Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Arbeiter und Müßiggänger

19.10.2021. Quillette erzählt, wie sich Boston Pride, eine der ältesten und bekanntesten Schwulen- und Lesbenorganisationen der USA, selbst zerlegt hat. Afar besucht die Mikronation Westarctica. Eurozine erzählt, wie Anfang des 20. Jahrhunderts Eugenik dem Sozialstaat auf die Sprünge helfen sollte. Der New Yorker erzählt die Geschichte des afroamerikanischen Kommmunisten Lovett Fort-Whiteman. En attendant Nadeau erinnert an das Massaker an Algeriern in Paris 1961. Der Surrealismus war eine zutiefst antikoloniale Bewegung, lernt die New York Times im Met Museum.

Zirkuläre Bewegungen

12.10.2021. Die LRB beobachtet den Untergang Louisianas. In HVG beschreibt der Dramatiker Csaba Székely die ungemütliche Lage transsilvanischer Schwuler. Die NYT legt ihr zwei Jahre altes Porträt der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten philippinischen Journalistin Maria Ressa neu auf. Mikrokonflikte sind die Währung der Dschihadisten, erklärt Olivier Roy in Le Monde diplomatique. Dlf Kultur blickt nach Tunesien. Die tschechischen Medien analysieren die Parlamentswahlen.

Die Aura des Gefühls

05.10.2021. Die NYRB beleuchtet die narzisstische Verzerrung, die mit Künstlicher Intelligenz einhergeht. Im Spiegel pocht Jonathan Rauch auf die Regeln der Wahrheitsfindung. Osteuropa blickt aufs pragmatische Tschechien. Der Merkur fragt, wer in Indonesien den Traum der Reisscheune träumt. Der New Yorker erinnert daran, wie Jasper Johns der Kunst den Macho-Existenzialismus austrieb. Die LRB begnadigt Bigger Thomas. Africa is a Country empfiehlt den Streamindiensten Investionen in die afrikanische Filmkultur. Und The Quietus lässt einen Hauch von West-Berlin durch die Londoner Glaspaläste ziehen.

Verwirrung der Sinne

28.09.2021. Yahoo News erzählt, wie die CIA Wikileaks als außerstaatlichen feindlichen Geheimdienst ausspionierte. The Atlantic staunt über Britanniens ersten gaullistischen Premierminister. Eurozine begutachtet den Ausverkauf Italiens an China. Wer liest noch John Ashbery, fragt the drift. Africa is a country sieht eine neue, länderübergreifende Demokratiebewegung in Algerien. Geschichte der Gegenwart vermisst etwas queeren Camp-Appeal im neuen Marvel-Superhero-of-Color-Film "Shang Chi". Der New Yorker besucht Neo Rauch.

Fürst der Unordnung

21.09.2021. Atlantic lernt, warum der Investor Peter Thiel nur Moonshots liebt. Vielleicht verkörpert er damit die Essenz des Libertarismus, vermutet die LRB, die uns außerdem in die sinistre Welt des Rohstoffhandels einführt. Das New York Magazine feiert Gaetano Pesce, der etwas Asche in die blutigen Stigmata der Hand Christi streut. Wired kuschelt mit Hopepunk. Die NYT berichtet über die systematische Entrechtung von Muslimen in der indischen Provinz Assam durch ein neues Staatsbürgergesetz. Africa is a Country fragt: Was ist Whiteness in Nordafrika?

Über ungewöhnlichen Sinn und gewöhnlichen Unsinn

14.09.2021. Der New Yorker erzählt eine unglaubliche Geschichte über den syrischen Geheimdienstler Khaled al-Halabi, in der israelische und österreichische Geheimdienste eine wichtige Rolle spielen. In Unherd fordert Caroline Fourest, die Inseln der Demokratie im Nahen Osten zu hegen. Bevölkerungswachstum ist nicht der Hauptgrund für die Klimakrise, schreibt die New York Review of Books. Und Gentlemen's Quarterly betrachtet gerührt die letzten Hippies.

Gut, aber nutzlos

07.09.2021. Der New Yorker lässt sich von der Verhaltensgenetikerin Kathryn Paige Harden in die Gen-Lotterie einweihen. Rest of the World erklärt, wie fatal die sozialen Medien für religiöse Minderheiten wie die Ahmadiyya in Pakistan sind. In Atlantic geißelt Anne Applebaum den neuen Puritanismus. Vice fragt erstaunt, warum sich so wenige Amerikanerinnen für die neuen Abtreibungsgesetze interessieren. Die London Review erklärt, warum Tony Blair so verantwortlich für den Niedergang Nordenglands nach dem Kohleausstieg ist wie Margaret Thatcher. Eurozine zählt die Polizei in der Türkei.

In gegenseitiger Verklärung

31.08.2021. Foreign Affairs fragt, ob Osama bin Laden seinen geostrategischen Zielen näher gekommen ist. Hlidaci pes fragt: Können die Deutschen auch digital? Bookforum sieht mit Bohumil Hrabal und Vladimír Boudnik Bilder in der Materie. En attendant Nadeau ist beeindruckt von Georgi Demidows Erzählungen aus dem Gulag. Im Merkur freut sich Diedrich Diederichsen, dass an den Intersektionen der neuen Theorien die richtigen Karrieren beendet werden.

Gesellschaft der Unzufriedenen

24.08.2021. Harper's Magazine erzählt, wie eine Kommission mit Prince Harry, sowie ehemaligen Facebook-, Google-und Murdoch-Mitarbeitern den Menschen den Glauben an die evidenzbasierte Realität wiedergeben wollen. Atlantic stellt einen frühen Aufklärer und Feministen vor: den französischen Cartesianer François Poullain de La Barre. New Easter Europe fragt: Wen interessiert noch die Besetzung der Krim? In Eurozine macht der ukrainische Philosoph Mykola Riabchuk seinen Frieden mit der Ukraine.

Listen aller Mädchen und Frauen

17.08.2021. Der Krieg in Afghanistan ist vorbei. Für uns. Für viele Afghanen hat er gerade erst angefangen. Nach 20 Jahren Aufbauarbeit, mit Geld in der Höhe (auf heutige Verhältnisse umgerechnet) des Marshallplans für Deutschland - wie konnte das alles in einem derartigen Desaster enden? Der New Statesman, Spectator, Unherd, der New Yorker und Atlantic suchen nach Antworten.