Kunst war eh nie frei

Redaktionsblog - Im Ententeich 06.05.2015 […] Autoren. Der Hörsaal war voll, versammelt hatten sich eher die Lehrenden als die Studierenden. Dabei hatten es Budes Ausführungen durchaus in sich. Denn in ihnen verabschiedete Bude mit den Mitteln des Pop-Diskurs so beiläufig wie mitleidlos den Universalismus. Bude wollte die Debatte um Charlie Hebdo nicht als Missverständnis zwischen Frankreich und den USA abtun, auch wenn er zurecht noch einmal darauf […] Schwerpunkt habe sich immer wieder relativiert, sondern auch ihr Absolutheitsanspruch. Soziale Teilhabe habe schon immer die Einschränkung der bürgerlichen Freiheitsrechte mit sich gebracht. Mit dem Pop-Theoretiker Diedrich Diederichsen erklärte Bude schließlich die Communities zu den zentralen Referenzrahmen, in denen sich gesellschaftliche Selbstvergewisserung manifestiere, um auf die Freiheit der […] Von Thekla Dannenberg

Aufzeichnungen über Grenzen und Säume

Außer Atem: Das Berlinale Blog 05.02.2015 […] zuvor mit einem winzigen Laden in der Rue du Dragon angefangen und die Vogue zu Spezialnummern über Japan inspiriert. Seine und Rei Kawakubos Kleider waren in der Geschichte der Mode, was New Wave für Pop war. Sie waren die Künstler der nach außen gedrehten Nähte, der Asymmetrie und Dekonstruktion, einflussreich bis heute. Das rote Kleid, das Dommartin in der Barszene im "Himmel über Berlin" trägt, ist […] Von Thierry Chervel

Jedes Jahr ein bisschen: Richard Linklaters 'Boyhood' im Wettbewerb

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2014 […] ihre Smartphones in der Hand haben und damit weder "hier", noch "dort" sind. Gefangen im Limbo der sozialen Medien. Wobei "Boyhood" kein Agenda-Film ist. Dass Facebook darin erwähnt wird, Daft Punks Pop-Blockbuster "Get Lucky" im Autoradio läuft und es ein, zwei spitze Sätze gegen die NSA gibt, war zu Beginn der Dreharbeiten weder vorgesehen, noch abzusehen. Ans Werk machte sich Linklater - seit seiner […] Von Thomas Groh

Flucht zu viel: Yannis Economides' 'Stratos' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2014 […] Griechenland einfangen, gehört zu den Stärken dieses ehrgeizigen Thriller, mit dem Economides, wie er im Tagesspiegel erklärte, dem griechischen Kino eine andere Richtung zu geben: "Weniger Arthouse, mehr Pop". Nachts backt Stratos Karamanis kleine Brötchen in einer Industriebäckerei am Rande der Stadt, was seinen Nachbarn zur Weißglut treibt: "Nachts verdient man sein Geld auf der Straße." Der Mann hat […] Von Thekla Dannenberg

Pamphlet für den Ernst

Redaktionsblog - Im Ententeich 11.04.2013 […] ==== Freund ist der, vor dem man erschrickt. Der einen erkennt, sieht, selbst erschreckt zurückstößt und sagt: »Was ist denn aus dir geworden!« Es war in Tutzing, bei Maxim Billers Todestagung über Pop und Literatur, irgendwann vor hundert Jahren, wir sprangen auf der Wiese vor dem Tutzinger Tagungsschloss aufgeregt voreinander und umeinander herum, besonders aufgeregt war Joachim Bessing, er hatte […] Von Rainald Goetz

Bewegungskino reinster Form: Steven Soderberghs 'Haywire' (Wettbewerb, außer Konkurrenz)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2012 […] wie dort steht eine souverän handelnde, starke Frau im Mittelpunkt, die körperlich so gut austeilen wie einstecken kann und gehörig streetwise ist. Abgezogen ist lediglich die britische 60s-Ironie vor Pop-Art-Kulisse, Modesty blieb allen Karatekenntnissen zum Trotz eben immer auch feine Lady. Die schon im Namen ähnlich klingende Mallory Kane indessen ist wunderbar tough. Es gibt großartig gefilmte Szenen […] Von Thomas Groh

Ups and Downs einer Beziehungskiste: Andres Veiels 'Wer wenn nicht wir'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2011 […] Ensslin kennen (Lena Lauzemis) und gründet mit ihr in den frühen Sechzigern einen Verlag zur Pflege des Vaterwerks, das jedoch, aus verständlichen Gründen, keiner lesen will. Es folgt der Weg in die 60er: Pop, Studentenbewegung, offene Revolte. Die Bekanntschaft mit Andreas Baader (Alexander Fehling), stürzt das ohnehin krisengeschüttelte Paar vollends in die Entfremdung: Ensslin geht mit Baader in den b […] Von Thomas Groh

Risikoloser Thesenfilm: Jasmina Zbanics 'Na putu'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2010 […] Art wenigstens ein klein wenig riskiert. Jasmila Zbanics "Na putu" geht nicht das geringste Risiko ein. Der originellste Einfall steht gleich am Beginn: Über den Anfangstiteln läuft pumpender Balkan-Pop ("Roll With It, Roll With It"), dann folgt ein abrupter Schnitt in die Stille und auf das Gesicht Lunas, der Hauptfigur des Films. Luna (Mirjana Karanovic) ist Stewardess, schätzungsweise Mitte Zwanzig […] Von Lukas Foerster

Found Footage: A Letter to Uncle Boonmee - und anderes.

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.01.2010 […] Nachbarn der Franzosen Daft Punk und Air (die besseren Momente von Zoot Woman mischen wir locker drunter). Ihr mit entwaffnend catchigen Melodien gespickter Elektro-Pop sehnt sich auf eine unironische Weise nach Affirmation, die man im Pop zuletzt eher nicht für möglich gehalten hat. Ihr Song In The Red bringt das nicht nur bestechend auf den Punkt - auch das Video, eine wunderbar melancholisch tech […] Von Thomas Groh