Im Kino - Archiv
11.06.2013. In Antoine Fuquas "Olympus Has Fallen" tritt Gerald Butler gegen Nordkorea an; wir drücken gerne die Daumen. Peter Stricklands "Berberian Sound Studio" dienen das Exploitationkino und sein Sound-Design als Folie für einen abgründigen Horrorfilm.
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Lukas Foerster, Jochen Werner.
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06.06.2013. Alain Resnais' wunderbarer Meta-Theaterfilm "Ihr werdet euch noch wundern", widerlegt die Annahme, die Kunstform Kino habe ihre große Blüte bereits hinter sich. "After Earth" von M. Night Shyamalan hat dagegen außer erfolgreichem Vater-Sohn-Bonding im Hause Smith wenig zu bieten.
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Thomas Groh, Jochen Werner.
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29.05.2013. Terrence Malicks Liebesfilm "To the Wonder" zeigt das notwendige Misslingen einer ganzheitlichen Begegnung mit der Welt. Und die Bedingungen dieses Misslingens. "Die wilde Zeit" von Olivier Assayas ist eine kollektive Autobiografie der 68er Generation unmittelbar nach dem Mai 1968.
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Lukas Foerster, Jochen Werner.
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26.05.2013. Aktualisierung: Abdellatif Kechiches Film "La Vie d'Adèle" bekommt die Goldene Palme. Eine Liebesgeschichte zweier Frauen rettet das Kino, zumindest vorläufig. Rückblick auf ein Festival mit tollen Filmen, das Steven Soderberghs Frage nach der Zukunft des Kinos dennoch nicht beantwortet.
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Lutz Meier.
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22.05.2013. Calin Peter Netzers Berlinalegewinner "Mutter und Sohn" verwandelt die Neue Rumänische Welle in ein Nationaltheater, in dem schon wieder nur Ödipus gespielt wird. In Justin Lins "Fast & Furious 6" gilt es, den Bau einer hochdestruktiven "Techno-Bombe" zu verhindern.
Von
Elena Meilicke, Jochen Werner.
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21.05.2013. Nach Berlin hatte Claude Lanzmann auch in Cannes einen großen Auftritt: allerdings mit einem neuen Film, in dem er - mit Material, das er in den Siebzigern drehte - den Wiener Rabbiner Benjamin Murmelstein porträtiert und die Frage nach der Rolle der Judenräte stellt. Außerdem zeigen die Coen-Brüder den traurigsten (und lustigsten) Loser seit langem und Alex van Warmerdam den Horror als Normalität.
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Lutz Meier.
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15.05.2013. Großraumdissenkino statt Mittelstufenliteraturverfilmung bietet Baz Luhrmanns "Der große Gatsby". Ulrich Seidls Trilogieabschluss "Paradies: Hoffnung" gönnt uns das Nichteintreten des Allerschlimmsten. Und das ist auch mal schön.
Von
Elena Meilicke, Jochen Werner.
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08.05.2013. In J. J. Abrams "Star Trek Into Darkness" wird der Zierrat als Zierrat kenntlich - eine reine Leistung nach üblichen Parametern liefert der Blockbuster dennoch ab. Peter Mettlers essayistischer Dokumentarfilm "The End of Time" belohnt eine eher entspannte Rezeptionshaltung.
Von
Lukas Foerster, Thomas Groh.
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01.05.2013. Brian de Palmas Erotikthriller "Passion" montiert einen deutschen Kriminalinspektor, amerikanische Businesszicken und dann und wann ein rotes Telefonhäuschen mit italienischer Slasherästhetik in den Potsdamer Platz hinein. Benoît Delépine und Gustave Kervern drücken ihren ältlichen Helden in "Der Tag wird kommen" den anarchistischen Vorschlaghammer in die Hand.
Von
Thomas Groh, Jochen Werner.
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25.04.2013. Der Splatterfilm ist im Mainstream angekommen: Fede Alvarez' "The Evil Dead" wird nicht mehr auf Schulhöfen unter der Hand getauscht, sondern läuft in Multiplexen neben RomKoms und Pixar-Filmen. Neu auf DVD: Alma Har'els "Bombay Beach", ein ethnografischer Dokumentarfilm, dem der empathische Blick leider nicht genug ist.
