Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Eine Ahnung euphorischer Revolte

03.12.2019. In der NYRB erklärt der Romancier Joseph O'Neill den Demokraten, wie man Wahlen gewinnt. Im Merkur überlegt der Politikwissenschaftler Philip Manow, ob der heutige Populismus Symptom für eine Krise der Demokratie oder eine Krise der Repräsentation ist. In Elet es Irodalom sieht der Historiker László András Magyar ihn eher als Symptom der Angst vor Veränderungen. Der New Yorker übt den Rollentausch in der Virtual Reality. Die London Review warnt vor dem gemeinen Staat.

Zeit des Wilden Denkens

26.11.2019. Die Businessweek beschreibt die hervorragenden Geschäfte, die Facebook mit den amerikanischen Parteien macht. Im New Yorker gruselt sich der frühere Tech-Investor Robert McNamee vor den Data-Voodoo-Puppen, die das Silicon Valley aus den Menschen macht. In Eurozine verteidigt Karl Schlögel den historischen Moment und das Wilde Denken gegen die Theorie. In Elet es Irodalom bekennt sich György Dalos zur Ostalgie. Der Guardian trifft in Paris die Chinesen vom Quatre Chemins. Und Wired begibt sich auf die Spur des Mammut-Elfenbeins.

42 Matches

19.11.2019. The Atlantic betrachtet von allen Seiten die Spaltung Amerikas. The Intercept beugt sich über iranische Geheimdokumente zum Irak und stellen fest: der Irakkrieg hat nur Teheran genützt. Die New York Review of Books feiert die Erhabenheit der Malerin Vija Celmins. In Eurozine beklagt John Palattella den Niedergang des amerikanischen Essays, dessen Versuchsform strikter Ideologietreue weichen musste. In Elet es Irodalom fragt sich der Rechtssoziologe Zoltán Fleck, was nach Orban kommen kann. Die New York Times berichtet über die systematische Verfolgung der Uiguren.

Der Vertraute der Schönheit

12.11.2019. Der New Yorker betrachtet die Zwillingsexplosionen des Populismus rechts und links des Atlantik. In La Regle du Jeux erinnert sich Adam Gopnik an Philip Roth. In der London Review möchte Christopher Clark weder seine eigenen spirituellen Affinitäten zu Hitler erkunden noch die von Karl Ove Knausgard. In Magyar Narancs gibt László Krasznahorkai Einblick in seinen Schreibprozess. Der Film-Dienst starrt auf 24 Filme die Woche. Und in der New York Times fragt Rachel Cusk, wer die Frau als Künstlerin ist.

Mafiartige Landnahme

05.11.2019. Warum ein Jungfrauenhäutchen keine Jungfrau macht (und umgekehrt), erklärt Marie Claire. Die New York Times folgt den Wegen von Millionen Euro an Agrarsubventionen der EU, die in die Taschen der Günstlinge osteuropäischer Regierungen fließen. Die Brüder Grimm waren üble Antisemiten, enthüllt Gerhard Henschel im Merkur. Die New York Review of Books fürchtet ethnische Säuberungen Erdogans in Nordsyrien. In Eurozine wirft Ivan Krastev einen düsteren Blick auf die Zukunft der Demokratie in Europa. In The Nation kritisiert Seyla Benhabib den universalistischen Gleichheitsgedanken von John Rawls.

Eine Strategie der Täuschung

28.10.2019. Wired sieht Jakarta versinken. Der New Yorker rätselt über den unauflösbaren Widerspruch eines Brexit. In Magyar Narancs erklärt der Philosoph Gáspár Miklós Tamás, wie das Orbán-System zum Flaggschiff der europäischen Rechtsradikalen werden konnte. Der Rechtspopulismus in Osteuropa richtet sich vor allem gegen den Individualismus, meinen Ivan Krastev und Stephen Holmes im Guardian. La vie des idees erinnert daran, gegen welche Zustände in Paris einst die Banlieue gegründet wurde.

Das Gift der Vergangenheit

22.10.2019. In Afghanistan geht der Krieg immer weiter, und der Abzug amerikanischer Truppen hilft auch nicht, berichtet der New Yorker. Im New Statesman staunt der Historiker Robert Saunders, wie klein die Brexiteers England plötzlich machen. Der Guardian fühlt sich etwas unter Druck gesetzt in den Räumen des Frauennetzwerks "The Wing". In Elet es Irodalom denkt László Végel über Minderheiten und Identität nach. La vie des idees widerspricht dem Vorwurf, die EU sei nicht demokratisch.

Der feuchte Traum eines Mikroökonomen

15.10.2019. New Yorker und Atlantic fühlen dem Behemoth Amazon auf den Zahn, der Kritik erstmals nicht einfach mehr wegdrücken kann. In der New York Review of Books fragt Zadie Smith, ob uns das Konzept der kulturellen Aneignung nicht denkfaul macht. Magyar Narancs und Dissent denken über Agnes Heller und ihr Verhältnis zu György Lukacs nach. Critic.de feiert die Münchner Filmemacher der 60er. Pitchfork führt uns durch die Geschichte der Conceptronica.

Blut an der Wand

08.10.2019. Der New Yorker lässt sich einen Text von der KI schreiben. Die tschechischen Magazine proben das Leben ohne Karel Gott. Im Merkur meditiert Valentin Groebner über die Male des Futur II auf der Haut der anderen. Der Film-Dienst feiert die Freiheiten der italienischen Giallo-Filme. In der London Review fürchtet John Lanchester die Überwachungstechniken von Facebook. Die New York Times zeigt, dass traditionelle Medien und der Staat das auch können.

Ihr Marken-Intellektuellen-Diva-Outfit

01.10.2019. Die Paris Review staunt über die Intelligenz von PflanzenReuters fürchtet den Aufmarsch der Bewaffneten Volkspolizei in Hongkong. Bloomberg beobachtet die Mongolei auf ihrem Balanceakt zwischen Norwegen und Russland. In Aktualne skizziert Jaroslav Rudis die Nachwirkungen der Wende in Tschechien und Ostdeutschland. Die New York Times untersucht in einem Dossier die Gründe für die epidemische Ausbreitung von Bildmaterial mit missbrauchten Kinder.