Magazinrundschau - Archiv

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Wir verlieren da gerade etwas

22.05.2018. Afro-Pessimismus ist nicht das Heilmittel gegen Rassismus, versichert Darryl Pinckney in der New York Review of Books Ta-Nehisi Coates. In der London Review of Books geißelt Sally Rooney die irische Heuchelei, die Abtreibung verbietet, Ausreise zur Abtreibung aber erlaubt. In Film Comment verteidigt Regisseur Christopher Nolan den Analogfilm gegen die digitale McDonald's-Präsentation. In Atlantic fürchtet Henry Kissinger mit Blick auf die Künstliche Intelligenz, dass wir unsere Welt bald nicht mehr erklären können.

Theorie des psychotischen Kontinuums

15.05.2018. Aeon erklärt, was Homer meinte, wenn er vom "schwarzen" Achill sprach. Hospodarske noviny besucht ehemalige Samisdat-Verleger. Harper's zähmt die Stimmen in seinem Kopf. In Magyar Narancs erklärt Regisseurin Zsófia Szilágyi, warum ihr Film "Egy nap" kein Frauenfilm ist. Bloomberg Businessweek wagt sich ins Pi-Hole.

Die jenseitige Abstraktion des Klangs

08.05.2018. Eurozine zieht traurige Bilanz dreißig Jahre nach der Wende in Tschechien und der Slowakei. Die New York Review of Books erzählt, wie sich Hollywood vor lange Zeit neu erfand. Merkur und New Statesman werfen einen Blick auf die Aktualität des Marxismus und den Verfall der Sozialdemokratie. In Ideas preist Juan Villoro die Zapatisten. Elet es Irodolam verabschiedet die freie Presse in Ungarn - es will sie ohnehin niemand. Und der New Yorker beteuert: So schlimm wird das gar nicht mit der Künstlichen Intelligenz.

Die unsichtbare Architektur unseres Alltags

02.05.2018. Die Washington Post blickt auf das Elend von 70 Millionen unverheirateten Männern in Indien und China. Respekt wüsste gern von der Prager Polizei, seit wann Mordaufrufe an Journalisten als Kritik gelten. Der New Yorker schildert den Kampf privater Firmen um Cybersicherheit. Eurozine fragt, warum keine westlichen Reporter aus der Ukraine berichten. Slate denkt ohne zu schmollen über unser Verhältnis zu Facebook nach. Die New York Times möchte Privatsphäre gern als kontextuelle Integrität verstanden wissen.

Rubinschwefel, Zinnober und Cochenilleschildläuse

24.04.2018. Outlook India versucht zu begreifen, warum die Mehrheit in Indien zur Vergewaltigung und Ermordung der achtjährigen Asifa schweigt. Die tschechischen Magazine streiten über Milos Forman. Die LRB blickt auf Nigeria und stellt fest, dass die Fulani-Hirten noch brutaler sind als Boko Haram. Bloomberg sucht ein neues Rot. Quanta skizziert die Entwicklungen chaotischer Systeme, die künftig für weniger Chaos sorgen sollen. La vie des idees fragt sich, was Rasse und Geschlecht unterscheidet.

Die Idee eines freien Graswurzel-Internets

17.04.2018. Vom Verderben der Mütter zum James Bond der Destillation - Prospect analysiert die Entweiblichung des Gin. Im Believer erzählt Michelle Tea von der großen Zeit der HAGs. Hospodarske noviny erinnert an Milos Forman. Im New York Magazine diskutieren ein paar Digital-Veteranen ihre schlimmsten Fehler. In La vie des idees erinnert der Sozialhistoriker Cédric Passard an die Ära der Pamphlete. In der LA Review of Books will der Schriftsteller Richard Powers mehr Bäume als Protagonisten.

Spektraler Schussfaden

10.04.2018. Alle wählen in den USA! Im Guardian möchte Rana Dasgupta die Staatsbürgerrechte vom Staat entkoppeln. In Eurozine feuert der Psychologe Jordan Peterson gegen die egalitäre Utopie der radikalen Linken in Kanada. Die NYRB analysiert das System Orban. Simon Reynolds würdigt in Pitchfork  das schottische Elektronik-Duo Boards of Canada. Man muss dem Populismus politisch statt moralisch begegnen, fordert der Merkur. In Edge.org erklärt Kai-Fu Lee, warum wir keine Angst vor Künstlicher Intelligenz haben müssen. Die NYT veröffentlicht die IS-Files.

Ich bin die einzige Frau hier

03.04.2018. Il Mulino erforscht die Ideologie des Chavismus in Venezuela. Die LRB feiert den Pullover für Frauen. Die Romanischen Studien erklären, warum die Poststrukturalisten 1968 so alt aussahen. In Cinema Scope erklärt Paul Schrader, warum er den Tarkowski-Ring nicht überschreitet. Der New Yorker porträtiert die pakistanische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid-Chinoy. Im New Statesman erklärt John Gray, wie die 68er den Kapitalismus retteten. 

Rohrleitungen der Kognition

27.03.2018. Im New Yorker untersucht der britische Philosophen Andy Clark die Verkabelungen unserer Seelenmaschine. Die LRB zuckt beim Skandal um Facebook und Cambridge Analytica die Schultern: So ist halt der Kapitalismus. Radikale Doktrinen sind vor allem eins, radikal intolerant, meint der Politologe Michael Walzer in Eurozine. Das TLS lernt, dass Biokühe in den Cotswolds auf Kindermädchen bestehen. Die NYT begleitet die französische Astrobiologin Nathalie Cabrol in die Atacama Wüste Chiles. Longreads erzählt von zweifelhaften, aber sehr teuren Krebsbehandlungen in Deutschland.

Von amourösem Adel

20.03.2018. Die LRB denkt über eine Art sexuelles Grundeinkommen für alle nach. In Aeon beobachtet der Historiker Martin Jay den Begriff "Entfremdung" bei seiner Wanderung von links nach rechts. In der LARB sieht der Philosoph Ron Srigley nur noch einen Zweck in Universitäten: die reibungslose Produktion von genormten Verwaltungsangestellten. The Atlantic überprüft die Arbeit des deutschen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.