Einparken kann sie tadellos: Lars von Triers "Nymphomaniac" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2014 […] – ich bin ein schlechter Mensche, was ich tue, ist moralisch verwerflich – abzumildern. Offensiv betreibt der Film also Joes Entschuldung und benimmt sich dabei fast aufreizend politisch korrekt und un-sexistisch. Ok, die ganze Episode darum, wie Teenagerin Joe rote Lackleder-Hotpants anzieht und mit der besten Freundin darum wettet, welche von ihnen mehr Sex mit fremden Männern auf Zugtoiletten haben […] Von Elena Meilicke

Der dunkelste Winkel der Weltpolitik: Hubert Saupers 'We Come as Friends' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2014 […] n zu können". So ungefähr werden es später auch die UN-Mitarbeiter sagen, die Chefs der internationalen Waffenkonzerne, die britischen Söldner und die evangelikalen Missionare. Ungeheure Profite werden in den Öl- und Landgeschäften gemacht, Milliarden Dollar verschwinden jedes Jahr aus der Staatskasse in korrupte Kanäle. Die Tochter des einen UN-Mannes plant ein Safari-Camp, der andere wechselt in […] Von Thekla Dannenberg

Denis Cotes 'Vic+Flo haben einen Bären gesehen' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2013 […] Anreiz bekomme, besser zu werden, sagt das Kind. In allen Beziehungen, auch solch flüchtigen, wie dieser ersten, an der Bushaltestelle, gibt es mindestens zwei Perspektiven. Denis Cotes "Vic et Flo ont vu un ours" zeigt eine ganze Reihe von Beziehungen; und keine einzige davon kann man in einer Perspektive erfassen. Flo findet etwas später in den Film. In der ersten Einstellung nach ihrer Ankunft sieht […] ein fast schon absurder Zufall, der hier nur nebenbei erwähnt sei, ein entscheidendes Detail aus Arslans "Gold" aufgreift - nimmt einem dann sehr nachhaltig den Atem. Lukas Foerster "Vic+Flo ont vu un ours" (Vic+Flo haben einen Bären gesehen). Regie: Denis Côté. Mit Pierrette Robitaille, Romane Bohringer, Marc-André Grondin. Kanada 2013, 90 Minuten. (Alle Vorführtermine) […] Von Lukas Foerster

Stocken und Scheitern: Zum Werk von Claude Lanzmann

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013 […] landscape." Darauf der Siedler: "I agree with you, Claude."   Claude Lanzmann und Maurice Rossel, "Un vivant qui passe" In "Un vivant qui passe" und "Le rapport Karski" kommen zwei Boten aus der Hölle zu Wort, denen es gelang, sich einen Eindruck von den Lagern bzw. vom Warschauer Ghetto zu verschaffen. "Un vivant qui passe", ein Lebender, der an den Totgeweihten vorübergeht, das ist der Schweizer Maurice […] Ehrentitel des magnum opus. Das in fünfjähriger Arbeit angehäufte Material ist die Grundlage für vieles, was Lanzmann danach gemacht hat. "Le rapport Karski", "Sobibor, 14 octobre 1943, 16 heures" und "Un vivant qui passe" gingen aus den Recherchen zu "Shoa" hervor; sie sind Auskopplungen, Erweiterungen, Nebenadern dieses Hauptstroms. Auch seine neueste, im Entstehen befindliche Arbeit, "Le dernier des […] Lanzmanns bohrende Befragung zielt. Er bohrt so lange, bis es für Rossel, mit einem Zigarillo im Mundwinkel in seinem "Louis XVI."-Sessel lehnend, unangenehm wird oder doch zumindest werden sollte. Was "Un vivant qui passe" so unangenehm macht, sind weniger die Ungereimtheiten und antisemitischen Untertöne in Rossels Rede, sondern deren gewollt lässiger, unbeteiligter Vortrag, von dem man bis zuletzt nicht […] Von Nikolaus Perneczky

Filmische Kartierung des Nachkriegsjapans: Kawashima Yuzo (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2012 […] Art und Weise, wie "Suzaki Paradeisu Akashingo" die Melancholie und das Phlegma seiner Figuren rein topographisch verhandelt; ins Bild rücken immer wieder Brücken, Schwellen und Übergänge, heterotope Un-Orte, die vom Verharren und nicht-vom-Fleck-kommen des Paares erzählen. Überaus präzise konstruiert, endet "Suzaki Paradeisu Akashingo" schließlich in einer Art Loop, mit Protagonisten, die sich zum […] Von Elena Meilicke

