Die zurückgeholte Zeit

Cannes changiert zwischen der Nostalgie alter Männer und Filmen von Frauen, die nach vorne weisen. Von Lutz Meier

Blau vor Paradies

Ihr Ich ist immer auf der Suche: Eine Erinnerung an die Ausnahmedichterin Else Lasker-Schüler. Von Marie Luise Knott.

MEDIENTICKER

Jazz & Milchwirtschaft

23.05.2019. NewsGuard: Anti-Fake-News-Tool für mehr Glaubwürdigkeit - Kriselnder Journalismus: Das fahle Licht am Ende des Endlostunnels - Datenschutz: Ein Jahr DSGVO & fast 150.000 Beschwerden wegen Datenschutzverstößen  - Soziale Medien: Influencer der "Neuen Rechten" - Youtuber Rezo: Wirkungsvoller als jeder Zeitungskommentar, meint Markus Beckedahl - Grund / gesetzt: Erbe der Paulskirchenverfassung & Pressefreiheit = unsere Freiheit + Kenianische Freiheit: Nachruf auf Binyavanga Wainaina. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Vom leichten Nichts nur derbe Nichtigkeit

23.05.2019. Die taz feiert Bertrand Mandicos Filmdebüt "The Wild Boys" als vulgär-befreiende Form von Gender Fluidity. In Cannes feiert der Tagesspiegel Margot Robbies innerlich leuchtende Sharon Tate in Quentin Tarantinos "Once Upon a Time in Hollywood". Nichts als Apokalypse, Verzweiflung, Fassungslosigkeit hörte die SZ bei der Uraufführung von Philippe Manourys Musikwerk "Lab.Oratorium". Die Zeit beklagt den neuen Kistizismus im deutschen Wohnungsbau. Der Guardian besucht im staubigen Taschkent ein Museum für verbotene Kunst. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Eine Faust musste die Wahrheit umschließen

23.05.2019. Politico.eu schildert das Wirken der Bertelsmann-Stiftung, das (besonders auch für Bertelsmann) so segensreich ist. In der taz erzählen die schwulen Kulturaktivisten Tomasz Kitlinski und Pawel Leszkowicz, wie Polen kulturell gleichgeschaltet wird. Die FAZ teilt das Unbehagen der CDU über die 55-minütige Philippika des Youtube-Influencers Rezo mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU". Die EU-Urheberrechtsreform dürfte vor allem bei jüngeren Bürgern eine Frustration hinterlassen haben, die sich am Sonntag bei den Wahlen ausdrücken könnte, vermutet golem.de. Mehr...

IM KINO

Haarige Früchte

22.05.2019. Die Zukunft ist trans, behauptet Bertrand Mandicos "Les Garçons Sauvages" in schwarz-weiß oder funkelnden Blau- und Violetttönen. Hausfrau bei Tag, schwuler Mörder bei Nacht: Yann Gonzalez' "Messer im Herz" mit Vanessa Paradis ist wunderbar schrundiger Camp. Von Nikolaus Perneczky, Jochen Werner. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Unter einem eisigen Brennglas

22.05.2019. Gleich dreimal Ian McEwan heute: Sein neuer Roman "Maschinen wie ich" überrascht die FR, berührt die NZZ und langweilt die FAZ. Der Dlf empfiehlt mit Kai Wielands "Amerika", den Roman eines vielversprechenden Debütanten. Klug und hellwach sind Szczepan Twardochs tagebuchartige Prosastücke in "Wale und Nachtfalter", versichert die NZZ. Dlf Kultur amüsiert sich mit Wells & Wong bei einem "Tödlichen Spiel in Hongkong". Mehr...

