Stichwort

Respekt

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Kunst war eh nie frei

Redaktionsblog - Im Ententeich 06.05.2015 […] jedoch, dass heute über Kunst gar nicht mehr in einer gemeinsamen Sphäre diskutiert werden kann, sondern nur in einer Gesellschaft verschiedener Communities: "Muss sich Kunst daher nicht die Frage des Respekts gefallen lassen?" Bei der Blasphemie war für Bude gar nicht mehr die Frage, ob diese überhaupt geahndet werden kann und muss, sondern nur noch, wer für die Verfolgung zuständig sei. Mit viel Verve […] "Kreativität ist was für Vollidioten." Schmerzlicher wird es, wenn er dabei auch Dinge vom Tisch wischt, die mehr Bedeutung haben als die Selbstbilder und das Stadtmarketing in Berlin. Auf den Einwand, ob Respekt als Kategorie in der Kunst wirklich an die Stelle der Kritik rücken solle, antworte er mit einer Nonchalance, die einen frösteln ließ: "Der Künstler, der sich auf die bürgerlichen Freiheitsrechte beruft […] Von Thekla Dannenberg

Erhabene Klarheit: Antoine Barrauds 'Le dos rouge' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2015 […] Momente zwischen den Kunstwerken und beleuchtet damit auch die Frage des Dialogs mit der Kunst. Nach dem Film wird man sich den anderen Filmen auf dem Festival anders nähern. Im besten Fall mit mehr Respekt für das Hinsehen, die Zeit und das Leben der Filme. Antoine Barraud: "Le dos rouge - Portrait of the Artist". Mit Bertrand Bonello, Jeanne Balibar, Géraldine Pailhas, Joana Preiss, Pascal Greggory […] Von Patrick Holzapfel

Keine Schwarzmalerei: Jafar Panahis 'Taxi' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2015 […] offenhält. Oder ein früherer Nachbar, der ihm über die Aufnahmen seiner Überwachungskamera zeigt, wie er im eigenen Haus überfallen und ausgeraubt wurde. Und schließlich steigt auch eine unglaublich viel Respekt abnötigende Anwältin in den Wagen, die - wie Panahi als Chaffeur - als Blumenfrau firmiert und von Mandantinnen erzählt, die sie im Gefängnis besucht. "Erst legen sie eine Akte an, dann werfen sie […] Von Thekla Dannenberg

Ein Wald aus Verboten

Redaktionsblog - Im Ententeich 29.01.2015 […] noch größer. Neu ist, dass Redakteure und Intellektuelle offensiv, ja geradezu programmatisch nach Argumenten für die Selbstzensur suchen. Überall ist plötzlich von "Redaktionslinien" die Rede. Der "Respekt vor Religion" ist jetzt ein Prinzip, das dem der Meinungsfreiheit zumindest ebenbürtig ist. Muslimische Lobbyorganisationen wie die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) können zufrieden auf […] Von Thierry Chervel

Die Grenzen enger ziehen

Redaktionsblog - Im Ententeich 28.01.2015 […] Autoren wie Salman Rushdie und Kenan Malik verfochtenen universalistischen Begriff der Meinungsfreiheit, dem bisher auch westliche Medien anhingen, einzukassieren und durch eine Praxis religiösen Respekts zu ersetzen. Auf seiner Institutswebsite wirft er den "Satanischen Versen" vor, sie hätten sich "aus Leichtfertigkeit moralisch schuldig gemacht". Ähnlich seine Ansicht zu Theo van Gogh: "Nichts […] Fatwa to Djihad", die aus einer dezidiert linken und säkularen Position schildert, wie sich westliche Intellektuelle sich zusehends konservativen religiösen Diskursen fügten, angeblich im Namen des "Respekts". Leute wie Malik, schreibt dagegen Mondal in der Zeitschrift The Conversation, "untergraben die moralische Unterscheidungskraft, auf der Freiheit beruht, indem sie blind auf dem Prinzip der Mein […] Von Thierry Chervel

Mut und Selbstzensur der Medien

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.01.2015 […] Das heute journal hat zwar eine wesentlich informativere Berichterstattung, streift aber nur einmal eine Karikatur. Britische und amerikanische Medien bringen der Religion noch wesentlich größeren Respekt entgegen. Tony Parker von der Financial Times nennt die Karikaturen von Charlie Hebdo gar "unverantwortlich". Sein Artikel ist online inzwischen abgemildert. Hier ein Auszug aus der Druckversion. […] Von Thierry Chervel

Utopischer Liebesentwurf: Dominik Grafs 'Die geliebten Schwestern' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2014 […] als utopischen Liebes- und Lebensentwurf, der radikal ist, aber nicht tragisch – zu liebevoll agieren die Figuren untereinander, statt der erwartbaren Eifersüchteleien herrschen (zunächst zumindest) Respekt und Vorsicht und Liebe und Ergebenheit, wohl auch Gefühle von Schuld und Verpflichtung. Die ganz großen Leidenschaften spielen sich eher am Rande und woanders ab: wenn etwa Charlotte von Stein sich […] Von Elena Meilicke

