Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Hand in Hand mit der Liebe

15.09.2026. Swetlana Alexijewitsch spricht in Meduza über "Menschen der Kriegskultur".  Der New Yorker porträtiert den Trump-Gesandten Jared Kushner als Virtuosen des Win-Win. Aber auch Donald Trump Jr. geht es bestens - er ließ sich laut Propublica seine Hochzeitsfeier von einem Putin-Vertrauten bezahlen.  Elet es Irodalom begleitet die Regierung Peter Magyars nun doch mit einiger Skepsis. In der London Review of Books schwärmt Literaturwissenschaftler Colin Burrow über Gedichtbesprechungen der amerikanischen Kritikerin Helen Vendler.

Früher oder später erlischt das Licht

08.09.2026. Die LRB erklärt,  warum eigentlich das Militär in Pakistan regiert. In der NYT fragt der Palästinenser Ahmed Fouad Alkhatib, warum die Linke die Hamas liebt. László F. Földényi findet das Licht bei Péter Nádas. Bei Dekoder denkt die belarusische Schriftstellerin Volha Hapeyeva über Identität nach. In The Nation erklärt der linke US-Demokrat Abdul El-Sayed, warum er sich um den Kapitalismus sorgt. Der New Yorker denkt über Klasse, Kultiviertheit und Charme nach.

Zwischen einem Petaflop und einem Exaflop

01.09.2026. Newlines begibt sich in gut belüfteten unterirdischen Kammern auf die Suche nach den geheimen Goldvorräten des Islamischen Staates. Außerdem erzählt New Lines die grausame Geschichte der Unterdrückung der Jesiden. Der New Yorker besucht Susan Te Kahurangi King, Neuseelands berühmteste Künstlerin, die sich durch Zeichnungen von Menschen mit Schweinegesichtern ausdrückt. Novaja Gazeta Europe berichtet von russischen Familien, die die falschen Leichen ihrer im Krieg gestorbenen Söhne zugeschickt bekamen. Modisch ist, wer den besten Fake besitzt, lernt der Dlf. Und Eurozine lernt, wie aufwändig es wird, dass vollständige menschliche Konnektom zu kartieren.

Speziell für Teenager-Mädchen zum Verweilen

25.08.2026. Iran heuert weltweit "billige Kriminelle" an, um Exil-Iraner zu bedrohen oder zu töten, berichtet der New Yorker. Eurozine erklärt, wie geschlechtersensible Stadtplanung funktioniert. Art Spiegelman im Guardian und Jan-Werner Müller im Merkur blicken auf die verheerende Zerstörung der Demokratie unter Trump. Bei Hlidaci Pes erinnert der tschechische Historiker Prokop Tomek an die Beteiligung der DDR am Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei. Und New Lines reist in eines der größten Ölfördergebiete Südsudans, eine wichtige Zufluchtsstätte für Sudanesen, in der das Wasser von giftigen Schwermetallen kontaminiert ist.

Um die 50 000 Zivilisationen

18.08.2026. Dekoder stellt den belarusischen Schriftsteller Uladsimir Karatkewitsch vor, dessen Bücher 42 Jahre nach seinem Tod in Belarus verboten werden. Foreign Affairs fordert die Vereinten Nationen auf: Hört auf die afghanischen Frauen. Das lyrische Ich ist immer eine Konstruktion, erinnert die Autorin Krisztina Tóth in Elet es Irodalom, auch in der Autofiktion. Eurozine erklärt den Zusammenhang zwischen Blutwurst und Botox. Der New Yorker erzählt eine Geschichte von Kuru, Kolonialismus und Kannibalismus, von Päderastie ganz zu schweigen.

Wir sind bei lebendigem Leib verrottet

11.08.2026. Wer Opfer zum Kotzen findet, sollte vielleicht nicht Katholik werden, denkt die LRB nach Lektüre von J.D. Vances "Communion". Dekoder widmet sich dem belarusischen Kino. The Atlantic sieht Freud gerettet - durch neueste Technologien. Der New Yorker besuchte den russischen Gulag für gefangene Ukrainer. Le Grand Continent entdeckt die fabelhafte Dichterin Zuzanna Ginczanka. Wired staunt, wie sich die radikale Rechte Argumente des Unabombers zu eigen macht.

Harte Arbeit ist nutzlos

04.08.2026. Für eine Supermacht steht China auf ganz schön wackeligen Füßen, meint der New Yorker mit Blick auf die geplatzte Immobilienblase. Die Novaja Gazeta Europe blickt bang auf die große Zahl russischer Veteranen. Die London Review denkt am Beispiel der Höhlenmalereien von Chauvet über Sprache und Kunst nach. In Grand Continent erklärt Roberto Saviano, wie leicht die Mafia in Europa Geld wäscht. Die New York Times fürchtet, dass ein einziger Investor die ganze KI-Blase zum Platzen bringt.

Haben wir Rechte?

28.07.2026. In Equator setzt Arundhati Roy nur vorsichtig auf die Bewegung der Küchenschaben zur Rettung der Demokratie Indiens. In The Ideas Letter denkt Mark Leonard darüber nach, wie rechte Bewegungen die alten Parteien verdrängen konnten. In Tunesien wird die Mär von einem großen Bevölkerungsaustausch immer populärer, beobachtet Africa is a Country. Der Guardian beschreibt einen Irak, der zwischen den USA und Iran eingeklemmt ist und auch von innen bekämpft wird. Der New Yorker befasst sich mit den "Frenchmen". In The Point erzählt Carlo Ginzburg, wie er den Opfern eine Stimme geben wollte und sich plötzlich auf einer Seite mit dem Inquisitor wiederfand.

Lang leben die Schnecken!

21.07.2026. Kulturkämpfe, wo man hinguckt: Isaac Butler erzählt im Guardian, wie Linke und Rechte seit den achtziger Jahren die Klingen schärfen. New Lines erzählt, warum dem türkischen Comedian Deniz Göktaş sechs Jahre Haft drohen. In Fathom fragt der britische Schriftsteller Howard Jacobson, seit wann es okay ist, einen unbewiesenen Genozidvorwurf als Tatsache hinzustellen. In der New York Times glaubt Zohran Mamdani, viele Demokraten würden sich einfach nur nicht trauen, von einem Genozid Israels zu sprechen. Die LRB schwelgt in Federn. HVG sucht eine ungarische Beerdigungskultur.

Blaue Einhörner, zweibeinige Biber, geflügelte Humanoiden

14.07.2026. Le Monde schickt eine Reportage über die Homosexuellen im Senegal, die inzwischen auch vom Staat aufs Korn genommen werden. Die New York Times lernt: Nicht nur Hacker können Daten klauen, auch britische Einbrecher. Andererseits gibt es die chinesische Hackergruppe Volt Typhoon, die mindestens genauso geschickt ist, lernt Wired. Eurozine erkundet das rebellische Potential von Pop-Phänomenen in China. Der New Yorker stellt ein Buch über die amerikanischen Kulturkämpfe seit den 1980ern vor. Der Observer erinnert an ein hochbezirztes Vogue-Porträt der Assad-Ehefrau Asma. Die London Review bemüht sich um einen Termin beim Oba von Benin.