Künstler des Krieges

David Gordon Greens "Halloween Kills" und "The Last City" von Heinz Emigholz.
Im Kino

Arbeiter und Müßiggänger

Mikronation Westarctica. Das Ende von Boston Pride. Surrealismus als antikoloniale Bewegung. Die Magazinrundschau

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Das Buch als Entwurf für die Zensoren

21.10.2021. Die FAZ arbeitet sich durch einen Band über die Begutachtungspraxis im Leseland DDR. Die SZ liest beklommen die Kindheitserinnerungen des Lyrikers Bei Dao in Maos China. Dlf Kultur lernt von Carlo Rovelli, dass man auch als Laie gut über Probleme der Quantenphysik nachdenken kann. Die FR sieht sieht die Verfilmung von Ferdinand Schmalz' Debütroman "Mein Lieblingstier heißt Winter" schon vor sich: Mit Josef Hader in der Hauptrolle, versteht sich. Mehr...

EICHENDORFF21

Antje Ravik Strubel

19.10.2020. Antje Rávik Strubel ist mit dem Deutschen Buchpreis für ihren Roman "Blaue Frau" ausgezeichnet worden. Die Flucht einer jungen Tschechin vor ihren Erinnerungen an eine Vergewaltigung schildere Strubel "mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision", lobte die Jury. Wir haben für Sie eine Liste mit Romanen und anderen Texten der Autorin zusammengestellt.
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MEDIENTICKER

Wie das glühende Leben

21.10.2021. Neue Penguin Edition. Klassiker der Weltliteratur - Gegen Sprechverbot & Verschwörungstheorie - Nach Kritik an der Buchmess wegen rechter Verlage: Meinungs - & Publikations-Freiheit stehen an erster Stelle - Religiös, spirituell, rechts: "Amerikas Gotteskrieger" - Antje Rávik Strubel im Gespräch - Verführerisch: Maurice Ravel und die orientalische Musik. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Und dann wird geklatscht. Immer.

21.10.2021. Die FR bewundert die verteufelte Coolness, die Clint Eastwood noch als 91-Jähriger in seinem neuen Film "Cry Macho" ausstrahlt. Die FAZ begreift in Donaueschingen, dass Herrschaftskritik auch eine Strategie der Dominanzsicherung sein kann. Van fremdelt eher mit den französischen und alemannischen Algorithmusfetischisten, die die Lautsprecher knuspern lassen. Dass auch Unbestimmtheit zu menschlicher Wahrheit führen kann, lernen nachtkritik und die SZ in der Münchner Uraufführung von Anne Habermehls Stück "Frau Schmidt fährt über die Oder". Die Literaturkritiker beugen sich über den neuen Asterix-Comic, der Michel Houellebecq in die Ukraine schickt. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Irgendwo auf diesem Spektrum

21.10.2021. Nichts fasziniert alle Verlage, die nicht Springer sind, mehr als Springer: Die Affäre hat der Recherche über Springer aber geschadet, weil viele betroffene Frauen nun nicht mehr über ihre Geschichten reden wollen, berichtet die SZ. Die Zeit greift die Versuche auf, eine kommende Parteistiftung der AfD zu verhindern.  Die taz staunt über die Polen im Osten des Landes, die den Flüchtlingen grüne Lichter ins Fenster stellen. Die Zeitungen diskutieren außerdem über die Frage, wie sinnvoll ein Boykott der Buchmesse wegen der Präsenz rechtsextremer Verlage ist. Mehr...

VORWORTE

Einer flog über den Adlerhorst

20.10.2021. Warum eigentlich wurde William Melvin Kelley in die Vergessenheit geschickt, als er die Dreißig kaum überschritten hatte? Der afroamerikanische Autor, der sich mit jedem Buch einer neuen literarischen Herausforderung stellte, wird derzeit wiederentdeckt. Sein zweiter Roman, "Ein Tropfen Geduld", erscheint am 1. November Ein Vorwort von Angela Schader und eine Leseprobe aus dem Roman.. Von Angela Schader. Mehr...

IM KINO

Künstler des Krieges

20.10.2021. David Gordon Greens "Halloween Kills" ist emanzipatorisch, ohne die ansteckende Boshaftigkeit älterer Halloween-Filme zu verlieren, ja, noch blutrünstiger und sadistischer als diese.  Die konsequente Anwendung eines "colorblind storytelling" lässt Heinz Emigholz' "The Last City" nicht nur zu einer formal radikalen Einübung in Traumlogik werden, sondern auch zur ziemlich zynischen Parodie auf jedes Konzept von Identitätspolitik. Von Rajko Burchardt, Jochen Werner. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Nominierte PerlentaucherInnen

