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Auto

13 Artikel

Die Stadt ist Protagonist: Ion de Sosas 'Androids Dream' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2015 […] daran, dass der Film auf 16mm-Material gedreht wurde und dadurch eine Körnigkeit aufweist, an die man nicht mehr gewohnt ist heutzutage. Schnitt für Schnitt nähert sich der Film der Stadt, bald sind Autos, Reklametafeln, Passanten erkennbar, und auch andere Anzeichen dafür, dass das vom Eingangstitel behauptete Jahr 2052 sich in der Oberfläche des Films nicht allzu deutlich niederschlagen wird. "Androids […] Von Lukas Foerster

Macht das Auto zum Möglichkeitsraum: Ali Ahmadzadehs 'Atom Heart Mother' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2015 […] europäischen Entfremdungsautofilm? Ganz und gar nicht. Die monadische Isolation der Frauen im Auto ist gar nicht der Punkt; brüchig ist sie außerdem: Beim gemeinsamen, enthusiastischen "We Are the World"-Singen übersieht die Fahrerin ein anderes Auto, es kracht. Statt dessen geht es darum, dass das Innere des Autos zu einem Möglichkeitsraum wird. Und zwar nicht nur in jenem politischen Sinne, der auch […] Ursprünglich hatte Abbas Kiarostami das Auto als ein zentrales Motiv für das iranische Kino entdeckt. Gleich mehrere seiner Filme ("Life and Nothing More", "The Taste of Cherry" und vor allem "Ten") spielen fast ausschließlich im Inneren eines Fahrzeugs. Wo im europäischen und amerikanischen Kino das Auto zumeist entweder lustbesetztes Fetischobjekt oder eine rollende Entfremdungsmetapher ist, entdeckte […] der bildgebenden Konstellation Auto / Kino / Welt eine ganz neue Perspektive abzuringen. Diametral entgegengesetzt stellt sich in den beiden Filmen das Verhältnis von Außen und Innen dar, beziehungsweise die Art wie der Fahrzeuginnenraum mit dem urbanen (Teheraner) Stadtraum, durch den sich beide Filmautos bewegen, interagiert. Bei Panahi ist die Stahlhaut des Autos eine maximal durchlässige Membran […] Von Lukas Foerster

Erkunden mongolische Lebenswelten: 'Chaiki' und 'K' im Forum

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2015 […] vom Unglück junger Menschen in einer traditionellen Gemeinschaft, die statt der Liebe nur die Pflicht kennt und statt der Entfaltung nur die Unterwerfung. Und deren Zugeständnis an die Moderne in den Autos und im Wodka besteht. Er zeigt dies, ohne anzuklagen oder zu denunzieren. Recht drastisch zeigt er dagegen, was für eine Diskriminierung Kalmücken von den Russen erfahren, weswegen Elza auch immer wieder […] Von Thekla Dannenberg

Indie-Verweigerungsposen: Georg Tillers 'DMD KIU LIDT' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2014 […] Singers", kürzlich hat sie ein Lob auf die Beziehungslosigkeit verfasst) sitzt einmal im Auto und diskutiert mit Sänger Andreas Spechtl unter anderem über das Schreiben trauriger Lieder. Wie man eben oft im Auto sitzt, über Dinge diskutiert, die wichtig sind, aber im referenz- und aktionslosen Raum eines Autos aber eben auch verpuffen. Später wird der Film, ich will mal sagen: künstlerischer. Eine […] Von Thomas Groh

Dispersion von Sinn: Fruit Chans 'The Midnight After' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2014 […] Suet, seit Jahren der gute Geist der Hongkongkinos) und seine 16 Passagiere erst nur leicht irritiert über die plötzlich merkwürdig freien Straßen. Schnell stellen sie fest, dass tatsächlich gar keine Autos mehr unterwegs sind, dass sich auch keine Passanten auf den Bürgersteigen befinden, dass noch nicht einmal Leichen oder anderweitige Zerstörungen auf ein plötzlich über die Stadt hereingebrochenes Unheil […] Von Lukas Foerster

Autodestruktion im Wortsinn: Danis Tanovics 'An Episode in the Life of an Iron Picker' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2013 […] hen Müllhalde oder – hierin verdichtet sich das sisyphos'sche Zentralmotiv – seinen eigenen Subsistenzmitteln abgerungen. Die stärkste Szene zeigt Nazif und seine Nachbarn bei der Demontage seines Autos mit rostigen Sägen und schweren Hämmern: Autodestruktion im Wortsinn. Der Plot begleitet Nazif über einen nur wenige Tage umspannenden Zeitraum, unterdessen seine Frau Senada eine Fehlgeburt hat. Obwohl […] Von Nikolaus Perneczky

