Stichwort

Salman Rushdie

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Die Rushdie-Affäre

Essay 08.08.2016 […] sein. Arno ist es, weil ihm der Moment Kristallisation von Tendenzen ist, die er längst studiert hat. Nur wer zurückblickt, sieht das Kommende! Das andere Ereignis war Khomeinis Mordaufruf gegen Salman Rushdie, ebenso epochal wie der Mauerfall ein paar Monate später, aber nicht im Moment selbst schon als so einschneidend erlebt. Heute kann man die beiden Ereignisse im Kontext sehen. Der eine Totalitarismus […] "Allah ist groß - Fiktion ist mächtig". Ein Sturm von Demonstranten auf das amerikanische Kulturzentrum in Pakistan kostete fünf Menschenleben: "Stein des Anstoßes, ein blasphemischer Roman / Autor Salman Rushdie entsetzt." Erst am 16. Februar wird die Fatwa in der taz erstmals erwähnt, in einem kleinen Kasten auf Seite 1. Der Aufmacher an diesem Tag: "Diepgen winkt mit dem Handtuch - Die Berliner CDU […] und dann auf eigene Faust agiert. Am Montag habe der Verleger angerufen, schreibt Arno am Mittwoch, dem 22. Februar, dem Tag der Veröffentlichung: "Ja, sicher, die Aktion sei ein Engagement für Salman Rushdie, und er unterstütze sie, aber man müsse unbedingt ein Konto einrichten und darauf, wenn auch nur einen symbolischen, aber eben doch einen Geldbetrag einzahlen, außerdem müsse er natürlich Rushdies […] Von Thierry Chervel

Bücher der Saison: Frühjahr 2015. Erinnerungen, Reportagen

Bücher der Saison 02.04.2015 […] besten Memorialistinnen. Hilary Mantel überflügelt mit ihren monumentalen Historienromanen inzwischen den Ruhm (und womöglich auch die Verkaufszahlen) der drei Freunde aus den wilden Achtzigern Salman Rushdie, Ian McEwan und Martin Amis. Ihre Erinnerungen "Von Geist und Geistern" (bestellen) kommen mit 240 Seiten recht schmal daher. Die Kritiker waren durchweg überwältigt: Sie schreibt über alles, was […]

Die vertauschten Opfer

Essay 23.02.2015 […] Bigotterie. Phobische Menschen hatten extreme und irrationale Ansichten, also waren sie schuld und nicht das Glaubenssystem, das sich mehr als einer Milliarde Anhänger weltweit rühmen konnte." (Salman Rushdie, "Joseph Anton", zitiert nach der deutschen Ausgabe, C.Bertelsmann Verlag, Seite 393) Im Jahr 1910 veröffentlichte Alain Quellien, französischer Mitarbeiter im Kolonialministerium die Schrift […] zählt Sir Iqbal Sacranie die Palästinenser und die Iraker, aber auch die Kurden, die bei den Giftgasangriffen von Saddam Hussein ums Leben kamen. Sir Iqbal Sacranie hat auch nach der Fatwa gegen Salman Rushdie erklärt, dass der Tod eine zu milde Strafe für Rushdie sei und er bis an sein Lebensende gefoltert gehöre. 14Enzo Traverso, Les Juifs et la ligne de couleur. In: De quelle couleur sont les Blancs […] Von Pascal Bruckner

Die Grenzen enger ziehen

Redaktionsblog - Im Ententeich 28.01.2015 […] erklärt, dessen gerade publiziertes Buch "Islam and Controversy" vielen in diesem Moment wie gerufen kommt. Mondal, Anglist an der Londoner Brunel-Universität, versucht explizit den von Autoren wie Salman Rushdie und Kenan Malik verfochtenen universalistischen Begriff der Meinungsfreiheit, dem bisher auch westliche Medien anhingen, einzukassieren und durch eine Praxis religiösen Respekts zu ersetzen. Auf […] Von Thierry Chervel

