Perlentaucher-Autor

Ekkehard Knörer

Ekkehard Knörer, geboren 1971 im Fränkischen, hat Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz. Ekkehard Knörer ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker, u.a. für die taz (Kolumne "dvdesk"), war von1998 bis 2008  Herausgeber des Internet-Magazins für Film & Kritik Jump Cut, ab 2008 Redakteur bei der Filmzeitschrift Cargo. Ab 2000 war er Mitarbeiter des Perlentauchers, Autor der Krimi-Kolumne "Mord & Ratschlag" und der Film-Kolumne "Im Kino". Seit Oktober 2011 ist Ekkehard Knörer Redakteur des Merkur.
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355 Artikel - Seite 10 von 12

Berlinale 9. Tag

Außer Atem vom 17.02.2006 17.02.2006. Hans-Christian Schmids Wettbewerbsfilm "Requiem" würde man gern die Dialoge austreiben. Ganz erstaunlich aber: Christoph Hochhäuslers "Falscher Bekenner". Fußball als Probe aufs patriarchalische Exempel: Jafar Panahis Wettbewerbsfilm "Offside". Zeigt das Ende der Geschichte: Amir Muhammads Film über Malaysias "Last Communist" Chin Peng. Very Soprano: Sydney Lumets Wettbewerbsfilm "Find me guilty".
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Berlinale 8. Tag

Außer Atem vom 16.02.2006 16.02.2006. Isabelle Huppert ist Charmant-Killman in Claude Chabrols "Geheime Staatsaffären". Mordsmäßig elegant: Pang Ho-cheungs Wettbewerbsfilm "Isabella". Pamirkirgisen erklären Ben Hopkins "37 Uses for a Dead Sheep". Der iranische Regisseur Mani Haghighi beobachtet Männer bei der Arbeit und Frauen beim Kettensägen schwingen. Neil Armfields "Candy" zeigt das reizendste Junkie-Paar der Filmgeschichte. George Gittoes Film "Rampage" begleitet drei Rapper in Miamis Brown Sub. Nikias Chrysso führt uns in "Hochhaus" in eine Plattenbausiedlung in Halle.
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Berlinale 7. Tag

Außer Atem vom 15.02.2006 15.02.2006. Macht Björk zum Wal: Matthew Barneys "Drawing Restraint 9". Einheits-Minestrone: Michele Placidos Wettbewerbsbeitrag "Romanzo Criminale". Valeska Grisebachs Wettbewerbsfilm "Sehnsucht" ist tragisch und bezaubernd zugleich. Rafi Pitts Wettbewerbsfilm "Zemestan" zeigt einen verzweifelten Iran, Maziar Miris "Be Ahestegi" zeigt einen gefühllosen Iran. Sabus "Shisso" ist auf Wasser gebaut. Yang Yonghi versucht in ihrem Dokumentarfilm "Dear Pyongyang" herauszufinden, warum ihr Vater seine Kinder nach Nordkorea schickte.
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Berlinale 6. Tag

Außer Atem vom 14.02.2006 14.02.2006. Dominik Grafs "Der rote Kakadu" ist ein vergnügliches Huckepackrennen durch die DDR. Zu viel Kunstblut zeigt Michael Winterbottom in seinem Wettbewerbsfilm "The Road to Guantanamo". Kino in seiner verabscheuungswürdigsten Form: Pen-ek Ratanaruangs Wettbewerbsfilm "Invisible Waves". Blut, Schweiß und Gartenzäune in John Hillcoats australischem Western "The Proposition". Falsche Botschaft? In James McTeigues "V for Vendetta" wird das britische Parlament in die Luft gesprengt - von den Guten! Chantal Akerman filmt für "La-bas" aus ihrem Fenster in Tel Aviv und sieht - nichts.
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Berlinale 5. Tag

Außer Atem vom 13.02.2006 13.02.2006. Matthias Glasner will, dass wir in "Der freie Wille" einen Vergewaltiger mit den Augen einer Liebenden sehen. Nach Franka Potentes erstem Stummfilm ist man nicht böse auf die Regisseurin. Warten mit Ruben - in Rodrigo Morenos Wettbewerbsfilm "Der Schatten" Allan King nimmt uns in "Memory for Max, Claire, Ida and Company" mit in ein Altersheim. Robert Altman liefert mit seinem Wettbewerbsfilm "A Prairie Home Companion" gediegene Abendunterhaltung. Chen Kaiges "The Promise" ist schnell, bunt und dünn. Thomas Arslan zeigt uns "Aus der Ferne" die Türkei.
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Berlinale 4. Tag

Außer Atem vom 12.02.2006 12.02.2006. Das schlimmste Schimpfwort in Detlev Bucks "Knallhart" ist: Opfer. Jasmila Zbanics Wettbewerbsfilm "Grbavica" erzählt von den Folgen des Bosnienkrieges. Harwan Hamed zeigt in "Omaret Yacoubian", wie Bestechung auf äygpytisch funktioniert. Romuald Karmakar entfaltet in seinen "Hamburger Lektionen den Humor der islamischen Fundamentalisten. Michel Gondry probt im Wettbewerbsfilm "The Science of Sleep" die Anarchie in Zellophan. Zhang Mings "Before Born" sucht Struktur, nicht Sinn.
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Berlinale 3. Tag

