Stichwort

Woody Allen

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Beherrscht die Kunst der Zeitmodulation: Mia Hansen-Løves 'L' avenir' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2016 […] generöses Starkino: Hupperts Spiel wird nie als Attraktion ausgestellt, bleibt stets ein Mittel, die Welt auf eine bestimmte Art und Weise zu erschließen. Einmal zum Beispiel über einen mitgesummten Woody-Guthrie-Song - die Musikauswahl ist wieder einmal ganz besonders exquisit. Nicht zuletzt überzeugt der Film als book porn. "L'avenir" spielt in einer Welt, die mit Büchern vollgestellt, regelrecht […] Von Lukas Foerster

Nicht gezähmt

Im Kino 03.12.2014 […] gelangweilt: nun gut, der neue Woody Allen. Mit dem ersten Bild, der Front einer Theaterfassade, eine Verortung: Berlin. Also nach London, Barcelona, Paris, Rom eine neue Station auf der ausgedehnten Europatournee, auf der sich Allen seit Mitte der Nuller Jahre befindet? Dazu gleich noch eine Datierung: 1928. Huch! Er wird doch nicht etwa? Aber nein, keine Angst, Woody Allens Blick auf Europa bleibt […] 16:00 Uhr im Berliner Kino Babylon Mitte gezeigt, als Teil des Festivals "Around the World in 14 Films". --- Es würde mir so oder so schwer fallen, "Magic in the Moonlight" nicht als "den neuen Woody Allen", sondern als eine romantische Komödie unter vielen anzuschauen. Im aktuellen Kino dürfte Allen der letzte Regisseur sein, der so souverän in sich selbst ruht, dass er sich in ein eigenes Genre […] hes investieren) gefragt, ob ein derart routiniert auf Autopilot programmiertes Kino nicht auch gleich auf ein Publikum verzichten kann. Lukas Foerster Magic in the Moonlight - USA 2014 - Regie: Woody Allen - Darsteller: Colin Firth, Emma Stone, Simon McBurney, Marcia Gay Harden, Hamish Linklater - Laufzeit: 97 Minuten. […] Von Lukas Foerster, Jochen Werner

Geschmackvolle Tristesse

Im Kino 03.04.2014 […] kunstfernsten Vergnügen der Kinematografie, noch dazu in einem Horrorfilm. Dessen blutige Brutalität wird vom Geschehen vor der Leinwand sogleich noch übertrumpft: In einem Wagen sitzt Harlan DeGroat (Woody Harrelson), Soziopath von Gottes Gnaden und wahrhaftig stiernackige Verkörperung des dumpf um sich beißenden und schlagenden Bösen hienieden, den eine Petitesse derart in Rage bringt, dass er bald den […] denkbar böse Weise auf Kimme und Korn zu nehmen, das ringt einem schon deutlich mehr ab als nur Respekt. Thomas Groh Out of the Furnace (Auge um Auge) - USA 2013 - Regie: Scott Cooper - Darsteller: Woody Harrelson, Christian Bale, Casey Affleck, Zoe Saldana, Sam Shepard, Willem Dafoe, Forest Whitaker - Laufzeit: 116 Minuten. […] Von Thomas Groh, Elena Meilicke

Eine ganze Reihe von Scheusalen

Im Kino 16.01.2014 […] mehr als nur phony: David Grants Vater Woody (Bruce Dern, völlig zurecht überall gelobt für seine Darstellung) hat in der Post den Werbeflyer eines Zeitschriftenvertriebs gefunden, der ihn als Gewinner einer vollen Million Dollar auszeichnet. Oder auszuzeichnen scheint, denn es handelt sich natürlich um einen scam, um das Totholzkorrelat einer Spam-Mail. Woody Grant gibt trotzdem keine Ruhe, bis David […] benannten Kleinstadt bleiben die beiden Protagonisten allerdings in Woodys Heimatort hängen, einem Nest, das nach dem dunkelromantischen Dichter und Romanautor Nathaniel Hawthorne benannt ist, nach einem Mystizisten, der sich eher für die Seele als für die Fitness seines Heimatlandes interessierte - und dieses Hawthorne, von dem Woody Grant innerlich, das wird schnell deutlich, nie recht losgekommen […] seinem in falscher Routine und ewigen Verschleppungen (gleich am Anfang wird er von seiner langjährigen Freundin vor die Alternativen Heirat oder Trennung gestellt) zu ersticken drohenden Alltag; für Woody Grant darum, der Entmächtigung, die das Alter mit sich bringt, eine letzte, verzweifelte Eigenhandlung entgegen zu setzen; und beiden zusammen geht es darum, ein Verhältnis zueinander zu finden, das […] Von Lukas Foerster, Thomas Groh

Nackt trotz Chanelkostüm

Im Kino 06.11.2013 […] keine Erlösung. Trotzdem empfindet man mit ihr oder doch ganz nahe bei ihr. Am Ende bleibt ein Gefühl tiefer Traurigkeit: Woody Allen, der von seinen europäischen Koproduktionseskapaden zurückgekehrte Sohn, ist unversöhnlich. Nikolaus Perneczky Blue Jasmine - USA 2013 - Regie: Woody Allen - Darsteller: Cate Blanchett, Sally Hawkins, Alec Baldwin, Andrew Dice Clay, Peter Saarsgard, Bobby Cannavale, Louis […] on handelt vor allen Dingen von der Figur, die Cate Blanchett in ständig wechselnder Garderobe macht: Aus dem Ausstattungsaspekt lässt sich eine ganze New Yorker Bürgerswelt herleiten.   Obwohl es Woody Allens neuer Regiearbeit ihren Prämissen nach durchaus gegeben wäre, schafft "Blue Jasmine" fast überhaupt keine komische Abhilfe. Der soziale Abstieg seiner Protagonistin verläuft langsam, aber stetig […] her hair to make it look wet, and a proprietary mix of products applied to her face to make her look distressed and haggard." Distressed and haggard: das beschreibt sehr genau den neuen Realismus des Woody Allen, der mit Cate Blanchett seine unübertreffliche Muse gefunden hat. Sie vollbringt mimische Balanceakte am Rand des Nervenzusammenbruchs, die einen Menschen meinen, dem man gerade die Charaktermaske […] Von Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky

Solo für Greta: Noah Baumbachs 'Frances Ha' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2013 […] Nouvelle-Vague-Film. Es ist eher Screwball-Comedy oder Sitcom. Und deswegen scheknt Regisseur Baumbach seiner unerschütterlichen Heldin wunderbare Momente jugendlichen Reinfalls. Hübsch böse und sehr Woody-Allen-haft ein Essen auf der Upper West Side bei Freunden ihrer Tanzkollegin. Alle sind arriviert, die ersten haben Kinder und es in der Bank zu was gebracht, in der Anwaltskanzlei oder beim Journal […] Von Thekla Dannenberg

Auch Paris ist vor Ort

Im Kino 17.08.2011 […] Hollywood und schreibt an einem Roman, die Frau geht shoppen. Auch ihre Eltern sind da, der Vater ist ein Tea-Party-Fan. Auch Paris ist vor Ort. Gleich zu Beginn eine Serie von Postkartenbildern, mit denen Woody Allen ausdrücklich sagt, dass es ins Klischee geht und nirgend anderswohin. Klischee, Gegenwart. Das ganze Allensche Middlebrow-Arsenal ist versammelt. Der Möchtegern-Künstler in einer Welt des U […] bringt den Westküstenmann ins Land seiner Träume. Das Goldene Zeitalter, die zwanziger Jahre, Pablo Picasso und Man Ray und Gertrude Stein und Ernest Hemingway und so fort. Ohne viel Drumrum öffnet Woody Allen dieses Portal in Richtung Kostümfilm und führt in den Kostümfilm seinen, naja, Gegenwartsmenschen hinein. Der staunt den einen oder anderen Bauklotz und wir staunen, wenn's nach der Regie geht […] Langweiligkeit ziemlich straight. Wolf Lepenies, der "Midnight in Paris" aus schwer erfindlichen Gründen für beinahe ein Meisterwerk hält, vergleicht ihn mit der Kugelmass-Geschichte des viel jüngeren Woody Allen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Beim frühen Allen hat jeder einzelne Satz eine absurde Pointe. Hier trabt nur sehr gelegentlich ein Rhinozeros von Salvadore Dali vorbei. Das bisschen Nost […] Von Ekkehard Knörer

