Stichwort

Krankenhaus

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Alles andere als verkopft

Im Kino 01.07.2015 […] aufgegabelten Tieren zurück. Und bekommen ordentlich was zu hören. Auf die kindliche Unbedarftheit ihrer beiden Söhne reagiert die Mutter (Susanne Wuest) seltsam gereizt. Sie wurde gerade erst aus dem Krankenhaus entlassen und leidet unter den Postoperationsschmerzen einer Gesichtskorrektur, weist die Brüder aber dennoch unverhältnismäßig harsch zurecht. Es werde nun Regeln im - von Jalousien verdunkelten […] Von Rajko Burchardt, Elena Meilicke

Will das Drama, aber keinen Konflikt: Jayro Bustamantes 'Ixquanul' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2015 […] Maria und ihre Mutter sind nie ganz Individuen, sondern immer Prototypen, Trägerinnen ihrer Kultur. Nur einmal prallen ihr Leben und die städtische Moderne aufeinander, da muss die Familie ins Krankenhaus, weil Maria nach einem Schlangenbiss in Lebensgefahr schwebt. Doch nicht krasse Gegensätze erweisen sich hier als das Problem, sondern die totale Unfähigkeit zur Kommunikation. Niemand spricht die […] Von Thekla Dannenberg

Leseprobe zu Marcel Ophüls: Meines Vaters Sohn. Teil 3

Vorgeblättert 28.01.2015 […] benutzen wollte, weder einen Helm aufsetzte noch eine kugelsichere Weste trug. Er wurde schwer verletzt, und sein linker Arm war daraufhin vollständig gelähmt. Auch er wollte, dass ich ihn in Paris im Krankenhaus besuchen kam. Und wie schon so oft zuvor tat ich es auch diesmal nicht. Ein Jahrzehnt später, genauer gesagt im Jahre 2009, hat er sich das Leben genommen.      Im Laufe meiner zweiten Reise geschah […] mit dieser jungen Frau? Dieses Vorhaben wurde dann sehr rasch in die Tat umgesetzt. Ich fuhr also mit dem Auto los, um sie in einer kleinen Stadt in der Nähe von Lyon abzuholen. Dort lag in einem Krankenhaus ihr Vater im Sterben, und wir statteten ihm einen Besuch ab. Gleich darauf brachen wir zur Bettmeralp auf, zum Skifahren. Zu jenem Zeitpunkt waren wir gerade unterwegs nach Bukarest, und ich versuchte […]

Drifting Away

Essay 23.12.2014 […] sich damit auf dem letzten Weg machen? Schostakowitsch, Präludium und Fuge gis-moll. 2002 komponiert David Lang seine Abschiedsmeditation "Depart" 8 für die Leichenhalle eines französischen Krankenhauses. Gedacht, um die Hinterbliebenen der dort Aufgebahrten nicht allein mit ihrem Schmerz zu lassen, knüpft die minimalistische "Terminal"-Installation in gewisser Weise an jene berühmtere "Music For […] musikalischen Traditionen (nicht einmal Ashkenazy, von Jarrett, Woodward und Mustonen zu schweigen). 8 Das Stück für vier wortlose Stimmen und Cello, eine Auftragsarbeit des Raymond Poincaré-Krankenhauses in Garches, ist auf der CD "Death Speaks" (Cantaloupe, 2013) erschienen. 9 Eine "serene atmosphere" für den Rezeptionsbereich und einen "place to escape" für Patienten und Besucher. Ursprünglich […] Von Daniele Dell'Agli

Leseprobe zu Kenzaburo Oe: Licht scheint auf mein Dach. Teil 3

Vorgeblättert 17.11.2014 […] mich bis ans Ende meines Lebens begleiten wird. Im Jahr darauf erkrankte dieser große Arzt. Überrascht fuhr ich sofort ins Krankenhaus, ohne überhaupt zu fragen, ob ich ihn sehen könnte. Sein Eintrag von diesem Tag stand auf der letzten Seite:      "Herr Ōe hat mich im Krankenhaus besucht. Dr. Sugiwara von der Ambulanz brachte ihn herein. Er schien sich große Sorgen zu machen. Er meinte, auch Hikari […] eigentlich nie vergessen, doch einmal entdeckte ich samstags, dass die Medikamente nur noch bis Sonntagmorgen reichten, und fuhr los, um die Medizin zu holen. Als ich die Medikamentenausgabe im Krankenhaus jedoch geschlossen vorfand, überkam mich Panik. Ich stand an der Bushaltestelle des menschenleeren Klinikgeländes und überlegte, was ich tun könnte, als mich ein älterer Patient ansprach, der einen […] melde ich mich freiwillig, denn wenn ich ein Buch mitnehme, macht es eigentlich keinen Unterschied, ob ich am Schreibtisch sitze oder in der Bahn.      Einmal hatte ich in der großen Apotheke vorm Krankenhaus schon fast eine Stunde gewartet, als ich aufgerufen wurde - wobei der weißgekleidete junge Apotheker natürlich den Namen meines Sohnes rief, der auf dem Rezept stand -, doch als ich mich am Tresen […]

