Ende eines Zusammenlebens

Lucio Castros Debütfilm "End of the Century" und Matthias Lintners Doku "Träume von Räumen".
Im Kino

Die besten Herbstbücher

Salman Rushdies "Quichotte", Jürgen Habermas, Rostock-Lütten Klein, ein New Green Deal: die Bücher der Saison.

Der Vertraute der Schönheit

Rachel Cusk über die Frau als Künstlerin, Christopher Clark über Knausgard und Hitler. Und Philip Roth. Die Magazinrundschau

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Gegen das Blei des Tages

16.11.2019. Die SZ reist mit Roberto Bolanos "Monsieur Pain" durch das surreale Paris des Jahres 1938 und blickt mit dem Historiker Mark J. Sedgwick in die geheime Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die Literarische Welt "walsert" sich etwas unentschieden durch ein "Mädchenleben" und lernt "Mänschisch" mit George Saunders' "Fuchs 8". Die taz hofft mit Christian Maurel, dass nicht jeder Versuch, aus der Heteronormativität auszubrechen, "Für den Arsch" ist. Die FAZ lernt Übersetzen mit Eliot Weinberger und Wang Wei. Und der Dlf bewundert die Beckett'sche Komik von Jan Peter Bremer. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Niemand hatte etwas gewagt

16.11.2019. Olga Tokarczuk öffnet den Westeuropäern den Blick für Osteuropa, freut sich der polnische Schriftsteller Artur Becker in der NZZ. Jungle World schaut betreten zu, wenn PJ Harvey die Burka überzieht und durch Krisengebiete in aller Welt reist. Verstört ist auch der Guardian, der mit Anselm Kiefer in London in Europas Leichenhalle blickt. In der taz leidet Salman Rushdie an der Krankheit Trump. Und die FAZ stellt klar: Tel Aviv war nie die weiße Bauhausstadt. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Den Talentbegriff erweitert

16.11.2019. Auch das noch: Die WamS hat die Stasi-Akten von Holger Friedrich ausgegraben, was die Berliner Zeitung in eine peinliche Situation bringt. Herausgeber Michael Maier ließ einst alle IMs entlassen, weil sich Spitzelei nicht mit Journalismus in einer Demokratie verträgt. Die SZ fragt mit Blick auf das überflutete Venedig, warum Italiens Politik das Land immer wieder im Stich lässt. Die taz trifft in La Paz die enttäuschten Anhänger von Evo Morales. Und Libération sieht nach 53 Samstagen noch immer Gelb. Mehr...

MEDIENTICKER

Mist vor der Haustür

15.11.2019. Aktualisiert: Das "Duell" Grass / Reich-Ranicki - Die mediale Hinrichtung der Peter Handke oder Phantasien der Wiederholung & Immer noch Sturm - Subventionen: Millionen für Zeitungen geplant - Bauern schüchtern Journalisten ein - Bundesweiter Vorlesetag - Pressefreiheit: Regulierung der Meinungsfreiheit (?) & Die Snowflakes und ihre Verbündeten -  Verurteilte Autoren: "Tag des inhaftierten Schriftstellers" - Nachleben: Auch Pop-Literaten wollen in den Kanon eingehen - TV+Hörtipps für das Wochenende. Mehr...

BÜCHER DER SAISON

Die besten Bücher im Herbst 2019

13.11.2019. Norwegische Eisschlösser, Farbrausch in Bukarest, eine Amour fou in Nigeria und ein Uno-Roman. Jürgen Habermas, exquisite Herrlichkeiten aus Italien, 30 Jahre Mauerfall, ein Green New Deal und 18 mal umziehen mit Lucia Berlin. Außerdem neue Kinderbücher, Lyrik und aktuelle Krimis. Kurz: Unsere Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison. Mehr...

