Stichwort

Baltimore

16 Artikel - Seite 1 von 2

Individuelle Wahnhaftigkeiten

Im Kino 26.06.2014 […] Methodisch wenig ambitioniert rekonstruiert der Film Divines Aufstieg vom schikanierten Außenseiter zur internationalen Popfigur anhand biografischer Wegstationen, die mit unerfüllter Jugendzeit in Baltimore beginnen und einem plötzlichen Herztod 1988 enden. Das ist in Form zügig montierter und anekdotenreicher Interviews vieler Wegbegleiter (von John Waters bis Tab Hunter) anschaulich, mit Zwischena […] Anfang der sechziger Jahre noch inner- und außerfamiliär zur Heterosexualität gezwungenen Teenager eine Beziehung führte, kratzt rückblickend am soziokulturellen Image der sittenstrengen Heimatstadt Baltimore. Und Pat Moran, Urmitglied der als "Dreamlanders" firmierenden Crew aller Waters-Filme, nennt Divine schmeichelhaft (und sehr treffend) einen "cinematic terrorist". Solche Momente gestatten einen […] Von Rajko Burchardt, Jochen Werner

Überhitzte Bildmaschine

Im Kino 05.12.2012 […] Anschluss: Hall Baltimore heißt der abgehalfterte Pulp-Schriftsteller mit Schreibblokade, der in Swann Valley für eine Lesereise Station macht und der anschließend dort, obwohl die Lesung im örtlichen Gemischtwarenladen selbst für seine Verhältnisse außerordentlich trist ausfällt, hängen bleibt und die Untiefen der örtlichen Mythologieproduktion zu erkunden beginnt. Val Kilmer spielt Baltimore und wer da […] einem tendenziell ungesunden (aber großartig ausschauenden) Fiebertraum, der gleichzeitig eine veritable Midlife Crisis (samt herrlich verzickter Exfrau) ist, vor sich hin gedöst. Immer wieder wacht Baltimore / Kilmer auf seinem Motelbett auf, immer wieder schreibt der Film damit das Vorhergende als Traum um, aber jedesmal gleitet er ebenso schnell wie unmerklich wieder ins Traumartige zurück. Das wirkt […] des Haltsuchens. Wie ein eher pflichtschuldiger Versuch allerdings, wie einer, der schon bei seiner Ausführung um sein höchstwahrscheinliches Scheitern weiß. Und man hat auch den Eindruck, dass Baltimore mit dem Film weiß, dass er aus dem Teufelskreis, in dem er sich befindet, nicht per Deduktion und Ausnüchterung (ja, Alkoholiker ist er zu allem Überfluss auch noch) heraus finden kann, sondern nur […] Von Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky

Leseprobe zu Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 3. Teil 3

Vorgeblättert 07.05.2012 […] Weltkongresses; 1951-1977 Präsident des Jüdischen Weltkongresses sowie 1956-1968 der Zionistischen Weltorganisation. (41) Die erste panamerik. Konferenz des Jüdischen Weltkongresses fand im Nov. 1941 in Baltimore statt. Zu den dort aufgestellten Forderungen zählten Hilfs- und Entschädigungsleistungen für Opfer des Nationalsozialismus, die Wiedererlangung der Rechtsgleichheit für Juden und die Beteiligung an […]

Auf das Mittelmeer hin entworfen

Im Kino 28.09.2011 […] zwei Kinos, startet. Nikolaus Perneczky *** "Putty Hill" ist der zweite Film des jungen amerikanischen Regisseurs Matthew Porterfield. Wie der erste, "Hamilton" (2006), spielt er in einem Vorort Baltimores und porträtierte eine Gruppe von Menschen am Rande - aber noch nicht außerhalb - der Gesellschaft. Anders als der sehr frei erzählte Vorgänger, in dem man manche Verwandtschaftsverhältnisse bis zum […] er sie von Anfang an in der Welt. Der Bruder spielt im Wald Paintball. Der Vater arbeitet in seiner Wohnung als Tätowierer. Die Schwester reist aus Delaware an und antwortet auf die Frage, ob sie Baltimore vermisse, wie aus der Pistole geschossen: "Nein!". Einige Jugendfreundinnen des Toten gehen im Wald spazieren. Daneben stehen kleine Details, die keine Anschlüsse haben: die Suche nach einem Bankräuber […] Von Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky

