Perlentaucher-Autor

Anja Seeliger

Anja Seeliger, geboren 1961 in Koblenz, hat Jura studiert. Als freie Journalistin hat sie u.a. für die taz, Financial Times, Spiegel und Vogue geschrieben. Sie ist Mitbegründerin des Perlentauchers.
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Berlinale 5. Tag

Außer Atem vom 12.02.2008 12.02.2008. Argumentiert mit Mamas Bibel: Ralph Zimans "Jerusalema". Ich bin, also denke ich: Doris Dörries "Kirschblüten". Proben den Krieg: Tony Gerbers und Jesse Moss' Dokumentarfilm "Full Battle Rattle". Das Glück: Johnnie Tos "Sparrow".

Berlinale 9. Tag

Außer Atem vom 17.02.2007 17.02.2007. Francois Ozon lässt in seinem Wettbewerbsfilm "Angel" Tränen zittern und Busen beben. Li Yus großartiger Wettbewerbsfilm "Lost in Beijing" erzählt von Kummer, Kränkung und Rache und hat mindestens den Goldenen Bären verdient. David Mackenzie lässt in seinem Wettbewerbsfilm "Hallam Foe" über den Dächern von Edinburgh die Liebe und sich selbst finden.
Eine Liste aller besprochenen Filme finden Sie hier.

Berlinale 8. Tag

Außer Atem vom 16.02.2007 16.02.2007. Jiri Menzels "Ich habe den englischen König bedient" nötigt uns, die Welt mit den Augen eines geldgierigen, sexistischen Narren zu sehen. Mit "Brand Upon the Brain" serviert Guy Maddins Gehirnnektar. In Jacques Rivettes Wettbewerbsfilm "Die Herzogin von Langeais" belagern sich Jeanne Balibar und Guillaume Depardieu fürsorglich in einem Krieg um Liebe. In Gregory Navas "Bordertown" ist Jennifer Lopez echt betroffen. In David Ondiceks "Grandhotel" gibt's die schönste Liebeserklärung des Festivals.
Eine Liste aller besprochenen Filme finden Sie hier:

Berlinale 7. Tag

Außer Atem vom 15.02.2007 15.02.2007. In Zhang Lus "Desert Dream" ist die mongolische Steppe sehr weit und leer, hin und wieder erklingen nordkoreanische Volkslieder. Zack Snyders Comic-Verfilmung "300" ist nicht der schlechteste Film der Welt - aber nahe dran. Olivier Meyrous besucht für "Celebration" das gespenstische Haus Saint Laurent.
Eine Liste aller besprochenen Filme finden Sie hier.

Berlinale 6. Tag

Außer Atem vom 14.02.2007 14.02.2007. Christian Petzolds Wettbewerbsfilm "Yella" zeigt Risse - und einen Minimalismus der Mundwinkel. In Joseph Cedars Wettbewerbsfilm "Beaufort" wird nicht nur eine Festung mürbe gemacht. In "Das Haus der Lerchen" erzählen die Brüder Taviani vom türkischen Völkermord an den Armeniern. Sam Gabarskis "Irina Palm" erobert Marianne Faithfull im Blümchenkittel die Londoner Sex Worlds. Kazuhiro Soda zeigt in "Campaign", wie japanische Politik funktioniert. Frederick Wiseman zeigt in "State Legislature", wie amerikanische Politik funktioniert.
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Berlinale 5. Tag

Außer Atem vom 13.02.2007 13.02.2007. Hal Hartleys "Fay Grim" treibt seinen Plot ziemlich intelligent in haarsträubende Höhen. Ariel Rotters Wettbewerbsfilm "Der Andere" zeigt Argentiniens neue Langsamkeit. Yau Nai Hois "Eye in the Sky" macht einen gruseln. In Richard Eyres "Notes on a Scandal" brilliert Judi Dench als unterberührte Liebesterroristin. Angela Schanelecs "Nachmittag" zeigt uns die unerträgliche Schwere des Seins. Thomas Arslans "Ferien" ist sehr uckermärkisch.
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Berlinale 3. Tag

Außer Atem vom 11.02.2007 11.02.2007. Saverio Costanzas Wettbewerbsfilm "In memoria di me" führt uns ins Kloster und auf eine falsche Spur. In Stefan Ruzowitzkys Wettbewerbsfilm "Die Fälscher" müssen KZ-Häftlinge für die Nazis Falschgeld herstellen. Hong Sang-soos "Woman on the Beach" ersetzt die falsche Obsession durch richtige Einbildung. Rodolphe Marconi zeigt einen Lagerfeld, der kein Problem hat mit Status, Privilegien und Glück. Ann-Kristin Reyels "Jagdhunde" zeigt Gespür für Talente und die Uckermark.
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Berlinale 2. Tag

