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China

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Ruckelt sich durch die Geschichte seiner Familie: Lei Leis Doku "Breathless Animals" (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2019 […] Jemand hätte diesem Regisseur sagen sollen, dass er besser zuhören soll, statt seinen Film so wie er ist ins Forum zu hieven. Lei Lei, 1985 in Nanchang, China, geboren, arbeitet seit 2017 am California Institute of the Arts (CalArts) im Bereich Experimental Animation, informiert das Programmheft. Warum er für seinen ersten Film keine fiktive Geschichte erfunden, sondern die Lebensgeschichte seiner […] Von Anja Seeliger

Vom Bild, das uns gemacht wird

Vom Nachttisch geräumt 20.12.2018 […] Magnum-Korrespondenten in der Volksrepublik China ernannt. Der freie Fotograf veröffentlichte seine Arbeiten zunächst unter Pseudonym. Es waren große Zyklen über psychiatrische Patienten, Katholiken und tibetanische Bauern. Er suchte Untergrundkirchen auf und fotografierte Gläubige und ihre Riten. Man sollte Liao Yiwus Reise durch das verborgene christliche China "Gott ist rot" (S. Fischer Verlag) hinzuziehen […] Paris Match, in Stern und L'Europeo bestimmten die Fotografen von Magnum unser Bild von der Welt. Schirmer/Mosel hat gerade einen Bildband mit den Aufnahmen veröffentlicht, die Magnum-Fotografen aus China mitbrachten von Robert Capa, Henri Cartier-Bresson über Marc Riboud, Eve Arnold, Inge Morath bis Chris Steele-Perkins. Es gibt Aufnahmen darunter, die fast jeder von uns gesehen und nie ganz vergessen […] paar politische Plakate geklebt wurden. Wären das an der Wand Aufnahmen von Silvana Mangano oder Silvana Pampanini könnten die Fotos auch in der Basilicata der 50er Jahre entstanden sein. So weit ist China nicht weg. So lange ist auch Europa der bittersten Armut noch nicht entsprungen. Zu den Fotos, die ich niemals vergaß, gehört eine Aufnahme von Eve Arnold aus dem Jahre 1979. Ein quadratischer Tisch […] Von Arno Widmann

One night in Beijing

Post aus China 12.11.2018 […] Zahl der Getöteten, Weggesperrten und Gefolterten, gibt es nicht. Entsprechende Informationen im Internet werden vom MfS systematisch aussortiert und blockiert. Und Chinas Zeitungen wie die Renmin Ribao, aber auch die englischsprachige China Daily sind reine Parteiorgane. Yang sagt, vieles, was man hört, sei ohnehin Propaganda, von hier oder aus dem Westen. Ein Onkel von ihm sei damals dabei gewesen, […] Chinesisches Schach. Foto: Sascha Josuweit Die Bar hat keinen Namen. Der Haupteingang des Hauses ist zugemauert, das Gebäude unbewohnt. Unweit von hier steht das zum 10. Gründungstag der Volksrepublik China von Mao errichtete Arbeiterstadion, Heimat des Erstligisten Beijing Guoan unter Ex-Bayer-Leverkusen-Coach Roger Schmidt. In den 60ern fanden dort Massenexekutionen statt. Nebenan im Chaoyang Theater […] WhatsApp nutzen sie das von der Firma Tencent in Shenzhen entwickelte WeChat oder ein Virtual Private Network (VPN) für den Zugang zu einem freieren Netz hinter dem Goldenen Schild, der Great Firewall of China, auch wenn das seit vergangenem Jahr eigentlich verboten ist. Sind die Feinstaubwerte mal wieder im dunkelroten Bereich und eine Dunstglocke aus gelbgrauen Abgasen hängt über der Stadt, ziehen sie die […] Von Sascha Josuweit

