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Farmer

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Kosmischer Tsunami

Im Kino 05.11.2014 […] umfassend ermatteten Welt, der jegliche Perspektive auf die Zukunft abhanden gekommen ist: Die USA - ein einziger, buchstäblicher Dust Bowl - ist nach klimatischen Verheerungen auf das Niveau einer Farmer-Nation zurückgefallen, Sandstürme bestimmen den Alltag, weite Teile des Ernteertrags werden von Schädlingen und Pilzbefall zunichte gemacht: Drohende Hungersnöte gehören zum Alltag. Eine Welt wie aus […] Erstickungstod. Was die Zukunft einst hätte sein können, schlummert als verstaubte Erinnerungsspur in alten, nicht mehr aufgeschlagenen Büchern. Für Cooper (Matthew McConaughey), ein einstiges, heute zum Farmer-Dasein gezwungenes Piloten-Ass, die trübsinnigste aller denkbaren Welten: "Früher haben wir am Himmel unseren Platz im Universum gesucht, heute blicken wir auf den Boden und suchen unseren Platz im […] Von Lukas Foerster, Thomas Groh

Höhenflüge

Im Kino 21.08.2014 […] steten untergründigen Spannung durchflossen, die auch, der Originaltitel legt es im Gegensatz zum nichtssagenden deutschen Äquivalent geschickt nahe, eine Frage der Topografie ist. Die titelgebende "Farm", der Bauernhof, ist zwar mehr als ein konkreter Ort - ein Geisteszustand -, bleibt aber dabei stets konkret räumlich verortet, in einer schroffen Landschaft, die der Protagonist Tom (Xavier Dolan selbst) […] " ereignet sich nicht nur im großen Maßstab an einem solchen Ort, er ist auch von kleinteiligen Schauplätzen durchsetzt, die, jeder für sich, als Mikrokosmen in die raue Natur geworfen scheinen. Die Farm selbst und ihre Bewohner, ein unbehaglich anmutendes Zweiergespann aus der um ihren verstorbenen Sohn trauernden Mutter Agathe und dessen Bruder, dem völlig übervirilen Francis, der mit aller, auch […] Von Lukas Foerster, Jochen Werner

Nur halt ohne Kunst: der argentinische Wettbewerbsfilm "La tercera orilla"

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2014 […] weitere Familie unterhält. Und dass er, rein äußerlich eher Typ Kuschelbär, doch schon ein ganzer Kerl eher althergekommenen Schlags ist. Hier ist er gefeierter Arzt, dort bewirtschaftet er eine große Farm. Seinen Sohn Nicolás will er langsam in die Männerwelt einführen. In einer Puffbar winkt er ihm eine Dame an den Tisch und gesellt sich selbst zu einer anderen an den Tresen. Vorher zeigte er dem Sohn […] Von Thomas Groh

Elegant: Nguyen-Vo Nghiem-Minhs 'Nuoc' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2014 […] gestellt wurde, ist dann verschwunden, dann taucht seine Leiche auf (die schweigsame Wasserbestattung: eine der kraftvollsten Szenen des Films). Sao nimmt ihrerseits Arbeit an, bei einer schwimmenden Farm, die, so vermutet sie, mit This Verschwinden in Zusammenhang stehen dürfte - freilich bleibt das Motiv ambivalent, allzu schwer wiegt die Trauer nicht. "Nuoc" ist, zeigt sich jetzt, nicht nur ein visuell […] besondere Anstrengung anmerken würde, und ohne, dass er sich in Trash-Ästhetiken flüchten müsste. Wie elegant der Film ist, merkt man an Details der Inszenierung: Die militärisch aufgerüstete schwimmende Farm, die zumindest auf den ersten Blick das Hauptquartier der Bösewichte ist, taucht nie in ihrer Gänze im Bild auf, Nghiem-Minh genügen zunächst eine sechseckige Planke, aus der Aufsicht gefilmt, und ein […] Von Lukas Foerster

