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Afghanistan

10 Artikel

No peace, no pussies: Spike Lees 'Chi-Raq' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2016 […] Iraq zusammen. Und er bezieht sich auf die skandalöse Zahl, nach der in den vergangenen fünfzehn Jahren in Chicago mehr Amerikaner durch Schusswaffen in den USA umgekommen sind als Soldaten in Afghanistan und Irak zusammen. Noch vor dem ersten Bild sieht man auf der schwarzen Leinwand eine Landkarte der USA, zusammengesetzt aus Pistolen, Revolvern und Gewehren. Dazu wummert ein Rap über die Stadt […] Von Thekla Dannenberg

Komplett entortet: Rafi Pitts 'Soy nero' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2016 […] der erträglichste. Gegen Ende gibt es einen Drift ins Existenzialistische, der sich zum Beispiel darin äußert, dass der Film nicht einmal klarstellt, ob sich der Kriegsschauplatz im Irak oder in Afghanistan befindet. Das mag man, zum Beispiel, als Kommentar auf die unbedingte Geworfenheit im Angesicht einer weltpolitischen Unübersichtlichkeit interpretieren. Mir scheint es sinnvoller, darin ein Spiegelbild […] Von Lukas Foerster

Körperkino: Karim Aïnouz' 'Praia do futuro' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2014 […] Vagen. Donatos eskapistische Bewegung nach Deutschland mag wohl mit einer schwulen Identität zusammenhängen; auch die Trennungsgründe von Donato und Konrad bleiben unklar, dass Konrad ein Soldat in Afghanistan war, wird nur beiläufig benannt. Allerlei Aspekte werden gestreift, verbleiben jedoch allzu abstrakt. Neben der verblassenden Liebesgeschichte zwischen Biker und Baywatcher erzählt der Film eine […] Von Friederike Horstmann

Läuft mit Dramatisierungsmotor: Feo Aladags: 'Zwischen Welten' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2014 […] Der Film macht es einem leicht, gegen ihn anzuschreiben, ihn als das überkonstruierte Afghanistan-topical zu brandmarken, das er halt schon auch ist; bereits der Titel, "Zwischen Welten", ist eine These. Deren filmische Explikation lässt dann auch nicht lange auf sich warten. Zunächst gibt es den Soldat Jesper (Ronald Zehrfeld), eine Küste entlang joggend, sich auf den Weg machend zu einem Militä […] Zivilbevölkerung aufmerksam macht, und der Befehlshierarchie, die auf SOP (Standard Operating Procedure) beharrt. Dass sich dann außerdem im weiteren Verlauf herausstellt, dass Jesper einen Bruder in Afghanistan verloren hat, macht das Hauptproblem des Films besonders klar: In seinem Innern läuft ein Dramatisierungsmotor, der darauf aus ist, das Erregungs- und Emotionalisierungspotential seiner Anordnung […] Von Lukas Foerster

Entweder rüstig oder gefördert

Außer Atem: Das Berlinale Blog 05.02.2014 […] lediglich, weil sie die Hoffnungsschimmer der letzten beiden Jahre vergessen lässt und die Kosslick'sche Normallinie mitsamt ihrer sozialdemokratischen Orientierung an "brisanten Themen" (nur kurz: Afghanistan, Asyl, gated communities, IRA) bei gleichzeitiger Affirmation aller filmpolitischen Strukturen, wieder in ihr Recht gesetzt wird; weil, anders ausgedrückt, von Anfang an klar ist, dass es um eine […] Von Lukas Foerster

Wikileaks und die Pressefreiheit

Redaktionsblog - Im Ententeich 13.12.2010 […] lesenswerten Analyse am Beispiel von Wikileaks beschrieb, wie schwer Zensur heute durchsetzbar ist. Für eine so bekannte Seite wie Wikileaks mag das richtig sein, aber für alle anderen? Als die Afghanistan-Tagebücher auf Wikileaks veröffentlicht wurden, schrieb John Naughton am 1. August 2010 im Guardian: "Die traurige Wahrheit ist, dass es heute rein praktisch unglaublich einfach ist, das Web zu zensieren […] Von Anja Seeliger

