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Nazis

14 Artikel

Eingefroren in der Zeit

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2016 […] Autoren sollen entdeckt werden oder, was kaum noch möglich ist, Filmländer. Das Problem mit dem deutschen Kino ist für Tesson: "Entweder ist es zu deutsch oder nicht deutsch genug." Entweder gehe es um Nazis oder die deutsche Identität erschöpfe sich in einem kargen Formalismus. Kino machen andere. Hier gibt es Fernsehen: Abbildung auf der Einladung Sergio Fant sitzt in der Auswahlkommission für das […] Von Thekla Dannenberg

Seitdem bewegt sich niemand mehr

Redaktionsblog - Im Ententeich 21.02.2014 […] zuletzt jemand getraut, derart sentimental-kitschige Schriftstellerstereotypen zu verbreiten: Hier der Urdeutsche – "witzlos, kraftlos, provinziell", "jeder Gedanke eine Uniform" und im Kern immer noch Nazi, nur "müde Innerlichkeitsprosa" oder "irrelevante Sprachexperimente" produzierend. Dort der Jude und Immigrant – scharf denkend, präzise fühlend, kosmopolitisch lebend, "hart, wild, gemein, kritisch […] Print, im Netz, whatever? Dath gibt das traurige "Weißbrot", das gern ganz anders würde, ließe der Kapitalismus das nur zu. Wenn die Deutschen früher gesagt haben, sie konnten nichts machen, die Nazis waren schuld (das waren immer die anderen), dann ist heute der Markt der Böse. Das sind auch immer die anderen. Dass Dath selbst in einem kapitalistischen Unternehmen arbeitet, das zumindest in seinem […] Von Anja Seeliger

Interview mit Claude Lanzmann

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2013 […] hte, Eichmannprozess und Hannah Arendt, den neuen Antisemitismus und Jakob Augsteins Gleichsetzung von Gaza mit den Lagern: "Das verurteile ich. Genauso wie den Unfug, die Israelis seien die neuen Nazis und die Palästinenser die neuen Juden. Der arabische Terrorismus mit seinen Sprengstoffgürteln ist doch fürchterlich, dieses Prinzip, sich selber den Tod zu geben, um zu töten. Andererseits: Warum gibt […] Von Thekla Dannenberg

Godards hässlichster Moment

Redaktionsblog - Im Ententeich 23.07.2012 […] Das Zeichen Die Kamera fährt auf das Zeichen. Das Interview wird vom deutschen Fernsehen gemacht. Die Deutschen waren die Nazis. Jetzt sind die Deutschen Zionisten und unterstützen die Israelis. Die Israelis sind die Nazis von heute. Die Palästinenser sind die Juden der Nazis (an anderer Stelle begründet Godard diese Gleichsetzung von Palästinenser/Jude mit dem Wort "Muselmann/Musulman", mehr dazu […] Von Thierry Chervel

Beim Barte des Führers: Nazi-Ufos in Timo Vuorensolas 'Iron Sky' (Panorama Special)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2012 […] Festival. "Iron Sky" gibt sich dabei dem Nazi-Bösewicht aus der Pulp-Tradition so hemmungslos lustvoll wie liebevoll hin: Anders als der norwegische Splatter-Langeweiler "Dead Snow", in dem Nerds auf untote Nazis aus dem Schnee treffen, die dann halt abgemurkst werden, zeigt "Iron Sky" eine bis ins kleinste achtsam gestaltete Welt, die nichts mit den echten Nazis, aber viel mit deren ideologischem Wahnsinn […] Stichwortgeber erweist sich dabei natürlich die kuriose Verschwörungstheorie um das angebliche Raumfahrtprogramm der Nazis in Neuschwabenland, einem antarktischen Außenposten der Nazis. Eine so krude wie faszinierende Geschichte, die nicht nur so obskurantische Noiseprojekte wie Nazi UFO Commander informiert, sondern auch in Internetcommunities Fantasien beflügelt. Vom Laibach-Soundtrack begleitet und […] Kommen zwei Nazis nach 72 Jahren nach New York und finden ein Pornoheft. Sagt der eine: "Die entwickeln sich ja wie unsere Weiber. Aber da unten haben sie keine Haare, wie die Mädchen seh'n die aus." Sagt der andere: "Und wenn sie da Haare haben, seh'n die aus wie der Bart unseres geliebten Führers!" Oder aber: Greifen Nazis vom Mond völlig krass die Erde an. Die Leute in der UNO so voll am Abstreiten […] Von Thomas Groh

