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Roma

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Der Grundzustand ist Melancholie

Im Kino 12.12.2018 […] Frauen, die diese Welt maßgeblich hergestellt hatten. Auf Kosten ihrer eigenen Sehnsüchte. Lukas Foerster Roma - Mexiko 2018 - Regie: Alfonso Cuarón - Darsteller: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Diego Cortina Autrey, Carlos Peralta, Marco Graf, Danela Demesa - Laufzeit: 135 Minuten. "Roma" ist seit dem 6.12. in einigen (wenigen) Kinos zu sehen, ab dem 14.12. ist der Film auf netflix verfügbar […] sehen wir, wie sich im über die Fließen schwappenden Putzwasser ein Flugzeug spiegelt, das den Himmel überquert. In einer späteren Szene sind die Kinder der Familie, von der Alfonso Cuarón neuer Film "Roma" erzählt, regelrecht hingerissen vom Spektakel der hochspritzenden Hagelkörner, die auf den weißen Kacheln aufschlagen. Die Einfahrt als ein Medium ästhetischer Erfahrung - für Borras, den Hund der […] Kleid abwischt, in der Furcht, sie könnte ihn irgendwie beschmutzt haben. Solche oft herzzerreißende Details, beziehungsweise die Aufmerksamkeit, die Cuarón ihnen zuteil werden lässt, kennzeichnen "Roma" als einen Erinnerungsfilm. Die Handlung spielt in den 1970 Jahren, Cuarón wuchs damals selbst in Mexico City auf, in einem Haushalt, der dem im Film gezeigten wohl in vieler Hinsicht ähnlich war. […] Von Lukas Foerster, Michael Kienzl

Geben die Kamera aus der Hand: Die Forumsfilme 'And-ek Ghes' und 'Les Sauteurs'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2016 […] "And-ek Ghes" heißt auf Romanes so viel wie "Eines schönen Tages". Der Film erzählt die Geschichte einer Großfamilie, die sich aus dem rumänischen Fata Luncii nach Deutschland aufmacht, um hier ihr Glück zu versuchen. Im Mittelpunkt steht der Handwerker und Musiker Colorado Velcu, alleinerziehender Vater von sieben Kindern. Philipp Scheffer, der auch mit der Collage "Havarie" im Forum vertreten ist […] Von Thekla Dannenberg

Wühlt im atavistischen Morast: Radu Judes 'Aferim!' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2015 […] Zivilisation. Ins nächste Landschaftspanorama reiten zwei Männer: Der Gendarm Costandin und sein Sohn. Sie sind auf der Suche nach einer entlaufenen "Krähe", wie so ziemlich jeder in diesem Film die Roma nennt, die in der brutalisierten Hau- und Stechgesellschaft, die der Film in aller Seelenruhe auffaltet, ganz unten stehen, als Sklaven gehalten und (wie man in einer besonders bedrückenden Szene sieht) […] Von Lukas Foerster

Leseprobe zu Wendy Lower: Hitlers Helferinnen. Teil 3

Vorgeblättert 14.07.2014 […] in diesem Kampf um »Rassenreinheit«. Diejenigen mit sogenannten erblich bedingten Störungen (darunter Alkoholikerinnen und Depressive), Prostituierte mit Geschlechtskrankheiten, Frauen der Sinti und Roma sowie Jüdinnen wurden zwangssterilisiert und mussten abtreiben. Von den 400.000 nichtjüdischen Deutschen, die einer Zwangssterilisation unterzogen wurden, waren ungefähr die Hälfte Frauen. Einige tausend […] geschah? Natürlich sahen Mädchen, die im nationalsozialistischen Deutschland aufwuchsen, auf Plakaten und in Zeitungen die primitive Propaganda, die Bilder von den Juden als minderwertiger Rasse. In Romanen und Filmen wurde der Jude als gefährlich - und im Hinblick auf die Mädchen als lüstern - dargestellt. In dieser sexualisierten Form traf der Antisemitismus den intimsten, emotional aufgeladensten Bereich […]