Leseprobe zu John Williams: Stoner. Teil 3

Vorgeblättert 29.07.2013 […] tippte auf den Papierstapel auf seinem Tisch. "Diese Unterlagen haben mir verraten, dass Sie aus einer ländlichen Gegend stammen. Ich nehme also an, dass Ihre Eltern Farmer sind?"      Stoner nickte.      "Und wollen Sie auf diese Farm zurückkehren, sobald Sie hier Ihren Abschluss gemacht haben?"      "Nein, Sir", erwiderte Stoner, und die Bestimmtheit seines Tons überraschte ihn. Mit einigem Erstaunen […]

Leseprobe zu John Williams: Stoner. Teil 1

Vorgeblättert 29.07.2013 […] der Schule erledigte William Stoner seine Aufgaben, als zählten sie zu seinen täglichen Pflichten, auch wenn sie nicht ganz so anstrengend waren wie die auf der Farm. Im Frühjahr 1910 schloss er die Highschool ab und nahm an, auf der Farm nun weitere Arbeiten übernehmen zu müssen; es schien ihm, als sei der Vater in letzter Zeit immer schwerfälliger und müder geworden.      Eines Abends im späten […] erwartet, für die Jüngeren ist er bloß ein Klang, der ihnen weder die Vergangenheit näherbringt noch eine Person, die sich mit ihnen oder ihrer Karriere verbinden ließe. Er wurde 1891 auf einer kleinen Farm im tiefsten Missouri unweit des Dorfes Booneville geboren, etwa sechzig Kilometer außerhalb der Universitätsstadt Columbia. Obwohl die Eltern bei seiner Geburt noch jung waren - der Vater fünfundzwanzig […] Rand des Universitätsgeländes auf und ab und schaute, als wäre ihm das Betreten nicht gestattet.      Es war schon fast dunkel, als er einen Passanten nach Ashland Gravel fragte, jener Straße, die zur Farm von Jim Foote führte, dem Vetter seiner Mutter, für den er arbeiten sollte; und es war längst dunkel, als er zu dem weißen zweistöckigen Holzhaus kam, in dem er von nun an wohnen würde. Er kannte die […]

Leseprobe zu John Williams: Stoner. Teil 2

Vorgeblättert 29.07.2013 […] die Beine, als gehörte sie zu einer Uniform, die zuvor von jemand anderem getragen worden war.      Mit der zunehmenden Gleichgültigkeit seiner Verwandten wuchs die Zahl seiner Tätigkeiten auf der Farm; außerdem verbrachte er lange Abende auf dem Zimmer damit, seine Universitätsaufgaben methodisch abzuarbeiten. Er hatte den Studiengang begonnen, der mit einem Bakkalaureat in Naturwissenschaften a […] lang bearbeitet hatte, etwas anderes als das sein könnten, was sie allem Anschein nach waren, und er begann zu ahnen, wie seine wachsende Kenntnis von Nutzen sein würde, wenn er denn erst einmal zur Farm des Vaters zurückgekehrt war. Nur der vorgeschriebene Einführungskurs in die englische Literatur verstörte und beunruhigte ihn auf eine Weise wie nichts zuvor.      Der Dozent, ein Mann gesetzteren […] Finger bewegten sich mit einer Anmut und Überzeugung, als wollten sie den Worten zu einer Ausdruckskraft verhelfen, die seine Stimme ihnen nicht geben konnte.      Wenn Stoner seinen Pflichten auf der Farm nachging oder in der fensterlosen Dachkammer im Dämmerlicht der Lampe blinzelnd seine Bücher studierte, gewahrte er oft, wie das Bild dieses Mannes vor seinem inneren Auge auftauchte. Obwohl es ihm […]

Revoltierende Bauern in Boris Khlebnikovs 'A long and happy life' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013 […] vornehmlich für seinen Debütfilm "Koktebel" von 2003 bekannt, eröffnet seine Dorfgeschichte mit einer Szene, worin der Kleinunternehmer Sasha von lokalen Regierungsbeamten dazu gedrängt wird, seine kleine Farm auf der nordrussischen Halbinsel Kola gegen eine ansehnliche Kompensation aufzugeben. Die Entscheidung, so lässt sein Gegenüber – zwischen Halogenbeleuchtung und einem beflaggten Wimpel – durchblicken […] Von Nikolaus Perneczky

Schmutzige Scheiben: Gus van Sants 'Promised Land' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013 […] den aus einiger Höhe aufgenommenen Gottesperspektiven: Hier, wo die USA am amerikanischsten sind, im Hinterland, wo die meisten - wenn auch zunehmend unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten - noch auf Farmen leben, hier also, wo manche Einstellung so aussieht, als sei sie der Rahmenhandlung vom "Wizard of Oz" entnommen, wo man den Eindruck gewinnt, als habe sich die USA in den letzten Winkel und ihren […] Erschließung von Erdgas in tiefsten, bislang unzugänglichen Gesteinsschichten. Eine Technologie, die einerseits die USA vom Ressourcenvorkommen in Krisengebieten unabhängiger machen und den verarmten Farmern zugleich ein Vermögen einbringen könnte, wenn sie sich nur auf die Angebote von Steve Butler (Matt Damon) und Sue (Frances McDormand) einlassen. Doch was wie ein unverhoffter Segen in Zeiten wirkt […] Holbrook) hat recherchiert - "Fracking" stellt ein enormes ökologisches Risiko dar. Ein wenig später im Ort auftauchender, charismatischer Umweltaktivist (John Krasinski) erzählt Horrorstories von Farmen in Nebraska, deren Land in kürzester Zeit unrettbar verödete. Was vorderhand als Politdrama daherkommt, ist im Grunde eine tief in americana getauchte Meditation über die amerikanische Identität […] Von Thomas Groh

Leseprobe zu Julie Otsuka: Wovon wir träumten. Teil 2

Vorgeblättert 25.06.2012 […] neuen Ehemännern, die uns in den vergangenen Monaten oft geschrieben hatten. Ich habe ein schönes Haus gekauft. Du kannst im Garten Tulpen pflanzen. Osterglocken. Was immer Du willst. Ich besitze eine Farm. Ich führe ein Hotel. Ich bin der Vorsitzende einer großen Bank. Ich habe Japan vor mehreren Jahren verlassen, um meine eigene Firma zu gründen, und kann gut für Dich sorgen. Ich bin 1,79 groß und leide […]

Leseprobe zu Alice Munro: Was ich dir schon immer sagen wollte. Teil 1

Vorgeblättert 08.03.2012 […] arbeitete bei Dr. und Mrs. Peebles, die sich ein altes Haus draußen an der Landstraße, etwa fünf Meilen außerhalb der Stadt, gekauft hatten. Zu der Zeit setzte der Trend ein, dass Leute aus der Stadt alte Farmen aufkauften, nicht, um sie zu bewirtschaften, sondern um dort zu wohnen.      Wir sahen das Flugzeug auf der anderen Seite der Straße landen, wo früher der Rummelplatz war. Er gab einen guten Landeplatz […] worden.      "Na dann", sagte Mrs. Peebles forsch wie immer, wenn sie ihre Nerven wieder in den Griff bekommen hatte. "Gehen wir zurück ins Haus. Stehen wir hier nicht rum und gaffen wie die letzten Farmer."      Sie sagte das nicht, um mich zu verletzen. Das kam ihr gar nicht in den Sinn.      Ich stellte gerade das Geschirr für den Nachtisch hin, als Loretta Bird außer Atem in der Fliegengittertür […] das Ding kracht ins Haus und bringt euch alle um!"      Sie wohnte auf der Nachbarfarm, und die Peebles hielten sie für eine Landfrau, erkannten nicht den Unterschied. Ihr Mann bewirtschaftete die Farm nicht, er arbeitete beim Straßenbau und war berüchtigt für seine Sauferei. Die beiden hatten sieben Kinder, und im Hi- Way-Lebensmittelgeschäft durften sie nicht mehr anschreiben. Die Peebles hießen […]

Leseprobe zu Miriam Toews: Kleiner Vogel, klopfendes Herz. Teil 1

Vorgeblättert 20.06.2011 […] Baby grade verloren, das weiß ich nicht mehr so genau. Jedenfalls waren ihr an dem Tag die Regeln egal, und deshalb landeten wir auf einmal beim Rodeo. Wahrscheinlich war ich vor lauter Freude, der Farm mal entronnen zu sein, ganz durchgedreht und deshalb so mutig, auf alle Fälle saß da eben Jorge, ganz allein, guckte zu und ging immer mit den Bewegungen der Cowboys so mit. Das fand ich lustig, deshalb […]