Verweigerung von Trauerarbeit

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.06.2011 […] doch auch hat blenden lassen. Übrigens vergisst Furet hier, auf einen fundamentalen Unterschied zwischen Nazis und Kommunisten einzugehen. Der "Hass auf den Bourgeois" schön und gut, aber der Hass der Nazis zerstörte die Bourgeoisie nicht, während die Kommunisten sie wirklich zerstörten. Die Nazis benutzten, manipulierten sie, aber sie haben das Verhältnis von Kapital und Arbeit intakt gelassen. Die […] beherrschenden Staatsideologie und auf dem Schrecken. Dieser Staatsterror erlaubt einen quantitativen Vergleich, bei dem sich herausstellt, dass die Kommunisten mehr Tote auf dem Gewissen haben als die Nazis, unter anderem, weil sie mehr Zeit hatten. Innerhalb dieser beiden totalitären Systeme muss man, glaube ich, an dem historischen Argument der Einzigartigkeit des Judenmords festhalten, auch wenn es […] Reise", habe ich 1962 noch in einer Art naiven oder pseudonaiven Haltung geschrieben. Es gibt noch keine Distanz zwischen Autor und dem Erlebnis eines jungen Kommunisten, der überzeugt ist, dass die Nazi-KZs den brutalsten Ausdruck der Herrschaftsverhältnisse im Kapitalismus darstellen. Als Ende der vierziger Jahre die ersten Berichte aus dem Gulag kamen, habe ich noch gesagt, das ist Propaganda, das […] Von Thierry Chervel

Wer ist hier rechts?

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.05.2011 […] Nation aus dem Weg zugehen. Darum fanden ihre Diktatoren den Antisemitismus so anziehend." Herf ist ein Kenner der Gemengelage. In seinem Buch "Nazi Propaganda for the Arab World " hat er die intensive Nazipropaganda in Arabien und die frühe Kooperation zwischen Nazis und Islamisten, und zwar besonders den Muslimbrüdern, erforscht. Hamed Abdel-Samad, Boualem Sansal, Najem Wali gehören zu den Arabern, die […] Von Thierry Chervel

Die Muster des Kulturalismus

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.09.2010 […] dienten zur pseudowissenschaftlichen Rechtfertigung von Rassismus. Aber was Sarrazins Gegner übersehen, ist, dass diese Diskurse keineswegs immer schon rechtsextrem waren. Es gab sie, bevor sie von den Nazis zu mörderischer Konsequenz getrieben wurden, in allen politischen Lagern. Auch die Sozialdemokraten, die ja stets eine autochthone Klientel gegen herandrängende Konkurrenten verteidigen mussten, waren […] dass auch radikalisierte Aufklärungsdiskurse, eben wenn sie die Fähigkeit zur Skepsis und Selbstrelativierung über Bord werfen, in religiösen Wahn zurückfallen können. Natürlich waren es vor allem die Nazis, die das Böse in diesen Ideen endgültig ans Licht holten. Aber die Linke sollte sich, bevor sie das Böse immer automatisch ins andere Lager abschiebt, auch mal für die Archäologie der eigenen Passionen […] Von Thierry Chervel

