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Iran

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Gefährliche Erinnerungen

Im Kino 12.08.2015 […] Der Iran wirkt in Mohammad Rasoulofs "Manuscripts Don"t Burn", als hätte Gott ihn vergessen. Bleierne Tristesse beschwert die Breitwandbilder verlassener Landstriche und lebloser Interieurs, durch die entgeisterte Gesichter spuken, gezeichnet von Müdigkeit, Kummer und Schmerz, verhaftet in Angst oder eiserner Überzeugung. Das ist kein Land für alte Männer, das ist kein Land für irgendwen. Dennoch leben […] titelgebende Zitats aus Michail Bulgakows "Der Meister und Margerita" bestätigt, als zwangsläufiges Ergebnis seiner solchen Verselbständigung zu betrachten. Andrey Arnold Manuscripts Don"t Burn - Iran 2013 - OT: Dast-neveshtehaa nemisoosand - Regie: Mohammad Rasoulof - Laufzeit: 125 Minuten. --- Der Anfang ist famos: Gentleman-Spion und Ex-Dieb Napoleon Solo (Henry Cavill) auf CIA-Mission durch […] Von Andrey Arnold, Thomas Groh

Keine Schwarzmalerei: Jafar Panahis 'Taxi' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2015 […] Namen tragen und wenn möglich Krawatte, Politik und Wirtschaft dürfen nicht vorkommen, und vor allem bitte, das ist das wichtigste: keine Schwarzmalerei. Düsterer Realismus ist das letzte, was der Iran jetzt gebrauchen kann. Zufällig, aber vergeblich filmt die Kleine also das Liebesdrama, das sich im Nachbarhaus in geradezu Shakespeareschen Dimensionen abspielt, doch weil der Geliebte der Tochter […] Aberglauben ihre Goldfische bis Punkt zwölf zu Alis Quelle gebracht haben müssen ("Nicht nur Inshallah. Wir müssen!"). Ein Film-Verkäufer, der mit seinen illegalen Kopien die Filmgeschichte auch für den Iran offenhält. Oder ein früherer Nachbar, der ihm über die Aufnahmen seiner Überwachungskamera zeigt, wie er im eigenen Haus überfallen und ausgeraubt wurde. Und schließlich steigt auch eine unglaublich […] und Dokumentation lassen sich kaum auseinander halten, aber man fühlt sich niemals um den Unterschied betrogen. Es ist eher so, dass Panahi sie neu denkt. Längst ist Panahi zum wichtigsten noch im Iran lebenden Regisseur geworden. (Der Film ist intellektuell und künstlerisch ungefähr das Gegenstück zu Isabel Coixet, deren Eröffnungsfilm "Nobody Wants the Night" in gleich mehrfacher Hinsicht das Drama […] Von Thekla Dannenberg

Alle ontologischen Anker gelichtet: 'Closed Curtain' von Jafar Panahi und Kamboziya Partovi (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2013 […] Interaktion mit dem Tier ist durchaus lustig; es gibt allerdings auch eine ziemlich furchterregende Szene, in der der Hund vor dem Fernseher sitzt und eine Dokumentation über Massentötungen von Hunden im Iran anschaut. Plötzlich sind zwei andere Menschen im Haus: ein junger Mann und eine junge Frau. Wie sie hereingekommen sind, fragt sich der erste Mann und mit ihm der Film im Weiteren immer wieder. Die […] erenz zu Panahis Film) "Pardé" (Closed Curtain). Regie: Jafar Panahi, Kamboziya Partovi. Mit Kamboziya Partovi, Maryam Moghadam, Jafar Panahi, Hadi Saeedi, Azadeh Toradi, Agha Olia, Zeynab Khanum. Iran 2013, 106 Minuten (alle Vorführtermine) […] Von Lukas Foerster