Leseprobe zu Geert Buelens: Europas Dichter und der Erste Weltkrieg. Teil 2

Vorgeblättert 31.03.2014 […] e er bei der Vorstellung, sein Leben werde bestimmt durch das "Erbe" und den "unausweichlichen Fluch der Rasse und des Blutes". (S. 14) Wie für seinen fiktionalen Altersgenossen Stephen Dedalus im Roman Ulysses (1914-1921) von James Joyce war auch für ihn die Geschichte ein Alptraum, aus dem er zu erwachen versuchte. Er sehnte sich nach möglichst uneingeschränkter moralischer und politischer Selbs […] aus ungefähr 23 % Deutschen, 19 % Ungarn/Magyaren, 13 % Tschechen, 10 % Polen, 8 % Ruthenen, 6 % Rumänen, 6 % Kroaten, 4 % Serben, 4 % Slowaken, 3 % Slowenen, außerdem gab es Italiener, Bosnier und Roma. Die offizielle Sprache in der k.u.k. Armee war Deutsch, doch von den Offizieren wurde erwartet, dass sie die Sprache ihrer Soldaten lernten. Mehr als die Hälfte der Regimenter war zweisprachig, 24 […]

Und ein volles Glas auf dem Schrank beobachtet uns

Tagtigall 25.03.2014 […] Magazine The Missing Slate, "weil ich eine stetige Zerrüttung beobachte, wie armselig arme Leute behandelt werden. Roma wie Ungarn. Wenn ich heute aufwachsen würde, würde es mir wohl kaum gelingen, aus der Armut rauszukommen. Diese Tatsache zernagt mir das Herz und bringt mich auf." Der Roman erscheint, so die Auskunft des Suhrkamp Verlages, in diesem Herbst unter dem Titel "Die Mittellosen. Ist der Messias […] war das Schalet fertig. Umsonst blitzten die Gläser auf dem Tisch, wie gebrochenes Blut der gewürzte Wein in der Karaffe. Nur der Tor kannte das Warum. 2013 erschien in Ungarn Borbélys einziger Roman "Die Mittellosen". Er hat stark autobiografische Züge, spielt Ende der 1960er Jahre und ist das beklemmende Porträt einer Familie auf dem Dorf im Nordosten Ungarns - Borbélys Rückkehr in die Armut seiner […] Von Marie Luise Knott

Politische Bücher 2013

Bücher der Saison 22.11.2013 […] Romane und Erzählungen / Lyrik, Essays etc. / Politische Bücher / Sachbuch Wissenschaft / Sachbuch Kultur Zukunft Big Data ist mehr als nur das Erfassen ungeheurer Datenmengen. Big Data bedeutet, dass nicht mehr nach Kausalitäten gefragt wird, sondern nach Korrelationen und Mustern: Wo es einmal ein Erdbeben gegeben hat, wird es wahrscheinlich auch ein zweites geben, wer einmal eine Straftat begangen […] radikale Rechte" nicht sein: In Deutschland ermorden drei Rechtsradikale jahrelang türkische und deutschtürkische Bürger, in Ungarn marschieren Schwarzhemden und verbreiten Hetzparolen gegen Sinti und Roma, in Griechenland erreichte die "Goldene Morgenröte" mit ihren rassistischen Parolen bei den Parlamentswahlen 2012 6,97 Prozent der Wähler, in Frankreich erreichte der rechtsextreme Front National P […] "Die Gesellschaft der Gleichen" () loben sowohl taz als auch FAZ für seine kluge Rehabilitierung des Gleichheitsbegriffs. Die SZ empfiehlt Rosanvallon als größten französischen Gegenwartshistoriker. Romane und Erzählungen / Lyrik, Essays etc. / Politische Bücher / Sachbuch Wissenschaft / Sachbuch Kultur […]

