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Frank Castorf

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Der König hat die Schlusspointe: Die Castorf-Hommage "Partisan" (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2018 […] zerbrochen, und wahrscheinlich spukt es schon im Haus. Das Letzte, was man jetzt gebrauchen kann, ist eine Hommage auf den einzigartigen, überragenden, schändlich vertriebenen und doch triumphierenden Frank Castorf. Lutz Pehnert und seine Ko-Autoren Matthias Ehlert und Adama Ulrich liefern sie: "Wir sind die Guten", prangt an einer Wand der Bühnenwerkstatt, gleich neben einem Hinweisschild für Begrüßungsgeld […] Von Thekla Dannenberg

Vom Nachttisch geräumt

Vom Nachttisch geräumt 25.09.2002 […] Clowns Der Untertitel ist offenkundiger Unsinn: "Provokation aus Prinzip". Kein Leben folgt einem Prinzip und ganz sicher nicht dem der Provokation, und Frank Castorf, der Intendant der Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz, mag vielen als prinzipieller Provokateur erscheinen, er mag sich selbst sogar gerne in dieser Rolle inszenieren, aber einer, der sich sein Leben lang nicht aus Omas Wohnung hinaus […] absolviert - und wie heiter das Ernste - er wurde ganz ohne akademische Weihen zu einem der besten Theaterkritiker Deutschlands - , folgt natürlich nicht den biedermännischen Verächtern des Regisseurs Frank Castorf, die gerne davon sprechen, der Volksbühnenintendant provoziere aus Prinzip, und ebenso selbstverständlich fällt Detje auch nicht auf Castorfs Lust an der Spießbürgerschelte herein. In den schönsten […] Von Arno Widmann

Vorgeblättert

Vorgeblättert 01.08.2002 […] staunenden Verriss von Joachim Kaiser ein, dessen Glanz als Großkritiker noch nicht ganz verglommen ist. Zwar vermisst er schmerzlich Lessings zart fühlenden Edelmut, seine psychologisierende Neugier: Frank Castorf gönnt seinen Figuren das Eigentümlich-Seelische nicht. Er nimmt zurück, was Lessing schuf. Aber anders als vor und nach ihm Peter Iden versteht er durchaus, was Castorf will: Von György Ligeti gibt […] erste Aushängeschild des deutschen Theaters im Prozess der Wiedervereinigung - des westdeutschen Theaters. Es geht nun darum, ihn für den Westen handhabbar zu machen. Im Februar 1992 taucht Frank Castorf auf den Seiten der Frauenzeitschrift Cosmopolitan auf. Er wird von Wolfgang Höbel porträtiert, der auch für den Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung über Castorf schreibt und hier seine Recherchen […]

Vorgeblättert

Vorgeblättert 01.08.2002 […] Der Cosmopolitan-Reporter Höbel beschreibt einen Regisseur in tiefer Verzweiflung: Ein halbes Jahr später treffen wir uns wieder. Von Nachsicht und Gelassenheit ist nichts mehr übriggeblieben. Frank Castorf ist wütend. In der Kantine der Ostberliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wo er gerade an seiner Version von Schillers "Räubern" arbeitet (es soll eine Art Requiem auf die zerfallene DDR werden) […] Neue, das einem vorgesetzt wird. Die Ostalgie-Bewegung beginnt am 10.November1989, null Uhr. Der Westen wird es nie verstehen, es wird ihn zur Weißglut treiben, und das macht den Reiz daran aus. Frank Castorf wird von "Trauerarbeit" sprechen: Wir gehen einfach ironisch mit unserer Vergangenheit um. Da ist Trauerarbeit immer drin. Nostalgie glaube ich nicht. Andererseits: Es ist einfach so ein Stück Sehnsucht […]