Künstler des Krieges

David Gordon Greens "Halloween Kills" und "The Last City" von Heinz Emigholz.
Im Kino

Arbeiter und Müßiggänger

Mikronation Westarctica. Das Ende von Boston Pride. Surrealismus als antikoloniale Bewegung. Die Magazinrundschau

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Wie ein Sardellensalat

23.10.2021. Die FR ist wieder Erwarten begeistert von Hillary Rodham Clintons und Louise Pennys Politthriller "State of Terror".  Die taz amüsiert sich mit Goethes schlechtesten Gedichten und empfiehlt Paco Rocas Graphic Novel "Rückkehr nach Eden", die sich mit der Franco-Diktatur auseinandersetzt. Die FAZ ordnet Tiere mit David Bainbridge und begibt sich widerstrebend, aber fasziniert in die hässliche Welt des Antonio Lobo Antunes. Mehr...

EICHENDORFF21

Antje Ravik Strubel

19.10.2020. Antje Rávik Strubel ist mit dem Deutschen Buchpreis für ihren Roman "Blaue Frau" ausgezeichnet worden. Die Flucht einer jungen Tschechin vor ihren Erinnerungen an eine Vergewaltigung schildere Strubel "mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision", lobte die Jury. Wir haben für Sie eine Liste mit Romanen und anderen Texten der Autorin zusammengestellt.
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EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Was Männer fürchten

23.10.2021. Großes Entsetzen über den Unfall bei den Dreharbeiten zu "Rust", bei denen ein Schuss von Alec Baldwin zum Tod einer Kamerafrau führte: Die L.A. Times berichtet von den erdrückenden Arbeitsbedingungen am Set. Cancel Culture ist eine "Form von Bürgerkrieg", sagt Kirill Serebrennikow, der sich in der SZ an die Stalin-Zeit erinnert fühlt. Cross-Gender-Ikone Marlene Dietrich hätte über die Mätzchen von heute nur müde gelächelt, glaubt ebenfalls die SZ. Und alle trauern um den Dirigenten Bernard Haitink, der noch bei heftigsten Mahler-Passagen die Ruhe bewahrte. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Unter dem Label des Fortschritts

23.10.2021. Die Aufregung um die Springer-Affäre ist immer noch sehr groß. Die taz analysiert bisherige Meinungsäußerungen Johannes Boies. Unterdessen macht Holger Friedrich, der Verleger der Berliner Zeitung, auf einige Elefanten im Raum aufmerksam. Zum Beispiel diesen: "Die letzte Wahl des BDZV-Präsidenten Döpfner erfolgte mit einer hundertprozentigen Befürwortung der anwesenden deutschen Zeitungsverleger." Und die Unternehmenskultur des Hauses Springer habe die Liebe der Branche zu ihrem Lobbyisten nicht schmälern können! Die FAZ zieht eine eher traurige Zwischenbilanz der Buchmesse. In der taz erinnert der Historiker Jürgen Luh an die Rolle der Hohenzollern bei der Annäherung rechtsextremer Organisationen in der Weimarer Republik. Mehr...

MEDIENTICKER

Green Motion

22.10.2021. Aktualisiert: Film+Fernsehen sind jetzt Öko - Ein neues Haus für Edvard Munch in Oslo -
Kunstfreiheit in Gefahr? Darüber debattiert die Buchmesse - Die Krisen der Buchbranche - Neue Literatur für den Herbst - John Coltranes "A love supreme" live in Seattle - Hachrufe: Dirgent Bernard Haitink im Alter von 92 Jahren verstorben & Komponist + Musik-Manager Udo Zimmermann ist tot + TV+Radio-Tipps fürs Wochenende. Mehr...

VORWORTE

Einer flog über den Adlerhorst

20.10.2021. Warum eigentlich wurde William Melvin Kelley in die Vergessenheit geschickt, als er die Dreißig kaum überschritten hatte? Der afroamerikanische Autor, der sich mit jedem Buch einer neuen literarischen Herausforderung stellte, wird derzeit wiederentdeckt. Sein zweiter Roman, "Ein Tropfen Geduld", erscheint am 1. November Ein Vorwort von Angela Schader und eine Leseprobe aus dem Roman.. Von Angela Schader. Mehr...