Autodestruktion im Wortsinn: Danis Tanovics 'An Episode in the Life of an Iron Picker' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2013 […] Einzelschicksal eine ganze Geschichte verbirgt, von dem es – obwohl Bosnien-Herzegowina nun so weit entfernt auch wieder nicht ist – wahrscheinlich eher wenig weiß. Nazif erklärt den Mitarbeitern einer Roma-NGO, dass er im Krieg gekämpft hätte. Eine Rente sah er dafür aber nie. Es kann wenig Zweifel daran bestehen, dass "An Episode in the Life of an Iron Picker" nicht deshalb in den Wettbewerb aufgenommen […] Von Nikolaus Perneczky

Denker der Technik

Bücherbrief 04.10.2012 […] Genauigkeit" an den Tag legt. (Leseprobe als pdf) David Mitchell Die tausend Herbste des Jacob de Zoet Roman Rowohlt Verlag 2012, 714 Seiten, 19,95 Euro Der britische Schriftsteller David Mitchell, dessen kühner Roman "Wolkenatlas" verfilmt wurde (im November in unseren Kinos), hat einen neuen Roman vorgelegt, von dem sich die Kritik beeindruckt zeigt: In "Die tausend Herbste des Jacob de Zoet" kommt […] und erschöpft auf den Knien und fleht: Könnte der Mann bitte einen Literaturstreit auslösen? A. L. Kennedy Das blaue Buch Roman Carl Hanser Verlag 2012, 368 Seiten, 21,90 Euro Wenn Betrüger Geschichten erzählen, muss man auf Täuschungen gefasst sein. A. L. Kennedys Roman "Das blaue Buch" ist so ein Fall. Darin begegnet die Erzählerin Elizabeth auf einer Kreuzfahrt mit ihrem angehenden Verlobten […] Metaphern wohl das Moderne an diesem historischen Roman betonen möchte, wenn er schreibt, er sei "so schnell wie ein Glasfaserkabel" und das pessimistische Menschenbild wirke "wie eine Firewall, die die Erzählung vor allerlei Ethno-Kitsch schützt". Sein Fazit: "Ein Schmöker für das komplizierte 21. Jahrhundert". Antonio Ungar Drei weiße Särge Roman S. Fischer Verlag 2012, 288 Seiten, 19,99 Euro […]

Erzählt von einer Mordserie an Roma: Bence Fliegaufs 'Just the Wind' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2012 […] Ein Tag im Leben einer Familie ungarischer Roma in einem kleinen Dorf, ausgehend von den schlaftrunkenen, gemeinsamen, größtenteils sprachlosen Tagesvorbereitungen in der digitalen Dunkelheit des beginnenden Morgengrauens. Dann splittet der Film sich auf in drei Stränge und verfolgt: Mutter, Tochter, Sohn. "Verfolgt" ganz buchstäblich, denn die Kamera klebt oft am Rücken, im Nacken der Protagonisten […] Marotte, sondern vernünftig. Denn es herrscht Krieg. Wenn Anna zur Schule geht, begegnet sie einer Gruppe Männer, die sie auffordern, ihr Handy nicht auszuschalten: Eine Art Bürgerwehr der örtlichen Roma-community, die sich gebildet hat, nachdem eine ganze Familie von rassistischen Mördern kaltblütig niedergemetzelt wurde - Bence (früher Benedek) Fliegaufs Film ist die Dramatisierung einer Mordserie […] ste Ausdruck des tief in der Bevölkerung - nicht nur der Ungarns, selbstverständlich - verankerten Antiziganismus war. Rechtsextreme Milizen, die vorgeben, die aufrechte magyarische Bevölkerung vor Roma-Übergriffen beschützen zu wollen, existieren nach wie vor, oft unter fast schon ausdrücklicher Duldung der nationalkonservativen Fidesz-Regierung. "Just the Wind" möchte, so scheint es, mindestens […] Von Lukas Foerster