Außer Atem vom 10.02.2007 10.02.2007. Robert de Niros Wettbewerbsfilm "The Good Shephard" zeigt einen vom Kalten Krieg erschaffenen Eisblock. Wang Quan'ans Wettbewerbsfilm "Tuyas Ehe" erzählt sehr lakonisch von einem Leben ohne Zukunft. Park Chan-wooks Wettbewerbsfilm "Ich bin ein Cyborg, aber das macht nichts" fragt erfrischend unclever nach dem Sinn der Existenz. Pascale Ferrans "Lady Chatterley" zeigt die größte Freiheit.
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Herbst 2005

Bücher der Saison vom 14.11.2005 14.11.2005. Die wichtigsten Romane der Saison handeln von Klonen. Die zweitwichtigsten von der Wende. Die wichtigsten Sachbücher handeln von Mao, von der Rückständigkeit Arabiens und vom Hass. Der Perlentaucher hat die Produktion der Saison durchgesehen und viel interessanten Stoff für lange Abende gefunden.

Frühjahr 2005

Bücher der Saison vom 06.04.2005 06.04.2005. Erfahrung schlägt Jugend, zumindest in diesem belletristischen Frühling! Der Trend geht zum Zweitroman. Thomas Kling, zu früh verstorben, wird noch einmal für seinen letzten Gedichtband gefeiert. Der Zweite Weltkrieg beherrscht die Sachbücher, aber auch die Idee von einem Leben ohne Arbeit. Wir haben dagegen keine Mühen gescheut, gesichtet und gesiebt, und die besten Neuerscheinungen des Frühlings ausgewählt.

Berlinale 9. Tag

Außer Atem vom 18.02.2005 18.02.2005. Ein nobler Film: Gu Changweis "Kong Que" im Wettbewerb. Hundertprozent 2004: Jacques Audiards Wettbewerbsfilm "De battre mon coeur s'arrete". Nobuhiko Obayashi "Riyuu" erzählt eine komplizierte Mordgeschichte - aber nicht mit den Mitteln des Kriminalfilms. In Lee Yoon-kis "This Charming Girl" hat die Kamera ein Verhältnis mit der Protagonistin.
Eine Liste aller besprochenen Berlinalefilme finden Sie hier.

Berlinale 5. Tag

Außer Atem vom 14.02.2005 14.02.2005. Politisch ist Yash Chopras indisch-pakistanischer Liebesfilm "Veer-Zaara". Nicht politisch ist Hany Abu-Assads Wettbewerbsbeitrag "Paradise Now" über zwei Selbstmordattentäter. Schlecht politisch ist Robert Guediguians Film über Mitterrand. Eine Lichtgestalt: Julia Jentsch in Marc Rothemunds Wettbewerbsfilm "Sophie Scholl". Geniestreich einer Unbekannten - Liu Jiayin hat mit "Niu pi" einen Film über sich, ihre Eltern und die Katze gedreht. Paul Weitz zeigt im Wettbewerbsbeitrag "In Good Company" das Drama eines Teenagerbosses. Falsche Versöhnung mit der DDR findet nicht statt in Robert Thalheims "Netto". Tania Detkina erhängt in "Pakostnik" Teddybären.
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Berlinale 9. Tag

Außer Atem vom 13.02.2004 13.02.2004. Eric Rohmer pflegt in seinem "Triple Agent" die Kunst der Undurchsichtigkeit. Minze Tummescheit schildert, wie sich Osteuropas Intelligenzia auf dem "Jarmark Europa" (Forum) durchschlägt. Theo Angelopoulos' "Die Erde weint" ist noch im Scheitern monumental. Johnnie Tos "Running on Karma" ist pures Kino.

Berlinale 8. Tag

Außer Atem vom 12.02.2004 12.02.2004. Exzellent: Fatih Akins Wettbewerbsfilm "Gegen die Wand. Li Shaohong beschreibt in "Baober in Love" das moderne China als Kulturschock. De mortuis nil nisi bene, meint Robin Williams in Omar Naims Debütfilm "The Final Cut" (Wettbewerb). Vor zehn Jahren haben die Südafrikaner ihre ersten Wahlen nach der Apartheid abgehalten. Das Forum hat aus diesem Anlass unter dem Titel "10 - Real Stories from a free South Africa" zehn Filme zusammengestellt, die einen Einblick in das Leben der Südafrikaner geben.

Berlinale 7. Tag

Außer Atem vom 11.02.2004 11.02.2004. Romuald Karmakar beschert dem Wettbewerb mit seinem Virtuosenstück "Die Nacht singt ihre Lieder" einen denkwürdigen Tag. Joshua Marston zeichnet "Maria voll der Gnade" das harte Schicksal einer kolumbianischen Drogenkurierin weich. Richard Linklater glänzt in "Before Sunset" durch Charme. Cedric Kahn glänzt in "Feux Rouges" durch Abwesenheit. Sabu schlägt mit "Hard Luck Hero" Fiction zu Pulp.