Das Biest will raus: Die Pressekonferenz zu Panahis Wettbewerbsbeitrag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2013 […] arbeitet David Assmann sehr schön die Ironie heraus, dass Panahi eigentlich der einzige Regisseur von Rang ist, der im Iran noch Filme dreht, alle anderen arbeiten vornehmlich im Ausland. Maryam Moghadam und Kamboziya Partovi konnten beide nicht einschätzen, was bei ihrer Rückkehr in den Iran auf sie zu kommt. Bisher haben die iranischen Behörden ihnen keinerlei Signale gegeben, wie sie auf diesen Film reagieren […] Von Thekla Dannenberg

Netz hat keine Grenzen

Redaktionsblog - Im Ententeich 20.12.2011 […] "amerikanischen" Konzernen hochzieht? Wenn Alternativen zu Amazon und Apple entstehen, dann nur auf der Ebene des Netzes insgesamt, das sich schwer in Reservate aufteilen lässt, obwohl China und der Iran nach Kräften daran arbeiten... Schon Google Editions bietet mit seinem dezentralen Modell einen anderen Weg als Amazon und Apple mit ihrem Monopolisierungsdrang. Strategisch war aus Sicht der Verlage […] Von Thierry Chervel

Die wahren Phoben sind die Philen

Redaktionsblog - Im Ententeich 23.05.2011 […] werden. 1. Wenn man das von Richard Herzinger skizzierte Szenario, das schneller von der Realität eingeholt wird, als Beobachter analysieren können, weiterspinnt, so begreift endlich jeder, warum der Iran um jeden Preis am Bau oder Erwerb einer Atombombe gehindert werden muss: es war bislang einzig die Macht der nuklearen Abschreckung, die Israel in den vergangenen Jahrzehnten davor bewahrt hat, in einen […] sehr wohl auslöschen können (und wollen), wurden von der unausgesprochenen Drohung der israelischen Regierung in Schach gehalten, auf die Bombe zurückzugreifen, wenn es zum Äußersten käme. Sollte der Iran seinerseits nuklear aufrüsten, wäre diese Drohung hinfällig, die Schwelle für eine "konventionelle" Auseinandersetzung von bislang noch nicht dagewesenen Ausmaßen würde gegen Null sinken. Die historisch […] Von Daniele Dell'Agli

Wer ist hier rechts?

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.05.2011 […] hatte in dem Artikel die israelische Perspektive auf den "arabischen Frühling" beschrieben. Ohne die ermutigenden Aspekte an den Revolten zu verschweigen, schildert er doch die Befürchtung, dass der Iran und Kräfte wie die Muslimbrüder zumindest in einer ersten Etappe von dem Aufbruch profitieren könnten, auch wenn die Jugend der arabischen Länder keineswegs von der Agenda der Bärtigen inspiriert war […] Von Thierry Chervel

Vorhutkonkurrenz: Ausblick auf die Berlinale 2011

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2011 […] wie jeder dem Regime nicht ergebene Filmemacher des Iran - in einer äußerst schwierigen Lage. Er hat, wird jedenfalls kolportiert, eine Loyalitätserklärung unterzeichnen müssen, ein staatstreuer Film ist von ihm dennoch nicht zu erwarten. All seine Filme verhandeln, auch wenn sie nicht explizit politisch sind, doch sehr zeitgenössische Probleme im Iran. Auch für seinen aktuellen Wettbewerbsbeitrag dürfte […] Filme seine eigenen Motive und Reize. "Dreileben" wird jetzt gemeinsam und am Stück von Panorama und Forum gezeigt. Im Brennpunkt des filmpolitischen Interesses steht aus sehr unerfreulichem Grund der Iran: Auf die absurden Urteile mit langjährigen Haftstrafen und beinahe als lebenslänglich zu begreifendem Berufsverbot gegen Jafar Panahi und Mohammend Rasoulof reagiert die Berlinale mit Solidaritätsaktionen […] Dinge, die sich darin ereignen, ist eine Scheidung, die eine Frau einreicht, weil sie aus dem Land ausreisen will, während ihr Mann, der seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht zurücklassen will, im Iran bleibt. Für den Rest des schmalen Wettbewerbs-Feldes gilt, bei aller auf den ersten Blick angebrachten Skepsis: Abwarten. Einen Vorteil hat die Schwäche der Hauptsektion allerdings auch, und man sollte […] Von Ekkehard Knörer