Berlinale 4. Tag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2007 […] Man bekommt Gelegenheit, über geschnupfte Asche zu lachen, und Schwule, die sich für Bären halten, über das sprechende Arschloch und Maria, die das Jesuskind verspeist, über die irren Bürger von Baltimore und die Kinderschänder-Fresse von John Waters. Nonchalant spricht der Regisseur über die Grenzen des Geschmacks, die er selber ziehen würde, und informiert ausführlich über die Geschmacklosigkeiten […] Von Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl

Parallelgesellschaft im Linienbus

Post aus den USA 13.04.2006 […] inklusive. Die Segregation der Lebensbereiche hat gerade in Baltimore zur Folge hat, dass man sich von einem Block zum anderen in ganz unterschiedlichen Städten wähnen kann. Die Gegenden, in die sich kein Weißer wagt, werden genau so erst recht zu Gegenden, in denen kein Weißer zu sehen ist. Am ehesten kennt die weiße Mittelschicht von Baltimore die schwarzen Neighborhoods wahrscheinlich aus dem Fernsehen […] "Murder Ink" heißt die Rubrik in Baltimores alternativer Stadtzeitschrift Citypages, die über die Morde der letzten Woche informiert. In der letzten Woche waren es vier, in diesem Jahr insgesamt bereits 64. Fast alle der Opfer sind schwarz und jung, manche davon, wie die 19jährige, schwangere Ashley Harris, sind nur zur falschen Zeit am falschen Ort, andere werden regelrecht hingerichtet in Gang- […] Gang- und Drogenkämpfen. Und meist findet das statt in den Gegenden der Stadt, vor denen man als Besucher nachdrücklich gewarnt wird, in Baltimore ist es vor allem der Osten. In der Regel wird die Kriminalität, hier wie anderswo, hingenommen, alle größeren amerikanischen Städte haben sich längst eingerichtet in einer Form von Apartheid, der gegenüber die viel beredeten deutschen Parallelgesellschaften nicht […] Von Ekkehard Knörer

Detektivinnen

Mord und Ratschlag 25.10.2002 […] Monaghan ebenso wie Lippman lebt, die beide lieben wie man nur das Missratene lieben kann, nämlich: Baltimore, eine eher kleine Großstadt in Maryland, im Einzugsbereich von Washington D.C., Sitz der berühmten Johns Hopkins Universität, aber auch die Stadt, über die Randy Newman - in seinem Song "Baltimore" - einst, wenig schmeichelhaft, sang: "Hard times in the city / In a hard town by the sea / Ain't […] Ain't nowhere to run to / There ain't nothin' here for free." Mehr denn je steht in "In einer seltsamen Stadt" Baltimore im Mittelpunkt, entwirft Lippman eine Karte der Sehenswürdigkeiten der Stadt, macht den Leser, als wäre das ganze eine Art Reiseführer mit Krimielementen, mit einzelnen Stadtteilen und Straßenzügen, mit Cafes und der Stadtbibliothek vertraut, vor allem aber mit dem berühmtesten Sohn […] Mund zu nehmen, ihren Senf geben. Zu Beginn der Serie, als Monaghan noch nicht in die eingefahrenen Gleise der PI-Tätigkeit gerutscht war, schien das sinnvoll zu sein, der Horizont des Erstlings "Baltimore Blues" ging immer wieder über den Bauchnabel Tess Monaghans hinaus. Davon ist jetzt, im sechsten Band der Serie (die Übersetzungen der ersten fünf werden, wie der Verlag verspricht, bis Herbst 2005 […] Von Ekkehard Knörer