Ärger gefällig?

Tana Frenchs Roman "Gefrorener Schrei" und John Harveys "Unter Tage". Mord und Ratschlag von Thekla Dannenberg

Keine reine Kunst

Armand Quetsch: Das Vertraute schaut dem Fremden zum Verwechseln ähnlich. Fotolot

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Auf den Steppenrouten

24.01.2017. Als wunderbaren Roman über Fall und Zufall, Feststellung und Vorstellung lobt die FAZ Jan Kuhlbrodts Künstlergeschichte "Das Modell". Außerdem lernt sie von Barry Cunliffe, wie Europas Dörfer zu Metropolen wurden. Die SZ reist mit Ales Steger durch die Gegenwart und von Ljubljana nach Fukushima. Die FR liest "Die Briefe der Manns".

MEDIENTICKER

Monotonie Groove

24.01.2017. Jutta Voigt über die Boheme des Ostens - Bis zum letzten TropfenTinte oder Pressefreiheit in Malaysia & Breitbarts Reklame für Rechte - Terézia Mora: Der Anfang liegt im Chaos in der Küche - Twitter-Zensur: Donald mit Banane & Medienecho zu seiner Agenda oder Mit Shakespeare gegen Trump - Islamkritik: Das Gerede der Allesversteher + Nachruf: Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit ist tot.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Das absehbar erfolglose Wüten

24.01.2017. In einer E-Mail an den New Yorker erklärt Philip Roth, was Donald Trump von Charles Lindbergh unterscheidet, und warum wir jetzt Melville lesen sollten. In Politico blickt Francis Fukuyama mit der Neugier eines Laborleiters auf das Experiment Trump.  In Zeit online fordert der Grünen-Politiker Malte Spitz eine Meldepflicht für Überwachungskameras.  Und das Max-Planck-Institut für Ethnologie in Halle hatte trotz Protesten und Berichten in der Jüdischen Allgemeinen und der Welt kein Problem damit, einen Holocaust-Relativierer einzuladen, der Fake News über Gaza verbreitet.

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Kunst wird so umarmt

24.01.2017. Die taz verfolgt mit dem Kunstprojekt "Wüstungen" von Anne Heinlein und Göran Gnaudschun, wie die DDR Siedlungen und Landschaften zerstörte, um an der innerdeutschen Grenze freies Schussfeld zu bekomen. Im Art Magazin klagt Kasper König: Entweder ist Kunst kommerziell oder spießig. Das Krumme ist die Antithese zum Bestehenden, lernt die NZZ von Terézia Mora. In Lyon erlebt die FAZ "Jeanne au bûcher" zugleich zäh und zart wie Blütenstaub. Die FR trauert um den Experimentalfilmer, Spurensicherer und Komödiantenlehrer Werner Nekes.

MORD UND RATSCHLAG

Ärger gefällig?

22.01.2017. In Tana Frenchs Roman "Gefrorener Schrei" ermittelt eine junge Dubliner Polizistin in einem Smog aus Gehässigkeit vor allem gegen ihre eigenen Kollegen. John Harvey schickt in "Unter Tage" seinen altgedienten Inspector Resnick noch in die besiegten Bergarbeiterregionen in den Midlands. Von Thekla Dannenberg.

FOTOLOT

Geformt von Unsichtbarem

20.01.2017. Es ist das Wesen von Armand Quetschs Bildern, dass man in ihnen gewissermaßen zu Hause und dass es einem dabei dennoch unheimlich ist. Das Vertraute schaut dem Fremden zum Verwechseln ähnlich. Von Peter Truschner.

IM KINO

Gegenläufige Signale

18.01.2017. In Kenneth Lonergans "Manchester by the Sea" koexistieren schicksalhafte Schwere und ad hoc sich einstellende Leichtigkeit auf berückende Weise. Durch und durch gespenstisch ist die Welt in "Personal Shopper", dem in mehrerer Hinsicht fantastischen neuen Film von Olivier Assayas. Von Nicolai Bühnemann, Nikolaus Perneczky.

ESSAY

Eine einfache Frage

24.12.2016. Hört auf mit den Trauerfloskeln: Eine der Debatten, die nach dem Berliner Attentat zu führen sind, ist die schlichte Debatte, ob es überhaupt ein Sicherheitskonzept für den Breitscheidplatz gegeben hat. Dass Weihnachtsmärkte im Visier der islamistischen Terroristen stehen, war doch längst bekannt. Und der Platz um die Gedächtniskirche ist ein symbolischer Ort. Gerade die Opfer des Anschlags haben einen Anspruch auf Aufklärung. Von Eva Quistorp.