Außer Atem vom 11.02.2006 11.02.2006. Hätte Houellebecq sehen sollen: Oskar Roehlers "Elementarteilchen". Zeigt den Theweleits dieser Welt die nackte Schulter: Terrence Malicks "The New World". La la la, hey, hey hey, you are mine! In Pradeep Sakars "Parineeta" wird herzzerreißend gesungen. Außen hart und innen ganz weich: Michael Glawoggers Wettbewerbsbeitrag "Slumming". Lukas Moodyssons Film "Container" schockte bei der Vorführung seine Hauptdarsteller. Neil Jordans "Breakfast on Pluto" führt ins Irland der siebziger Jahre: Kitten will keine Bomben legen, sondern nur Lippenstift tragen.
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Berlinale 2. Tag

Außer Atem vom 10.02.2006 10.02.2006. Regisseur Stephen Gaghan hat es mit "Syriana" geschafft: Er sieht jetzt besser aus als George Clooney. Amos Gitai erzählt in seinem Dokumentarfilm "News from House, News from Home" die eindrucksvolle Geschichte eines Hauses in Jerusalem. Im dänischen Wettbewerbsbeitrag badet ein präoperativer Transsexueller seine Füße "en soap". Wie bitte sieht ein Araber aus? In dem israelischen Film "Close to Home" geht Soldatin Mirit lieber zum Frisör, als solche Fragen zu beantworten. Durch Teheran führt uns Nasser Refaies "Another Morning". In Pepe/Fultuns "Brothers of the Head" rockt ein siamesisches Zwillingspaar London. Sono Sions "Strange Circus" führt durch die blutrote schizoide Welt einer jungen Frau.
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Berlinale 1. Tag

Außer Atem vom 09.02.2006 09.02.2006. Verzehr von Schnee führt zum Orgasmus! Die Berlinale hebt mit Marc Evans' Eröffnungsfilm "Snow Cake" ganz ruhig an. Die Retrospektive erinnert in diesem Jahr an die großen Ikonen der Fünfziger Jahre, die nicht nur Glamour verbreiteten, sondern auch Feuer. Eine Werkschau ist dem japanischen Regisseur Nobuo Nakagawa gewidmet, der Vater des J-Horror.

Dieter, Dominick und Detlev

Außer Atem vom 09.02.2006 09.02.2006. Heute abend wird Marc Evans' Film "Snow Cake" die Berlinale eröffnen. Ekkehard Knörer hofft auf Verrücktes und Schönes, Rätselhaftes und Umwerfendes, auf Understatement und Maßlosigkeit. Eine Vorschau.

Identitätsdiebstahl

Mord und Ratschlag vom 14.09.2005 14.09.2005. Jonathan Smith lässt den Abstieg seines Helden mit absurden, aber durchaus karrierebedrohenden Anschludigungen beginnen. Jason Starr gönnt seinem Helden den beruflichen Erfolg, das private Desaster, das er erleidet, ist schlimm genug. Am Ende stehen beide ihrem eigenen asozialen Selbst gegenüber.

"Man muss nur die richtigen Züge machen"

Außer Atem vom 19.02.2005 19.02.2005. 2005 wird als flauer Jahrgang in die Geschichte der Berlinale eingehen. Programmatische Ahnungslosigkeit in Sachen Ästhetik, wenig Hollywoodstars und dürftige Autorenfilme. Wer konnte die Sache gerade noch mal retten? Die Chinesen! Ein Abschlussbericht. Und alle Bären auf einen Blick: Der Goldene Bär geht an "U-Carmen eKhayelitsha" von Mark Dornford-Mays.

Berlinale 9. Tag

Außer Atem vom 18.02.2005 18.02.2005. Ein nobler Film: Gu Changweis "Kong Que" im Wettbewerb. Hundertprozent 2004: Jacques Audiards Wettbewerbsfilm "De battre mon coeur s'arrete". Nobuhiko Obayashi "Riyuu" erzählt eine komplizierte Mordgeschichte - aber nicht mit den Mitteln des Kriminalfilms. In Lee Yoon-kis "This Charming Girl" hat die Kamera ein Verhältnis mit der Protagonistin.
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Berlinale 7. Tag

Außer Atem vom 16.02.2005 16.02.2005. Es zeugt sich fort in Wes Andersons "The Life Aquatic With Steve Zissou". Der Film "Lost Children" steigt in die finsterste Hölle der Gegenwart - die Welt der Kindersoldaten in Uganda. Heute Abend findet in der Berliner Böll-Stiftung eine Podiumsdiskussion zu dem Film statt. "Fateless", Lajo Koltais Verfilmung von Imre Kertesz' "Roman eines Schicksallosen", ist ein Desaster. "Yan Mo - Before the Flood" dokumentiert nüchtern den Untergang der alten Stadt Fengjie, die einem Staudamm geopfert wird. In "Tickets" begleiten Ermanno Olmi, Abbas Kiarostami und Ken Loach ihre Helden auf dem Weg nach Rom.
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Berlinale 6. Tag