IM KINO

Künstler des Krieges

20.10.2021. David Gordon Greens "Halloween Kills" ist emanzipatorisch, ohne die ansteckende Boshaftigkeit älterer Halloween-Filme zu verlieren, ja, noch blutrünstiger und sadistischer als diese.  Die konsequente Anwendung eines "colorblind storytelling" lässt Heinz Emigholz' "The Last City" nicht nur zu einer formal radikalen Einübung in Traumlogik werden, sondern auch zur ziemlich zynischen Parodie auf jedes Konzept von Identitätspolitik. Von Rajko Burchardt, Jochen Werner. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Nominierte PerlentaucherInnen

20.10.2021. Gleich zwei AutorInnen des Perlentauchers sind für "Siegfried Kracauer Preis 2021", den Preis der deutschen Filmkritik nominiert: Olga Baruk mit "Verbitterte Ichs aus der Zukunft", einer Kritik zu Elsa Kremsers und Levin Peters "Space Dogs" und Lukas Foerster mit "Zentrifugales Denken", Filmkritik zu Alexander Kluges und Khavns "Orphea". Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Arbeiter und Müßiggänger

19.10.2021. Quillette erzählt, wie sich Boston Pride, eine der ältesten und bekanntesten Schwulen- und Lesbenorganisationen der USA, selbst zerlegt hat. Afar besucht die Mikronation Westarctica. Eurozine erzählt, wie Anfang des 20. Jahrhunderts Eugenik dem Sozialstaat auf die Sprünge helfen sollte. Der New Yorker erzählt die Geschichte des afroamerikanischen Kommmunisten Lovett Fort-Whiteman. En attendant Nadeau erinnert an das Massaker an Algeriern in Paris 1961. Der Surrealismus war eine zutiefst antikoloniale Bewegung, lernt die New York Times im Met Museum. Mehr...

INTERVENTION

Wie Wände, auf die Parolen geschrieben werden

14.10.2021. So berechtigt es ist, die fragwürdigen Geschäftsprinzipien der Social-Media-Konzerne  anzuprangern - mit dem Finger auf Facebook als dem Schuldigen an der wachsenden Ausbreitung von Hass und Gewalt zu zeigen, lenkt von der wahren Dimension des Problems ab und trägt letztlich zu seiner Verharmlosung bei. Hass und Gewalt in den sozialen Medien sind Symptome einer viel tiefer liegenden zivilisatorischen Krise. Von Richard Herzinger. Mehr...

FOTOLOT

Im betäubenden Geschrei der Feindbilder

01.10.2021. "Ich drang in die Eingeweide der Stadt vor und fotografierte sie," sagt sie selbst. Gundula Schulze Eldowy ist die künstlerisch bedeutendste Fotografin (m/w/d) der ehemaligen DDR und eine der bedeutendsten Fotografinnen nach 1945 überhaupt. Einige Bilder würde man auf den ersten Blick eher in der Zwischenkriegszeit ansiedeln, in der Nähe von Döblins "Berlin Alexanderplatz", nicht in der propagandistischen Utopie des realen Sozialismus der siebziger und achtziger Jahre.  Unverständlich, warum sich die Kuratoren nicht um sie reißen. Von Peter Truschner. Mehr...

ESSAY

Historikerstreit 2.0 - eine Chronologie

20.06.2021. Von der Mbembe-Debatte über das Papier der "Initiative GG 5.3 Weltoffenheit" bis zur "Jerusalem Declaration" und A. Dirk Moses' Spott über den "Katechismus der Deutschen": Die Saison 20/21 wird nicht nur als die der Coronakrise in die Geschichte eingehen, sondern auch als Moment eines (zumindest eifrig betriebenen) Paradigmenwechsels in der Debatte über den Holocaust. Im ersten Historikerstreit hatte Ernst Nolte den Holocaust als "asiatische Tat" relativiert. Die Protagonisten des zweiten Historikerstreits stellen die Bedeutung des Holocaust von links, aus der Warte des Postkolonialismus, in Frage. Ein Überblick über die wichtigsten Texte der Debatte. Von Thierry Chervel. Mehr...

EICHENDORFF21

Abdulrazak Gurnah

07.10.2020. Der Literaturnobelpreis geht an den tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah. Die Jury zeichnet ihn aus für sein "mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten". Wir haben eine kleine Werkauswahl für Sie zusammengestellt.
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