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Im Kino

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Unbeschädigt, aber verändert

Im Kino 10.09.2021 Venedig ist von den drei großen europäischen Filmfestivals sicherlich am vitalsten aus der Corona-Krise hervorgegangen. Es sind auffällig viele Historienfilme unter den Wettbewerbsbeiträgen. Und gerade sie zeigen zweierlei: Kino ist heute vom  Streaming geprägt. Aber ein Film wie  "Leave No Traces" Jan P. Matuszyński zeigt, dass Historienfilme visionär sein können. Dass es ein reicher Jahrgang war, zeigen auch Filme von Natasha Merkulova/Aleksey Chupov, Paul Schrader und Maggie Gyllenhaal. Von Lutz Meier

Quer zu den Bildern

Im Kino 04.08.2021 Dominik Graf langt für seine Kästner-Verfilmung "Fabian oder der Gang vor die Hunde" mit beiden Händen ins filmhistorische Archiv und nutzt das riesige Reservoir der Möglichkeiten für einen Avantgardefilm, der wenig mit avantgardistischem Pathos, aber viel mit der Sinnenfreude des Kinos zu tun hat. Jasmila Žbanić erzählt in "Quo vadis, Aida" von einer bosnischen Übersetzerin im jugoslawischen Bürgerkrieg und nutzt dafür ein vom Genrekino erlerntes Instrumentarium. Von Thomas Groh, Jochen Werner

Trashy, aber mit Herz

Im Kino 15.07.2021 Justin Lin pflegt mehr Frauenpower und mehr Identitätspolitik in "The Fast and the Furious", Teil 9, aber sonst bleibt alles beim Alten: Autos fliegen jetzt ins All, um die Welt vor einer irren Cyberterroristin zu retten. Ehre und Familie werden hochgehalten. Und am Ende gibt's ein Tischgebet. Akram Zataaris "Twenty-eight Nights and a Poem" setzt Hashem al Madanis Fotostudio Sherazade ein Denkmal und erzählt zugleich eine medienarchäologische Geschichte wechselnder Formate, Apparaturen und Dispositive. Von Patrick Holzapfel, Nikolaus Perneczky