Außer Atem vom 15.02.2005 15.02.2005. In seinen Liebkosungen ein großer Film: Christian Petzolds Wettbewerbsbeitrag "Gespenster". Heute läuft die Verfilmung von von Imre Kertesz' "Roman eines Schicksallosen" im Wettbewerb. Gabriella Gönczy berichtet über die Debatten der ungarischen Feuilletons vor und nach der Premiere.
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Berlinale 5. Tag

Außer Atem vom 14.02.2005 14.02.2005. Politisch ist Yash Chopras indisch-pakistanischer Liebesfilm "Veer-Zaara". Nicht politisch ist Hany Abu-Assads Wettbewerbsbeitrag "Paradise Now" über zwei Selbstmordattentäter. Schlecht politisch ist Robert Guediguians Film über Mitterrand. Eine Lichtgestalt: Julia Jentsch in Marc Rothemunds Wettbewerbsfilm "Sophie Scholl". Geniestreich einer Unbekannten - Liu Jiayin hat mit "Niu pi" einen Film über sich, ihre Eltern und die Katze gedreht. Paul Weitz zeigt im Wettbewerbsbeitrag "In Good Company" das Drama eines Teenagerbosses. Falsche Versöhnung mit der DDR findet nicht statt in Robert Thalheims "Netto". Tania Detkina erhängt in "Pakostnik" Teddybären.
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Berlinale 4. Tag

Außer Atem vom 13.02.2005 13.02.2005. 13 Seen, 10 Himmel - sonst nichts sieht man in James Bennings Filmen. Opfer oder Täter? Tamara Trampe und Johann Feindt begleiten in ihrem Dokumentarfilm "Weiße Raben" Heimkehrer aus dem Tschetschenienkrieg. Verschwendet seine Schauspielerlegenden: Andre Techines Wettbewerbsbeitrag "Les temps qui changent". Ein Manifest des Unspektakulären: Raymond Depardons Dokumentarfilm über Bauern in Frankreich "Profil paysans". Und dann noch eine Sensation: die rekonstruierte Fassung von Sergej Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin".
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Berlinale 3. Tag

Außer Atem vom 12.02.2005 12.02.2005. Claire Denis' Film "Vers Mathilde" ist ein Porträt der Choreografin Mathilde Monnier im Entstehen. So nahe kommt das Kino der abstrakten Malerei nur selten wie Kon Ichikawas "Yukinojos Rache". Terry George zeigt in seinem Wettbewerbsfilm "Hotel Rwanda" das Versagen des Westens angesichts des Völkermords an den Tutsi.
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Berlinale 2. Tag

Außer Atem vom 11.02.2005 11.02.2005. Lu Chuans "Kekexili" erzählt vom Kampf ums Überleben. Kriminalroman, Liebesgeschichte, Politfilm: der indische Film "Amu" verflicht die Geschichte eines adoptieren Mädchens mit der Geschichte der Sikhs. Der japanische Slackerfilm "Sekari no owari" zeigt Variationen der Langeweile. Im Eröffnungsfilm "Man to Man" lernen Kristin Scott Thomas und Joseph Fiennes, dass Pygmäen Menschen sind. Der Ehrenbär geht in diesem Jahr an den koreanischen Regisseur Im Kwon-taek. Eine Auswahl-Retrospektive stellt sieben seiner Filme vor: eine Entdeckung!

Drei Spielarten deutschen Gegenwartskinos

Außer Atem vom 10.02.2005 10.02.2005. Heute abend ist es soweit: ein rundum zufriedener, Fröhlichkeit verbreitender Dieter Kosslick geleitet Kristin Scott-Thomas und Joseph Fiennes zum Eröffnungsfilm der Berlinale: Regis Wargniers "Man to Man". Nicht unbedingt der beste Film im Programm, aber es gibt ja noch sooo viele andere. Wir berichten wie immer täglich. Hier erst mal eine Vorschau.

Riecht wie Führerbunker

Essay vom 22.09.2004 22.09.2004. In den meisten Feuilletons war Oliver Hirschbiegels Film "Der Untergang" Chefsache. Die Kritiker mussten schweigen. Und darum weiß niemand, wie der Film wirklich ist: langweilig, verlogen, bieder.

Der Thrill ist hoch

Mord und Ratschlag vom 04.08.2004 04.08.2004. Patrick Bomans fetter Josephat Peabody ermittelt in der britischen Kronkolonie Indien - wenn er nicht gerade Nonnen belästigt. Garry Dishers krimineller Held Wyatt legt sich mit der Mafia von Melbourne an.