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Lukas Foerster, Thomas Groh.
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17.04.2013. In Andrés Muschiettis Horrorfilm "Mama" sucht ein anorektischer Muttergeist das hedonistische Hipsterleben eines jungen Paares heim. Kein Land in Sicht ist derweil in Moussa Tourés Flüchtlingsdrama "Die Piroge".
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Elena Meilicke, Nikolaus Perneczky.
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10.04.2013. Sally Potters "Ginger & Rosa" erzählt eine Coming-of-age-Geschichte in zerbrechlich wirkenden Bildern entlang der Kubakrise. In der Werkschau, die das Berliner Kino Arsenal den Filmen des Frankokanadiers Denis Côté widmet, kann man das Kreatürliche in sich selbst entdecken.
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Lukas Foerster, Jochen Werner.
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04.04.2013. Joachim Triers "Oslo, 31. August" erzählt von der problematischen Rekonvaleszenz eines Drogenabhängigen und verweigert sich dabei simplen Erklärungsmustern. Eher nicht in der Kinogegenwart, dafür auf DVD entdecken kann man freie, lässige, lakonische deutsche Filme wie Ulrich Schamonis "Chapeau Claque".
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Thomas Groh, Jochen Werner.
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27.03.2013. Tomas Vinterbergs reaktionärer Film "Die Jagd" wird gespeist aus dem Widerwillen gegen die Zumutungen der demokratisch-freiheitlichen Moderne. Dann doch lieber "Peak": Hannes Lang wirft einen essayistischen Blick auf die gutgelaunten Oberflächen des alpinen Kapitalismus - und auf dessen morsche Rückseite.
Von
Lukas Foerster, Thomas Groh.
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20.03.2013. Harmony Korines Teeniebopper-Fantasie "Spring Breakers" hat die dringliche Qualität eines intensiv erlebten (Alp-)Traums. Einen mittelständischen Betrieb, der sein Geschäft mit dem Tod macht, lernt man in Thomas Heises neuem Film "Gegenwart" kennen.
Von
Lukas Foerster, Elena Meilicke.
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14.03.2013. Judd Apatow ergründet in seinem neuen, in Deutschland unglücklich "Immer Ärger mit 40" betitelten Film die Schwierigkeiten, zwei grundverschiedene Leben miteinander zu synchronisieren. In Bryan Singers "Jack and the Giants" wartet man vergebens auf den Überschlag ins entfesselt Fantastische.
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Lukas Foerster, Jochen Werner.
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06.03.2013. Pablo Larraíns "No" erzählt davon, wie ein Werbefachmann das Pinochet-Regime zu Fall brachte und leistet dabei historische Rekonstruktionsarbeit an der filmischen Oberfläche. In Sam Raimis Klassiker-Wiederaufnahme "Die fantastische Welt von Oz" fängt man sich derweil Digital-Diabetes ein.
Von
Thomas Groh, Nikolaus Perneczky.
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27.02.2013. Nick Loves Polizeifilm "The Crime" ist verliebt in die kraftmeierischen Posen seines bulligen Protagonisten. Mel Gibsons Karriere ist derweil, wenn man Adrian Grunbergs Actionkomödie "Get the Gringo" zum Maßstab nehmen kann, im Untotenstadium angekommen.
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Lukas Foerster, Thomas Groh.
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20.02.2013. Wo sind Energie, Eleganz, Exzess? Lang und dünn sind nicht nur die Hauptfiguren in Tom Hoopers durchgesungenem Musical "Les Misérables". In Paul Thomas Andersons "The Master" liefert sich ein leidender Zweiter-Weltkriegs-Veteran (Joaquin Phoenix) einem dämonischen Zuchtmeister (Philip Seymour Hoffman) aus und wird am Ende von einer Frau kuriert.
Von
Thomas Groh, Elena Meilicke.
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30.01.2013. In "Zero Dark Thirty" fächert Kathryn Bigelow das Bilderregime der letzten zehn Jahre auf. Steven Spielberg spürt Abraham Lincoln unterdessen mit den Methoden eines schummrigen Piktorialismus nach. Vorenthaltene Bilder: Der gekürzte Schwarzenegger-Film wird nicht besprochen.