Unbeschnitten: Kutlug Atamans 'Kuzu' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2014 […] der Gruppenbeschneidung die verängstigten Jungen unter Kontrolle zu halten. Und während schon das halbe Dorf in Ismails Eskapaden verwickelt ist, glaubt Medine noch, ein großes Fest würde ihr den Respekt des Dorfes einbringen. Sehr eigenwillige Figuren setzt Kutlug Ataman hier ins Bild, alle gespielt von großartigen SchauspielerInnen wie der wunderbar imposanten Nursel Köse und einer schön spröden […] Von Thekla Dannenberg

Ein Herz für dicke Kinder: Ulrich Seidls 'Paradies: Hoffnung' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013 […] würde – und vielleicht auch bisschen hämische Vorfreude. Schließlich ist es gerade die Denunziation von Figuren und Exploitation von Darstellern, die Seidl immer wieder vorgeworfen wird, bei allem Respekt für den aufklärerischen Impetus, der Seidl treiben mag. Man kann Entwarnung geben: in "Paradies: Hoffnung" zeigt Seidl ein Herz für dicke Kinder. Der Film erzählt von der dreizehnjährigen Melanie […] Von Elena Meilicke

Die Dialektik der Gegenaufklärung

Redaktionsblog - Im Ententeich 09.08.2012 […] ich zu den Israelis gehöre, die eine solche Veränderung sehr begrüßen würden." Was ist falsch an dieser Debatte? Was ist falsch daran, dass Nicht-Juden (und Nicht-Muslime) diese Debatte - in allem Respekt - aufgreifen? Die Mehrheitsgesellschaft ist durch das Kölner Urteil ohnehin dazu gezwungen, über das Thema zu debattieren. Ihr gleich mit dem Antisemitismusargument zu kommen, ist Einschüchterungspolitik […] Von Thierry Chervel

Lebenszeichen: Werner Herzogs Blick in die 'Death Row' (Berlinale Special)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2012 […] im True-Crime-Format. Freilich verfolgt Herzog auch eine Agenda: "Als Deutscher mit einem anderen historischen Hintergrund und als Gast der Vereinigten Staaten spreche ich mich bei allem gebotenen Respekt gegen die Praxis der Todesstrafe aus", sagt er anfangs jeder Episode. Doch anders als Michael Moore dies womöglich getan hätte, ist "Death Row" kein Plädoyerfilm, der zu seinem Material ein lediglich […] Von Thomas Groh

Die Muster des Kulturalismus

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.09.2010 […] Medien den Verzicht auf ihre Freiheit mit "Respekt für Religion". Noch in diesen Tagen befürwortet Renate Künast die Entlassung Sarrazins unter anderem mit dem Argument, dass er Respekt für den Islam vermissen lasse. Aber einen solchen Verfassungsgrundsatz gibt es nicht. Religionsfreiheit ist ein individuelles, kein kollektives Recht. Und was denn nun - Respekt oder Freiheit? Es geht wohl um den Status […] Von Thierry Chervel

Abgeschrieben oder eigenes Werk? Links zum Streit über Helene Hegemanns Roman 'Axolotl Roadkill'

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.03.2010 […] Simone Meier in der Baseler Zeitung geht das "altkluge, pseudophilosophische, monologische Gekotze der Hauptfigur", das sie total an Vater Carl erinnert, auf die Nerven, zeigt dann aber unerwarteten Respekt vor der Autorin: "Man hatte schon lange befürchtet, dass es irgendwann so kommen würde und die Generation, die einmal die kokainisierte Blasiertheit der Berliner 'Tristesse Royale'-Szene um Christian […] Arroganteste ist - und der Leser ist ohnehin wurscht, so scheint es mir zu sein. (...) Ich wittere zu viele eitle Hahnenkämpfe hinter den Kulissen und weiß auch von solchen. Und ich sehe nur noch selten Respekt vor der Arbeit eines Autors." 23.2.2010 Unter der Überschrift ""Plagiat"" singt Durs Grünbein in der FAZ eine Hymne auf Helene Hegemanns ersten Roman: "Dass von ihm jene erregende Sicherheit ausgeht […] Von Anna Steinbauer

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 […] ch die Scharia zu seiner unüberschreitbaren Grundlage. Von den westlichen Ländern wird hierfür Respekt gefordert - die UN, die Durban-Konferenz und ihre Nachfolgekonferenz in Genf und die Resolution gegen die Diffamierung von Religionen gehören zu den Hebeln dieser Machtpolitik der Begriffe. Der Respekt des Westens soll sich, wie es in den Islamophobie-Berichten heißt, durch einen "verantwortungsvollen […] artikulieren. Die Demokratien haben längst geliefert: Gunnar Herrmann freut sich zum Beispiel in einem SZ-Artikel über den aktuellen Stand der Karikaturendebatte in Dänemark, dass viele Dänen ihren Respekt für religiöse Gefühle bekennen: "So ein Verhalten wird heute zwar als Selbstzensur bezeichnet, früher aber nannte man es Taktgefühl." Der Verzicht auf den Abdruck der Karikaturen in einem Buch über […] Von Thierry Chervel