Stichwort

Punk

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Andere Bilder gibt es immer

Im Kino 20.05.2015 […] Lukas Foerster Une jeunesse allemande - Eine deutsche Jugend - Schweiz, Frankreich, Deutschland 2015 - Regie: Jean-Gabriel Périot - Laufzeit: 92 Minuten. --- Die von Punk, Industrial und artverwandten Spielarten geprägte Subkultur der 1980er Jahre bleibt auch weiterhin ein ertragreicher Nährboden - nicht nur für die damaligen Protagonisten, die von ihrem biografischen Kapital bis heute mal mehr, mal weniger zehren, sondern auch für die Zweitauswertung dieser in der alten BRD wichtigen und transformierenden Phase der Popkultur in Form zahlreicher Bücher, Radiohörspiele und -features, Spielfilme und Dokumentationen. […] Von Lukas Foerster, Thomas Groh

Margarets moralische Zweifel

Im Kino 22.04.2015 […] . --- Wie die Nachwende-Bundesrepublik im ganzen betrachtet zwei Staatsgeschichten umfasst, von denen eine oft unter den Tisch fällt, gilt dies auch für die Ebene der Mikro-, Milieu- und Subkultur-Geschichten: Auch was Punk betrifft. Spätestens seit Jürgen Teipels Doku-Roman "Verschwende Deine Jugend" ist eine Aufarbeitung - vielleicht auch Verwertung - der ersten großen Punkexplosion im West-Deutschland der frühen 80er in Gang getreten. […] Von Rajko Burchardt, Thomas Groh

Ungezügelter Bewegungsdrang

Im Kino 01.04.2015 […] Vor "Ruined Heart" war Khavns Schaffen eine schlecht abgemischte und gerade darum rauschende Dekonstruktion filmischer Parameter, die zur professionalisierten Produktion schöner Bewegtbilder auf maximale Distanz ging - nur halbwegs zusammenhängende Punk-Gesten, angetrieben von einem ungezügelten Bewegungsdrang, der nichts bezweckt als sich selbst, im Endeffekt also doch wieder eine Form von (reinem) Kino, aber derart ungeschliffen, ins Unreine gefilmt, dass Khavn sagen konnte: not a film.   […] Von Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky

Leseprobe zu Linda Le: Flutwelle. Teil 2

Vorgeblättert 21.07.2014 […] Außerdem wäre sie mir total dankbar, wenn ich nicht jedes Mal ausrasten würde, bloß weil es mir nicht passte, dass sie auf Raves ging, Joints drehte, mit einem Punk zusammen war, an einem Tag Grunge trug und sich am nächsten Kettengürtel und Kampfstiefel kaufte, von allen Fächern nur das elementarste Grundwissen beherrschte, für ihre Hausarbeiten Bios aus dem Netz herunterlud, beim Probeabi schummelte, Namen von Schriftstellern verhunzte, deren Romane sie mal eben überflogen hatte, billige Fantasy-, Vampir- und Zombiegeschichten verschlang, alles für Quatsch hielt, was sie nicht raffte, erst einen Arschtritt brauchte, um Geo zu lernen, sich nachmittags lieber verzog, statt die Kapitel über den Kolonialismus zu wiederholen, gähnte, wenn ich ihr Stummfilme zeigte, aber Griffith super fand und Stroheim geil mit seinem Monokel und den abgefahrenen Drehbüchern, nur ins Kino ging, wenn Katastrophenfilme liefen, Strophen aus den Songs einer angesagten Gruppe abkupferte und an ein Fanzine schickte, auf die Kunsthochschule gehen wollte, obwohl sie sich nur für Pop-Art und ein bisschen für deutschen Expressionismus interessierte, dass ich sie immer ins Museum schleppen und ermahnen musste, die Ausstellungskataloge durchzublättern, dass sie mir "Misoneismus" vorhielt, ein Wort, das sie aus dem Hut gezaubert hatte, um meinen Widerwillen gegen alles Neue zu beschreiben. […]
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