Jungvögel fangen

Liza Codys "Miss Terry" hat echt fiese Nachbarn. Mord und Ratschlag von Thekla Dannenberg

Ich brauche keinen Dolly

Die Wähler vertrauen den Institutionen, so die London Review, sonst hätten sie nicht Brexit / Trump gewählt. Mags

BÜCHER DER SAISON

Die besten Kinder und Jugenbücher 2016

03.12.2016. Bücher für kleine Künstler, Entdecker, Abenteurerinnen und beste Freunde - sei es eine mutige Astronautenmaus oder ein surfender Kater. Und wer wissen will, wie man als gescheiterte Olympiaschwimmerin eine Gruppe Jungs im Unterwassertanz trainiert, wird auch fündig.

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Selbstlaufendes Uhrwerk

03.12.2016. Mit Begeisterung begrüßt die FAZ die eneue Siegfried-Lenz-Gesamtausgabe, die gleich mit einem Meisterwerk, Lenz' Debüt-Roman "Es waren Habichte in der Luft" startet. Die SZ errät mit Haruki Murakami das Geheimnis des Schriftstellerseins zwar auch nicht - umkreist die leere Mitte aber gern. Die FR lässt sich von Christoph Ransmayrs Uhrmacher Alistair Cox nach China entführen.

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Interessante Sachen mit dem Stab

03.12.2016. Der Komponist Edu Haubensak gleitet mit der Musik seines Kollegen Gérard Grisey in den Hades, dorthin wo selbst das Echo erstirbt. Die taz staunt über die Reportagen von Jace Clayton alias DJ/rupture, der als musikalischer Humboldt-Reisender den Globus bereist. In der Berliner Zeitung plädiert Ulrich Khuon, Intendant am Deutschen Theater,  für einen Paradigmenwechsel an der Volksbühne - auch wenn Chris Dercon vielleicht nicht der Richtige dafür sei. Domus besucht eine Mailänder Ausstellung über die Entwicklung der abstrakten Moderne in Osteuropa. Das Art Magazin stellt den Fotografen Oliver Hartung vor.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Österreich ist nicht Amerika

03.12.2016. The Intercept hat acht Firmen gefragt, ob sie bereit seien, an der Erstellung eines amerikanischen  Registers der Muslime mitzuwirken - nur Twitter hat abgelehnt.  Chimamanda Ngozi Adichie warnt Medien im New Yorker vor falscher Ausgewogenheit. "Es gibt keine digitalen Grundrechte", heißt es in einer Stellungnahme von AlgorithmWatch zur EU-Digitalcharta. Der NDR hat zwar einen Fehlbetrag von 103 Millionen Euro, so dwdl.de, aber Geld genug ist ja da.

MEDIENTICKER

Bienvenue, Charlie!

02.12.2016. Aktualsiert: Gisela May ist tot - Wikileaks-Enthüllung vom NSA-Untersuchungsausschuss - 60 Jahre Presserat: Maßlose Wut & Hass auf die Medien erschrecken, sagt Joachim Gauck - Im Westen was Neues: Ruhrpott-Buzzfeed - Bestsellerlisten: Großes Buchdaten-Panorama - VG Wort-Entscheidung: Ein Lichtblick für die Verlage? - Theater-Nachtkritiken aus Frankfurt, Graz & Wien - Lügenpresse: Die Unwahrheiten der Vera Lengsfeld -  Der Sänger mit der Geige: Hermann van Veen im Gespräch + Ohne den Trost der Erlösung: Vor 125 Jahren wurde Otto Dix geboren.

IM KINO

Held im postheroischen Zeitalter

01.12.2016. Während ihm die Arbeiter und Angestellten für seine Wahnsinnslandung auf dem Hudson River noch zuprosten, findet sich Clint Eastwoods Pilot "Sully" im Griff von Überwachungstechnik, Nachrichtendiskurs, Bürokraten und Computersimulationen. Pablo Larraíns "Neruda" ist kein Biopic, sondern ein Künstlerfilm - Annäherung an einen politischen Poeten und einen poetischen Politiker. Von Thomas Groh, Jochen Werner.

