Erzählt von der jüngsten politischen Geschichte Chiles: Patricio Guzmans Filmessay 'Der Perlmuttknopf' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2015 […] Kinos: weil er auch heute noch vergangene Möglichkeitshorizonte heraufzubeschwören vermag. Das Spätwerk Guzmáns geht verwandte, aber entschieden andere und eigensinnige Wege. Von "Nostalgia de la Luz" (2010), der die Vergangenheitsform astronomischer Forschung - das Licht ferner Sterne erreicht uns mit zeitlicher Verzögerung ­- auf die Suche chilenischer Frauen nach den sterblichen Überresten ihrer […] Von Nikolaus Perneczky

Figur der Opfermediokrität

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.01.2015 […] nur nicht aussprechen zu wollen. Aber was hätte Luz anderes zeichnen sollen als das "politische Symbol"? Du scheinst ähnlich wie Andreas Zielcke am Freitag in der SZ zu denken und die Karikaturen Charlie Hebdos als "Verhöhnung" zu sehen. Du verzeichnest eine "extrem lange, gebogene Nase", also ein Requisit antisemitischer Karikatur, und findest, dass Luz mit seinem weinenden Mohammed "das Bild des Fremden […] Ach, Ulf! Ein bisschen schal ist nicht Luz" Zeichnung des weinenden Mohammed, sondern dein ästhetizistisches Gemäkel daran, solange die Dahingemetzelten noch nicht kalt sind. Es handelt sich hier nicht um eine ästhetische Frage, sondern um eine existenzielle. Das Pathos dieser Frage müssen wir aushalten wie das tödliche Starren der Islamisten. Keiner zwingt Dich aus "politischer Raison", diese Zeichnungen […] Von Thierry Chervel

Frühjahrsbücher 2014: Reportagen, Essays, Erinnerungen, Lyrik

Bücher der Saison 18.04.2014 […] Freude von Stefan Fischer in der SZ. Es ist das Protokoll einer der ersten organisierten Reise in der Geschichte. Fischer gibt wieder, wie eine Gruppe viktorianischer Frauen zum Teil zu Fuß von Genf bis Luzern wanderte und fuhr, wacker, britisch und humorvoll. Es ist zugleich ein frühes Dokument des Tourismus. Die Wochenschau British Pathé brachte 1963 zum hundertsten Jahrestag der Reise einen Beitrag über […]

Leseprobe zu John Stuart Mill: Ausgewählte Werke Bd.1, Teil 3

Vorgeblättert 04.10.2012 […] Unannehmlichkeiten, aber müde genug, um das Gefühl zu haben, er müsse den folgenden Vormittag seiner ?wirklichen Ruhepause? widmen, einem fünfstündigen Fußmarsch, bevor er seine Reise mit dem Dampfer nach Luzern fortsetzte. Von dort fuhr er am 19. nach Basel und Straßburg; er erreichte Paris und Mrs. Mill wahrscheinlich drei Tage später.                                                    * Aus: Die Unterwerfung […]

Dreizeit

Im Kino 22.12.2010 […] des Vorher des gegenwärtigen Universums - sondern auch die menschliche Vergangenheit. Archäologen finden auf Steinwänden in der Wüste fast unversehrte uralte Inschriften und Bilder. "Nostalgia de la luz" beginnt mit Aufnahmen von Technik und Natur, beide ins Mystische übersteigert: isolierte, im Licht glänzende Zahnräder, karge, braune Hügelketten unter glasklarem Himmel. Das fluoreszierende Farbenspiel […] schwebt manchmal arg adrett glitzernder Sternenstaub durch die Bilder. Doch das sind kleine Einwände angesichts eines Films, der viel wagt und ein dringliches Anliegen hat. Man sollte "Nostalgia de la Luz" vielleicht in erster Linie im Zusammenhang des eindrucksvollen Gesamtwerks Guzmans sehen. Im Putschjahr 1973 drehte der Regisseur das wahrscheinlich wichtigste Werk der chilenischen Filmgeschichte: […] Salvador Allende. Auch Guzmans spätere Filme beschäftigten sich immer wieder mit der jüngeren Geschichte Chiles und ihrer beiden antipodischen zentralen Figuren: Allende und Pinochet. "Nostalgia de la Luz", ein schwer zu realisierendes Projekt, an dem der Regisseur vier Jahre lang arbeitete, wendet das Projekt Guzmans gelegentlich ins Metaphysische. Im Kern bleibt es jedoch der geduldigen, unerbittlichen […] Von Lukas Foerster, Ekkehard Knörer

Leseprobe zu Horacio Castellanos Moya: Der schwarze Palast. Teil 2

Vorgeblättert 03.05.2010 […] n, eine hässliche Geschichte. Jetzt ist er Gott sei Dank schon seit zwei Jahren beim Radio. Mama hat kurz nach dem Frühstück angerufen, um mich daran zu erinnern, dass heute Nachmittag der Tee bei Luz Maria, der Tochter von Carlota de Figueroa, stattfindet, ihr Junggesellinnenabschied, nicht dass ich es vergesse; am Vormittag hat sie mich abgeholt, um mit mir zusammen die Geschenke zu besorgen. Bei […] Menschen" auch nur um den geringsten Gefallen bitten würde. Im Hinausgehen drückte ich Leutnant Machuca ein paar Münzen in die Hand, er kauft Pericles jeden Morgen die Zeitungen. Der Tee anlässlich von Luz Marias Junggesellinnenabschied fand im Kasino statt. Meine Schwester Cecilia war aus Santa Ana gekommen und trug ein neues, sehr elegantes zartgrünes Kleid; sie ist Carlotas beste Freundin und würde […]