Stichwort

Ureinwohner

7 Artikel

Erzählt von der jüngsten politischen Geschichte Chiles: Patricio Guzmans Filmessay 'Der Perlmuttknopf' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2015 […] bringt das Medium Wasser in Verbindung mit dem Medium Film: auf leicht bewegter Wasseroberfläche spiegelt sich der wolkenbedeckte Himmel. Guzmán stellt uns die (inzwischen beinahe ausgestorbenen) Ureinwohner der patagonischen Küstenregion vor und lenkt den Blick auf ihre, wie er sagt, vorgeschichtliche Daseinsweise, vor der Kolonisierung Patagoniens im späten 19. Jahrhundert. Diese wassernomadischen […] Idyll, das Jemmy zurückließ, schildert Guzmán als einen Zustand der Reinheit, der durch den Einfall chilenischer Siedler kontaminiert worden sei. Auf eine Weise ist das verständlich: viele der Ureinwohner starben aufgrund verseuchter Kleidung und Decken, der Rest wurde von bezahlten Indianerjägern massakriert. Trotzdem bleibt von Guzmáns Emphase ein Geschmack von antiimperialistischem Kitsch zurück: […] Guzmán sich ständig im Ton vergreift, den erwartet ein origineller Filmessay von stellenweise atemberaubender Reichweite. Aus der zugleich marginalen und kosmischen Perspektive der patagonischen Ureinwohner nähert er sich der jüngeren Geschichte Chiles: den Camps auf der Feuerlandinsel Dawson, wo Pinochets politische Gegner interniert waren, und den Desaparecidos, deren Leichname das chilenische Militär […] Von Nikolaus Perneczky

Überzivilisierter Kokon

Im Kino 23.11.2011 […] Seite steht die quasi-aristokratische, gleichzeitig erkaltete und regellose Begierde der Vampirclans, auf der anderen Seite die "animalische", auf nicht unproblematische Weise mit den amerikanischen Ureinwohnern assoziierte monogame Fortpflanzungstechnik der Gestaltwandler, die sich ihren Lebenspartnern "aufprägen" ("to imprint on someone" heißt es im englischen Original) und dabei ein Teil ihrer Persönlichkeit […] Von Lukas Foerster, Thomas Groh

Lummerland voll Wüstensand

Im Kino 16.12.2009 […] die Diplomatie scheitern sollte. Die Bewohner Pangoras erscheinen, wenn man sich an ihr computeranimiertes Äußeres gewöhnt hat, wie ein Amalgam der Verdammten dieser Erde: Von den amerikanischen Ureinwohnern stammen Naturverbundenheit, Initiationsriten und anderer Schabernack, musikalisch geht es in Richtung Indien und Südostasien, Englisch sprechen zumindest einige unter ihnen mit einem westafrikanischen […] nicht um Voodoo-Unfug handelt, sondern um Phänomene, die zumindest theoretisch rational fassbar sind. Tatsächlich erscheint der Film in mancher Hinsicht schizophren. Cameron stopft die Welt der Ureinwohner Pandoras zwar mit so ziemlich allen Eso-Kitsch-Zeichen voll, die man sich in seinen schlimmsten Träumen ausmalen kann, aber magische Elemente im engeren Sinne finden sich nicht. Der Film beharrt […] Von Lukas Foerster, Ekkehard Knörer

Berlinale 3. Tag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2006 […] sich bei Malicks Film handelt. Dieses Projekt ist so simpel wie maßlos: die Darstellung der Unschuld, und zwar am Nullpunkt der amerikanischen Zivilisation, wie wir sie kennen, in der Begegnung der Ureinwohner mit den ersten Siedlern, in der Gründungslegende von John Smith und der Indianerin Pocahontas. Es ist das Jahr 1607, aber im Grunde ein Jahr Null. Oder nicht die Darstellung, sondern die Herstellung […] Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl