Stichwort

Erdbeben

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Im Off der Fantasie

Im Kino 16.07.2014 […] bricht an. Endgültig begeistert war ich ein paar Szenen später: Jiro ist inzwischen Student in Tokyo. Während einer Zugfahrt begegnet er zunächst Naoko, gleich darauf werden die beiden vom Kanto-Erdbeben überrascht, jenem Unglück, das die japanische Hauptstadt 1923 fast komplett zerstörte. Die zahllosen Katastrophenpornografen Hollywoods sollten vor Neid erblassen angesichts dieser Sequenz. Auf die […] den japanischen Militarismus und Faschismus der 1930er und 1940er wenigstens ungefähr Bescheid, vom Film würde man nicht erfahren, warum Tokyo am Ende ein zweites Mal in Trümmern liegt. Ein weiteres Erdbeben, könnte man fast vermuten, wie dieses erste, so grandios orchestrierte vom Anfang des Films. Besonders eindrücklich manifestiert sich diese Verdrängungsleistung in einer Figur: Jiros Chef Kurokawa […] Von Rajko Burchardt, Lukas Foerster

Leseprobe zu Jean-Luc Seigle: Der Gedanke an das Glück und an das Ende. Teil 2

Vorgeblättert 23.06.2014 […] schaffte er es, unter seinen zusammengekniffenen Lidern die Tränen zurückzuhalten. Seine Augen brannten so, dass er, als er sie wieder öffnete, glaubte, erblindet zu sein. Es war unfassbar, dieses innere Erdbeben, wo er doch nie eine Träne vergoss, nicht einmal bei Begräbnissen, nicht einmal beim Begräbnis seines Vaters. Ein weinender Mann, das ergab keinen Sinn. Außer vielleicht ein alter. Er hatte schon […]

Leseprobe zu Vaddey Ratner: Im Schatten des Banyanbaums. Teil 1

Vorgeblättert 10.02.2014 […] seiner Umgebung nicht gewahr. "Ein der Stille entschwärmender Gott …" Eine Zeile aus einem anderen Gedicht, die, wie ich fand, genau auf ihn zutraf. Beim Schreiben ließ sich Papa nicht einmal von einem Erdbeben aus der Ruhe bringen. Momentan nahm er jedenfalls nicht die geringste Notiz von mir. Keine Spur von Mama. Ich schaute die Treppe rauf und ­runter, über die Balkonbrüstung, durch das offene Tor des […]

Leseprobe zu Valeria Luiselli: Falsche Papiere. Teil 2

Vorgeblättert 09.01.2014 […] Telefone, Bücher, Zeitungen, Puppen, Familien. Der alte Polizist, der den Besitz bewacht, versichert, das Haus sei mindestens fünf Stockwerke hoch gewesen, ein ganz modernes Gebäude, kurz vor dem Erdbeben 1985 errichtet. Jetzt misst der Schutthaufen höchstens sieben Meter, und oben drauf weht eine mexikanische Flagge, es gibt dort Katzen, politische Plakate, eine Vogelscheuche und zwei Hunde. Die heißen […]

Leseprobe zu Georg Klein: Die Zukunft des Mars. Teil 3

Vorgeblättert 22.08.2013 […] hätte, wovon nicht bloß ihr Waggon, sondern gewiss der ganze Zug mit jäh anschwellendem Dröhnen durchgerüttelt worden war, hätte Elussa womöglich geglaubt, mit diesem gewaltigen Vibrieren breche ein Erdbeben los, um auch dem Freigebiet Germania und damit dem Herzen Alteuropas dasjenige anzutun, was dereinst den Hochmut der Amerikaner gebrochen und dem Rest der Welt den berühmten Ewigen Winter beschert […]

Geld macht nicht glücklich in Asli Özges 'Lebenslang' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2013 […] den Wohnraum in ein klaustrophobisches Labyrinth, fast schon in ein Geisterhaus. Doch die Kühle derartiger Einstellungen bleibt vermittelt mit einer Außenwelt - und sei es nur gewaltsam, durch die Erdbeben, die Istanbul und die gesamte Türkei regelmäßig erschüttern und die den Film motivisch durchziehen, als ein ständig mitlaufender Kommentar. Lukas Foerster "Hayatboyu" (Lebenslang). Regie: Asli Özge […] Von Lukas Foerster

Katastrophale Hilfe zeigt Raoul Peck in 'Assistance Mortelle' (Berlinale Special)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013 […] Eine bittere Lektion in politischer Ökonomie erteilt Raoul Peck mit seinem Film "Assistance Mortelle" über die internationale Hilfe für Haiti nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010, die keine Katastrophenhilfe war, sondern eine katastrophale Hilfe. Pecks Biografie ist sein filmisches Programm geworden: In Haiti geboren, in Zaire/Kongo aufgewachsen, hat er im Ost-Berlin der achtziger Jahre Wirtscha […] mit dem System internationaler Hilfe, das nicht in der Lage ist, guten Willen, Kompetenz und Gelder in zweistelliger Milliardenhöhe in sinnvolle Aufbauleistung umzuwandeln. Bei dem verheerenden Erdbeben von 2010 wurden nach den ungefähren offiziellen Schätzungen 230.000 Menschen getötet, 300.000 verletzt und 500.000 obdachlos. Ein immense Welle der Hilfsbereitschaft ergriff die internationale Ge […] Kaltstellung durch die internationale Gemeinschaft entspringt oder seiner eigenen Unfähigkeit. Denn darüber lässt Peck keinen Zweifel aufkommen, auch angesichts der verkorksten Wahlen ein Jahr nach dem Erdbeben: Am Unglück Haitis sind nicht nur die anderen Schuld. Doch sein Thema bleibt der NGO-Zirkus, den er mit dem Beispiel des Camps Corail deutlich macht, in dem nach anfänglichen Plänen 7.000 Menschen […] Von Thekla Dannenberg

Denkmal für die Überlebenden: Funahashi Atsushis 'Nuklear Nation'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2012 […] Noch nicht einmal ein Jahr ist vergangen seit Fukushima oder '3/11', wie die Ereigniskette aus Erdbeben, Tsunami und atomarem Super-GAU vom 11. März 2011 in Japan mittlerweile genannt wird. Aus den deutschen Nachrichten zumindest ist Fukushima mittlerweile so gut wie verschwunden, was bleibt, ist kaum mehr als die Erinnerung an verwüstete Küstenstreifen und einen Regierungssprecher im blauen Arbeitsanzug […] eine Kleinstadt in der Provinz Fukushima, im Nordosten Japans, an der Pazifikküste – die Stadt, in der der Reaktor Fukushima Dai-ichi liegt. Futaba wurde im März 2011 nicht nur fast vollständig durch Erdbeben und Tsunami zerstört, sondern auch vom radioaktiven Fallout kontaminiert. Heute ist Futaba Sperrgebiet, niemand darf sich dort aufhalten. 1400 Bewohner der Stadt wurden evakuiert und in eine Schule […] Von Elena Meilicke