Stichwort

Kapitalismus

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Swetlana Alexijewitsch

Redaktionsblog - Im Ententeich 13.02.2016 […] Intellektuelle stehen nicht auf gegen reiche Proleten, die sich mit ihren goldenen Klos brüsten. Sie sagen ihnen nicht: Das ist beschämend." "Es gibt", so Alexijewitsch weiter, "ein Gefühl, dass dieser Kapitalismus in Weißrussland und Russland nur vorübergehend ist. Man merkt es auf dem Land, aber keiner weiß genau, was in diesem Kessel kocht. Schade, dass die westlichen Journalisten nicht aus Moskau und […] Von Anja Seeliger

Ausnahmslos Differenz

Redaktionsblog - Im Ententeich 13.01.2016 […] n". Diese Argumentationsfigur borgen sich die Autorinnen aus der klassischen Linken. Die "Unterdrückten" sind demnach willenlose Bündel der Marktkräfte, die allenfalls zu sich kommen, wenn der Kapitalismus abgeschafft wird, auch wenn es so keiner mehr ernstlich fordert. In altehrwürdiger Plattheit findet sich das Argument bei Claus Leggewie in der taz: "Was nordafrikanische Jugendliche übers Mittelmeer […] Von Thierry Chervel

Fördert Vertrauen statt Geld: 'Der Geldkomplex' von Juan Rodriganez (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2015 […] Übertragungen andauernd vornehme, gemäß einer Eigenlogik, die sich um kulturelle Semantiken nicht unbedingt schere. Statt dessen meinte jemand anderes: Das liege einfach daran, dass die Wirtschaft im Kapitalismus alle anderen Lebensbereiche durchdringe. Nach dem kleinen, faszinierenden spanischen Forumsfilm "Der Geldkomplex" kam mir dieses Gespräch wieder in Erinnerung. --- Das Geld beschaffen soll der […] Von Lukas Foerster

Kosmologische Sinnsuche in Terrence Mailcks "Knight of Cups" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2015 […] n Ambivalenz verhält: Der gesuchte Sinn wird in den kapitalgesättigten Oberflächen mit Sicherheit nicht zu finden sein, aber: Oh, wie sieht das alles super aus. Die Artefakte des hochgerüsteten Kapitalismus amalgamieren mit Softporno-Tagträumereien - wenn Malick zwischendurch auch einfach einmal eine Blondine filmt, die auf einem Balkon stehend nackt telefoniert: wer wollte ihm böse sein, der Mann […] Von Lukas Foerster

Seitdem bewegt sich niemand mehr

Redaktionsblog - Im Ententeich 21.02.2014 […] nicht kann, warum zum Teufel kündigt er dann nicht und gründet ein eigenes Kulturmagazin? Im Print, im Netz, whatever? Dath gibt das traurige "Weißbrot", das gern ganz anders würde, ließe der Kapitalismus das nur zu. Wenn die Deutschen früher gesagt haben, sie konnten nichts machen, die Nazis waren schuld (das waren immer die anderen), dann ist heute der Markt der Böse. Das sind auch immer die anderen […] Von Anja Seeliger

Indie-Verweigerungsposen: Georg Tillers 'DMD KIU LIDT' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2014 […] Titel wie das vorangegangene Album der Band: "DMD KIU LIDT", was als Abkürzung für den schönen Satz "Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit" steht. Wird der Kapitalismus also konkret, wird man traurig. Auch entstehen unter Bedingungen des Kapitalismus stets Waren. Und was nicht warenförmig ist, kann unter Marktbedingungen warenförmig werden und zum Genuss angereichert […] weil die Hype-Maschinerie des Kapitalismus Lebens- und ästhetische Formen stets aufs Neue aussaugt und als entkernte Hüllen zurücklässt, die im Grunde nicht mehr brauchbar sind, es sei denn, man sagt Ja zu allem und reagiert eben nicht mit Panik. Traurig ist der Film vielleicht auch, weil man neue Lebens- und ästhetische Formen kaum unter den Augen des Kapitalismus entstehen lassen kann, will man […] wie "DMD KIU LIDT" kann nur entstehen, wenn man ihn der Sphäre der Warenzirkulation auf allen erdenklichen Ebenen zu entziehen versucht. Man könnte das vielleicht auch dialektisch verstehen: Der Kapitalismus ist so total, dass kaum Nischen und Refugien bleiben, in denen eine Ahnung dessen, was ein freies Leben sein könnte, aufschimmern. Auch handelt es sich um einen Film, der aufräumt mit den Vor […] Von Thomas Groh

