Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Wunsch zur Neuerfindung

17.07.2018. In Vanity Fair verkündet Tim Berners Lee, wie er das Internet revolutionieren will. Die London Review of Books erklärt, warum Anthony Powell verglichen mit Proust vielleicht der bessere Autor ist. In Magyar Narancs denkt die Schriftstellerin Edina Szvoren über die Gründe für Erfolg und Misserfolg von Übersetzungen nach. La Vie des Idees fragt, was genau eigentlich der Mehrheitswille ist. Der New Yorker erklärt, wie der Internethandel ländliche Identitäten in China verändert. Der Believer lernt von Clarice Lispector, dass man sich zu seiner Wiedergeburt auch ohrfeigen kann.

Unbehagen am Liberalismus

10.07.2018. Das New York Magazine porträtiert den afroamerikanischen Maler Henry Taylor. The Atlantic fragt, was Transsexualität und was Pubertät ist. In Eurozine erklärt David Goodhart den Anywheres, dass ihnen gerade ihre Arroganz gegenüber den Somewheres zum Verhängnis wird. Der Guardian denkt über die Philosophie George Soros' nach. Im Jacobin Magazin erklärt David Graeber, was ein Bullshit-Job ist. Wired fürchtet einen Krieg im All.

Fürstenkultur vom Feinsten

03.07.2018. Erschütterungen ahoi. Noch nie sind in Britannien über einen so langen Zeitraum die Realeinkommen gesunken, warnt John Lanchester in der London Review of Books. Der New Yorker grübelt, wie ein bedingloses Grundeinkommen aussehen müsste, das nicht neue Ungerechtigkeiten schafft. La vie des idees staunt über das ökonomische Imperium der katholischen Kirche in Irland. Elet es Irodalom begutachtet den Umbau Ungarns von der illiberalen Demokratie zur Christdemokratie. Wired analysiert das neue Selbstbewusstsein der IT-Arbeiter im Silicon Valley.

Stress der Straße

26.06.2018. Harper's blickt sich um in den toten Zonen von New York. Osteuropa porträtiert die liberalen Autokratien in der EU. Menschenrechte ist nur ein anderes Wort für Neoliberalismus und Antitotalitarismus, schäumt Pankaj Mishra in der London Review of Books. Der Spectator träumt von einer farbenblinden Gesellschaft. Naiv, schimpft die New York Review of Books. Linkiesta erteilt Alexander Dugin das Wort.  Der Rolling Stone besucht das Mannkind Johnny Depp.

Landschaft des Verstehens

19.06.2018. Jetzt wird schon mit Hilfe der Virtual Reality Jagd auf Flüchtlinge gemacht, ächzt Wired. Die Republik recherchiert, wie der  FC Kreml für sich die Fußball-WM klarmachte. In Magyar Narancs spürt Imre Bartók seinem Widerwillen gegen die Ordnung nach. Der Guardian ermittelt in der Welt der Kunstfälscher. Die New York Times reitet mit John Kidd, dem Gaucho der James-Joyce-Exegese, gegen die Gauleiter der Wirtschaftlichkeit.

An die eigenen Prügel gewöhnt

12.06.2018. Der New Yorker will nicht mehr über Privatsphäre reden, wenn es um Datenschutz geht, sondern über Freiheit. Binge-Watching funktioniert auch umgekehrt, lernt das New York Magazine beim Datenfresser Netflix. In Ceska pozice ahnt Mark Lilla, warum Amerikas Linke an Kraft verliert. Und La vie des idées blickt auf die Justiz als Schauertheater. epd-Film denkt über politische Korrektheit im Kino nach. Und Le Monde diplomatique lernt beim Truppenbesuch in Mali, dass die Welt aus einem Panzerfahrzeug weder Unschuld noch Anmut besitzt.

Eine verschämte Revolution

04.06.2018. Die London Review glänzt mit einer intensiven Reportage über den Brand des Grenfell-Towers und seine politische Ausschlachtung. Slate.fr erinnert sich an 1968 in der arabischen Welt. The Nation schildert die prekäre Lage von Afrikas Whistleblower. Eurozine lernt von dem Harvard-Genetikers David Reich: Vermischung ist überall, es gibt kein Urvolk. Der Merkur erinnert an die ungeliebte Novemberrevolution. In Magyar Narancs erklärt der Künstler Szabolcs KissPál sein Konzept eines "Pseudomuseums". Der Economist nimmt den Rassismus in Prognose-Tools auseinander.

Die Sandräuber sind unterwegs

29.05.2018. Der Guardian rechnet vor, wie reich viele Briten durch die russischen Oligarchen wurden. El Pais Semanal staunt über die Sandimporte in die arabischen Emirate. Der Believer sucht die Sonnenseiten der USA. Die Public Domain Review beugt sich über den Kleinsporigen Grünspanbecherling, der die schönsten Intarsien macht. Lidove noviny erinnert an Philip Roths Einsatz für die tschechoslowakischen Dissidenten.

Wir verlieren da gerade etwas

22.05.2018. Afro-Pessimismus ist nicht das Heilmittel gegen Rassismus, versichert Darryl Pinckney in der New York Review of Books Ta-Nehisi Coates. In der London Review of Books geißelt Sally Rooney die irische Heuchelei, die Abtreibung verbietet, Ausreise zur Abtreibung aber erlaubt. In Film Comment verteidigt Regisseur Christopher Nolan den Analogfilm gegen die digitale McDonald's-Präsentation. In Atlantic fürchtet Henry Kissinger mit Blick auf die Künstliche Intelligenz, dass wir unsere Welt bald nicht mehr erklären können.

Theorie des psychotischen Kontinuums

15.05.2018. Aeon erklärt, was Homer meinte, wenn er vom "schwarzen" Achill sprach. Hospodarske noviny besucht ehemalige Samisdat-Verleger. Harper's zähmt die Stimmen in seinem Kopf. In Magyar Narancs erklärt Regisseurin Zsófia Szilágyi, warum ihr Film "Egy nap" kein Frauenfilm ist. Bloomberg Businessweek wagt sich ins Pi-Hole.