Efeu - Die Kulturrundschau

Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Ganz allein im stillen Theater

26.11.2020. Ist sie nun von Leonardo oder von Cockle Lucas? Die Welt empfiehlt eine Arte-Doku zur umstrittenen Flora-Büste des Bode Museums. Die SZ betrachtet die tödliche Querflöte mit ganz neuen Augen. In der taz erklärt Miranda July den Vorteil kleiner Budgets im Filmgeschäft, und eine Reihe von Filmregisseurinnen erklärt, warum Artes "Unbeschreiblich weiblich"-Wettbewerb keineswegs feministisch ist. Die nmz erinnert an den Komponisten Iwan Wyschnegradsky. Zeit online und Tagesspiegel feiern die messerscharfen Raps auf dem Debütalbum von Megan Thee Stallion.

Dazu die erotische Aufladung der Aktion

25.11.2020. Zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen fordert die Fotografin Donna Ferrato eine bessere Ausbildung für Polizisten. FR und NZZ erinnern an den japanischen Schriftsteller Yukio Misihima, der sich in einem reaktionären Todesrausch vor fünfzig Jahren das Leben nahm. Ron Howards "Hillbilly Elegy" entlockt dem Tagesspiegel nicht mal ein wohliges Gruseln.  Die FAZ bemerkt mit Entsetzen, wie aufregend die maßgeschneiderten Playlists von Spotify sind. Und die NZZ stellt fest: Die großen Volumen in der Alpen-Architektur sind passé.

Die Arbeiterklasse unter den Poeten

24.11.2020. Die SZ huldigt der vor sechzig Jahren gegründeten Oulipo-Bewegung, ganz ohne E. Die taz versinkt mit Sebastian Hartmanns "Zauberberg"-Inszenierung in einem fantastisch verstörenden Traumgestöber. Die FAZ fragt nach der Herkunft der Krefelder Mondrian-Gemälde. Die taz erlebt auch in der Kleinen Galerie in Eberswalde wie sich Walter Womackas Agit-Prop in Hans Tichas Agit-Pop verwandelte. Der Standard erzählt vom rasanten Aufstieg des Malers Amoako Boafo, der es von der Wiener Kunstakademie direkt ins Guggenheim schaffte. Und ZeitOnline lernt den sanften Hauch der westafrikanischen Musikerin Amaarae zu fürchten.

Duktus aus Verklärung und Verzicht

23.11.2020. Die Feuilletons erinnern an Paul Celan, der vor hundert Jahren geboren wurde und dessen Czernowitzer Sprachklang auch von deutschen Märschen nicht übertönt werden konnte. Die FR lernt im Architekturmuseum München, was Künstliche Intelligenz am Bau leisten kann. In der Jungle World fordert Lars Henrik Gass Kinematheken für die Großstädte. Die SZ kann das Gejammer der Theaterintendanten nicht mehr hören. Der Tagesspiegel kann die Verödung des Großstadtlebens nicht mehr ertragen. Die FAZ zählt die Opfer, die der Kampf der Moskauer Bühnen gegen Corona fordert.

Sowohl feministisch, als auch glutenfrei

21.11.2020. In der FAZ erklärt die Musikwissenschaftlerin Eva Rieger, warum die Aufklärung schlecht war für die Frauen im Allgemeinen und Musikerinnen im Besonderen. Die New York Times stellt den Künstler und Filmemacher Sky Hopinka aus der Ho-Chunk-Nation vor. Die NZZ kostet geschmorte Hexe im Kindertheater. Die taz probt afrikanische Tanzschritte mit Isaac Kyere. Warner testet mit "Wonder Woman" die Zukunft der Filmindustrie, die der Tod des Kinos sein könnte, berichtet die SZ. Schönheit wird die Welt retten, ruft in der FAZ Renzo Piano.

Ist Bamberg der apokalyptische Vorreiter?

20.11.2020. Die Welt betrachtet spöttisch die orientalisierenden Gutmenschen in "Rembrandts Orient". Die nachtkritik erklärt am Beispiel Bambergs, was den Theatern nach der Pandemie droht, wenn die Kassen der Kommunen leer sind. Artechock guckt zähneknirschend Filme des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg im Netz. Die taz begutachtet die Praktiken der Musikplattform Bandcamp.

Schwafelnd, schwankend und stolpernd

19.11.2020. Wie wollen wir künftig wohnen? Eine Frage, die die FAZ gern auf einer internationalen Bauausstellung diskutiert sähe. Die NZZ blickt melancholisch auf Kunstsammlung Emil Bührles, die ohne Waffenverkäufe nicht zustande gekommen wäre. Die taz erinnert an die Modefotografin Louise Dahl-Wolfe. Das Van Magazin untersucht die dubiosen Geschäftspraktiken des amerikanischen Musiklabels Orpheus Classical. Dlf Kultur fragt, warum das Monopol Magazin Black Lives Matter an die Spitze der Top 100 der wichtigsten Akteure der Kunstwelt gesetzt hat. Und nicht Donald Trump.

Pracht, Herrlichkeit und Verblendung

18.11.2020. Hyperallergic bewundert die verstörende Sinnlichkeit der brasilianischen Künstlerin Lucia Nogueira. Die FAZ möchte auch den Beethoven verehren, der politisch auf der falschen Seite stand. Auf ein geteiltes Echo stößt Andres Veiel mit seinem Klima-Prozess "Ökozid". Und in der NZZ verrät David Wagner, warum Berlins Straßen so breit angelegt sind.

Das Material ist die Message

17.11.2020. In der NZZ protestiert der Architekturhistoriker Bernd Nicolai gegen Pläne des Pharmakonzerns Hoffmann-Laroche, in Basel die Ikonen der Schweizer Industriemoderne zu schleifen. Der Guardian erklärt, warum heutige Bauten immer hässlicher werden. Die taz feiert die Arbeit der Kommunalen Galerien in Berlin und besonders die deutsch-türkische Ausstellung "Shifting Patterns" in der Galerie Nord. In der NZZ überlegt David Grossman, was Menschen zu Soldaten des Bösen macht. Der Standard fragt, wie bieder sex-positiver Rap ist.

Drei Browser-Tabs entfernt

16.11.2020. Auf ZeitOnline gerät Werner Herzog über einen Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren in die Ekstase des Entdeckens. Die FAS blickt mit Monika Marons Literaturagenten in die Verlagsbüchse der Pandora. Die FAZ bewundert die neue Große Moschee von Algier. Die Nachtkritik erkundet im Theater-Game "Golem 24143" das Kieler Ostufer. Die Berliner Zeitung stellt den Modemacher Amesh Wijesekera vor, der die binäre Kleidung ebenso wie den Ethno-Look hinter sich lässt. Und die Jungle World huldigt mit Jessie Wares Disco-Album dem eleganten Glitzer.