Ihre Dosis an Spannung

Rassismus und Kasten- wesen. Rassismus und höhere Moral. Die Angst vor dem Twitter-Mob. Magazinrundschau

Hier dribbelt die Faktizität

Engel in den Horen, Tomasz Różycki in der Mütze, und Neues von Ulf Stolterfoht mit Soldaritätsgespenstern. Von Marie Luise Knott

Wie in einem Glashaus

Einige Ausstellungen und Lois Hechenblaikner in der Apres-Ski-Hölle von Ischgl. Fotolot von Peter Truschner

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Blätterflirrende Lektüre

11.07.2020. Die FAZ erfährt von Ronen Steinke, wie die antisemitische Gewalt erstarkt. Mit Astrid Seeberger nimmt sie Abschied von Bukarest. Die FR lernt von Sumana Roy zum Baum zu werden. Die taz vertieft sich in Rüdiger Zills monumentale Biografie von Hans Blumenberg und kühlt sich dann ab mit Dietmar Dath und „100 Seiten Hegel“. Die Welt entwirft mit Tyler Mitchell eine schwarze Utopie. Und Dlf-Kultur verdankt Franco Moretti ein neues Standardwerk zur amerikanischen Kulturgeschichte. Mehr...

EICHENDORFF21

Sommerlektüre

25.06.2020. Der Sommer hat begonnen - fehlt nur noch die richtige Lektüre für lange Zugfahrten, heiße Strandtage oder ruhige Stunden auf dem Balkon. Wir haben eine Liste mit erfrischenden Neuerscheinungen zusammengestellt: Helen Wolff erzählt eine leichtfüßige Sommerromanze in Südfrankreich und Maylis de Kerangal genießt Haute Cuisine in Brandenburg.
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EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Rotwein schmeckte ihm besser als Doppelkorn

11.07.2020. Man muss nur auf den Hamburger Bahnhof schauen, um zu erkennen, was in der Preußenstiftung falsch läuft, meint die taz. Im SZ-Gespräch mit Ines Geipel erinnert sich Susanne Kerckhoffs Tochter Dina Haerendel an den Geruch von Angst und Apfelmus in Berliner Bombennächten. Die NZZ blickt auf die Anfänge der Kriegsfotografie. Notre-Dame soll originalgetreu wiederaufgebaut werden, atmet die FR auf. Die Zeit lauscht den Lungen- und Rachenlauten von Elaine Mitchener. Und das Monopol-Magazin fliegt auf DDR-Orientteppichen nach Jerusalem. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Wer als Erstes schießt

11.07.2020. Die Frage ist nicht, ob Kant rassistisch ist, sondern ob der Universalismus rassistisch ist, erklärt in der Welt der israelische Philosoph Omri Boehm. In der NZZ sucht Nathan Gardels nach einer neuen moralischen Sprache, die mit dem technischen Fortschritt mithalten kann. Im Guardian freut sich Billy Bragg, dass die cancel culture den Linksliberalen zeigt, wo's langgeht. Die Linke zerfleischt sich doch nur selbst, ärgert sich dagegen Marina Weisband auf Zeit online. Warum hilft die EU, das globale Internet zu zerschlagen, fragt die SZ. Mehr...

ESSAY

Kleiner geht immer

09.07.2020. In Comics gibt es Superhelden oder Anti-Helden. Dazwischen ist wenig. Zum Gewimmel der Antihelden tragen neue Comics von François Schuiten, Paolo Bacilieri und Shane Simmons bei.  Bei Schuiten (einem neuen Band der Klassikerreihe "Blake und Mortimer") dominieren die Gebäude, Bacilieri erzählt die Geschichte eines Autors der Harakiri beging. Und bei Shannon werden die Helden zu Punkten. Von Stefanie Diekmann. Mehr...

IM KINO

Türkis, rosa, hellblau

08.07.2020. Chris Bolan erzählt in seiner Doku über zwei angeblich fromme Großtanten von einer lesbischen Liebe, die nicht sein durfte, und einer Familie, nichts davon wissen wollte. Carolina Hellsgård beobachtet in "Sunburned" eine unterkühlte Familie am Strand und ein Machtgefälle zwischen Schwarzen und Weißen, das sich schon in Kindern widerspiegelt. Von Rajko Burchardt, Stefanie Diekmann. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Ihre Dosis an Spannung

07.07.2020. Nicht Rassismus ist das Hauptproblem der USA, sondern das Kastenwesen, das darunter liegt, meint die New York Times. A2 überlegt, warum Frauen in Tschechien keine Feministinnen sein wollen. Der Independent erklärt, wie höhere Moral uns zu Rassisten machte. Das New York Magazine und der Journalist Matt Taibbi kritisieren die Feigheit von Journalisten, die vor Twitter-Mobs kneifen. En attendant Nadeau empfiehlt die Reportagen von Joseph Kessel. Der Guardian weiß, es gibt schlimmeres als Facebook: WhatsApp. Mehr...

FOTOLOT

Nicht das Letzte seiner Art

17.06.2020. Buchkunst Berlin zeigt bislang unveröffentlichte Fotografien von Dieter Keller aus dem Jahr 1941/42, die dieser als Soldat der Wehrmacht in der Ukraine machte. Selbst wenn Keller sich die Freiheit eines künstlerischen Zugangs inmitten des Grauens herausnimmt und etwa vier abgeschlagene Gänseköpfe zu einem skurrilen Bukett menschlicher Brutalität arrangiert, hält er sich doch zumeist zurück, wahrt eine beinahe unangenehme, ästhetische Distanz. Von Peter Truschner. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Victor Auburtin: Der Feuilletonist greift in die Politik

16.06.2020. "Die Nachricht, daß einige Berliner Wohnungsämter bis zum September schließen wollen, hat unter uns Heimatlosen lebhafteste Bestürzung erweckt." Einige der Kolumnen, die Victor Auburtin Anfang der Zwanziger fürs Berliner Tageblatt schrieb, lesen sich, als wären sie heute geschrieben.  Auch die Kolumne über die berückende Enttäuschung, die Auburtin mit Filippo Tommaso Marinetti erlebte. Ein Vorabdruck Mehr...

EICHENDORFF21

Rassismus in den USA

Rassistische Polizeigewalt hat in den USA eine lange Geschichte, so wie der Rassismus selbst von der Sklaverei bis heute zu den Urverbrechen der amerikanischen Demokratie gehört, die in zahlreichen Büchern beklagt und thematisiert wird. Wir haben hier eine kleine Liste mit Neuerscheinungen zum Thema Rassismus in den USA zusammengestellt: Romane, Sachbücher, Krimis. Mehr...