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Odessa

15 Artikel

Bücher der Saison: Frühjahr 2015. Erinnerungen, Reportagen

Bücher der Saison 02.04.2015 […] sondern auch in der Fähigkeit, sich enttäuschen zu lassen. Roth wurde von der postrevolutionären Realität sehr enttäuscht, aber selten getäuscht, wenn er für die Frankfurter Zeitung aus Kiew, Moskau, Odessa oder Lemberg schrieb ("Es gibt Städte, in denen es nach Sauerkraut riecht. Dagegen hilft kein Barock.") In der FR bemerkt Harry Nutt, dass der gebürtige Galizier Roth mit großer Sympathie für die Ukrainer […]

Wie eine Welle

Bücherbrief 08.02.2013 […] gen vom Herbst 2012 und in den älteren Bücherbriefen. Literatur Marjana Gaponenko Wer ist Martha Roman Suhrkamp Verlag 2012, 238 Seiten, 19,95 Euro () Für "Wer ist Martha" hat die junge, in Odessa geborene und in Mainz lebende Marjana Gaponenko gerade den Chamisso-Preis gewonnen. Sie erzählt darin von einem alten galizischen Rabenforscher, Luka Lewaldski, der am Ende seines Lebens zu einem letzten […] Jahren erscheint der Roman "Die Fünf" des bedeutenden Hebraisten und Zionisten Vladimir Jabotinsky in deutscher Übersetzung. In seinem Gesellschaftsroman über den Untergang des bürgerlich-jüdischen Odessa lädt der Autor am Vorabend der russischen Revolution zu einem Streifzug durch eine noch intakte, sinnliche Welt, wie Mathias Schnitzler in der FR angeregt schildert. Jens Bisky würdigt das Buch in […]

Leseprobe zu Deborah Levy: Heim schwimmen. Teil 3

Vorgeblättert 24.01.2013 […] Medizinischer Beistand aus Odessa Madeleine Sheridan versuchte die Tüte karamellisierte Nüsse zu bezahlen, die sie auf der Strandpromenade dem mexikanischen Straßenverkäufer abgekauft hatte. Der Geruch von gebranntem Zucker machte sie gierig auf die Nüsse, und sie hoffte, dass sie daran endlich ersticken würde. Ihre Nägel wurden spröde, ihre Knochen schwach, ihr Haar dünn, und ihre Taille gehörte […] Finch hatte ihren Anruf überlebt. Ihre Mutter holte sie nach Hause, wo sie zwei Monate in einer Klinik in Kent verbrachte, dem »Garten Englands«. Die Krankenschwestern stammten offenbar aus Litauen, Odessa und Kiew. In ihrer weißen Tracht sahen sie auf dem gemähten grünen Rasen der Klinik aus wie Schneeglöckchen. Das zumindest hatte Kitty Finch ihrer Mutter und Mrs. Finch Madeleine erzählt, die erstaunt […]

Auf das Mittelmeer hin entworfen

Im Kino 28.09.2011 […] ekt es uns verkaufen will: ein Mehr, das über die verfestigten Formen des All(zu)täglichen hinausreicht. Die ägyptische, israelische und griechische Küste entlang, dann über den Bosporus bis nach Odessa führt die Route des Kreuzfahrtschiffs. Trotzdem ist der Reiseleiter Godard in gewisser Weise ein Eurozentrist, aber eben einer, dem es um die Fliehkräfte weg vom Zentrum geht. Von der Wiege der westlichen […] Von Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky

