Stichwort

Xavier Dolan

7 Artikel

Die Bösen sind die Guten

Im Kino 23.05.2016 […] Hoffnungsregisseurs Olivier Assayas, deren einziger Lichtblick das Gesicht ihres Stars Kristen Stewart ist, an dem sich die Kamera dann aber auch die ganze Zeit festklammert. Auch der Jurypreis für Xavier Dolans durchaus sehenswerte schrille Familienstudie "It's Just the End of the World", kann in diesem Kontext kaum als ernstzunehmendes ästhetisches Statement gesehen werden, denn Dolans Kino steht so sehr […] mehr urteilen will, sondern verstehen. Die Karrierefrau in "Toni Erdmann" bietet sich ebenso zur Identifikation an wie Mungius Doktor. Die schreiende, keifende, einander ignorierende Familie in Xavier Dolans Film besteht aus liebenswerten, verzweifelten alleingelassenen Individuen. Emad, der Mann aus Asgar Farhadis iranischem Film, lässt uns mitleiden: Wie einer, der immer etwas anderes wollte, plötzlich […] Von Lutz Meier

Auf eine Weise universell

Im Kino 20.05.2016 […] trotz unzähliger anderer Filme, Bilder, Eindrücke vielen Festivalbesuchern nicht aus dem Sinn gegangen ist. Marion Cotillard in Xavier Dolans "It's Only the End of the World" Aber Maren Ade, mit gutem Recht als Favoritin gehandelt, kam nicht allein. Xavier Dolan, der kanadische Kino-Neuerfinder zeigte mit "It's Only the End of the World" einen für seine Verhältnisse zurückhaltenden Film. Vor zwei […] sagt. Dolans Film ist vollgestopft mit Stars, Nathalie Bayer, Léa Seydoux, Vincent Cassel und Marion Cotillard geben die Mitglieder der Familie. Die Topschauspieler tun dem Neuerer-Anspruch von Xavier Dolan nicht unbedingt gut und lassen auch Böses befürchten, wenn man hört, dass Dolan jetzt an seiner ersten großen US-Produktion mit Jessica Chastain, Kathy Bates und Susan Sarandon arbeitet. Aber "It's […] Von Lutz Meier

Höhenflüge

Im Kino 21.08.2014 […] deren finstere Erotik Angst macht und doch nicht loslässt. Ein queerer Backwood-Film, eigentlich. Jochen Werner Sag nicht, wer du bist! - Kanada 2013 - OT: Tom à la ferme - Regie: Xavier Dolan - Darsteller: Xavier Dolan, Pierre-Yves Cardinal, Lise Roy, Evelyne Brochu - Laufzeit: 102 Minuten. […] Grammer, Jet Li, Antonio Banderas, Dolph Lundgren - Laufzeit: 110 Minuten. --- Kammerspiel und Cinemascope: das auffälligste Gestaltungsmerkmal des neuen Films des kanadischen Regiewunderkinds Xavier Dolan ist sein formatsprengender Wechsel zwischen den Einstellungsgrößen. Dramaturgisch macht das Sinn, basiert doch "Tom à la ferme", der unter dem deutschen Titel "Sag nicht, wer du bist!" ins Kino […] titelgebende "Farm", der Bauernhof, ist zwar mehr als ein konkreter Ort - ein Geisteszustand -, bleibt aber dabei stets konkret räumlich verortet, in einer schroffen Landschaft, die der Protagonist Tom (Xavier Dolan selbst) anfangs noch mit dem Auto durchmisst. Um dann an einem Ort anzukommen, der ein Endpunkt sein könnte, einer der Orte, an denen man kleben bleibt, die einen nicht mehr fortlassen. Nicht, weil […] Von Lukas Foerster, Jochen Werner