Der Ungeehrte

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2010 […] einige Zuschauer mit dieser Antwort nicht zufrieden geben, erklärt der Cutter Pawel Kocambasi: "Wir wollten unsere Sympathie für Fritz Bauer ausdrücken." Das war nicht nötig. Außer alten und jungen Nazis bringt heute wohl jeder Sympathie auf für den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der sich in den 50er und 60er Jahren für die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen einsetzte und damit […] Nationalsozialismus zu urteilen. Aber das ist alles bekannt. Vieles konnte man schon 1984 in Jörg Friedrichs Buch "Die kalte Amnestie" nachlesen, dass jedem, der sich für die juristische Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit interessiert, wärmstens ans Herz gelegt sei. Und gerade hat Irmtrud Wojak eine ausführliche Biografie Bauers veröffentlicht. Der Film fügt den Fakten kaum etwas neues hinzu. Und dennoch […] Bauer 1968 einsam und verbittert. Wenige Monate zuvor war im Bundestag ein Einführungsgesetz zum Ordnungswidrigkeitengesetz in Kraft getreten. Klingt unschuldig, es führte aber dazu, dass unzählige Nazi-Schergen, vor allem die Schreibtischtäter, straflos davon kamen, weil ihre Beihilfe zum Mord auf einen Schlag verjährt war. Bauer muss das als endgültige Niederlage erlebt haben, was es ja auch war […] Von Anja Seeliger

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 […] und Nazis. Der Ehrentitel der Feministin wird ihnen aberkannt. In einer obszönen Volte zieht die Berliner Professorin Birgit Rommelspacher, Trägerin der Louise-Schroeder-Medaille des Abgeordnetenhauses Berlin, in der taz eine Linie von Necla Kelek und Seyran Ates zu den Nazis. "Der Einsatz für Frauenrechte und der Kampf um Hegemonie sind nicht per se Antagonismen", doziert sie. Unter den Nazis zum […] Von Thierry Chervel

Willi Winkler und der Mann der Tat

Redaktionsblog - Im Ententeich 02.12.2009 […] eine der Wiederholung war: Sie wollten die Geschichte der Eltern nachspielen, nur andersrum, mit sich selbst in der Rolle der Opfer und Resistants - und den Amerikanern und Juden in der Rolle der Nazis. Hinter den Rechtfertigungen eigener Morde und Mordgelüste steckte ein banaler Reflex unverarbeiteter Vergangenheit, eine unschöne Aneignung des Opferstatus, eine zweite Entsorgung der eigentlichen […] Von Thierry Chervel

Islam ist nicht Islamismus

Redaktionsblog - Im Ententeich 15.09.2009 […] Kultur, sondern einen radikalen Utopismus, der alles, was als individuelle, kulturelle oder regionale Differenz über ihre totalitäre tabula rasa ragt, gnadenlos kappt, nicht anders als es einst die Nazis taten und genauso wie die Kommunisten, denen Jelinek oder Walser in früheren Tagen anhingen. Mit entwaffnender Biederkeit blicken die Unterzeichner des Manifests in die Kameras des Freitag. Die Militärs […] Von Thierry Chervel

Europa mit zwei Lungen

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.03.2009 […] Weimarer Demokratie untergegangen ist. Weil niemand sie verteidigen wollte - weder die Intellektuellen noch die Gewerkschaften und auch nicht die Arbeiter. Es siegte ein partikularer Egoismus, der die Nazis an die Macht brachte. Natürlich wiederholt sich die Geschichte nicht, oder sie wiederholt sich nur als Farce - wie Marx mit Hegel sagte -, doch die Demokratie ist nie garantiert. Es könnte wieder so […] Von Thekla Dannenberg

Trojanows Darfurkrise

Redaktionsblog - Im Ententeich 22.01.2009 […] überleben." Warum die einen Waffen haben und die anderen nicht, erklärt Trojanow nicht, und er scheint auch nicht zu bemerken, dass sich mit dem letzten Satz seines Zitats zur Not auch der Kampf der Nazis für ihr "Volk ohne Raum" rechtfertigen ließe. Eine kleine Netzrecherche über das Amel-Center bringt nicht allzuviele Informationen, aber doch immerhin eine, die auch Trojanow und die Redakteure der […] Von Thierry Chervel