Von
Lukas Foerster, Thomas Groh.
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23.01.2013. Tim Burtons Horrorfilm-Hommage "Frankenweenie" begeistert durch charmante und romantische Verstöße gegen das Dogma des geglättet perfektionistischen Bilds. Ruben Östlund ist zwar nicht der Sarrazin des schwedischen Kinos, sein neuer Film "Play" hat trotzdem wenig Interesse daran, die Welt besser zu verstehen.
Von
Thomas Groh, Nikolaus Perneczky.
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16.01.2013. In Quentin Tarantinos "Django Unchained" kommen zwei Schmierenkomödianten einem antirassistischen Rachewestern in die Quere. Rainer Kirbergs "Das schlafende Mädchen" betreibt Discoforschung im Düsseldorf der 1970er.
Von
Lukas Foerster, Elena Meilicke.
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09.01.2013. Jacques Audiards "Der Geschmack von Rost und Knochen" entwirft Bilder, die regelrecht in den Kinosaal hineinlodern. Nicht im regulären Programm, aber als Teil des Minifestivals "Unknown Pleasures" in Berlin zu sehen: Abel Ferraras zauberhafter Weltuntergangsfilm "4:44 Last Day On Earth".
Von
Lukas Foerster, Jochen Werner.
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03.01.2013. Auf einen meat and potatoes-Actionfilmhelden heruntergekocht hat Christopher McQuarrie den von Tom Cruise gespielten Titelhelden in der Literaturverfilmung "Jack Reacher". Ulrich Seidls "Paradies: Liebe" macht es einem nicht leicht, Europäer zu sein.
Von
Lukas Foerster, Jochen Werner.
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27.12.2012. Ang Lees Bestsellerverfilmung "Schiffbruch mit Tiger" beginnt im Zoo und versteigt sich in kosmologische Allegorien. "Red Dawn" von Dan Bradley lässt ausgerechnet die nordkoreanische Armee in die USA einfallen.
Von
Lukas Foerster, Thomas Groh.
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19.12.2012. Diese Woche ein etwas anderer Jahresrückblick: auf einige jener Filme, die es 2012 nicht auf die deutschen Leinwände geschafft haben. Mit dabei: unhedonistische Frivolitäten, Rotweinflecken auf weißen Hemden, bizarr-anrührende Schmerzensschreie, dehumanisierte Supersoldaten, ein fliegendes Pferd und sanft schaukelnde Baumwipfel.
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Lukas Foerster, Thomas Groh, Ekkehard Knörer, Maximilian Linz, Elena Meilicke, Nikolaus Perneczky, Jochen Werner.
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12.12.2012. Im ersten Teil von Peter Jacksons Verfilmung des "kleinen Hobbit" kommt das Leichte und Naive der Vorlage gründlich und in 48 frames per second unter die Räder. Todd Lincolns "Apparition - Dunkle Erscheinung" inszeniert ein geisterhaftes Technokratenduell.
Von
Lukas Foerster, Thomas Groh.
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05.12.2012. Joe Wright rennt in "Anna Karenina" offene Türen ein - gelegentlichen Anwandlungen von breit aufgetragener Opulenz zum Trotz. Nicht im Kino, aber neu auf DVD: Francis Ford Coppolas genial abstruses mittelgroßes Wunder "Twixt".
Von
Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky.
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28.11.2012. Francois Ozon setzt in seinem selbstreflexiven Thriller "In ihrem Haus" diffuse Begehrensströme in Gang. Der philippinische Regisseur Khavn de la Cruz hat mit "Mondomanila" ein punkiges Monstrum von einem Experimentalfilm gedreht und einen radikalen Gegenentwurf zu elendspornografischer Slumromantik.
Von
Elena Meilicke, Jochen Werner.
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22.11.2012. In den brokatbevorhangten Räumen der zeitgenössischen Macht spielt Pierre Schoellers Politdrama "Der Aufsteiger". Scott Derricksons Horrorthriller "Sinister" hetzt Ethan Hawke das Böse in Gestalt schummriger 8mm-Filmschnipsel auf den Hals.
Von
Lukas Foerster.
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