ein Raum aus Zeit" (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2019 […] -Texten "Für alle reicht es nicht" abgedruckt, Heise hat sie gefilmt. Sein Vater zitiert Brecht: "Der Geschlagene entrinnt nicht / der Weisheit." Oder Rosemarie Heises Auseinandersetzungen mit Christa Wolf. Anfang 1991, schreibt Wolf in einem Brief nach den scharfen Attacken auf ihren Text "Was bleibt" wie auch nach dem Beginn des ersten Golfkriegs: "Die Kampagne hat mir was angetan... Ich kann mir […] Von Thekla Dannenberg

Labor für neue Gedanken

Vom Nachttisch geräumt 04.04.2018 […] Die Briefe der Christa Wolf sind das Dokument einer Epoche. Und eines Epochenwechsels. Man sollte sie sorgfältig lesen. Stück für Stück. Alle 483. Nur so würde man ihnen gerecht, dem was sie sagen, und dem, was sie verschweigen. Ich habe das nicht getan. Ich bin davor zurückgeschreckt. Ich habe Christa Wolf bewundert bis hin zur Liebe. Ich habe manche ihrer Bücher mehrmals atemlos verschlungen, und […] Gedanken. So hungrig die Bürgerin Christa Wolf auf die Welt war, so aufmerksam konnte die Autorin sich selbst beobachten und ihre Aufzeichnungen darüber so formulieren, dass wir sie lesen konnten, als Protokolle von Experimenten, die in, mit und von unserer Welt veranstaltet wurden. Diese Welt war groß. Sie umspannte den ganzen Globus und das tut sie immer noch. Christa Wolf auf der Abschlusskundgebung […] in wie viel Briefen Christa Wolf sich für jemanden eingesetzt hat. Für Wolf Biermann, für Jürgen Fuchs und Lutz Rathenow, aber auch für eine inzwischen pflegebedürftige alte Malerin. Wie oft bedankt sie sich? Nein. Jetzt doch zu diesem Brief. Er stammt vom 5. Januar 1991 und seine Adressatin ist die 1937 geborene Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Lenk in Hannover. Christa Wolf schreibt: "Mir fehlt […] Von Arno Widmann

Schirrmachers Debatten

Redaktionsblog - Im Ententeich 13.06.2014 […] Nur eine kleine Anstrengung, mich zurückzuerinnern. Hier Schirrmachers Debatten, an die ich mich spontan erinnere: 1990 Debatte um Christa Wolfs Essay "Was bleibt" 1991 Stasi-Debatte (nach Wolf Biermanns "Sascha Arschloch"-Rede) 1993 Debatte um Christa Wolf und die Stasi 1994 Schirrmacher fährt mit Helmut Kohl und François Mitterrand zu Ernst Jünger, um des 20. Juli zu gedenken. 1998 Walser-Bubis-Debatte […] Von Thierry Chervel

Sokrates hat immer Recht

Bücherbrief 06.07.2010 […] sondern linguistischen Unmöglichkeiten. Christa Wolf Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud Suhrkamp Verlag 2010, 380 Seiten, 24,80 Euro Am Ende waren es fast alles Verrisse. Respektvoll (oder zahnlos), angesichts des Gesamtwerks von Christa Wolf, aber doch Verrisse. Kurz nach den seinerzeit heftig diskutierten Enthüllungen über Christa Wolfs alles in allem unwichtige Stasi-Aktivitäten […] scheint. In der SZ fragt sich Lothar Müller, warum Christa Wolf einen Roman schreibt, wenn die Geschichte doch so eindeutig autobiografisch ist. Für Arno Widmann (FR) steckt in der Schwäche des Buchs - Distanzlosigkeit, Wehleidigkeit - seine Stärke: Ehrlichkeit. Jens Jessen konstatiert in der Zeit immerhin literarische Virtuosität, mit der sich Christa Wolf eine Daseinsmöglichkeit in der ungeliebten neuen […]