Ins Außerweltliche: Marcin Malaszczaks kurzer Film 'Orbitalna' (Forum Expanded)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2014 […] Förderband, ohne das Förderband der Film, also eine ganze Welt zum Stillstand kommen. Und die Frau ist deshalb nicht eine lohnempfangende Angestellte, sondern der Geist von Film und Welt. Die dem Kapitalismus zugrunde liegende Differenz zwischen der Arbeit und ihrem Produkt ist aufgehoben. Freilich nur aufgehoben in Bildern und Tönen. Denn ein toller Film ist "Orbitalna" auch deshalb, weil der doku […] Von Lukas Foerster

Spaß am Zeltlager: 'Another World' im Panorama

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2014 […] eingerichtete Wohnungen. Und man sieht in "Another World" eben auch, dass diffuses Unbehagen und Spaß am Zeltlager, Trommelschlagen und Plakatemalen eben noch keine politische Analyse ersetzt oder dem Kapitalismus gar ernsthaft etwas entgegensetzt. Occupy Wall Street war letztlich eben doch vor allem eine Medienblase - toll für die Beteiligten und im Einzelnen auch mit positiven Folgen, die im Epilog zu […] Von Thomas Groh

Blanker Horror: Bong Joon-hos 'Snowpiercer' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2014 […] globalisierter Superlative ein so spannender Film ist, liegt vor allem daran, dass er am Ende eine wirkliche Frage stellt und ein ungutes Gefühl artikuliert, das in Zeiten von flexiblem Normalismus, Kapitalismus und Neoliberalismus viele umtreibt: was, wenn jeder Dissens vom System problemlos inkorporiert würde, wenn jeder Widerstand das System nur noch stärker machte? Für einen kurzen Augenblick blitzt […] Von Elena Meilicke

Magazinrundschau: die besten Artikel 2013

Redaktionsblog - Im Ententeich 24.12.2013 […] Gegenpart der selbstzufriedenen Kunst. In Pynchons Sicht wandelt sich das System der Moderne mit ihrer Aufklärung und Befreiung - Eisenbahn, Post, Internet, etc. - immer wieder zum Black Iron Prison des Kapitalismus mit seinen Beschränkungen, Monopolen und Überwachungen. Am fließenden Übergang dieses Wandels (oder an seinem 'blutigen Grat') leben wir in unserer ganzen Hilflosigkeit. Pynchons Figuren ernähren […] Gegenteil: "Bücher sind die Apotheose von Technologie - wie das Rad oder der Stuhl. [...] Es ist entscheidend zu verstehen, dass Bücher nicht kreischend und um sich schlagend in jede neue Ära des Kapitalismus gezerrt wurden. Bücher sind nicht nur ein wesentlicher Bestandteil des Konsumkapitalismus, sie haben ihn buchstäblich gestartet. Sie sind Teil seines Treibstoffs. Das Wachstum der Ketten im Buchhandel […] Von Thekla Dannenberg, Anja Seeliger

Wer den Apfel küsst

Redaktionsblog - Im Ententeich 09.05.2012 […] der wie Hank (oder ich!) eigentlich liberal denken will. Für den klassischen liberalen Diskurs ist das Allgemeinwohl eine Summe aktiv und frei verfolgter Einzelinteressen. Es ist zwar besser, den Kapitalismus durch demokratische Instanzen, ökologische Grenzen und soziale Solidarität zu domestizieren, aber eine Gesellschaft, die die rohe Energie des Eigennutzes und der schöpferischen Zerstörung, die im […] sserung. Sie ist der Sieg des Dilettantismus über die allerprofessionellsten (aber inzwischen leider toten) Enzyklopädien. Nicht nur dass sich diese partizipative Kultur nicht in Gegensatz zum Kapitalismus oder gar zur Demokratie stellt: Auf ihr basieren sogar einige der erfolgreichsten Geschäftsmodelle der letzten zwanzig Jahre. Selbst IBM kam aus der Krise, indem es anfing mit freier Software zu […] zernen, das sich ein Gemeingut unter den Nagel reißt? Die Gefahr beim "Geistigen Eigentum" ist nicht der Diebstahl, sondern die Monopolisierung. Manchmal müssen Monopole auch im Interesse des Kapitalismus selbst zerschlagen werden. Denn gerät das Netz in die Hände einiger weniger, dann wird es zu einem Instrument der Überwachung und Herrschaft, wie es sich Science-Fiction-Autoren in ihrem schlimmsten […] Von Thierry Chervel