20.10.2021. Gleich zwei AutorInnen des Perlentauchers sind für "Siegfried Kracauer Preis 2021", den Preis der deutschen Filmkritik nominiert: Olga Baruk mit "Verbitterte Ichs aus der Zukunft", einer Kritik zu Elsa Kremsers und Levin Peters "Space Dogs" und Lukas Foerster mit "Zentrifugales Denken", Filmkritik zu Alexander Kluges und Khavns "Orphea". Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Arbeiter und Müßiggänger

19.10.2021. Quillette erzählt, wie sich Boston Pride, eine der ältesten und bekanntesten Schwulen- und Lesbenorganisationen der USA, selbst zerlegt hat. Afar besucht die Mikronation Westarctica. Eurozine erzählt, wie Anfang des 20. Jahrhunderts Eugenik dem Sozialstaat auf die Sprünge helfen sollte. Der New Yorker erzählt die Geschichte des afroamerikanischen Kommmunisten Lovett Fort-Whiteman. En attendant Nadeau erinnert an das Massaker an Algeriern in Paris 1961. Der Surrealismus war eine zutiefst antikoloniale Bewegung, lernt die New York Times im Met Museum. Mehr...

INTERVENTION

Wie Wände, auf die Parolen geschrieben werden

14.10.2021. So berechtigt es ist, die fragwürdigen Geschäftsprinzipien der Social-Media-Konzerne  anzuprangern - mit dem Finger auf Facebook als dem Schuldigen an der wachsenden Ausbreitung von Hass und Gewalt zu zeigen, lenkt von der wahren Dimension des Problems ab und trägt letztlich zu seiner Verharmlosung bei. Hass und Gewalt in den sozialen Medien sind Symptome einer viel tiefer liegenden zivilisatorischen Krise. Von Richard Herzinger. Mehr...

FOTOLOT

Im betäubenden Geschrei der Feindbilder

01.10.2021. "Ich drang in die Eingeweide der Stadt vor und fotografierte sie," sagt sie selbst. Gundula Schulze Eldowy ist die künstlerisch bedeutendste Fotografin (m/w/d) der ehemaligen DDR und eine der bedeutendsten Fotografinnen nach 1945 überhaupt. Einige Bilder würde man auf den ersten Blick eher in der Zwischenkriegszeit ansiedeln, in der Nähe von Döblins "Berlin Alexanderplatz", nicht in der propagandistischen Utopie des realen Sozialismus der siebziger und achtziger Jahre.  Unverständlich, warum sich die Kuratoren nicht um sie reißen. Von Peter Truschner. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Pascal Bruckner: Ein nahezu perfekter Täter

29.09.2021. Wer aus dem weißen Mann den Sündenbock der "intersektionalen" Minderheiten macht, tauscht lediglich einen Rassismus durch einen anderen aus und bereitet den unheilvollen Weg in eine tribalisierte Gemeinschaft, in der sich am Horizont der Krieg aller gegen alle abzeichnet. Pascal Bruckners Buch "Ein nahezu perfekter Täter - Die Konstruktion des weißen Sündenbocks" erscheint demnächst in der Edition Tiamat. Wir drucken einen Auszug aus dem Kapitel "Mit einfachen Ideen ins komplizierte Europa", das sich mit der Ideologie des Postkolonialismus auseinandersetzt, Von Pascal Bruckner. Mehr...

WO WIR NICHT SIND

Am Grund des lila Teiches deiner Angst

03.09.2021. Die simbabwische Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangerembga bekommt in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ihre Roman-Trilogie um Tambudzai Sigauke folgt dem wechselvollen Lebensweg einer Frau, die sich gegen koloniale Demütigung und überkommenen Traditionen behaupten muss. Es ist auch die Geschichte ihres Landes. Von Thekla Dannenberg. Mehr...

ESSAY

Historikerstreit 2.0 - eine Chronologie

20.06.2021. Von der Mbembe-Debatte über das Papier der "Initiative GG 5.3 Weltoffenheit" bis zur "Jerusalem Declaration" und A. Dirk Moses' Spott über den "Katechismus der Deutschen": Die Saison 20/21 wird nicht nur als die der Coronakrise in die Geschichte eingehen, sondern auch als Moment eines (zumindest eifrig betriebenen) Paradigmenwechsels in der Debatte über den Holocaust. Im ersten Historikerstreit hatte Ernst Nolte den Holocaust als "asiatische Tat" relativiert. Die Protagonisten des zweiten Historikerstreits stellen die Bedeutung des Holocaust von links, aus der Warte des Postkolonialismus, in Frage. Ein Überblick über die wichtigsten Texte der Debatte. Von Thierry Chervel. Mehr...

EICHENDORFF21

Abdulrazak Gurnah

07.10.2020. Der Literaturnobelpreis geht an den tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah. Die Jury zeichnet ihn aus für sein "mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten". Wir haben eine kleine Werkauswahl für Sie zusammengestellt.
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