Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Dann bin ich fertig mit dem Denken

24.11.2020. Der New Yorker lernt von Zimmermann Mark Ellison die Intelligenz des Körpers schätzen. Die London Review liest haitianische Geschichte von haitianischen Autoren. Lidove noviny stellt die tschechische Künstlerin Olga Karlíková vor, die Töne zeichnete. Elet es Irodalom nimmt teil am Forum der Liebe. In The Nation fragt Pankaj Mishra, warum afroamerikanische Intellektuelle so wenig internationale Solidarität zeigen. Africa is a country erzählt die Geschichte Äthiopiens. The Atlantic schildert das Drama hinter der Diskussion um die Abtreibung behinderter Föten.

Amnesie ist keine Lösung

17.11.2020. Wired denkt über Impfstrategien nach. Bei Eurozine überlegt der Schriftsteller Arnon Grunberg, wie man vergangenes Unrecht in eine bessere Zukunft ummünzen kann. Die London Review bewundert die Eleganz der Giraffe und staunt über ihre ausgeprägte Homosexualität. En attendant Nadeau liest Larissa Reissners Buch über den Arbeiteraufstand in Hamburg 1923. Warum es etwas anderes ist, ob man in der Lyrik oder im Roman die Hosen runterlässt, erklärt Ádám Nádasdy in Elet es Irodalom. Nach der Ächtung der Abtreibung werden Frauen jetzt auch bei Fehlgeburten kriminalisiert, lernt die NYRB.

Dieser köstliche Krieg

10.11.2020. Echo 24 erzählt, wie die Polen über die Tschechen denken. TLS porträtiert Boris Johnson als Lügner vor dem Herrn. Justin E.H. Smith denkt in seinem Blog über die Gamification unserer Alltagswelt nach. En attendant Nadeau stellt sich dem Trauma des Algerienkriegs. In der New York Review of Books betrachtet Valeria Luiselli die Fotos von Dorothea Lange. Science untersucht den schwedischen Ansatz in der Coronakrise. Der New Yorker erzählt von einer fehlgeschlagenen Schatzsuche.

Auf die softe Tour

03.11.2020. Der New Yorker deckt eine Verschwörung von CIA und FBI gegen Whistleblower auf. Die London Review deckt eine Kabale zur Bereicherung an der Corona-Pandemie auf. Im Merkur fürchtet Philosoph Christoph Türcke mit Paritätsgesetzen einen Rückfall in die Steinzeit. En attendant Nadeau stellt den armenisch-französischen Dichter Armen Lubin vor. Magyar Narancs entdeckt eine neue Poetik der Armut. In Esprit/Eurozine sucht der kamerunische Philosoph Jean Godefroy Bidima einen Weg zum Wiederaufbau Afrikas jenseits postkolonialer Diskurse. Politico erzählt die Geschichte vom Treffen Malcolm X mit dem Ku Klux Klan. Himal beschreibt die Verwirrung, die die afrokaribische-tamil-brahmanische Herkunft von Kamala Harris stiftet.

Kräfte des Lichts und der Dunkelheit

27.10.2020. The Baffler stellt den neuesten biometrischen Überwachungscoup vor: Gefühlserkennungssysteme. Phenomemal World bezweifelt, dass Eigentumsrechte an unseren Daten das Problem der Überwachung lösen werden. Africa is a Country erinnert das Nobelpreiskommittee daran, dass Ernährungshilfe vor allem Big Business ist. Tablet erinnert daran, dass Antifaschismus in der Sowjetunion erfunden wurde, um den Hungermord an den Ukrainern zu überdecken. Der New Yorker lernt, wie sich die Briten ihre Kolonialvergangenheit schön reden.

Wind aus dem Osten

20.10.2020. Die New York Times fragt sich, ob die Demokratie überleben kann, wenn Meinungsfreiheit auch Falschinformation umfasst. In Elet es Irodalom denkt der Dichter Csaba Báthori über verschiedene Formen des Übersetzens nach. Die London Review erklärt, warum viele Chinesen einen kompetenten Diktator einem inkompetenten, aber demokratisch gewählten Staatsoberhaupt vorziehen. Eurozine erkundet die ethno-linguistische Segregation in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Tablet fragt, warum selbst Medien wie die New York Times einen antisemitischen Hassprediger wie Louis Farrakhan hofieren. Der New Yorker trifft sich mit Moxie Marlinspike, Mitbegründer von Signal.

Bevor die Träume vergessen sind

13.10.2020. Die Bulgaren sind längst im 21. Jahrhundert angekommen, nur ihre Mobster-Eliten noch nicht, erzählt Eurozine. In Africa is a Country schildert der Filmemacher Bentley Brown die Identitätskonflikte der sudanesischen Diaspora. Die New York Review of Books wirft einen gründlichen Blick auf die Ungleichheit in Jordanien. Himal erzählt die Geschichte der Missionierung Assams. La vie des idees erinnert an das Massaker der SS in Oradour. In Deadline erklärt Alan Moore, warum er keine Comics mehr schreiben will: Das Genre ist ihm zu bürgerlich geworden.

Unhöflich, unreif, streitlustig

06.10.2020. Amerikaner sind einem plötzlich so fremd wie die Yamomami. Jedenfalls wenn man amerikanische Magazine liest: Niemand scheint mehr einen Bürgerkrieg für ausgeschlossen zu halten. Vielleicht ließe sich der verhindern, würde man endlich verstehen, wie die Rivalen Cézanne und Pissarro zusammenarbeiten konnten? Ein Rätsel, das die LRB zu lösen versucht. Und auch das gibt es: Der New Yorker stellt das Lincoln Project vor, Republikaner, die die Wiederwahl Trumps verhindern wollen. Africa is a Country erzählt von den Widrigkeiten der Oromo in Kenia und Äthiopien. Hakai starrt auf 200 nordkoreanische Geisterschiffe.

Zugang zu Inselhainen

29.09.2020. Hakai berichtet über ein Land, wo Kamele durchs Wasser zu kleinen Inseln schwimmen, um an ihr Futter - Mangrovenwäldchen - zu kommen. Laut Jacobin ist der soziale  Unterschied zwischen Schwarz und Weiß in Amerika nicht so groß, wie er scheint - jedenfalls nicht, wenn man die Armen miteinander vergleicht. Atlantic sucht den Edwin Chadwick Amerikas - um das Land nach der Corona-Epidemie zu reformieren. Lidove noviny erinnert an den tschechischen Surrealisten Mikuláš Medek, dem in Prag eine Retro gewidmet wird. New Frame thematisiert die Ausländerfeindlichkeit in Südafrika. Nature beleuchtet den kaputten Antibiotika-Markt.

Ein Faible für Satire und Demokratie

22.09.2020. Die London Review erinnert an die Siebziger, als sich die Putzfrauen von London gewerkschaftlich zu organisieren begannen. Ohne Organisation geht gar nichts, lernen auch Aktivisten in Chicago, die Obdachlose in ein Sheraton Hotel einquartierten, erzählt Harper's, das außerdem die Synthesizer-Pionierin Wendy Carlos vorstellt. Pitchfork erzählt, wie Enyas Balladen aus den Achtzigern Melodiker wie Weyes Blood ebenso beeinflusst haben wie die Death Metal Band Blood Incantation oder den Avantgardisten Oneohtrix Point Never. Atlantic warnt die Qualitätspresse: Lügen sind nicht einfach andere Fakten. Das sollte auch Facebook kapieren, meint Bloomberg. Der Guardian spuckt seinen genveränderten Lachs aus.