Stichwort

Begehren

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Parapopuläres Kino: Alain Resnais' 'Aimer, boire et chanter' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2014 […] "Aimer, boire et chanter" nimmt nach einem amüsant-lockeren Beginn eine erstaunlich intensiv ausgespielte melodramatische Wendung (zu deren Vollendung der Film schließlich von der Halböffentlichkeit der Gärten in die neurotisch eingefärbte Privatheit der jeweils eigenen vier Wände wechselt). Das Begehren der Frauen, die Eifersucht der Männer zentriert sich immer neu und immer ausschließlicher auf den unsichtbaren, todkranken George. […] Von Lukas Foerster

Einparken kann sie tadellos: Lars von Triers "Nymphomaniac" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2014 […] Vielmehr scheint es in "Nymphomaniac Volume I" – trotz und gegen die eigenen ultra-expliziten Bilder – auch darum zu gehen, dass das Sprechen über Sex, Liebe und Begehren zwangsläufig ein Sprechen in Metaphern ist, dass es nichts anderes als ein Sprechen in Metaphern sein kann, dass das Begehren etwas ist, dem man sich letztlich nur über Umwege und "uneigentliches" Sprechen nähern kann. […] Von Elena Meilicke

Prism 3: Was geht mich das an?

Redaktionsblog - Im Ententeich 25.06.2013 […] Der amerikanische Hacker Moxie Marlinspike hat das in seinem Blog am Beispiel des "Sodomie"-Verbots erklärt, das in einigen amerikanischen Staaten bis vor kurzem noch galt: "Jeder Teenager kann Ihnen sagen, dass die wichtigsten Erfahrungen nicht die sind, die man ersehnt hat, sondern die, die das, was man ersehnt, transformieren. Wir können nur begehren, was wir kennen. Es ist unsere Erfahrung, die uns sagt, was wir in der Lage sind zu tun und was nicht, die hauptsächlich unseren Sinn für unsere Möglichkeiten prägen. […] Von Anja Seeliger

Bleibt ein Unvollendeter: George Sluizers 'Dark Blood' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2013 […] Vernunftmäßig kann sie an diesem Antrag freilich nur den Wahn erkennen, aber das ändert nichts an ihrer aufrechten Rührung – und an ihrem seit der ersten Begegnung mit Boy (auch die eine klaffende Lücke) tobenden Begehren. Für die vielschichte Bearbeitung des zentralen Schuldzusammenhangs hängt sehr viel an dieser Szene, worin die Empathie der weißen Frau den Wahn des anteilig indigenen Mannes wie flüchtig auch immer als jene nicht direkt benennbare Wahrheit erkennt, von der "Dark Blood" eigentlich handelt. […] Von Nikolaus Perneczky

Bille Augusts 'Nachtzug nach Lissabon' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2013 […] Bruno Ganz fordert ihn in einer Szene zwar zu einem schauspielerischen Kräftemessen heraus, aber letztendlich stemmen die beiden mit all ihrer Gravitas nur ein Fliegengewicht: Gibt es die Liebe? Oder gibt es nur Begehren, Wohlgefallen und Geborgenheit? Mitunter setzt die immer zarter werdende Martina Gedeck als portugiesische Ärztin ein Gegenwicht, während Charlotte Rampling absurd viel alteuropäische Noblesse in ihre Rolle als Schwester des toten Schriftstellers legt: "Bern is in Switzerland, is it not?" […] Von Thekla Dannenberg

Güte und Perfidie: Guillaume Nicloux' 'Die Nonne' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2013 […] Und auch die dritte Äbtissin - obwohl Isabelle Huppert ihr alles gibt, was ihr ausgeschnittenes Gesicht zu geben vermag - erkennen wir sofort als Machthaberin in Liebesnöten wieder, die ihre Position missbraucht, um ihr Begehren zu befriedigen. Nur Suzannes Vater kann sie von diesen Qualen erlösen: In Nicloux' "La religieuse" ist die Aufklärung, problematisch genug, ein Mann. […]

Schweigsame Bauern in Nanouk Leopolds 'It's All so Quiet' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013 […] Schweigende Männer in der niederländischen Provinz, Männer, die die Welt im Großen und Ganzen so anerkennen, wie sie ist (nämlich: für andere Männer gemacht als für solche wie sie selbst), ein sanft rhythmisierter Reigen des Verzichts, der nur einmal, kurz, und auch da nur als Andeutung, aufgebrochen wird. Unterdrücktes Begehren und tief sitzende Traurigkeit in den kammerspielartigen Innenszenen, gelegentlich ein fast traumartiges, oft klavieruntermaltes Aufatmen in den Außenszenen, bei den Schafen und Eseln. […] Von Lukas Foerster

Porträtiert die Skaterszene in Ostberlin: Marten Persiels 'This Ain't California' (Perspektive Deutsches Kino)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2012 […] Es hätte deshalb vielleicht gar nicht so viel aufgepeitschte MTV-Ästhetik gebraucht, gar nicht so viel Wir-waren-jung-und-hatten-Spaß-Gepose; aber dass "This Ain't California" auf diese Weise ein bestimmtes Begehren bedient und deshalb ziemlich gut funktioniert, ist klar - wer möchte nicht Teil einer Jugendbewegung gewesen sein? […] Von Elena Meilicke
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