Unsichtbare Kriege, sichtbare Vögel: Philip Scheffners 'Der Tag des Spatzen'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2010 […] bedrohten Tierarten aufgenommen worden. Noch aber ist der Spatz sichtbar, er kann beobachtet, verfolgt, gefilmt werden. Der Krieg in Afghanistan kann das nicht, oder zumindest nicht so einfach. Man müsste dafür schon nach Afghanistan gehen und die Bilder, die aus Afghanistan nach Deutschland gelangen, stammen im Allgemeinen von Journalisten, die mehr oder weniger "embedded" sind. Wie dieses "embedding" […] Koordinationsgespräche mit dem seltsamen Vogel Scheffner ein. Bei einem dieser Gespräche hatte ein Bundeswehrmitarbeiter, so berichtet der Voiceover des Films, eine "Bildidee": einen brennenden Busch in Afghanistan solle Scheffner filmen, davor deutsche Soldaten. Die Bundeswehr als Beschützer des Lebensraums afghanischer Vögel. Ein solches Bild findet sich nicht im fertigen Film. Und aus der Zusammenarbeit […] dann schließlich auch nichts geworden. Scheffner bleibt in Deutschland. Deutschland ist Kriegspartei, also muss es irgendwo Spuren oder Zeichen des Krieges geben. Die skandalöse Unsichtbarkeit des Afghanistan-Krieges auf der einen und die banale Sichtbarkeit des Spatzen auf der anderen Seite: Das ist die Ausgangsposition. Eine asymmetrische Ausgangsposition für einen asymmetrischen Film, der Dinge […] Von Lukas Foerster

Unglaublich nah heran: 'The Oath' von Laura Poitras im Forum

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2010 […] Abu Jandal war einst Osama bin Ladens Leibwächter. Die Attentäter des 11. September kannte er allesamt persönlich, aus ihrer Zeit in Al-Qaida-Trainingscamps in Afghanistan. Jandal selbst saß im Jemen im Gefängnis, als das World Trade Center kollabierte. Ob er mit in eines der Flugzeuge gestiegen wäre, wenn bin Laden ihn gefragt hätte, will Regisseurin Laura Poitras an einer Stelle von ihm wissen. Er […] Von Lukas Foerster

Laboratorium für den Mainstream

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2010 […] zugunsten von was für Filmen... Aber Kosslicks Unvermögen ist in diesem Fall Terhechtes Glück, erst recht, weil daneben noch Scheffners äußerst kluger Anti-Dokumentarfilm über die Unsichtbarkeit des Afghanistan-Kriegs "Der Tag des Spatzen" im Programm vertreten ist. Ergänzt wird diese sehr reichhaltige Schiene durch Aljoscha Weskotts und Marietta Kestings interessantes Debüt "Sunny Land", ein weiteres Werk […] Von Lukas Foerster

Islam ist nicht Islamismus

Redaktionsblog - Im Ententeich 15.09.2009 […] Friedrich Schorlemmer, Katharina Thalbach, Martin Walser, Roger Willemsen, Feridun Zaimoglu und einige weitere Prominente aus dem linken juste milieu rufen im Freitag zum Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan auf. Ihr Argument: "Der Gegner ist keine Armee, sondern eine Kultur." Kultur? Als einziger Beitrag der Taliban zur Kulturgeschichte ist die Sprengung der Bamiyan-Buddhas erinnerlich. Al Qaida hat […] ihr friedliebendes Werk tun, fordern sie. Sie wissen natürlich, dass die NGOs nur dann arbeiten können, wenn die Soldaten auch da sind. In Wirklichkeit rufen sie einfach dazu auf, die Menschen in Afghanistan - an erster Stelle die Mädchen und Frauen - den Steinen der Taliban zu überlassen. Sie verwechseln Barbarei mit Kultur. Dankbar muss man dem Aufruf auch sein, weil er zeigt, dass genau jene Kräfte […] Von Thierry Chervel