No peace, no pussies: Spike Lees 'Chi-Raq' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2016 […] und Irak zusammen. Noch vor dem ersten Bild sieht man auf der schwarzen Leinwand eine Landkarte der USA, zusammengesetzt aus Pistolen, Revolvern und Gewehren. Dazu wummert ein Rap über die Stadt, den Hass und die Blödheit. Es ist der Rapper Chi-Raq, der da sein Territorium besingt. Kaum ist er im Bild, geht die Ballerei auch schon los: Trojaner haben sich in sein Konzert geschlichen. Chi-Raq geriert […] Von Thekla Dannenberg

Vorsicht, SZ: Nicht provozieren

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.11.2013 […] wir im posthistoire angekommen waren. Denn das steckt hinter dieser Formel: Ein tiefes Unverständnis darüber, dass man an etwas glaubt, aber ein noch viel sehr tieferes Unverständnis – bis hin zum Hass – dafür, dass man vom Glauben abfallen und für eine Ethik des Zweifels und der Skepsis einstehen könnte. Das ist das, was Abdel-Samad meint, wenn er "vom Himmel Abschied" nimmt. Eigentlich sagt der […] Von Thierry Chervel

Diesen Kuss der ganzen Welt

Redaktionsblog - Im Ententeich 16.02.2012 […] sie bekommen. Und seltsamerweise fällt auf ihn nicht ein Schatten jener Kritik, die Bill Gates – der anders als Jobs immerhin für plattformübergreifende Offenheit stand – einst ertragen musste. Jobs hasste alles Offene. Seine Geräte lassen sich nicht öffnen, ohne sie gleichzeitig zu zerstören. In seiner geplanten kreisrunden Konzernzentrale, berichtet Jobs' Biograf Walter Isaacson, wird niemand ein Fenster […] kontrollierbar, Geld ausschwitzend. Einen großen Teil seiner obszönen Gewinne macht Jobs' Konzern mit 30 Prozent Provision auf "geistiges Eigentum". Er schaffte es, den Kulturindustrien seinen eigenen Hass aufs Offene als Lösung ihres Problems zu verkaufen. Es passte allzu gut zusammen! Stets gab sich Jobs als Verteidiger des "geistigen Eigentums". Die traditionellen Kulturindustrien haben in der D […] Von Thierry Chervel

Verweigerung von Trauerarbeit

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.06.2011 […] nicht die Arbeiterklasse, die sich doch auch hat blenden lassen. Übrigens vergisst Furet hier, auf einen fundamentalen Unterschied zwischen Nazis und Kommunisten einzugehen. Der "Hass auf den Bourgeois" schön und gut, aber der Hass der Nazis zerstörte die Bourgeoisie nicht, während die Kommunisten sie wirklich zerstörten. Die Nazis benutzten, manipulierten sie, aber sie haben das Verhältnis von Kapital […] François Furet spricht in seinem Buch sehr viel vom Geheimnis der kommunistischen Illusion. Als eine der Quellen sowohl der nationalsozialistischen als auch der kommunistischen Ideologie benennt er den "Hass auf den Bourgeois", der vor allem ein bürgerlicher Selbsthass war. Der Demokrat blickt in den Spiegel, und zurück blickt der Krämer. Aber dieses Phänomen betrifft vor allem den bürgerlichen Intellektuellen […] Standpunkt aus gesehen, zerstörerischer für die Gesellschaft. Mit der paradoxen Konsequenz, dass es leichter ist, vom Faschismus zur Demokratie zurückzukehren als vom Kommunismus. Trotzdem hat es den "Hass auf die Bourgeoisie" auf beiden Seiten gegeben. Die bürgerliche Demokratie mit all den Schimpftiteln, die man ihr gegeben hat - "bourgeois", "formell", "jüdisch-freimaurerisch", "jüdisch-bolschewistisch" […] Von Thierry Chervel

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 […] e Affekte. Alles was fremd ist und seine Fremdheit in deutlichen Symbolen zeigt, kann auch Ressentiments auf sich ziehen. Der Bart des Sikh, die Schläfenlocken des Juden, das Kopftuch der Muslimin: Hass sucht Rechtfertigung. Der Mörder Marwa El-Sherbinis hatte genug Vorurteile über den Islam parat, um hier seine Argumente zu finden. Allerdings sind solche Zeichen austauschbar. Wäre sein Opfer eine […] Von Thierry Chervel

Godard Antisemit? Material

Redaktionsblog - Im Ententeich 17.12.2009 […] schweres Erbe ist. Aber das kann man auf jedem Bild aus den deutschen Lagern sehen, außer wenn man oberflächlich guckt und es zu schrecklich zu sehen ist, zu schrecklich vor allem, dass man nur aus dem Hass des anderen heraus existiert. Niemand weiß, wie es genau im Nahen Osten ausgehen wird, aber man weiß ein bisschen darüber, wo und wann es begonnen hat. Es war hier, in Europa (es ist also auch unser […] seinem Tod von irgendeinem SSler noch als 'Muselmane' behandeln lassen musste. Es muss wirklich der Geist des Bösen gewesen sein, der dem Gedächtnis von sechs Millionen toten Juden das Gedächtnis des Hasses auf den anderen einimpfte, aber auf denjenigen, der für die Juden 'der andere' ist, in diesem Fall, denn dreißig Jahre danach trifft das jüdische Volk auf seinesgleichen, ein anderes jüdisches Volk […] sie sich überhaupt nicht mehr bewegen konnten, nicht mehr die Kraft hatten zu leben. Sie hätten sie 'Inder', 'Zigeuner', 'Russen' nennen können, es fehlte ihnen doch damals nicht an Leuten, die sie hassen konnten." In den siebziger Jahren arbeitete Godard zusammen mit Anne-Marie Miéville an dem Essayfilm "Ici et ailleurs", in dem er die Gleichsetzung des Holocaust mit den Leiden des palästinensischen […] Von Thierry Chervel

Wunschtraum eines Apokalyptikers

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.07.2009 […] jenseits von Tradition und Priesterzwang. Erst die Freiheit abzufallen, macht den Glauben wahr. Diese Freiheit zur Religion - nicht etwa ein "Fundamentalismus der Aufklärung" - zieht in Wirklichkeit den Hass der Fundamentalisten auf sich. Ihnen geht es gar nicht um Religion, sondern um die Verfügungsgewalt über die Individuen. Im Fall des Islamismus ist das sprechendste Symbol dieses Willens zur Macht das […] Von Thierry Chervel