Figur der Opfermediokrität

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.01.2015 […] Vergleich zum deutschen Qualitätshumor, der überdies die Subtilität besitzt, nicht anstößig zu sein. Ich kenne diese ästhetizistische Reaktion auf die Wucht des Terrors seit den Diskussionen um Salman Rushdies "Satanische Verse" - immer dieselbe Diskussion seit über 25 Jahren! Man muss nur den Eingangssatz von Willi Winklers Kritik des Romans in der Zeit von 1989 lesen - "Sicher, es ist reichlich unfair […] Von Thierry Chervel

Das Erhabene und das Schöne

Essay 12.07.2013 […] was ihm "am geheimsten war", bis in die Bewegungen der Perestaltik hinein - und mitten in der minutiösen Beschreibung die Frage, ob sich vielleicht in einer der Windungen die Seele versteckt. Salman Rushdie liest. Foto: Marie Luise Knott Literatur ist, das hörte man in vielen der Lesungen, für die kleinen wie für die letzten Dinge zuständig. Antjie Krog, die couragierte südafrikanische Dichterin […] vielleicht ganze Welten assoziieren können. Hans Ruprecht, der Leiter des Literaturfestivals Leukerbad, der dieses Jahr wieder eine Schar großartiger Autoren, darunter auch Marie Luise Scherer, Salman Rushdie, Katja Lange-Müller, Robert Schindel und Jonathan Safran Foer zu Lesungen und Gespräch versammelte, lud aus gegebenem Anlass auch zwei Autoren-Verleger zum Gespräch: Den Noch-Hanser-Verleger Michael […] Von Marie Luise Knott

Glauben und Heucheln

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.04.2013 […] wollen. Hier die kultursensitive Grafik aus der Zeit: Randow stellt sich damit in eine große Tradition, die sich in der deutschen Presse eingebürgert hat, seit im Jahr 1989 der Mordaufruf gegen Salman Rushdie lanciert wurde: auf jeden Fall zurückweichen, die eigene Angst als Mut verkaufen und die paar verbliebenen Anhänger der freien Meinungsäußerung und Religionskritik als "Fundamentalisten der Aufklärung" […] Von Thierry Chervel

Die Monotheismusdebatte - Editorial

Redaktionsblog - Im Ententeich 29.01.2013 […] Wer die letzten 35 Jahre Revue passieren lässt - von der iranischen Revolution über die religionsamtliche Morddrohung gegen Salman Rushdie, den 11. September und zahllose Selbstmordattentate - wird kaum bestreiten, dass es eine Gewalt im Namen Gottes gibt. Viel unheimlicher ist allerdings die Frage, ob diese Gewalt Religionen inhärent ist, ob sie womöglich ein Kennzeichen monotheistischer Religionen […] Von Thierry Chervel

Denker der Technik

Bücherbrief 04.10.2012 […] "Über das Tragische zu lachen ist sehr kolumbianisch." Salman Rushdie Joseph Anton Die Autobiografie C. Bertelsmann Verlag 2012, 720 Seiten, 24,99 Euro Immer wenn Mohammed-Karikaturen oder Blödsinnsfilme Aufruhr in der islamischen Welt entfachen, merkt man, dass die Diskussion um die Fatwa des Ajatollah Chomeini gegen Salman Rushdie in ihrem Kern noch immer nicht ausgefochten ist. Denn auch […] auch wenn heute heute niemand mehr die Infamie des Mordaufrufs bestreiten würde, erinnert Salman Rushdie in seiner Autobiografie nicht von ungefähr daran, wie heftig auch im Westen seine "Satanische Verse" angegriffen wurden und was es bedeutete, zehn Jahre als Joseph Anton im Untergrund zu leben, wobei er lange Zeit nur auf eine Handvoll Freunde zählen konnte. In der FAZ freut sich Nils Minkmar sehr über […]