Vorgeblättert

Vorgeblättert 19.03.2007 […] ihr Auskunftsbuch." Fast alle biographischen Aussagen über Fleißer folgen seither Satz für Satz diesen Notizen. Selbst außerordentlich sensible, reflektierte Leserinnen und Schriftstellerinnen wie Christa Wolf oder Elfriede Jelinek verlieren bei der Lektüre die Grenze von Leben und Literatur aus den Augen, übersehen im Sog der Leidensgeschichten, daß diese Selbstaussagen ihrerseits Literatur sind, fiktive […] Lebensjahren der Autorin gelesen werden müssen. Es ist nicht mehr die Heldenrolle, die fasziniert, sondern die Opferrolle: "Las wieder, wie zum erstenmal, Marie-Luise Fleißers Avantgarde", notiert Christa Wolf am 23. August 1980 in ihr die Entstehung der Kassandra-Erzählung begleitendes Tagebuch, "Trauer über das Schicksal dieser Frau, das mir unmenschlich, unglaubhaft,unmöglich vorkam. Ausgebeutet von […]

Vom Nachttisch geräumt

Vom Nachttisch geräumt 30.06.2004 […] die Genossin Christa Wolf und der Genosse Gerhard Wolf in sämtliche Betriebsunterlagen, d.h. Pläne, Produktionsprotokolle und andere für sie interessante Unterlagen Einsicht nehmen können." Die Einsichten, die Christa Wolf auf ihrem Bitterfelder Weg gewann, verhalfen ihr und einer inzwischen weltweiten Öffentlichkeit zum "Geteilten Himmel". Ein paar Seiten später sieht man Christa Wolf mit den Angehörigen […] Mayer und Christa Wolf und im Hintergrund Ulrich Dietzel. Man erfährt nicht, wer Ulrich Dietzel war, aber man ahnt, wie wichtig es Christa Wolf ist, dass der ehemalige Chef des Archivs der Ostberliner Akademie nicht ungenannt bleibt. Auch diese hegende Sorgfalt macht den Band zu einer so angenehmen Lektüre. Aber vor allem betrachtet man natürlich die Bilder und immer wieder Christa Wolf. Man sieht […] zur Einmischung durch Kunst, die wir vehement ergriffen hatten und die wir gar nicht so schlecht fanden, gekippt." Der Bildband "Christa Wolf - Eine Biografie in Bildern und Texten" ist darum so großartig, weil er diesen Text unter das Foto stellt, das Christa Wolf zeigt, wie sie neben Walter Ulbricht im Präsidium der 2. Bitterfelder Konferenz sitzt. Darüber eine Passage aus ihrer Rede auf jener […] Von Arno Widmann

Vom Nachttisch geräumt

Vom Nachttisch geräumt 22.04.2004 […] nämlich den 27. September so genau wie möglich beschreiben. Christa Wolf tat es. Vierzig Jahre lang. "Ein Tag im Jahr" sammelt auf fast 630 Seiten diese Aufzeichnungen. Es gibt keine vergleichbare Chronik der letzten vierzig Jahre. Jeder Leser wird die Schilderungen von Christa Wolf zu seinen Erinnerungen in Beziehung setzen. Christa Wolfs Notizen mobilisieren sein eigenes Gedächtnis. Er erinnert sich […] er ein paar Jahre später liest, dass Christa Wolf "Feldenkrais-Exerzitien" macht, dann bewundert er die Kraft, mit der sie versucht, das für richtig Erkannte auch zu tun. Man kann, hat man ein bestimmtes Alter erreicht, "Ein Tag im Jahr" nicht lesen ohne sich dazu in Bezug zu setzen. Zu sehr ist es ein Buch über unser Leben. So anders das Leben der Christa Wolf auch gewesen sein mag als das ihrer Leser […] übt einen eigenartigen Zauber aus. Identifikation und energische Markierung der Differenz lösen einander ab. Es gibt fast keine Seite, die den Leser ruhig lässt. Er ist zu sehr involviert. Woran Christa Wolf erinnert, beschämt den vergesslichen Leser. Was er bei ihr vermisst, wird dem Leser zu einer wichtigen Spur seiner eigenen Existenz. Aber neben diesem die Lektüre bestimmenden Grundton gibt es […] Von Arno Widmann

