Die absolute Blume

Nicht Mapplethorpes Blumen sind sexualisiert, seine Bilder vom Sex sind ikebanisiert. Fotolot

Arte hat eine Riesenchance verspielt

Auch wenn Arte keinen Dreh im Gaza und in Israel wollte: Das Kapitel in Gaza ist das beste in der Antisemitismus-Doku "Auserwählt und ausgegrenzt". Von Thierry Chervel

IM KINO

Ein Gebetbuch, ein Gutenachtkuss

28.06.2017. Albert Serra bringt in seinem Film "La mort de Louis XIV." leichthändig den Sonnenkönig des 17. Jahrhunderts mit Jean-Pierre Leaud, dem König der Nouvelle Vague, zur Deckung. Sofia Coppola blickt mit den Augen der "Verführten" auf einen verwundeten Soldaten, der während des amerikanischen Bürgerkriegs Zuflucht in einem Mädchenpensionat findet. Von Katrin Doerksen, Lukas Foerster.

MEDIENTICKER

Asymmetrische Fakten

28.06.2017. Hate-Speech-Gesetz: Neuer Entwurf gefährdet weiterhin die Meinungsfreiheit & Heiko Maas dikutiert mit Journalisten - Neues Urheberrechtsgesetz: Verlage appellieren an Merkel & Gabriel - Mexiko: Aktivisten & Journalistinnen ausspioniert - Radikalisierung: Die autonome Szene im Netz - Krach & Musik: Kreatives Kaputtmachen + Nur nicht vermünchnern: In memoriam zum 50. Todestag des "Provinzschriftstellers" Oskar Maria Graf.

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Zwischendurch viel sinnloses Zeug

28.06.2017. Der Guardian erinnert daran, wie Londons Kunstszene aussah, bevor Nicholas Serota das Tate-Imperium errichtete. Die SZ fragt, warum die Kuratoren so am unpolitischen Begriff des Südens hängen. Die NZZ bricht eine Lanze für den orgiastischen Neosurrealismus des Ersan Mondtag. Respekt ringt es ZeitOnline ab, wie sich Helene Hegemann mit ihrer Axolotl-Verfilmung aus der Umklammerung ihrer wohlmeinenden Kritiker gelöst hat.

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

In einem toten Winkel

28.06.2017. Nun kommt die "Ehe für alle" überraschender Weise doch, frohlockt die taz. Gestritten wird über Reform des Urheberrechts im Bildungs- und Wissenschaftsbereich, die trotz starken Drucks der Verlage und Presse nun offenbar beschlossen wird. Im NZZ-Interview hält Seyran Ates nach Diffamierungen und einer Fatwa dennoch an ihrer liberalen Ibn-Rushd-Moschee in Berlin fest.  In Libération spricht Manuel Valls über die von Dieudonné verkörperte Fusion von Rechts- und Linksextremismus.

MAGAZINRUNDSCHAU

Nachts leuchten die Crackpfeifen

27.06.2017. Die akademische Linke braucht endlich Gewerkschaftsmuskeln, ruft The Baffler. Und muss sich dem Konflikt von Rasse und Klasse stellen, ergänzt The Atlantic. In Novinky erklärt der Historiker Roger Griffin, warum Teile der Avantgarde dem Faschismus verfielen. Tablet und der New Yorker schildern die Verfolgung iranischer und tschetschenischer Homosexueller. Die Jungle World taucht ins Drogenmilieu Sao Paulos. Der Guardian staunt über die monströsen Profite der großen Wissenschaftsverlage.

MORD UND RATSCHLAG

Große Lügen, kleine Lügen

16.06.2017. Was ist härter: Showbiz oder das Herz von Detective Kathy Mallory? In ihrem neuen Roman "Es geschah im Dunkeln" bringt Carol O'Connell einen echten Killer von einer Kriminalkomödie am Broadway heraus. Sophie Hénaff besingt mit ihrem Krimi "Kommando Abstellgleis" die Blindgänger von Paris. Von Thekla Dannenberg.

REDAKTIONSBLOG - IM ENTENTEICH

Arte hat eine Riesenchance verspielt

15.06.2017. Der Arte-Chef Alain Le Diberder kritisierte, dass Sophie Hafner und Joachim Schröder für ihre Antisemitismus-Doku "Auserwählt und ausgegrenzt" nach Israel und in den Gaza-Streifen gegangen sind. Aber gerade das Kapitel über den Gaza-Streifen ist das beeindruckendste des Films. Und noch etwas: Wozu haben wir eigentlich einen deutsch-französischen Sender? Von Thierry Chervel.

POST AUS LOS ANGELES

Next Big One

14.06.2017. In Kalifornien sollte ein Erdbeben-Frühwarnsystem eingerichtet werden. Nun droht Donald Trump, die Gelder zu streichen. Die kostbare Minute, die man nutzen könnte, um einen Fahrstuhl zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen, wird eingespart. Von Sascha Josuweit.

ESSAY

Solothurn - Softpunk

07.06.2017. Zum 39. Mal bietet Solothurn die Kulisse für das einzige dreisprachige Literaturfestival der Schweiz, die Solothurner Literaturtage. Ich war dort, um die Probe aufs Exempel zu machen: Wie steht es tatsächlich um die junge deutschsprachige Literatur und ihr Verhältnis zur Fiktion? Ist sie wirklich so postpost, so mut- und fantasielos, so Ich-voll, wie ich kürzlich behauptet habe? Von Charlotte Krafft.