Schmerzhaftes Quietschen

Yasser Munif im Jacobin, Dominik Graf im CulturMag, Verleger Sándor Mészáros in HVG. Magschau

Gegenläufige Signale

Kenneth Lonergans "Manchester by the Sea" und "Personal Shopper" von Olivier Assayas. Im Kino

Vom Westhimmel kam ich her

Chinas Drang nach Westen, Diors Drang nach Schönheit, der Drang der Fotografie nach S/W - Arno Widmann räumt Bücher vom Nachttisch.

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Funkensprung von Wort zu Wort

21.01.2017. Als Buch der Stunde empfiehlt die NZZ Alberto Barrera Tyszkas Hugo Chávez-Roman "Die letzten Tage des Comandante". Die taz begrüßt Kristine von Sodens Collage aus Berichten von aus Nazideutschland geflüchteten Jüdinnen als überfällige Ergänzung zu den männlichen Narrativen. Mit "Die lachenden Ungeheuer" hat Denis Johnson einen postfaktischen Spionagethriller vorgelegt, staunt die SZ. Und die Welt geht vergnügt mit Albrecht Selge auf "Trunkene Fahrt".

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Das Gift der Destruktion

21.01.2017. Donald Trumps Amstantritt hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Für die FR war die Rede des Milliardärs über die Macht des Volkes reinste Demagogie, für die SZ eine einzige Beleidigung gegen die Repräsentanten Washington. Aber warum haben diese so brav applaudiert, fragt der Guardian. Der Affekt gegen die Regierung steckt den Amerikanern im Blut, meint Marcia Pally in der taz, seit sie 1774 englische Zollbeamte geteert und gefedert haben. ProPublica meldet unterdes, dass Trump mitnichten seine Geschäfte abgegeben hat. Im Tagesspiegel diagnostiziert F.C. Delius Trump-Fieber auch im Europaparlament, das einen Intimus Silvio Berlusconis zum Präsidenten gewählt hat.

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Brahms leuchtet irgendwie rosa

21.01.2017. Nicht die Fiktion, sondern der psychologische Realismus ist in der Krise, meint die Welt und rät zur Fantastik. Die NZZ entdeckt an der Wiener Albertina Film-Stills als eigene Kunstform. Anti-Stadttheater im Stadttheater sehen FAZ und SZ mit Christopher Rüpings "Hamlet" an den Münchner Kammerspielen. Rechtspopulismus spiegelt sich in der Mode der Berliner Fashion Week nicht wider, stellt ZeitOnline fest. Die Zeit hadert noch immer mit der Akustik der Elphi. Und alle vertiefen sich in der Fondation Beyeler in Claude Monets Reflexionen über Reflexionen.

MEDIENTICKER

Die neuen Welterklärer

20.01.2017. Aktualisiert: Redaktionsalltag: Die Macht der Leserschaft - China-Besuch in der Schweiz. Pressefreiheit ausgesetzt - Plattform: Microsoft plant eigenen eBook Store - Talkshows: Bühne frei für Populisten, unglaubliche Dichte von Politikerlügen & wie Marx das Phänomen Trump erklären würde + Ultraschall-Festival für Neue Musik: Die Stimme als Spiegel der Gesellschaft.

FOTOLOT

Geformt von Unsichtbarem

20.01.2017. Es ist das Wesen von Armand Quetschs Bildern, dass man in ihnen gewissermaßen zu Hause und dass es einem dabei dennoch unheimlich ist. Das Vertraute schaut dem Fremden zum Verwechseln ähnlich. Von Peter Truschner.

IM KINO

Gegenläufige Signale

18.01.2017. In Kenneth Lonergans "Manchester by the Sea" koexistieren schicksalhafte Schwere und ad hoc sich einstellende Leichtigkeit auf berückende Weise. Durch und durch gespenstisch ist die Welt in "Personal Shopper", dem in mehrerer Hinsicht fantastischen neuen Film von Olivier Assayas. Von Nicolai Bühnemann, Nikolaus Perneczky.

MAGAZINRUNDSCHAU

Schmerzhaftes Quietschen

17.01.2017. Im Jacobin fordert der syrische Autor Yasser Munif die westliche Linke auf, endlich die Anatomie des syrischen Regimes anzuerkennen. Im CulturMag analysiert Dominik Graf liebevoll die erstaunlichen Sonderwege des deutschen Films. Es war Frauenverachtung, die Donald Trump nach oben gebracht hat, hält die LRB fest. In HVG erklärt Verleger Sándor Mészáros, warum der slowakisch-ungarische Verlag Kalligram nach 25 Jahren aufgeteilt wird. London ist der sichere Hafen für korruptes Kapital, lernt der Guardian.