Berlinale 6. Tag

Außer Atem vom 10.02.2004 10.02.2004. In seinem Wettbewerbsfilm "Samaritan Girl" lässt Kim Ki-duk ein Kinderspiel in einer möderischen Katastrophe enden. Eine schöne Milchkuh ist der Star in Manuel Gutierrez Aragons "La vida que te espera" (Wettbewerb). Daniel Burman erzählt in seinem Wettbewerbsbeitrag "El abrazo partido" die halbe Weltgeschichte in einer argentinischen Ladenpassage. Sudhir Mishras "A Thousand Dreams Such as These" ist ein Ereignis der unspektakulären Art - ein um Realismus bemühter Bollywoodfilm.

Berlinale 5. Tag

Außer Atem vom 09.02.2004 09.02.2004. In dem parodistischen Spionagethriller "The Adventure of Iron Pussy" wird heftig gesungen. Bei Chantal Akerman wird Unkomisches nicht komischer. "Infernal Affairs", die Gangster-Trilogie von Andrew Lau und Alan Mak, ist ein absoluter Kracher. Annette K. Olesen zeigt in ihrem Wettbewerbsbeitrag "In Deinen Händen", wozu die Dogma-Regeln gut sind. Jean-Pierre Leaud ist in "Folle embellie" durch und durch royal.

Berlinale 3. Tag

Außer Atem vom 07.02.2004 07.02.2004. John Boormans Südafrika-Melodram "Country of my Skull" leidet an Klischeees und wird von seinen Schauspielern gerettet. Alles gelogen in Nancy Meyers Wettbewerbsfilm "Something's gotta give", aber nicht nicht in Andres Veiels Film "Die Spielwütigen", der vier Schauspielschüler beobachtet. In Patrice Lecontes Wettbewerbsfilm "Confidences trop intimes" verwechselt Sandrine Bonnaire einen Steuerberater mit einem Psychiater.

Berlinale 1. Tag

Außer Atem vom 05.02.2004 05.02.2004. Mit tadelloser Frisur wartet Nicole Kidman in Anthony Minghellas Bürgerkriegsfilm "Cold Mountain" darauf, dass der Geliebten aus dem Krieg in ihr Dorf zurückkehrt. Ein Traum aus den Neunzigern! Die Retrospective zeigt Sam Peckinpahs "The Wild Bunch", einen der blutigsten Western der Filmgeschichte.

Berlinale 8. Tag

Außer Atem vom 13.02.2003 13.02.2003. Christian Petzold beweist in "Wolfsburg" filmische Intelligenz. In Spike Lees "25th hour" amüsieren sich nicht mal Drogendealer. In Pascal Bonitzers Wettbewerbsfilm "Petites Coupures" verirrt sich Bruno, Kommunist, Journalist und Nervensäge, zwischen eins, zwei, drei, vier Frauen.

Berlinale 7. Tag

Außer Atem vom 12.02.2003 12.02.2003. Der beste Wettbewerbsfilm ist Johnnie Tos "PTU". Schade, dass er im Forum gezeigt wurde. Li Yangs "Blinder Schacht" schildert kapitalistische Methoden in China. Hans-Christian Schmid knebelt seine Figuren in "Lichter". Wurde beim Bundestagswahlkampf von Andreas Dresen gefilmt: "Herr Wichmann von der CDU". Er hatte zwar keine Chance, aber gekämpft hat er. In Murnaus "Tartüff" geht es um Blicke: durchs Schlüsselloch, in den Spiegel, auf's entblößte Bein Elmires.

Ein Goldener Bär zum Jubeln und einer zum Weinen

Außer Atem vom 17.02.2002 17.02.2002. Man wird nicht sagen können, dass der Jahrgang 2002 herausragend war, ein wirkliches Meisterwerk gab es, im Wettbewerb jedenfalls, nicht zu sehen. Dazu passt, dass der Goldene Bär diesmal geteilt wurde. Eine wunderbare Entscheidung, die gewiss nicht auf einhellige Zustimmung stoßen wird, ist der Goldene Bär für Hayao Miyazakis "Spirited Away".

Berlinale 9. Tag

Außer Atem vom 14.02.2002 14.02.2002. Universale Werte: "War and Peace" von Anand Patwardhan. Framing Reality: Die Theorie-Begleitkonferenz zur Berlinale. Luftwurzeln: "Piedras" von Ramon Salazars. Schwindlig in Rom: Carola Spadonis "Drehungen".

Berlinale 7. Tag

Außer Atem vom 12.02.2002 12.02.2002. Subtil: "July Rhapsody" von Ann Hui. Ein kleines Wunder: "Halbe Treppe" von Andreas Dresen. Das Ende: "Tiexi District" von Wang Bing. Der Anfang: "Railroad of Hope" von Ning Ying. Hüte dich vor Damenbärten: "Versuchungen" von Zoltan Kamondi.