Die bessere Welt der Träume

Fatih Akins metaphysischer Liebesfilm "Geister" spielt mit Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen Kulturen. Im Kino mit Nicolai Bühnemann

Literaturbeilagen

Wir haben alle Kritiken der Zeitungen aus den Beilagen im Oktober 2026 ausgewertet. Sämtliche Notizen finden Sie hier.

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Nichts für Vegetarier

06.11.2026. Die FAZ liebt die hoffmansthalsche Ironie in Daniel Kehlmanns Roman "Afrika" über die Berliner Kongokonferenz. Der FR ist der Roman zu glatt, aber das lakonische Österreichische versöhnt sie wieder. Der Dlf Kultur lernt aus Jonas Grethleins Essay über Technik und Freiheit, was es mit der prometheischen Paradoxie auf sich hat. Außerdem streift er mit Rilke über Obstwiesen und studiert Irina Rastorguevas "Reiseführer durch die Propaganda". Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Roh und ungefiltert

06.11.2026. Im Tagesspiegel erkennt Daniel Kehlmann Parallelen zwischen dem alten Preußen und der MAGA-Bewegung. Die FAZ sucht in Malaga lieber die Gemeinsamkeiten zwischen den Ideal-Expressionisten Edvard Munch und Pablo Picasso. Ganz einig sind sich FAZ und artechock nicht, ob Michal Kosakowskis Essayfilm "Holofiction", der Kinobilder über die Shoah verdichtet, gelungen ist. Die Welt überlegt, ob das Projekt der Bjarne Ingels Group, "Refugee Cities" in Uganda zu bauen, zynisch ist. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Diese langlebigen Superorganismen

06.11.2026. Die Demokraten mögen bei den Midterm-Wahlen einen Erdrutschsieg eingefahren haben, können deutschen Experten wie Claudia Major, Herfried Münkler, Bernd Greiner aber nicht die schlechte Laune verderben. Nur Hans Ulrich Gumbrecht will in der Welt das Positive sehen. Bei Tilo Jung bedauert Claudia Roth unterdessen, dass sie sich nicht von der deutschen Schuld befreit hat - es liegt am Zentralrat der Juden. In Frankreich zerfleischt laut Librejournal.fr die extreme die gemäßigte Linke, bei Instagram die ARD allen literarischen Anspruch, und in der Reinen Mathematik laut taz die KI alle Karrierehoffnungen junger Rechenkünstler.  Mehr...

IM KINO

Schulterschluss mit dem Monster

04.11.2026. Rauschhaftes Blockbuster-Hochgefühl ermöglicht der neue japanische Godzilla-Film, inszeniert von Takashi Yamazaki. In "Godzilla Minus Zero" bekommt es die allseits beliebte Riesenechse mit einem seiner legendärsten Widersacher zu tun: dem dreiköpfigen Ungeheuer King Ghidora. Von Kamil Moll. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Wo wild die Wildgeword'nen streiten

03.11.2026. In Eurozine erklärt der ukrainische Autor Mykola Riabchuk, warum die Ukrainer so am Habsburgerreich hängen. Der New Yorker fragt, warum die Alzheimer-Forschung sich auf Menschen konzentriert, die gar keine Symptome zeigen. Seznam Zprávy weiß, wie es der tschechische Kulturminister Oto Klempíř in kürzester Zeit geschafft hat, sich die tschechische Kulturszene zum Feind zu machen. Die London Review of Books taucht ein ins wenig glamouröse Alltagsleben im Römischen Reich. Der Merkur erkennt in einem Pariser Keller: "Ja heißt ja" ist auch noch nicht die Lösung. Und die Blätter denken über Ethik und KI im Krieg nach. Mehr...

FOTOLOT

Mit alltäglichen Materialien

02.11.2026. Hinweis auf zwei Ausstellungen bedeutender, schwarzer Fotografinnen: Das Wiener Foto Arsenal zeigt eine Einzelausstellung von einhundertzwanzig Arbeiten der 1972 geborenen, südafrikanischen Fotografin Zanele Muholi, die dieses Jahr mit dem Hasselblad Award ausgezeichnet wurde. Grandios sind die Selbstporträts der Künstlerin, die sich nicht scheut, den Umgang mit Homosexuellen im neuen Südafrika zu geißeln. Im C/O Berlin gibt es bis Februar die Retrospektive "The Heart of the Matter" von Carrie Mae Weems zu sehen. Von Peter Truschner. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Das Anekdotische entlastet doch enorm

28.10.2026. Roberto Simanowski macht den Auftakt einer Ringvorlesung der Humboldt-Universität zum Thema Künstliche Intelligenz. Es ist das Anliegen des Redners, sein Publikum vor Hybris wie vor Koma zu bewahren: Wir sollten uns nicht souveräner fühlen, als wir - als naturgemäß naive Nutzer -  nun einmal sind und der Serendipity unseres Lebens immer wieder Chancen geben. Der tägliche Gang aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit ist das, was der Medienforscher am dringlichsten empfiehlt. Von Elke Schmitter. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

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