Das Beil schon in der Hand: Liu Jians 'Have a Nice Day' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2017 […] Animationsfilms im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale. Am Ende dürfen wir in die Tasche hineinspähen und da lächelt uns von unzähligen blassroten Banknoten Mao maskenhaft entgegen. In der Volksrepublik China, die der Künstler und Animationsfilmer Liu Jian in "Have A Nice Day" illustriert, ist Mao noch das Gesicht auf den Insignien der staatlichen Macht. Welcher Religion man sich zuwendet, ist völlig gl […] Titel aufscheint - "Have A Nice Day" - lässt er sich nur noch als Hohn lesen. Hao ji le - Have a Nice Day. Regie: Liu Jian. Mit Yang Siming, Cao Kou, Ma Xiaofeng, Zhu Changlong, Cao Kai. Volksrepublik China 2017. 75 Minuten. (Vorführtermine) […] Von Katrin Doerksen

Lob für den großen Fleckenteppich Berlinale

Außer Atem: Das Berlinale Blog 19.02.2016 […] Mondlandschaft hineingebaute und inzwischen von Müllsäcken regelrecht überschwemmte Minenarbeiterstadt stapfen; das sanft glühende Lagerfeuer, an dem sich Flüchtlinge an der Grenze zwischen Myanmar und China in "Ta'ang" wärmen; die fast Terrence-Malick-artig überhöhten Erfahrungssplitter während einer Reise durch Mexiko in "Tempestad": All das sind zweifellos eindrückliche Bilder, die mir lange im Gedächtnis […] Von Lukas Foerster

Auf Herbergssuche zwischen China und Burma: die vom Krieg vertriebenen Ta'ang in Wang Bings Doku (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2016 […] Als Wang Bing in die burmesische Kokang-Region an der Grenze zu China kam, wo Angehörige der dort ansässigen Ta'ang-Minorität seit den frühen 1960er Jahren einen langwierigen und gerade wieder akuten bewaffneten Konflikt mit dem burmesischen Militär austragen, wusste der chinesische Dokumentarfilmer, dessen Dokumentation über das Ende der Schwerindustrie im Tiexi-District unvergessen ist, nicht, worauf […] worauf er sich einließ. Weder war er mit der Geschichte der Region vertraut, noch wusste er um den schwelenden Krieg im Grenzland, der vor allem Frauen und Kinder zur Flucht nach China veranlasst. Wang war mit einem anderen Projekt in der Gegend beschäftigt, als ihn die Nachricht von dem wiedererstarkten Flüchtlingsstrom aus Myanmar erreichte. Er beschloss, sich die Situation vor Ort anzusehen. Der […] Ältere?" Die erste Orientierungsphase in Flüchtlingslagern auf beiden Seiten der Grenze, miteinander vernetzt durch allgegenwärtige Mobiltelefone, wird abgelöst von einem beschwerlichen Trek nach China, den Wang Bing einfach mitgelaufen sein muss. Zwar geht es Wang, vor allem im dunkel-somnambulen Mittelteil von "Ta'ang", der eine Gruppe von Frauen und Kindern erst um ein Lagerfeuer und dann um eine […] Von Nikolaus Perneczky

Metaphysisches Stationendrama: Yang Chaos 'Crosscurrent' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2016 […] auf eine Reise den Jangtsekiang hinauf, von Shanghai, wo der Fluss ins Ostchinesische Meer mündet, über den Drei-Schluchten-Damm - Monument der so rasanten wie gnadenlosen Modernisierung des heutigen China - bis zum Quellgebiet im tibetischen Hochland. Der junge Mann, Gao Chun, ist Kapitän eines rostigen Frachtschiffs, auf dem er, zusammen mit seinem jüngeren Bruder und einem alten Steuermann, auch zu […] im schwächelnden diesjährigen Wettbewerb bisher untergekommen sind. Chang Jiang Tu - Crosscurrent. Regie: Yang Chao. Mit Qin Hao, Xin Zhi Lei, Wu Lipeng, Wang Hongwei, Jiang Hualin. Volksrepublik China 2015, 116 Minuten. (Vorführtermine) […] Von Nikolaus Perneczky