Vom Nachttisch geräumt

Vom Nachttisch geräumt 21.07.2003 […] der großen, in der wir alle leben und der kleinen, die Christa Wolf uns erzählt - ist und wohl immer sein wird. Christa Wolf sagt uns das nicht. Wir erfahren es beim Lesen ihres Buches. Sie brauchte dieses Wissen als ein Gerüst, das ihr ermöglichte, dieses Buch zu schreiben. Wir - die Leser - brauchen es nicht. Wir haben ihr Buch. Christa Wolf hat keine Angst vor dem Kitsch. Für einen intelligenten […] 3-88680-794-0. Bestellen. Ein Versuch über den Schmerz Christa Wolfs Erzählung "Leibhaftig" erschien im Februar 2002. Die Zeitungen sprechen nur noch über die Neuerscheinungen des kommenden Herbstes. So sollen die Journale es halten. Wir brauchen das nicht zu tun. Wir lesen und lesen wieder. Und gerade habe ich Christa Wolfs Erzählung wieder gelesen. Sie ist noch großartiger, als sie es bei […] Thomas Manns "Schwere Stunde" und die Kunstfertigkeit, mit der Mann in dieser kleinen Geschichte seine eigene Krise in der Schillers verbirgt und zugleich offenbart. Christa Wolfs Erzählung bedient sich keiner anderen Person. Christa Wolf spricht von sich. Aber wer das ist, bleibt unklar. Einmal sagt sie "ich", einmal "du", dann wieder aus gewaltigem Abstand "ihr". Das ist kein erzählerischer Trick, […] Von Arno Widmann

Keine Ode an die Freude

Meldungen 22.03.2002 […] letzte Konzert auf der Titanic") - längst geahnt haben, dass dieser Spagat nicht gelingen kann: In einer Sendung den Schmachtbarden Nino de Angelo und Nobelpreisträger Günter Grass, Mutter Beimer und Christa Wolf auftreten zu lassen, strapaziert selbst das Nervenkostüm des wohlwollendsten Crossover-Fans. Kein Wunder also, dass der in der ersten Reihe platzierte Grass schon nach dem ersten E-U-Duo (Per Olof […] spöttisches Johlen über sich ergehen lassen. "Wir sollten aufpassen, dass der Warencharakter des Buchs nicht überhand nimmt und wir es nicht den Anforderungen der Spaßgesellschaft ausliefern" - Christa Wolfs Mahnung, die sie in ihrer Dankesrede zur Entgegennahme des Bücherpreises in der Kategorie Lebenswerk versöhnlich formuliert, ist zugleich der Schlusspunkt hinter einer langen Reihe von Peinlichkeiten […] zwischen den als "Hell's Angels" verkleideten DDR-Altrockern von "City" und der anschließenden, von himmlischen Tönen getragenen Laudatio von Günter Grass, in der er die "innere Archäologie" von Christa Wolfs Werk rühmt. Dass Elstner sich noch bei der Abmoderation optimistisch gibt, dass der Butt Zukunft habe, mag an dessen langjährigen Erfahrungen in der Fernsehbranche liegen. Denn trotz der mehrfach […] Von Daniel Lenz

Stimmen aus der Gruft

Meldungen 13.03.2002 […] die Tanzfläche. Wie damals nach der Verleihung des Nobelpreises. Doch in den Armen wiegt er nicht seine Gattin, sondern die ebenfalls kurzsichtige Nana Mouskouri. Derweil die eher glückstrunkene Christa Wolf mit Nena Luftballon und Nino-Jenseits-von-Eden-de Angelo um die Wette Karaoke singt. Während Elke Heidenreich sich mit Dietrich Schwanitz unter die prächtig kostümierten Tänzern des MDR-Fernsehballetts […] wen wundert`s, Joanne K. Rowling, für die sich das Gros der 15000 befragten Buchhändler entschieden hatte, gefolgt von Günter Grass' "Im Krebsgang" auf Platz zwei; für ihr Lebenswerk wird außerdem Christa Wolf ausgezeichnet. Anschließend erläuterte MDR Fernsehdirektor Wolfgang Vietze an der Seite von Moderator Frank Elstner das Konzept der Preis-Gala: ein "festlich-attraktiver Showrahmen" soll's werden […]