IM KINO

Die zurückgeholte Zeit

21.05.2019. Das Festival von Cannes changiert in diesem Jahr zwischen der Nostalgie alter Männer wie Claude Lelouch und Pedro Amodóvar, die durchaus auch zu einem Meisterwerk führen kann, und Filmen von Frauen, die nach vorne weisen, allen voran Céline Sciammas Meisterwerk "Portrait de la Jeune Fille en Feu" Von Lutz Meier. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Nur noch nummerierte Ameisen

21.05.2019. Die LRB geißelt den Ausverkauf des britischen Gemeineigentums. Kino-Zeit lässt sich erklären, wie man einen alten Farbfilm restauriert. Der New Yorker sucht vergeblich mutige junge Künstler auf der Whitney Biennial. Die Armen als Klasse gibt es nicht, beschreibt Agnes Heller in 168 ora das Problem der traditionellen Parteien. Propublica berichtet über Gewaltexzesse in Alaska. The Nation schildert die Folgen der drakonischen Abtreibungsgesetze in Ecuador. Die NYT weiß, warum Gesetze gegen Cannabiskonsum rassistisch sind. Mehr...

FOTOLOT

Die Wichtigkeit biometrischer Daten

20.05.2019. Louisa Clement, die gerade im Sprengel Museum ausgestellt wird, gehört zu den exzeptionellen jüngeren Fotograf*innen in Deutschland. Sie arrangiert Puppen und reflektiert mit ihnen die voranschreitende Anthropotechnik, manchmal mit etwas zu viel Geschmack. Von Peter Truschner. Mehr...

IM KINO

Die gesamte Paketlogistik

17.05.2019. Waad-al-Kateabs Dokumentarfilm "For Sama" über Aleppo im Krieg zeigt, wie ein Ausweg aus der Krise des Filmfestes von Cannes aussehen könnte. Sehenswert auch Ladj Lys Polizei-Thriller "Les Misérables". Ken Loach liefert sein übliches Erzählkino für Jeremy-Corbyn-Anhänger. Von Lutz Meier. Mehr...

FOTOLOT

Alphabetographie

30.05.2018.
Aktualisierung: Susan Meiselas bekommt den Deutsche-Börse-Fotopreis 2019. Auch wenn viele ihrer Fotos Reportagefotos gleichen, ist Susan Meiselas keine Reportagefotografin. Ihre Kritik an dem Genre ist, dass es Opfer notgedrungen als Opfer zeigt und zu einem Blick  führt, der den Opferstatus mit diesen Menschen unauslöschlich assoziiert. Sie arbeitet über und gegen das Verschwinden.

Susan Meiselas' Arbeiten sowie die der anderen Finalisten Laia Abril, Arwed Messmer und Mark Ruwedel sind noch bis 2. Juni in der Photographers' Gallery in London zu sehen. Anschließend wird die Ausstellung vom 14. Juni bis 23. August 2019 in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse, The Cube, in Eschborn/Frankfurt gezeigt.
Von Thierry Chervel. Mehr...

VOM NACHTTISCH GERÄUMT

Unendliche Folge von Metamorphosen

14.05.2019. Wir haben keine Ahnung davon, wie ein Denken ohne Sprache beschaffen sein könnte, aber wir ahnen, dass es das gibt: mit George Steiner. "Im Grau der Zeitung vor mir schaue ich zum Ufer der Giudecca", mit Cees Nooteboom. Susan Sontag schien sich, nachdem sie den Krebs zweimal überwunden hatte, für unsterblich zu halten, aber dann starb sie doch: mit Katie Rolphe. Und vieles mehr! Von Arno Widmann. Mehr...

ESSAY

Iblis, der Teufel

13.05.2019. Kaum war die Kopftuchkonferenz an der Frankfurter Uni vorbei, inszenierten die Gegner*innen der Feministin Alice Schwarzer in den sozialen Medien einen neuen Skandal.  Von ihrer intellektuellen Niederlage können sie nicht ablenken. Von Necla Kelek. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Der Perlentaucher braucht Ihre Unterstützung

08.11.2018. Wir Perlentaucher sind überzeugt, dass das Netz ein Feuilleton braucht. Wir halten an einer Idee von Kunst fest, die ihren Anspruch nicht aufgibt, und wir wollen eine offene, auch polemische Debatte. Ort dieser Offenheit ist für uns das Internet. Aber es wird immer schwieriger, sich von Werbung zu finanzieren. Mehr...