Eingefroren in der Zeit

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2016 […] Film sieht, die in den amerikanischen Kinos oder auf Festivals laufen. Vielleicht habe er also nicht alle guten Filme gesehen, stellte er klar, aber doch viele der besten: Auch die guten Filme aus China oder dem Iran schafften es schließlich in die USA. Im deutschen Kino, meinte Brody, müsse heute alles versiert und ungeheuer professionell sein. Metier sei im Übermaß vorhanden, aber völlig unverbunden […] Von Thekla Dannenberg

Mit scharfen acht Köstlichkeiten

Mord und Ratschlag 01.04.2014 […] Euro (Bestellen) *** Kein anderer Krimiautor nimmt seine Leser so fürsorglich bei der Hand wie Qiu Xiaolong, der mit unnachahmlicher Freundlichkeit und Ruhe wie ein Fremdenführer durch das moderne China führt. Der in St. Louis lebende Professor erklärt dabei ebenso sorgsam die Feinheiten der chinesischen Lyrik wie die enigmatischen Leitlinien der aktuellen Parteipolitik, er führt zu den schönsten Gärten […] auf das Yang im Körper oder den Status der verschiedenen Zigarettenmarken: Panda galten als die besten Zigaretten der Welt, sie wurden exklusiv für Deng Xiaoping hergestellt, Mao bevorzugte die Marke China, die nur in der verbotenen Stadt geraucht werden durfte. Und unablässig wird gekocht und gegessen: Über-die-Brücke-Nudeln mit scharfer Acht-Köstlichkeiten-Sauce, gebackener Tofu und knusprig frittierter […] Von Thekla Dannenberg

Rutschpartie ins Nichts: Diao Yinans Wettbewerbsfilm "Black Coal, Thin Ice"

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2014 […] beschreibt recht genau die beiden gegensätzlichen Pole, zwischen denen sich Diao Yinans eigensinniger Film Noir aufspannt. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in einer kleinen Stadt im kalten Nordosten Chinas: ständig tauchen Leichenteile auf. Hier ein Arm auf dem Fließband des Kohlebergwerks, dort ein Auge in der Nudelsuppe. Die Polizei ist dem Täter auf der Spur, und macht dabei nicht unbedingt eine gute […] en Straßen sowieso – ganz schwarz will Diaos Film Noir eben nicht sein. Lieber will er viele Filme sein: Polizeifilm und bittersüße Liebesgeschichte, schwarze Komödie und naturalistisches Bild vom China der kleinen Leute. So ist er von allem ein bisschen, nichts ganz. Aber das geht schon in Ordnung: die ständigen Registerwechsel sorgen dafür, dass man als Zuschauerin immer wieder kalt erwischt wird […] gibt’s dafür ein ganz großartiges Feuerwerk vor grauem Winterhimmel. Elena Meilicke "Bai Ri Yan Huo - Black Coal, Thin Ice". Regie: Diao Yinan. Mit Liao Fan, Gwei Lun Mei, Wang Xuebing und anderen. China 2014, 106 Minuten (Wettbewerb - alle Vorführtermine) […] Von Elena Meilicke

Kurze Momente des Glücks in 'Ice Poison' von Midi Z (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2014 […] produzierter Film um Längen besser aussieht als fast alles, was ich bisher im Wettbewerb gesehen habe, tut sein Übriges. Einmal steigt doch jemand auf das Moped, Sanmei, eine junge Frau, die nach China zwangsverheiratet wurde und zur Beerdigung ihres Vaters in die Heimat kommt. Sie will zu der ihr aufoktroyierten Familie nicht wieder zurück, oder wenn doch, dann nur mit Geld in der Tasche. Geld gibt […] Von Lukas Foerster

Dispersion von Sinn: Fruit Chans 'The Midnight After' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2014 […] andere als kleingeistig abgezirkelte, ganz im Gegenteil maximal verunreinigte Allegorie auf die Situation der Sonderwirtschaftszone Hongkong nach dem (noch nicht ganz vollständigen) Wiederanschluss an China im Jahr 1997 zu verstehen. Besonders deutlich wird dies in den letzten Szenen, die die Gruppe (oder was von ihr übrig ist) zwar wieder in einem Bus zusammen bringt und auf eine gemeinsame Reise schickt […] Von Lukas Foerster