Fatale Nähe: Jean Ziegler und Oberst Gaddafi

Redaktionsblog - Im Ententeich 05.04.2011 […] mit dem Preis möglicherweise Reputation zurückgewinnen und Einfluss auf die UN nehmen. Ziegler war zu dieser Zeit Genfer Abgeordneter im Nationalrat für die Sozialdemokratische Partei. "Der Preis ist als Anti-Nobelpreis für die Dritte Welt gedacht", erläuterte Ziegler laut einer Depesche von UPI vom 23. April 1989, die bei UN Watch dokumentiert ist. Ziegler nannte außerdem einige Persönlichkeiten, die […] Geldgeber dieser Organisation zu irren." Ein Beispiel für diese Lobbyarbeit ist die Vorbereitung der Konferenz von Durban 2001, eine "Antirassismuskonferenz" des UN-Menschenrechtskomitees, die erstmals zeigte, dass dieses später umgetaufte UN-Gremium von Ländern wie Libyen zu einem Instrument antiisraelischer Propaganda umgebaut worden war. Laut einem Bericht der Genfer Zeitung Le Temps von 2001 sorgte […] dieser sich frech als Libyen-Experte aufspielen durfte und den Westen dafür kritisierte, dass er in Libyen nicht eingriff. Sein eigenes Verhältnis zu Gaddafi, das die regierungsunabhängige Organisation UN Watch schon im Jahr 2006 minuziös und für alle öffentlich im Internet dokumentiert hatte, kam im Interview nicht zur Sprache. Wie lammfrom die als investigativ geltende SZ fragen kann! Ziegler war […] Von Thierry Chervel

Kein Plot, viele Details: Rodrigo Morenos 'Un Mundo Misterioso'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2011 […] Bildern von Beziehungskrisen im Film (das Gegenstück dazu lief auch im Wettbewerb: "The Future" von Miranda July) bewusst leere, arme Bilder entgegen stellen möchte. Bleibt die Frage: Zu welchem Zweck? "Un Mundo Misterioso". Regie: Rodrigo Moreno. Darsteller: Esteban Bigliardi, Cecilia Rainero, Rosario Blefari, German de Seilva, Leandro Uria. Argentinien, Deutschland, Uruguay 2011, 107 Minuten (Wettbewerb […] Von Thomas Groh

Zwischen zwei Phasen in Permanenz: Miranda Julys 'The Future'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2011 […] llung und Freud-Seminar gewesen ist: Auf Augenhöhe mit dem (hier noch etwas kalkulierter anvisierten) Zielpublikum und dessen Lebensumständen, das heute freilich mehr als damals privatistisch, nicht un-, sondern apolitisch ist. So ist denn auch "The Future" vor allem Schmoren im eigenen Saft, eine ständige Nabelbeschau und dabei, bei aller ausgestellten Koketterie mit Alltagskreativität zwischen S […] Von Thomas Groh

Die Muster des Kulturalismus

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.09.2010 […] stellt, aber sie ist kein "westlicher" Wert, weil sie immer zuerst das eigene Herkommen in den Blick nimmt. Sie ist universal. Gültig formuliert wurden diese Werte nicht vom "Westen", sondern in der UN-Menschenrechtserklärung. Selbstverständlich können auch Muslime diesen Schritt gehen, wie Sarrazins Gegner nun immer wieder betonen. Millionen Iraner haben in der Diaspora höchst qualifizierte Jobs […] Von Thierry Chervel

Das Arthauskino wird man nicht so einfach los: 'Plein sud' von Sebastien Lifshitz im Panorama

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2010 […] zu oft gesehen. Was mir an einigen dieser Bilder aber doch gefallen hat, ist wahrscheinlich eher eine entfernte Verwandtschaftsbeziehung, nämlich eine zu den Arbeiten von Philippe Grandrieux (Sombre, Un lac). Der dreht tatsächlich solche Filme; Filme gegen das repräsentative Regime der Kamera, Filme, die man nicht auf Distanz halten kann, sondern denen man den Puls fühlen muss. Man muss sich nicht […] Von Lukas Foerster

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 […] deutschen Redaktionsstuben auslösen: Saudi Arabien, den Iran, die Organisation islamischer Staaten, ja, und eigentlich auch den UN-Menschenrechtsrat, der lange Zeit von islamischen Ländern und ihren Partnern dominiert wurde und der es fertig brachte, eine Antirassismuskonferenz der UN von einem Holocaustleugner eröffnen zu lassen. Im April war's - sein Name ist Mahmud Achmadinedschad.   Der von unseren T […] wo die islamischen Staaten ihren Krieg der Kulturen mit Vorliebe führen. China und Russland stimmten zusammen mit anderen honorigen Mitgliedern der Vereinten Nationen wie Uganda oder Simbabwe für eine UN-Resolution gegen "Diffamierung von Religionen", die als einzige Religion den Islam explizit erwähnt (mehr hier).   Der Begriff der Islamophobie dient den 57 Ländern der Organisation - darunter lupenreine […] "Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam" (mehr hier) von 1990 erklärt ausdrücklich die Scharia zu seiner unüberschreitbaren Grundlage. Von den westlichen Ländern wird hierfür Respekt gefordert - die UN, die Durban-Konferenz und ihre Nachfolgekonferenz in Genf und die Resolution gegen die Diffamierung von Religionen gehören zu den Hebeln dieser Machtpolitik der Begriffe. Der Respekt des Westens soll […] Von Thierry Chervel