Pascal Bruckner in Berlin

Redaktionsblog - Im Ententeich 11.04.2012 […] Kritik an radikaleren Spielarten des ökologischen Diskurses. Hier ein kleiner Auszug: Seit einem halben Jahrhundert schauen wir einer Prozession der Sündenböcke zu: Der Marxismus hatte noch den Kapitalismus als Verantwortlichen des menschlichen Elends ausgemacht. Enttäuscht von der feist gewordenen Arbeiterklasse setzten die Kämpfer für die Dritte Welt den Westen an seine Stelle, den großen Verbrecher […] Das eigentliche Übel ist der Stolz der gegen ihren Schöpfer aufgelehnten Kreatur, welche die ihr gesetzten Grenzen übertritt. Die drei Sündenböcke ergänzen sich nunmehr: Die Ökologie bekämpft den Kapitalismus. Dieser wurde erfunden von einem Westen, der die Völker beraubt und die Erde zerstört. Es ist ein System russischer Puppen, die ineinandergesteckt der großen Synthese entgegen schreiten. Darum sind […] Vollendung aller vorherigen Kritiken. So greift auch ein Teil der südamerikanischen Linken nach diesem Schlachtross um ihr Credo zu verstärken: "Es gibt nur zwei Lösungen: Entweder stirbt der Kapitalismus oder Mutter Erde", sagt etwa Evo Morales, der bolivianische Präsident, im Jahr 2009. Der Globus wird zum neuen Proletarier, der vor der Ausbeutung zu retten ist, zur Not indem man die menschliche […] Von Pascal Bruckner

Verweigerung von Trauerarbeit

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.06.2011 […] Haltung geschrieben. Es gibt noch keine Distanz zwischen Autor und dem Erlebnis eines jungen Kommunisten, der überzeugt ist, dass die Nazi-KZs den brutalsten Ausdruck der Herrschaftsverhältnisse im Kapitalismus darstellen. Als Ende der vierziger Jahre die ersten Berichte aus dem Gulag kamen, habe ich noch gesagt, das ist Propaganda, das kann nicht sein. Bei Solschenizyns "Ein Tag des Ivan Denissowitsch" […] kriminell gewesen sein, aber lag in ihm nicht eine Hoffnung? Solche Fragen wurden in der Fernsehdebatte zu dem Buch gestellt: Bleibt jetzt nur die Perspektive eines entfesselten, globalisierten Kapitalismus, der sich um so rücksichtloser gebärden kann, als er vom Gespenst des Kommunismus nichts mehr zu befürchten hat? Es sind die schwierigsten Fragen überhaupt. Diese Gesellschaft ist ungerecht, und […] wie sollte sich heute eine revolutionäre Bewegung strukturieren - im Wissen, dass die bolschewistische Revolution gescheitert ist und nur zu einem System geführt hat, das noch blutiger ist als der Kapitalismus? Der Reformismus hatte noch nie sehr viel mobilisierende Kraft. Man müsste also ein revolutionär-reformistisches Modell entwickeln, aber das ist sehr schwierig, denn die Sozialdemokratie, die diese […] Von Thierry Chervel

Welt am Draht: Mamoru Hosadas 'Summer Wars'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2010 […] megalomane Weise ins Bild geholt, sondern spiegelt sich im Privaten der Familie - sehr anschaulich und schön werden dabei die horizontalen und vertikalen Vernetzungen im global und räumlich entfesselten Kapitalismus illustriert. Etwas schade ist es deshalb, dass "Summer Wars" sich zum Ende doch eine Spur zu sehr im Anime-Exzess verliert. Das Schachspiel mit dem Tod wird zum Kartenspiel unter digitalästhetisch […] Von Thomas Groh