Freigestellte Attraktion

Im Kino 09.03.2011 […] Dutzend Charaktere verteilt wurde, wird in "Biutiful" dem Schauspieler auf die Schultern geladen, der in "No Country for Old Men" noch mit einer Pressluftpistole Texas unsicher machen durfte und sich in Woody Allens "Vicky Cristina Barcelona" zwischen Penelope Cruz und Scarlett Johansson amüsieren konnte. Bei Inarritu aber ist schluss mit lustig. Bardems Uxbal ist ein lebender Brennpunkt der Globalisierung […] Von Lukas Foerster, Ekkehard Knörer

Zwischen zwei Phasen in Permanenz: Miranda Julys 'The Future'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2011 […] wie Fremde im Transit: Anklopfen ja, nur rein kommt man die Bürgerwelt von dereinst nicht mehr. Wenn man so will ist die Allround-Künstlerin Miranda July für Indiepop-geschulte Twens etwa das, was Woody Allen womöglich für das Susan-Sontag-New-York der 70er zwischen Fotoausstellung und Freud-Seminar gewesen ist: Auf Augenhöhe mit dem (hier noch etwas kalkulierter anvisierten) Zielpublikum und dessen […] Von Thomas Groh

Da capo

Im Kino 01.12.2010 […] sagen wir, fünf. Immer von vorne. Heute wird Woody Allen 75. Das nächste Werk ist bereits abgedreht. In Paris. Man wird sicher den Eiffelturm sehen, denn noch weniger als die Menschen bei Allen wirkliche Menschen sind, haben die Schauplätze des Geschehens (hier übrigens London) mit wirklichen Orten zu tun. Umso verlässlicher kommen die Wahrzeichen ins Bild. Woody Allen bereitet immer nur Bühnen. Darauf […] Da capo. Wieder von vorne, Woody Allen setzt seine Pointenmaschine in Gang. Aus dem Off raunt es mit Shakespeare, was er zeitlebens schon raunt: Sinnlos ist alles im Angesicht eiskalter Ewigkeit, Schall und Wahn, sound und fury, um mehr geht es nicht. So wahr das auch sein mag, als philosophischer Dollpunkt eines filmischen Universum war das stets etwas mager, beziehungsweise verlangte und verlangt […] t sind, das meist simple Begehren, das sie haben, man kennt all das viel zu gut. Nicht aus dem Leben, denn im Leben ist das nicht nur stets schmerzlicher, sondern auch von Anfang an komplizierter. Woody Allen hantiert ausnahmslos und immer schon mit sehr simplifizierten Versionen dessen, was man landläufig Mensch nennt. Manchmal bekommt er dabei aber eine inszenierungs- und erzählökonomische Einfachheit […] Von Lukas Foerster, Ekkehard Knörer

Warenförmige Nostalgie

Im Kino 28.07.2010 […] des klassischen Hollywoodkinos zu sehen, eines Kinos, welchem die Filme des Studios tatsächlich auch selbst innerdiegetisch immer wieder ihre Reverenz erweisen: Wall-E als Chaplin-Imitator, Cowboy Woody als Serial-Westernheld. Form und Inhalt, glücklich vereint im Genre. Man könnte dann gleich einwenden, dass Klassizismus kein Wert an sich ist, sondern zuerst einmal ein Stil. Und zwar einer, der einen […] beiseite lässt, muss die Frage erlaubt sein, was es zu bedeuten hat, wenn die Stars eines solchen Kinos nicht mehr Menschen wie John Wayne sind, sondern computeranimierte Spielzeugpuppen wie Cowboy Woody. Wenn man schon dabei ist, könnte man sich auch gleich einzelnen Filmen widmen. Und zum Beispiel feststellen, dass "Wall-E" und "Oben", zwei Welterfolge der letzten beiden Jahre, zwar auf interessanten […] begann 1995 der Siegeszug des Unternehmens. Seitdem hat sich - schon das spricht gegen die Behauptung einer ungebändigten Kreativität im Hause Pixar - wenig getan im Spielzeugland. Immer noch kämpfen Woody, Captain Lightyear und ihre Freunde um die Zuneigung ihres Besitzers Andy. Der hat inzwischen bereits die High School hinter und das College vor sich und steht nun vor der Frage, was er mit seinem alten […] Von Lukas Foerster, Ekkehard Knörer