Etwas zu weiter Wollmantel

Im Kino 26.05.2014 […] Schauspielerin und Jurymitglied Carole Bouquet über Campion und ihre Kriterien sagt: "Das Wort, was sie am häufigsten gebraucht hat, war Freiheit". Die künstlerische Freiheit, die sich der Kanadier Xavier Dolan in seiner Mutter-Sohn-Groteske "Mommy" nimmt, wurde ausgezeichnet, allerdings muss oder darf sich Dolan den Preis mit Jean-Luc Godard teilen, für sein so hingeworfenes wie hermetisches Werk "Adieu […] ten für gute Filme gegeben. "Jetzt ist Filmemachen nicht länger ein Klub der Ausgewählten", sagt er "Jeder, der ein Iphone und ein paar Schauspieler hat, kann einen Film machen". Das hätte wohl Xavier Dolan gefallen. Es sei wieder Zeit für große, neue Ideen, hatte der zuvor gepredigt. Wie damals zu Godards Zeiten. Lutz Meier […] Von Lutz Meier

Feine Unterschiede

Im Kino 06.07.2011 […] rsett einschnürt. Ein Film über den Hauch von Freiheit in der Provinz. Lukas Foerster Herzensbrecher. Kanada 2010 - Originaltitel: Les amours imaginaires - Regie: Xavier Dolan - Darsteller: Monia Chokri, Niels Schneider, Xavier Dolan, Anne Dorval, Anne-Elisabeth Bosse, Magalie Lepine-Blondeau, Olivier Morin, Eric Bruneau Willkommen in Cedar Rapids. USA 2011 - Originaltitel: Cedar Rapids - Regie: […] Wer Xavier Dolans Debütfilm "J'ai tue ma mere" gesehen hat, weiß um das bald unheimliche Gespür, mit dem der junge franko-kanadische Regisseur über Fragen des Geschmacks nicht urteilt, sondern verfügt. Die feinen Unterschiede, deren sozialer Bedingtheit Pierre Bourdieu in seiner gleichnamigen Studie nachforscht; Dolan beherrscht sie, ohne sich über sie erhaben zu dünken. Ganz im Gegenteil stürzt er […] sich Dolan aufs teilnahmsvolle Beobachten und Zeigen der - in diesem Fall: anziehenden und begehrlichen - Oberflächen, als welche die Welt dem Verliebten sich darbietet. Zwei Freunde, Francis (Xavier Dolan) und Marie (Monia Chokri) verschauen sich in Nicolas (Niels Schneider), einen blondgelockten Adonis, der ihrem Werben in dem Maß nachgibt, wie er sich darin gefällt, begehrt zu werden. Dolan erzählt […] Von Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky

Anhalt am Irdischen

Im Kino 02.02.2011 […] Rodrigues - Darsteller: Fernando Santos, Alexander David, Chandra Malatitch, Jenny Larrue, Cindy Scrash I Killed My Mother. Kanada 2009 - Originaltitel: J'ai tue ma mere - Regie: Xavier Dolan - Darsteller: Anne Dorval, Xavier Dolan, Suzanne Clement, François Arnaud, Patricia Tulasne, Niels Schneider, Monique Spaziani, Pierre Chagnon […] seine Videokamera, die Bilder sieht man zwischen den anderen Bildern von Zeit zu Zeit in Schwarz-Weiß. Überhaupt ist "I Killed My Mother" ein ziemlicher Bildersalat, der beweist, dass Regisseur Xavier Dolan einschlägige Vorbilder (Godard, Wong Kar-Wei) und viele Einfälle hat. Einmal setzt er Hubert und die Lehrerin auf eine Bank vor modern geschwungenem buntem Hintergrund ins Cafe und es sieht sehr […] Faktum gibt es, das immer etwas zu sehr auf die Tube drückende Bilddurcheinander, das die allzu vielen Einfälle, die von der Geschichte ablenken, statt sie zu zentrieren, doch mehr als entschuldigt: Xavier Dolan war siebzehn, als er seine mutmaßlich stark aus dem eigenen Leben gegriffene Geschichte als Drehbuch aufschrieb. Er war zwanzig, als der Film in die Kinos kam. Auf den Festivals wurde er gefeiert […] Von Ekkehard Knörer, Nikolaus Perneczky