Wenn ich ernst sein könnte

Vorwort zu Rabih Alameddines "Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen". Von Angela Schader

Tropfende Ekstase

Bradley Coopers famoser neuer Film "Is This Thing On?" über einen Ü50-jährigen. Im Kino mit Kamil Moll

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Kunst als Zumutung

23.03.2026. Die SZ erkennt in der Heldin aus Madame Nielsens "Das Zeitgeisterhaus" über einen Theater-Skandal die Autorin selbst. "Kann man nich meckern", freut sich die Welt über Lea Streisands "Dialekt-Duden" über das Berlinerische. Die FAZ entdeckt neue Kinder- und Jugenbücher: Mit Antje Herdens kleinem Helden begibt sie sich auf die Suche nach den wirklich wichtigen Dingen im Leben, Ada Diagne erzählt ihr in "Baobab" von einem weißen Mädchen, das in einer schwarzen Dorfgemeinschaft an der westafrikanischen Küste aufwächst. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Göttliches Unwetter der Extraklasse

23.03.2026. Die Kritiker resümieren die Leipziger Buchmesse: Die SZ hofft, dass die Debatten um Weimer zu weiterer Reflexion über rechts und links anregen, die FAZ hätte sich gewünscht, dass mehr über KI und weniger über Weimer gesprochen wird. Meredith Monks rhythmische Körperbeherrschung begeistert den Tagesspiegel. Mit Rem Koolhaas' Erweiterungsbau des New Museum blicken FAZ und Zeit in die Zukunft. Die Wiederentdeckung des Komponisten Walter Braunfels bringt die Kritiker zum Jubeln. Die FAZ eröffnet eine Debatte über die Relevanz deutscher Bühnen. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Großer Unmut in der Fraktion

23.03.2026. Das Palästinensertuch ist in der Gedenkstätte Buchenwald nicht verboten, versichert Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner in der SZ, eine "Kufija-Demo" aber schon. Ines Geipel beleuchtet zugleich in der FAZ ein besonders düsteres Kapitel in Buchenwald: die mögliche Kollaboration der KPD mit der SS, wenn's ums Töten ging. Der Rückhalt für Wolfram Weimer bröckelt selbst in der CDU, berichtet die FAZWelt und taz berichten mit unterschiedlicher Akzentsetzung über die von der Regierung geplante Revision des Programms "Demokratie leben".  Mehr...

IM KINO

Tropfende Ekstase

18.03.2026. "Ist das so etwas wie ein Hobby?" Dezidiert kleinformatig ist Bradley Coopers famoser neuer Film geraten. In "Is This Thing On?" nähert er sich mit viel Feingefühl und Neugier einem Ü50-jährigen, der sich auf Stand-Up-Comedy-Bühnen erprobt. Von Kamil Moll. Mehr...

INTERVENTION

Disput am Tisch

18.03.2026. Zwischen dem Land des Despoten und allen anderen Ländern müsste eine Wüste liegen. Zu spät. Vor hundert Jahren wäre es noch möglich gewesen, den Despoten zu isolieren. Stattdessen wurde er umschmeichelt, man ließ sich auf Geschäfte ein mit ihm im Glauben, das stimme ihn mild. Doch ewig wird es nicht so bleiben, die Abnutzung kommt... Von Lacy Kornitzer. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Armee untoter Code-Gespenster

17.03.2026. Reuters ruft David Jones ein freundliches "Hallo Banksy" zu. Die New York Times beobachtet amüsiert, wie Coder plötzlich kommunizieren müssen. In Meduza erklärt der russische Lehrer Pavel Talankin, warum in einer Diktatur der offene Käfig das größte Gefängnis ist. HVG überlegt, wie man eine Einmischung Russlands in den ungarischen Wahlkampf neutralisiert. Der New Yorker erklärt, warum man ohne Geld einen Krieg verliert, ihn mit Geld aber nicht unbedingt gewinnt. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Das Staatsbürgerliche der eigenen Existenz

13.03.2026. In der Urania unterhielten sich Roderich Kiesewetter und Christian Mölling, beides Experten, beide sehr ernst, über den drohenden Krieg. Sie stecken in einem Dilemma: wie ist dem deutschen Michel und seiner Schwester, die nach Jahrzehnten entsprechender Sozialisierung zu äußerster Harmlosigkeit herangereift sind, die Dringlichkeit der Lage bewusst zu machen? Von Elke Schmitter. Mehr...

VORWORTE

"Wenn ich ernst sein könnte, dann wäre ich ernst"

12.03.2026. Die Themen, die sein Werk umkreist, sind gewichtig genug. Libanons traumatische Geschichte; Homosexualität und Aids-Epidemie; Flüchtlingskrise; Figuren, die vom Leben an den Rand gedrängt werden. Rabih Alameddine geht diese Stoffe couragiert und eigenwillig, mit Ironie und Witz an, riskiert dabei auch mal einen Misston. Doch sein jüngster, in den USA mit dem National Book Award gekrönter Roman ist zum Triumph geraten. Von Angela Schader. Mehr...

FOTOLOT

Kleine Brötchen

10.03.2026. Wie schafft man es als neuer Fotograf, wahrgenommen zu werden? Der Betrieb wirkt derart abgeriegelt, dass kaum noch Eingänge zu finden sind. Gerade mal alle paar Jahre schafft es ein Talent, all die bürokratischen Hürden, die kunstfernen Richtlinien bei der Förderung, die bescheidenden Verhältnisse an den (Fach-)Hochschulen, bei denen es meist nur zu einer soliden Grundausbildung reicht, zu überstehen und sichtbar zu bleiben. Von Peter Truschner. Mehr...

INTERVENTION

Wunsch nach Orientierung

09.03.2026. Kaum hatten die Feuilletons die Diskussion um die Berlinale und ihre Chefin Tricia Tuttle verkraftet, mussten sie sich einer neuen Herausforderung stellen: Der zuverlässig instinktlos agierende Kulturminister Wolfram Weimer hatte ein paar harmlose linke Buchläden von einer Preisliste gestrichen, die eine willkommene kleine Subvention mit sich bringt. Kuriosität am Rande: Einst waren Buchhandlungen stolz darauf, keine Staatsgelder zu wollen. Von Peter Mathews. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Ulli Kulke, Reinhard Mohr (Hrsg.): "Wenn das Denken die Richtung ändert"

03.03.2026. Sich als links Lesende haben eine Hauptbeschäftigung: Sie definieren, wer "rechts" ist. Die so produzierte Geografie ist in den Köpfen zur Mentalität geworden. Einige deutsche Intellektuelle wie Henryk M. Broder, Reinhard Mohr, Monika Maron, Peter Schneider erzählen in dem Band "Wenn das Denken die Richtung ändert", warum es ihnen nicht mehr sinnvoll erscheint, sich "links" zu verorten. Aus dem Band veröffentlichen wir Ulrike Ackermanns autobiografischen Essay "Einmal Dissident, immer Dissident?" Sie erzählt, wie die westliche Linke seit 1968 in ihren Augen intellektuell verkümmerte. Und "dass die Linke antitotalitäre Impulse und Traditionslinien mehrheitlich verachtete oder totschwieg, habe ich ihr nie verziehen". Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...

Beliebte Bücher

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