IM KINO

Ende eines Zusammenlebens

13.11.2019. Lucio Castros Debütfilm "End of the Century" erzählt in einer doppelten Schleife mit zwanzig Jahren Abstand von der Unmöglichkeit einer Liebe. Matthias Lintners "Träume von Räumen" ist ein melancholischer, aber nicht larmoyanter Dokumentarfilm über das Ende eines Wohnprojekts. Von Michael Kienzl, Fabian Tietke. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Der Vertraute der Schönheit

12.11.2019. Der New Yorker betrachtet die Zwillingsexplosionen des Populismus rechts und links des Atlantik. In La Regle du Jeux erinnert sich Adam Gopnik an Philip Roth. In der London Review möchte Christopher Clark weder seine eigenen spirituellen Affinitäten zu Hitler erkunden noch die von Karl Ove Knausgard. In Magyar Narancs gibt László Krasznahorkai Einblick in seinen Schreibprozess. Der Film-Dienst starrt auf 24 Filme die Woche. Und in der New York Times fragt Rachel Cusk, wer die Frau als Künstlerin ist. Mehr...

ESSAY

Handkes Serbien

07.11.2019. Peter Handke war schon vor dem Nobelpreis ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller. Aber ein Tag im Leben Handkes war doch besonders: Am 8. April 2013 erhielt er in Belgrad gleich drei Auszeichnungen. Die Preise, seine Laudatoren und die Autoren und Politiker, die ihn auszeichneten, erlauben einen unheimlichen Blick auf Handkes Serbien. Von Vahidin Preljevic. Mehr...

ESSAY

Die Spur des Irrläufers

25.10.2019. Man soll Peter Handke bitte genau lesen, sagen Eugen Ruge und Thomas Melle. Gut, dann sei er hier nochmal gelesen und in den Kontext gestellt. Vielleicht schauen die Handke-Verfechter dann auch mal aus ihrer Lektüre auf und nehmen die Fakten zur Kenntnis. Handke idolisierte die gleichen rechtsextremen Kriegsverbrecher wie später Andres Breivik und Brenton Tarrant. In einer extremistischen Postille relativierte Handke noch im Jahr 2011 den Genozid von Srebrenica. Von Alida Bremer. Mehr...

FOTOLOT

Theater der Grausamkeit

01.11.2019. Die Serien, an denen Roger Ballen aktuell arbeitet, beschäftigen sich unter anderem mit Mäusen und Bildern von Rohrschach-Tests. Aber egal, ob es bunter wird oder wieder schwarzweiß, ob gegenständlich oder abstrakt, oder ob er, wie in der aktuellen Pariser Ausstellung, Räume inszeniert:  Letztlich befindet man sich immer auf irgendeine Weise im "House of the Ballenesque". Von Peter Truschner. Mehr...

ESSAY

Monströse Unterstellungen

31.10.2019. "Spuren eines Irrläufers" betitelt Alida Bremer ihren Text über Peter Handke. Aber wer läuft da in die Irre mit ihren rhetorischen Verrenkungen, mit denen man jeden zur Bestie, zum Neurechten oder zu einem "Relativierer" macht? Es geht inzwischen längst nicht mehr um diesen oder jenen Satz. Es geht um die Diffamierung eines literarischen Werks. Eine Replik. Von Lothar Struck. Mehr...

ESSAY

Es war nicht Glück!

31.10.2019. Äußerungen von Sigmar Gabriel und anderen Politikern zeigen, dass die Politik die wahre Katastrophe von Halle nicht verstanden hat: Dieses Massaker wäre gelungen, wenn sich die Juden von Halle nicht selbst geschützt hätten. Und auch nach "Halle" zeigt sich in Deutschland bestürzend wenig Erschrecken. Mit schuld daran ist die deutsche Außenpolitik. Von Matthias Küntzel. Mehr...

MELDUNGEN

Peter Handke erklärt sein Bedauern

27.10.2019. Peter Handke  reagiert auf die Veröffentlichung des Perlentauchers, distanziert sich von dem Interview in den Ketzerbriefen, entschuldigt sich und spricht im Zusammenhang mit dem Massaker von Srebrenica erstmals von Genozid. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Der Perlentaucher braucht Ihre Unterstützung

08.11.2018. Wir Perlentaucher sind überzeugt, dass das Netz ein Feuilleton braucht. Wir halten an einer Idee von Kunst fest, die ihren Anspruch nicht aufgibt, und wir wollen eine offene, auch polemische Debatte. Ort dieser Offenheit ist für uns das Internet. Aber es wird immer schwieriger, sich von Werbung zu finanzieren. Mehr...