Vorzüge des Guru-Daseins

New York Magazine und The Outline besuchen die digitalen Nomaden in Chiang Mai und Ubud. Die Magazinrundschau

Zwischen Deko und Diskurs

Ein Schisma vollzieht sich in der Kunst: Hier Werke für Diskurs- eliten, dort Werke für den Markt. Von Wolfgang Ullrich

Blutrünstige Engel

Von Kinderpuffs und Schweinekonzernen: Mord und Ratschlag mit Krimis von Monika Geier und Hans Schefczyk.

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Sprühendes sarkastisches Gift

28.07.2017. Der Tagesspiegel versteht den Ärger afrikanischer Theatermacher über das Festival von Avignon. Ferdinand von Schirach warnt im Standard vor der Schwarmintelligenz. Die taz lässt sich von dem Performance-Duo Beißpony in die Kunst des Bastelns einführen. Die NZZ blättert fasziniert durch Fotos von der Generation Reichtum. Und die FAZ fragt: In welcher Moderne wollen wir leben?

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Eine gewisse westliche Klientel

28.07.2017. In der NZZ schildert Jan Koneffke, wie es sich anfühlt, nur mit einigen Hundert-Euro-Scheinen bekleidet auf dem Operationstisch zu liegen. Monika Maron erklärt in der Welt, warum sie sich ungern als "Nichtmuslimin" bezeichnen lässt. Bei Spiegel online erklärt Ulrike Simon, wie sich die öffentlich-rechtlichen Sender reformieren wollen, um mit ihren knappen Geldern auszukommen. Die FAZ geht der antisemitischen ungarischen Kampagne gegen George Soros auf den Grund.

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Inseln sozialer Neuerfindung

27.07.2017. Die FAZ empfiehlt dringend Artjom Wesjolys Roman über die Oktoberrevolution, "Blut und Feuer". Anuk Arudpragasams Debütroman "Die Geschichte einer kurzen Ehe" auf Sri Lanka möchte sie gleich ein zweites Mal lesen. Die Geschichte der Jugoslawen ist die Geschichte Europas, lernt ein euphorischer Sasa Stanic in der Zeit aus Miljenko Jergovics Roman "Die unerhörte Geschichte meiner Familie". Und Musils "Mann ohne Eigenschaften" ist das Buch der Stunde, ruft die FR: Da sieht man die eigene Gegenwart gleich schärfer.

MEDIENTICKER

"Sagen dürfen"

27.07.2017. Aktualisiert: Media Analyse: Reichweiten-Verluste bei den Zeitschriften - Türkei: "Journalistische Aktivitäten, die nicht vor ein Gericht gehören" &  "Du versuchst nur zu überleben", sagt Asli Erdogan - Facebook-Quartalszahlen: 3,89 Mrd. Dollar Gewinn - Sehr nettes Total-Desaster: Christian Jakubetz über Spiegel Daily - Liedermacher: Wolf Biermann auf Wahlkampftour + Im Land der Bücher: Quint Buchholz zum Sechzigsten.

IM KINO

Todeslotterie

27.07.2017. Shell-shocked: einige Gedanken zu Christopher Nolans Kriegsfilm "Dunkirk" und dem Problem der Erfahrung im Kinosaal. Und zu den wenigen verborgenen Schönheiten in John R. Leonettis unbeholfenem Horrorfilm "Wish Upon". Von Lukas Foerster.

MAGAZINRUNDSCHAU

Vorzüge des Guru-Daseins

25.07.2017. Vox sucht rechts und links in der Public-Choice-Theorie. Den Mund aufmachen, macht einen noch nicht zum Aktivisten, meint Arundhati Roy in Frontline. Der New Yorker würde gern mehr Banker in den Knast bringen, wäre das nur nicht so kompliziert. Ayn Rand passt derzeit gut nach Frankreich, meint Telerama. Boom California freut sich über Los Superheroes. New York Magazine und The Outline besuchen die digitalen Nomaden in Chiang Mai und Ubud.

ESSAY

Zwischen Deko und Diskurs

17.07.2017. Ein Schisma vollzieht sich in der Kunst: Werke für Kuratoren, die das Distinktionsbedürfnis der Diskurseliten, und Werke für den Markt, die das der Oligarchen befriedigen, spalten sich soweit ab, dass der gemeinsame Begriff Kunst nicht mehr zutrifft. Sicher wird das Schisma nicht so ablaufen, dass aus dem kalten Krieg ein heißer Krieg wird. Im Gegenteil hat man sich, je weiter man auseinanderdriftet, umso weniger zu sagen. Schließlich nimmt man sich gegenseitig kaum noch wahr. Von Wolfgang Ullrich.

MORD UND RATSCHLAG

Blutrünstige Engel

17.07.2017. Typische Doppelbelastung: In Monika Geiers "Alles so hell da vorn" muss sich die Ludwighafener Kommissarin Bettina Boll nicht nur um den Mord an ihrem Kollegen kümmern, sondern auch um die Kinderhuren, die durch die Pfälzer Täler jagen. In "Das Ding drehn" erzählt Hans Schefczyk das Ende der Revolutionären Zellen als Räuberballade. Von Thekla Dannenberg.

REDAKTIONSBLOG - IM ENTENTEICH

Arte hat eine Riesenchance verspielt

15.06.2017. Der Arte-Chef Alain Le Diberder kritisierte, dass Sophie Hafner und Joachim Schröder für ihre Antisemitismus-Doku "Auserwählt und ausgegrenzt" nach Israel und in den Gaza-Streifen gegangen sind. Aber gerade das Kapitel über den Gaza-Streifen ist das beeindruckendste des Films. Und noch etwas: Wozu haben wir eigentlich einen deutsch-französischen Sender? Von Thierry Chervel.

POST AUS LOS ANGELES

Next Big One

14.06.2017. In Kalifornien sollte ein Erdbeben-Frühwarnsystem eingerichtet werden. Nun droht Donald Trump, die Gelder zu streichen. Die kostbare Minute, die man nutzen könnte, um einen Fahrstuhl zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen, wird eingespart. Von Sascha Josuweit.

ESSAY

Solothurn - Softpunk

07.06.2017. Zum 39. Mal bietet Solothurn die Kulisse für das einzige dreisprachige Literaturfestival der Schweiz, die Solothurner Literaturtage. Ich war dort, um die Probe aufs Exempel zu machen: Wie steht es tatsächlich um die junge deutschsprachige Literatur und ihr Verhältnis zur Fiktion? Ist sie wirklich so postpost, so mut- und fantasielos, so Ich-voll, wie ich kürzlich behauptet habe? Von Charlotte Krafft.