Helle Tunnel, dunkle Lichtungen

Essay 13.11.2014 […] würdiges Sterben sondiert. In "Marias letzte Reise" wehrt sich eine hochbetagte Frau (Monika Bleibtreu) trotz ihrer terminalen Krebserkrankung energisch gegen ein untätiges Warten auf den Tod im Krankenhaus und die Bevormundung durch Krankenschwester und Chefarzt. "Daheim" will sie schon deshalb sterben, weil sie sich von Dingen und der Landschaft ihres Lebens verabschieden und noch manchen Konflikt […] flankierender Ansatz zur Gewaltprävention. Dass man schon in der Schule auch das Reden und Schreiben über Krankheits- und Todesfälle in der Familie üben; mit dem Sterben assoziierte Orte besuchen (Krankenhäuser, Pflegeheime, Hospize, Friedhöfe) und anschließend zum freiwilligen Jahr Altenheimen, Pflegeheimen, Hospizen und Palliativstationen ermuntern soll - versteht sich von selbst und geschieht auch schon […] Von Daniele Dell'Agli

Aufruhr im Zwischenreich - Teil 4

Essay 17.10.2014 […] voraus sind. Der moralinsaure Radau um ein paar Ausnahmefälle wird hierzulande ausgerechnet von jenen Funktionären (zum Beispiel der Bundesärztekammer) veranstaltet, die Zehntausende in deutschen Krankenhäusern aufgrund katastrophaler Hygienebedingungen oder fahrlässiger (vermeidbarer) Operationsfehler sehr, sehr frühzeitig zum Sterben Gezwungener als Kollateralschäden des von ihnen mit verantworteten […] Demokratie ubiquitäre Züge an, die den bösen Verdacht einer institutionalisierten Ununterscheidbarkeit von Bio- und Thanatopolitik aufdrängen. Das fängt schon mit den trivialen Maßregelungen im Krankenhaus an: Wer nicht als Privatpatient mit Promibonus eingeliefert wird, darf nicht ausschlafen und muss essen, was ihm vorgesetzt wird. Und das obwohl Chronobiologen mit wissenschaftlich fundierten Argumenten […] Von Daniele Dell'Agli

Leseprobe zu Szilard Borbely: Die Mittellosen. Teil 3

Vorgeblättert 02.10.2014 […]      »Kidron ? Woher nimmst du das ?«      »Bei uns zu Hause heißt er Kidron«, antworte ich.      »Lebst du hier, in diesem Dorf ?«      »Ja. Ich bin hier geboren«, sage ich. Dabei bin ich im Krankenhaus geboren. Es war noch neu damals. Ich war der Siebzehnte. Die Siebzehn kann man nicht teilen. Meine Schwester hat mir das Zählen beigebracht. Ich kann schon multiplizieren und auch dividieren. Vater […] sie sich auch, weil sie noch nicht lügen können. Er sucht mich nach bekannten Zügen ab, wem ich ähnlich sehen könnte. Aber ich sehe ihm an, dass er keinen Anhaltspunkt findet.      »Ich bin im Krankenhaus geboren«, sage ich. »Aber mein Vater ist hier geboren. Wir leben hier. Wir haben nie woanders gewohnt.«      »Hast du mich schon mal gesehen ?«      »Ja«, sage ich. »Aber die Erwachsenen sind alle […]

Aufruhr im Zwischenreich - Teil 2

Essay 01.10.2014 […] zu unterlassen, was ein würdeloses Sterben unnötig verlängert. Behandlungen, die nicht dazu führen, dass der Patient das Krankenhaus verlassen kann, sollten abgebrochen werden, wird Michael de Ridder nicht müde, anzumahnen. dass nach wie vor fast jeder Zweite heute im Krankenhaus stirbt, an einem der ungeachtet vom Einsatz des Personals buchstäblich un-heimlichsten Orte auf diesem Planeten, ist ein […] Ridder spielt damit auf den berüchtigten Klassiker der Perimortalliteratur der neunziger Jahre Wie wir sterben von Sherwin B. Nuland an, der als erster das ganze Ausmaß des trostlosen Krepierens in Krankenhäusern öffentlich machte.[22] De Ridder wendet das Konstativum des Amerikaners in eine Frage, deren Appellcharakter dank des suggestiven Personalpronomens keinen Zweifel daran lässt, dass künftig jeder […] Angehörigen, Betreuern, Pflegern, Ärzten, Anwälten, Richtern - findet sich durch die mittlerweile wöchentlich einander überbietenden Skandale über die Zustände in Altenheimen, Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie über den Missbrauch von Betreuungsvollmachten vollauf bestätigt. Dabei birgt die in Vorausverfügungen zum Ausdruck kommende Wertschätzung selbstbestimmten Lebens noch über die Grenzen bewusster […] Von Daniele Dell'Agli

Unmöglicher Gegenschuss

Im Kino 24.09.2014 […] ohnehin offensichtlichen Unterschiede zwischen ihm und Keita zu bestätigen, während Midori, in mütterliche Vorwürfe verstiegen, kaum glauben kann, über all die Jahre nichts von der Verwechslung im Krankenhaus bemerkt zu haben. Auch diese Situation muss Ryota umgehend organisiert bekommen, um nur schnell wieder zum Verwalter seiner Gefühle werden zu können: Das zuständige Spital, darauf einigen sich beide […] Von Rajko Burchardt, Lukas Foerster