Die Namen der beiden deutschen Reporter im Iran sind Marcus Hellwig und Jens Koch

Redaktionsblog - Im Ententeich 11.01.2011 […] ist wichtig, dass sich deutsche Journalisten und Verleger mit ihre Kollegen Marcus Hellwig und Jens Koch solidarisieren. Die beiden Reporter werden jetzt seit mehreren Monaten als Staatsgeiseln des Iran festgehalten - gegen jedes internationale Recht. Nun präsentieren die Kollegen in vielen Zeitungen diese Anzeige: Es hört sich ein wenig seltsam an, wenn man liest, dass sich all diese Verbände "auch […] Von Thierry Chervel

Leistungschutzrechte? Wofür denn??

Redaktionsblog - Im Ententeich 15.12.2010 […] auch nicht recht entwickelt haben. Welches deutsche Medium hätte so grandiose Formen wie die Liveblogs entwickelt, die der Guardian, Atlantic Monthly oder die Huffington Post etwa zu den Ereignissen im Iran oder jüngst zu Wikileaks präsentiert haben? Die meisten Online-Ableger deutscher Printmedien liefern einen fantasielosen Abklatsch von Printformaten. Selbst der Spiegel ist etwa bei Blogformaten extrem […] Von Thierry Chervel

Wikileaks' Julian Assange verhaftet

Redaktionsblog - Im Ententeich 07.12.2010 […] gemacht hat. Dieser völlig unlösbar erscheinende Konflikt im Nahen Osten hat plötzlich Luft bekommen, weil Israel zum ersten Mal seit gefühlten hundert Jahren nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern der Iran. Die Schweden sehen plötzlich gar nicht mehr liberal aus, sondern wie die Schoßhündchen Amerikas, die angeblich die Briten sind. In der Türkei, erzählte mir Necla Kelek, hat Wikileaks unvorstellbare […] Von Anja Seeliger

Die Logik der Beschwichtigung

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.11.2010 […] verstehen, der Ton ihrer Stimmen wurde vom Kommentar in Farsi überdeckt. Die Tagesschau brachte eine dürre Meldung: "Im Iran spitzt sich der Fall der beiden Deutschen zu. Die iranische Justiz beschuldigte heute beide Männer offiziell der Spionage - Sie hätten illegal als Reporter im Iran gearbeitet. Sie wollten in Täbris Angehörige einer Frau befragen, die wegen angeblichen Ehebruchs zum Tode verurteilt […] der Journalisten. Das Auswärtige Amt nicht. Und bei den deutschen Medien ist eigentlich auch keine rechte Empörung zu verspüren. Liegt es daran, dass es Journalisten der Bild-Zeitung sind? Dass sie im Iran unerfahren sind, wie der Spiegel in einem englischsprachigen Artikel berichtet? (Nachtrag vom 21. November: Der Artikel steht auch auf deutsch im Netz, hier, er ist aus Spiegel Nr. 42 vom 18. Oktober) […] Das Auswärtige Amt meldete nach dem Video am 16. November nur: "Ein Mitarbeiter der Deutschen Botschaft Teheran hatte heute Gelegenheit zu einem zweiten konsularischen Besuch der beiden in Täbris (Iran) inhaftierten deutschen Staatsangehörigen. Die Bundesregierung arbeitet weiter intensiv an einer möglichst raschen Lösung des Falls." Einen Monat lang war also kein Kontakt möglich, dann, unmittelbar […] Von Thierry Chervel

Die Muster des Kulturalismus

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.09.2010 […] wurden diese Werte nicht vom "Westen", sondern in der UN-Menschenrechtserklärung. Selbstverständlich können auch Muslime diesen Schritt gehen, wie Sarrazins Gegner nun immer wieder betonen. Millionen Iraner haben in der Diaspora höchst qualifizierte Jobs. Sie haben sich bestens integriert, ohne den Gedanken an die auch vom Westen verratene Heimat aufzugeben. In Algerien verschwand die Zivilgesellschaft […] Von Thierry Chervel