MORD UND RATSCHLAG

Jungvögel fangen

01.12.2016. Liza Cody erzählt in ihrem wunderbaren Roman "Miss Terry", wie sich die ach so anständigen Nachbarn an einer jungen Frau schadlos halten, die sich einfach nicht zu verteidigen weiß. Patrick McGinley lichtet in seiner makabren Komödie "Bogmail" von 1978 die irischen Nebel aus Whiskey und Heuchelei. Von Thekla Dannenberg.

ESSAY

Ein viel umfassenderes Wahrnehmen

30.11.2016. Deutsche Museen stellen sich der Digitalisierung bisher eher zögernd, auch aus Angst, sich überflüssig zu machen. Aber sie kann auch der Generierung von Aufmerksamkeit, der Bildung von Communities, und der Verwandlung der Nutzer von rezipierenden Konsumenten in agierende Kunstbürgern dienen. ein paar Beispiele aus der Praxis. Von Hubertus Kohle.

MAGAZINRUNDSCHAU

Ich brauche keinen Dolly

29.11.2016. Die Wähler vertrauen auf die Institutionen, glaubt die London Review, sonst hätten sie nicht Brexit oder Trump gewählt. Die politische Führung in Ost und West war  vor 1989 fortschrittlicher als heute, meint Gáspár Miklós Tamás in Magyar Narancs. Russen und Weißrussen wollen keine Freiheit, meint Swetlana Alexijewitsch in Hospodarske noviny. Regisseur Yasujiro Ozu fand seine Freiheit erst in der Beschränkung, erklärt Paul Schrader in Film Comment. En attendant Nadeau denkt mit Maurice Blanchot über Shelleys Gedicht "The Revolt of Islam" nach.

ESSAY

Austerix taugt nix

28.11.2016. Österreich war ein europäischer Vorreiter in der Wiederbelebung künstlichen nationalen Identitätsdenkens. Bei der Bundespräsidentenwahl am Sonntag geht es auch um die Frage, ob das Land noch ökonomische Vernunft hat: "Identität" kommt danach.
Von Rüdiger Wischenbart.

FOTOLOT

Menschen im demokratischen Wald

24.11.2016. Beim Durchblättern des Bandes erinnert man sich: Es gibt durchaus Menschen in den Bildern William Egglestons. Einige der Fotos mit Menschen gehören sogar zu den ganz berühmten, oder wie man heute sagt "ikonischen". Von Thierry Chervel.

BÜCHER DER SAISON

Kartografierung der Wirklichkeit

23.11.2016. Frisch für Sie zusammengestellt, liebe Leser: die aktuellsten, besten und umstrittensten Bücher in diesem Herbst warten auf Ihre Entdeckung: Romane von Hilary Mantel bis Braslavsky. Krimis von Südafrika bis Berlin. Lyrik. Hörbücher. Historisches. Politische Literatur! Und Sie können sie alle über den Perlentaucher bestellen.

ESSAY

Das Hirngespinst

22.11.2016. Warum die Debatte um den literarischen Nachwuchs in die Irre geht: Nicht die jungen AutorInnen sind das Problem, sondern der Betrieb, in den sie hineinwollen. Von Peter Truschner.

ESSAY

Zerstörung einer Leistung

07.11.2016. Andreas Gursky möchte seine Bilder bitte in Farbe, Neo Rauch will bestimmte Bilder gar nicht abgebildet sehen. Doug Aitken möchte auch einen Blick auf die Texte werfen: Künstler benutzen ihr Urheberrecht immer mehr als  Kontrollinstrument und behindern die Beschäftigung mit ihrem Werk. Es geht dabei um ihre Marktposition. Bald gibt es über Kunst nur noch Werbetexte. Von Wolfgang Ullrich.

INTERVIEW

Die These vom Sound der Revolte

12.10.2016. Unmusikalischer als Rudi Dutschke war keiner: Wer Pop und Protest assoziiert, liegt zumindest in den sechziger Jahren falsch. Erst ab 1970 begannen die Phänomene sich zu verbinden. Auszug aus einem Mittelweg-Gespräch mit Wolfgang Kraushaar über Vibrationen und Intensitäten. Von Martin Bauer, Wolfgang Kraushaar, Stefan Mörchen.

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