Luxus und Kunst für jedermann

Mord und Ratschlag 17.08.2011 […] allen Ganoven Platz und Einkommen bot: Odessa-Mama. Die Lieder über Odessa-Mama, die in den Gassen, Spelunken und Bordellen gesungen wurden, vereinten Klezmer und Tango, Jazz und russische Folklore, wüste Texte und sentimentale Melodien. Die großen berühmten Chansons entstanden in den frühen zwanziger Jahren und hießen "S odesskogo kitschmana" (Aus einem Odessaer Kittchen entwichen zwei Flittchen), […] geachtet werden! Unstrittig ist immerhin, dass sie ihren Ursprung im verruchten Odessa haben, sie erzählen aus der Unterwelt der Hafenstadt, von Dieben und Dirnen, Einbrüchen und Ausbrüchen, von schweren Jungs und leichten Mädchen. Sehr schön erzählt Hufen vom wilden, vergnügungssüchtigen und dabei so hellen Odessa zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dessen Bewohner zur Hälfte Jiddisch sprachen, zur […] weil sonst niemand darüber schreibt. Und da die Geschichte der Gaunerchansons eine Geschichte von Verbrechen und Kunst ist, passt es doch in die Kolume wie die Faust aufs Auge und der Ganove nach Odessa. Im Russischen werden diese Chansons Blatnik genannt, in der Sowjetunion waren sie verboten, aber jeder kannte und liebte sie. Was und wer alles dazu gehört, ist eine Frage, die unter Russen sofort […] Von Thekla Dannenberg

Leseprobe zu Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen. Teil 1

Vorgeblättert 04.08.2011 […]      Viktor starb am 12. März 1945, einen Monat, bevor Wien von den Russen befreit wurde, zwei Monate vor der bedingungslosen Kapitulation des deutschen Oberkommandos. Er war vierundachtzig. "Geboren in Odessa, gestorben in Tunbridge Wells", steht auf seinem Totenschein. Gelebt hat er, füge ich beim Lesen hinzu, in Wien, dem Zentrum Europas. Sein Grab auf dem Städtischen Friedhof in Charing ist weit weg […]

Unermessliche Weidegründe

Bücherbrief 06.01.2010 […] lesen. Reportagen Katharina Raabe, Monika Sznajderman (Hrsg.) Odessa Transfer Nachrichten vom Schwarzen Meer Suhrkamp Verlag 2009, 26,80 Euro () Bereits mit dem Band "Last and Lost" brachten Katharina Raabe und Monika Szajderman Europas rückständige Ränder gegen die herausgeputzten Zentren in Stellung, nun huldigen sie mit "Odessa Transfer" der Peripherie an den Küsten des Schwarzen Meers. Der […] Texte von ausgesuchten Autoren wie Andrzej Stasiuk, Aka Morchiladze, Sibylle Lewitscharoff oder der großartige Attila Bartis und erkundet literarisch und fotografisch den Raum zwischen Constanza und Odessa, Jalta und Sotschi, Batumi und Istanbul. In der SZ lobt Hans-Peter Kunisch Anschaulichkeit und literarische Qualität, im Deutschland Radio Kultur konnte Jörg Plath den Band empfehlen. Und in der NZZ […]

Leseprobe zu Siegfried Jägendorf: Das Wunder von Moghilev. Teil 2

Vorgeblättert 20.08.2009 […] für spezielle Berufe zu erbitten. Wir brauchten Ärzte, Zahnärzte, Friseure, Schneider, Köche, Schuhmacher.      Colonel Baleanu widerstand meiner Bitte und beklagte sich, dass seine Vorgesetzten in Odessa, der Hauptstadt Transnistriens, und auch die Deutschen ihn verdächtigten, ein Judenfreund zu sein.      "Ich muß diesem Verdacht ein Ende bereiten", sagte er, "um Ihretwegen und um meinetwegen."      "Herr […]

Berlinale 3. Tag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2007 […] Italien 2006, 118 Minuten (Wettbewerb) Mit Geld Geld verdienen: Stefan Ruzowitzkys "Die Fälscher" (Wettbewerb) Die Geschichte dieses Films lässt sich schnell erzählen. Salomon Sorowitsch, Jude aus Odessa, betreibt im Berlin der dreißiger Jahre eine blühende Falschgeld-Werkstatt. Eigentlich ist er Künstler, aber wie er einmal sagt, "mit Kunst Geld verdienen geht nicht, ich ziehe es vor mit Geld Geld […] Von Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl, Anja Seeliger