Dramatisch: Bruno Dumonts 'Claude Camille,1915' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2013 […] Wenn in Bruno Dumonts "Camille Claudel, 1915" plötzlich ein Auto vorfährt, erschrickt man eine Sekunde über diesen Misston: Natürlich sind Autos im Jahr 1915 keine Neuheit mehr, doch bricht mit dem Auto jäh eine Ahnung der Außenwelt und der Moderne in diese bis dahin zugemauerte Welt, in der schon ein Salon im Stil des 19. Jahrhunderts wie ein Zugeständnis an den Zeitenlauf wirkt, dass man sich halb […] Von Thomas Groh

Schmutzige Scheiben: Gus van Sants 'Promised Land' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013 […] Wo man hinschaut: schmutzige Scheiben. Oft dreht Gus van Sant durch Scheiben hindurch, so dass man die Schlieren auf dem Glas sieht. Oder das Licht auf der Frontscheibe eines Autos reflektiert so, dass Matt Damon dahinter nur schemenhaft erkennbar ist. Ein Kontrast zu den weiten Panoramen oder den aus einiger Höhe aufgenommenen Gottesperspektiven: Hier, wo die USA am amerikanischsten sind, im Hinterland […] Von Thomas Groh

Spricht die Sprache der Liebe: Vincent Dieutres 'Jaurès' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2012 […] ortlosen Aufnahmestudios. Und schließlich sind da kleine Manipulationen des Ursprungsmaterials, pastos-flächige Übermalungen einzelner Objekte - von Straßenlampen, Kartons, Geländern und eines parkendes Autos - als dezente Vorwegnahme von Dieutres Fabulierlust, die Details seines erinnernden Erzählens verfälscht oder übertreibt, um die Identität seines immer noch nicht geouteten Ex-Geliebten zu wahren, aber […] Von Nikolaus Perneczky

Falsche Bärte und eine Blondine: Jerzy Skolimowskis Meisterwerk 'Le depart'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 19.02.2010 […] Hinsicht unterdefinierte Blondine. Die steht ihm bei seinen Eskapaden bei, ohne dass man so recht wüsste, weshalb. Marc beachtet sie zunächst kaum, nur um ihr dann aus heiterem Himmel, im Kofferraum eines Autos, spielerisch und dreist ein erstes "je t'aime" entgegen zu schleudern. Danach ohrfeigen sich die beiden. Immer wieder der Schnitt in die Bewegung, den Konventionen zufolge immer einen Moment zu früh […] die beste Sequenz aus Michelangelo Antonionis Hippie-Saga "Zabriskie Point" vorweg: der Film gerät angesichts einer Plakatreklame in Verwirrung, bringt Plakatfrau, Plakatauto, echte Frau und echtes Auto durcheinander. Alles vier passt in eine Einstellung und am Ende der Szene kann man nicht mehr sagen, warum zwei Bildelemente falsch sein sollen und zwei richtig. Der menschliche Körper droht zu des […] Von Lukas Foerster

Minimalster Minimalismus: 'Fin' von Luis Sampieri

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2010 […] aber eher Ambient. An einer Stelle - die drei fahren noch im Auto ins Gebirge - filmt die Kamera den Wagen wie er die Straße heraufkommt, entkoppelt sich dann aber von ihrer Position und fährt ihrerseits die Straße hinunter, wie um auf die gestalterische Instanz hinter der Kamera zu verweisen. Dann wieder wird aus dem Innern des Autos gefilmt und die Schärfe verstellt: Das Äußere wird zur Schliere […] entscheidende Information erst nach einer gewissen Weile preis gibt. Ein anderes Mal verändert ein simpler Gegenschnitt die Raumwahrnehmung der Szenerie von Grund auf. Die drei jungen Leute fahren in einem Auto in die spanischen Berge. Dort treiben sie sich herum, im Geäst, auf Hügeln, vor Abhängen. Er reinigt den Wagen. Die beiden Mädchen laufen, mal sprechen sie miteinander, dann geht wieder jedes ihres […] Von Thomas Groh

Rupert Murdoch - die Kapitulation

Redaktionsblog - Im Ententeich 07.08.2009 […] dazu einen großartigen Artikel von Paul Starr in der New Republic.) Ihr Geld machten die Zeitungen über den am wenigsten glamourösen und doch extrem profitablen Anzeigenmarkt - die Rubrikenanzeigen: Autos, Wohnungen, Stellen und Tote. Da sie auf ihren Märkten ziemlich allein waren, konnte sie die Preise für diese Dienstleitungen selbst festsetzen. Der Markt brauchte sie. Zeitungen waren Gelddruckmaschinen […] Von Thierry Chervel