Magazinrundschau - Archiv

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Freak der Freaks

21.11.2017. In der NYRB empfiehlt Timothy Garton Ash den Deutschen, mit ihren Rechten zu reden. Im New Yorker erklärt Peter Schjeldahl seine Frustration mit Leonardo da Vinci. Im New York Magazine überlegt Rebecca Traister, wo genau wir in der Missbrauchs-Debatte gerade stehen. In Eurozine zupft Maurice Earls den Briten schon die Mohnblume aus dem Knopfloch. Micromega beglückwünscht den Zentralrat der Ex-Muslime. Gentlemen's Quarterly erzählt, warum Putin William Browder hasst.

Das Rascheln des Rivalen

14.11.2017. In der New York Review of Books erkennt Charles Simic mit Czeslaw Milosz die Tragik des polnisches Dichters. In Eurozine folgt Sergei Lebedew dem unheimlichen Instinkt des Gulag-Forschers Yuri Dmitriew in den Norden. Tablet fragt, warum die muslimischen Opfer des Attentäters Mohamed Merah so allein dastehen. In 168 ora wünschen sich Lilla Sárosdi und Arpad Schilling ein Ungarn, in dem Taten Konsequenzen haben. Le Monde diplomatique beobachtet Geparden bei der Jagd auf Nilpferde. The Atlantic lernt von Liu Cixin die Ohren im dunklen Wald zu spitzen. Und der New Statesman weiß, wer sich Fötenzellen in die Pobacken spritzen ließ.

Wildheit und Vergeltung

07.11.2017. Im Guardian erklärt Jonathan Franzen, wie man seine Gedanken ordnet. Wired findet heraus: Wer weder links noch rechts ist, ist ein Bot. Die NYRB blickt auf das klägliche Ende, dem sich der Krieg in Syrien entgegenschleppt. n+1 zeigt, wie mit Uber der junge und potente Verbraucher dem Bürger davonfährt. Eurozine bricht eine Lanze für das Europäische Reich. Elet es Irodalom versucht Ungarn aus seiner demokratischen Müdigkeit zu rütteln. Und Osteuropa erkennt im Jubiläum die Revanche des Staates an der Revolution.

Urbane Melancholie

31.10.2017. The Atlantic bereist den Rust Belt und wird immer ratloser. Martin Amis hat in Esquire nichts als Verachtung für die Trump-Wähler in Ohio. Salon warnt: Am Reich des Nicht-Realen haben wir alle mitgebaut. In HVG denkt Gabor Nemeth über politisch korrekte Sprache nach. Lapham's Quarterly trauert um den Verlust der jesidischen Kultur. Im Merkur besingt Karl Schlögel die Schönheit Petersburgs. In Pitchfork feiert Simon Reynolds die Dance Music von Burial.

Einmal Freiheit

24.10.2017. Emmanuel Carrère studiert für den Guardian die Verführungskunst Emmanuel Macrons am lebenden Objekt. La regle du jeu denkt über den feinen Unterschied zwischen Verführung und Belästigung nach. In Eurozine erklärt Slavenka Drakulic den Katalanen, was es braucht, um einen Bürgerkrieg auszulösen. Die London Review würdigt Mut, Verstand und Genie der vor 100 Jahren geborenen Carson McCullers.

Klempner werden?

17.10.2017. Kapitalismus und Gleichberechtigung vertragen sich nicht, lernt Alena Wagnerova in Novinky. Die New York Times staunt über den Internationalismus der neuen Rechten. Die LRB sieht schwarz für Kurdistan. La vie des idees liest Identitätsmuster aus der Gänseleber. Im New Yorker erinnert sich Jonathan Franzen an den Rassismus im New York der Achtziger.

Die besten Jahre unseres Lebens

10.10.2017. In der New York Times fragt Thomas Chatterton Williams Ta-Nehisi Coates, warum Weiße auch im negativen Sinne immer etwas Besonderes sein sollen. Carlo Ginzburg erklärt in der New York Public Library, wie er Jude wurde. Der Merkur kreist um Exoplaneten. Die Paris Review erinnert an die sowjetische Kampffliegerin Lilja Litwjak. Hospodarske noviny würdigt den tschechischen Dichter František Listopad. In Film Comment erklärt Regisseur Todd Haynes, warum man in New York keine Spur der Siebziger mehr findet.

Im Knochenraum

04.10.2017. Anne Applebaum in der New York Review of Books über die Zukunft Europas, Gábor Schein in Elet es Irodalom über die Post-Orbán-Zeit, Wayne Bell in Quietus über seine Musique Concrète für das "Texas Chain Saw Massacre", Jiri Pehe in Novinky über den Geist Mitteleuropas und GQ über den Mord an Kim Jong-nam.

Götter der Objektivität

26.09.2017. Nationalismus muss nicht hässlich sein, versichert der Guardian mit Blick auf die Katalanen. Bei den Katalanen ist er sogar besonders hässlich, meint dagegen Letras Libres. Wired und das TLS suchen nach der Wahrheit. In Novinky sucht Ivan Krastev nach zukunftsgerichteten Ideologien. Und Bloomberg möchte sein Wasser lieber nicht von Nestlé kaufen müssen.

Im Nebel unser Irrtümer

19.09.2017. In A2 stellt Filmemacherin Marta Dzido die Frauen in der Solidarnosc-Bewegung vor. Linkiesta porträtiert den Kandidaten der Cinque Stelle für das Amt des Premiers, den 31-jährigen Luigi Di Maio. Der Guardian erzählt, wie Luxemburg die Ausbeutung des Weltalls vorantreibt. In El Espectador denkt Hector Abbad über die Möglichkeiten Gesichtserkennung nach. Der New Yorker bewundert die phantastischen 3-D-Haute-Couture Iris van Herpens. Die LRB feiert die bislang beste Filmdoku über den Vietnamkrieg vor.