Perlentaucher-Autor

Thomas Groh

Thomas Groh, geboren 1978, lebt seit 1997 in Berlin, dort Studium der Film-, Kultur-, Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Humboldt und Freien Universität. Seit 2001 freier Autor für die Online-Filmmagazine f-lm.de und jump-cut.de sowie seit 2002 für die Filmzeitschrift Splatting Image, einzelne Beiträge für Telepolis und die Jungle World. Weitere Texte, Notizen und Hinweise veröffentlicht er auf seinem Blog http://filmtagebuch.blogger.de 
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Quer zu den Bildern

Im Kino 04.08.2021 Dominik Graf langt für seine Kästner-Verfilmung "Fabian oder der Gang vor die Hunde" mit beiden Händen ins filmhistorische Archiv und nutzt das riesige Reservoir der Möglichkeiten für einen Avantgardefilm, der wenig mit avantgardistischem Pathos, aber viel mit der Sinnenfreude des Kinos zu tun hat. Jasmila Žbanić erzählt in "Quo vadis, Aida" von einer bosnischen Übersetzerin im jugoslawischen Bürgerkrieg und nutzt dafür ein vom Genrekino erlerntes Instrumentarium. Von Thomas Groh, Jochen Werner

Essen oder Zahnarzt?

Im Kino 30.06.2021 Chloé Zhao erzählt in "Nomadland" von den Arbeitsnomaden Amerikas, die von ihrer mickrigen Rente nicht leben könnte und in ihren Wohnmobilen umherziehen. Hauptdarstellerin Frances McDormand ist großartig, aber auch irritierend als einzige professionelle Schauspielerin des Films. Paul W.S. Anderson huldigt mit "Monster Hunter" erneut dem Actiontrash mit einer schlagkräftigen Milla Jovovich, einem wütenden Tony Jaa und einer handvoll gemeinen Riesenspinnen. Von Thekla Dannenberg, Thomas Groh

Das echteste Echt

Im Kino 29.10.2020 "Schwesterlein" von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond führt uns in die Welt der Welt der Theaterkönigskinder der Berliner Schaubühne. Lars Eidinger in der Rolle eines todkranken Schauspielers hat ein Authentizitätsproblem beim Sterben, beim Spielen sieht man ihm hingegen gern zu. An Halloween kommt George A. Romeros Zombieklassiker "Dawn of the Dead" wieder in die Kinos: links, zornig und in Coronazeiten unwahrscheinlich aktuell. Von Janis El-Bira, Thomas Groh

Sein letztes Kleingeld

Im Kino 30.04.2020 Roland Klicks "Supermarkt" von 1974 bietet nicht nur einen unmittelbaren Blick auf das Hamburger Lumpenproletariat, sondern auch auf das kurze Zeitfenster, in dem der deutsche Genrefilm versuchte, das große Publikum für dieses Milieu zu interessieren. Auch Yoon Sung-hyuns Actionfilm "Time to Hunt" erzählt von jungen Menschen ohne Zukunft. Dies aber in allerschönstem Licht und vor anmutig verfallender Kulisse. Kino zum Streamen Von Thomas Groh, Karsten Munt

Im Kern dunkel getuscht

Im Kino 04.03.2020 Gints Zilbalodis' Animationsfilm "Away - Vom Finden des Glücks" erzählt von einem Jungen, der sich auf einem Motorrad, mit einem kleinen gelben Vogel und dem Tod an seiner Seite, zu einer Heldenreise aufmacht: Eine riesige, einsame, besessene und doch märchenhaft leichte DIY-Bastelei des 25-jährigen lettischen Regisseurs. Richard Stanley liefert mit "Die Farbe aus dem All" eine kongeniale magentafarbene Verfilmung der gleichnamigen Horrorgeschichte von H.P. Lovecraft. Von Thomas Groh, Ekkehard Knörer

Dieser ganze Wahrheits-Buzz - die Berlinale-Presseschau

Außer Atem: Das Berlinale Blog 27.02.2020 Hat Wucht, aber es fehlt die Leichtigkeit: Burhan Qurbanis Döblin-Neuverfilmung "Berlin Alexanderplatz". Große Aufregung um "DAU.Natascha", den Skandalfilm des Festivals: Verfilmter Machtmissbrauch, große Filmkunst oder am Ende doch nur eine Kapitulation der Kunst? Javier Bardem hat Demenz: Sally Potters "The Roads not Taken" enttäuscht die Kritiker. Der Berlinale-Mittwoch im Pressespiegel. Von Thomas Groh

Irrste Abschweifungen von der Realität - die Berlinale-Presseschau

Außer Atem: Das Berlinale Blog 26.02.2020 Bei der Berlinale passen die ganz großen Kinothemen auf einen koreanischen Esszimmertisch - zumindest wenn Hong Sangsoo im Wettbewerb Einzug hält. Von solcher Konzentration in den Encounters keine Spur: Alexander Kluges und Khavn de la Cruz' exzessiver Kinorausch "Orphea" bringt die ganze Welt zum Bersten - und Lilith Stangenberg rettet die Toten. Im Forum wird derweil das Innenleben der Bilder freigelegt - und damit für Kontur zum neuen Wettbewerb "Encounters" gesorgt. Der Berlinale-Dienstag im Rückblick. Von Thomas Groh

Auf inbrünstige Weise ahnungslos - der Berlinale-Pressespiegel

Außer Atem: Das Berlinale Blog 25.02.2020 Zwischenfazit beim Tagesspiegel: Der neue Wettbewerb Encounters ist hochkarätig - saugt aber allen anderen Sektionen vampirisch das Blut aus. Delirant in der Wildnis: Abel Ferrars "Siberia" - aber immerhin plaudert munter ein Fisch. Sind Spermazoten im Wettbewerb Ausdruck eines "ätzenden Esprits" - die Filmkritik ist sich uneins! Perlentaucherin sendet Hilfesignale: Kontext in den Dokus verzweifelt gesucht! Und das waren noch Zeiten, als sich im Bauch des Sony-Centers die Pforten zwischen den Kinos öffneten, trauert der Freitag. Kurz: der Berlinale-Montag im Pressespiegel. Von Thomas Groh
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