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Facebook

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Facebook als Massenmedium betrachtet

Virtualienmarkt 12.03.2018 […] Soziale Medien, und insbesondere Facebook, gibt es einen Umstand, der mich mehr und mehr verblüfft: Das Fehlen eines politischen Gesprächs zwischen Gesetzgebern und den umstrittenen digitalen Plattformen. Was sind Facebook und Twitter - mehr als alle Anderen -, wenn nicht die neueste Generation von Massenmedien? Nach Zeitungen, Radio und Fernsehen organisieren Facebook und Twitter heute einen erheblichen […] erheblichen Teil öffentlicher Diskurse und Meinungsbildung über ihre digitalen Ökosysteme. Die Gesetzgeber interessieren sich für Facebook und Twitter indessen vornehmlich als mögliche Steuersünder und ineffiziente Zensoren. Würde Facebook ab morgen in Deutschland satt Abgaben an den Fiskus überweisen und sogenannte Hasspostings umgehend und umfassend löschen, wäre die politische Öffentlichkeit weitgehend […] es gibt die Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Nichts dergleichen wollen wir offenbar auf Facebook oder Twitter anwenden. Warum nicht? Ich vermute, dass ein sehr banaler Umstand hier eine wesentliche Rolle spielt: Es existiert bislang schlicht keine politische Gesprächsebene, auf der Gesetzgeber und Facebook, wie es so schön heißt "ergebnisoffen", miteinander in einen Austausch treten. Ein öffentliches […] Von Rüdiger Wischenbart

Wofür wir brennen

Essay 09.07.2015 […] für Leute, die neben ein wenig Geld auch über den größten heutigen Luxus verfügen: Zeit und Muße." Dass es bereits die von Schütte gewünschte Literaturkritik gibt und dass man sich diese über die Facebook-Twitter-Goodreads-Timeline selbst zusammenstellen kann, haben Nikola Richter, Marcel Weiss und Thorsten Jantschek, Redakteur von Deutschlandradio Kultur, eindrucksvoll bewiesen. Der moderne Kritiker […] moderner Umgang mit Literatur funktioniert. Das Internet gibt mir, dem Nicht-Bildungsbürgerkind, die Möglichkeit Texte zu enträtseln, mithilfe von Wikipedia, Suchmaschinen, durch Fragen, die ich bei Facebook poste, wie es viele andere auch machen. "Liebe Freunde, vielleicht weiß einer Bescheid?" Lesen mit Links: ich muss im Netz viel weniger ausbuchstabieren. Wo der Zeitungsjournalist oder der Radiomann […] Guattaris "Kriegsmaschinen" angelangt ist. Ich bin mir sicher, dass es beides braucht, den ernst gemeinten Bildungsauftrag und den flott-subjektiven Blog, die Tweets zum Bachmannpreis, die Talks auf den Facebook-Timelines neben Netzangeboten wie IASLonline, wo Literaturwissenschaftler zwanzigseitige Rezensionen veröffentlichen. Alles, was angeblich fehlt ist längst da - die hohe Kritik und die niedrigere […] Von Jan Drees

Tatsächlich ein Desiderat

Essay 01.07.2015 […] Selbstüberschätzung manches Feuilletonisten. Und natürlich hat auch Marcel Weiß erst einmal recht: Gerade die Sorte Serendipity, nach der sich Schütte mit Goethe sehnt, liefern die Sozialmedien Facebook und Twitter in viel vollkommenerer Weise, als es irgendein Printformat jemals konnte, so man sich ihrer denn intelligent genug zu bedienen versteht. Und drittens ist der Namensvorschlag Fahrenheit […] den professionellen Aggregatoren und meinen Sozialmedienfreunden verdanke, aktuell schon gut ausgefüllt. Ich bin der erste, der Loblieder auf die Verteilungs- und Verbreitungslogik von Twitter und Facebook singt und der letzte, der glaubte, dass die Filterblase im Internet kleiner und homogener ist, als sie es in Print-Zeiten war. Ich wäre als Zeitschriften-Herausgeber und -Redakteur aber mit dem […] Von Ekkehard Knörer

Mit einer Idee und einem Arbeitstitel

Essay 29.06.2015 […] abgelegt und jeden Morgen auf der Suche nach Aktualisierungen aufrufen wird. Warum auch, die Informationen kommen ja unregelmäßig. Die Follower müssen vielmehr über Feedabonnements, Twitter oder Facebook immer wieder auf die Seite gelockt werden. Die wenigstens Blogs dürften daher als einzige Informationsquelle für Interessierte dienen, denn wer liefert den Überblick, eine Plattform reichte hier (bisher) […] Von Tilman Winterling

Montagemeister von hinten: Peter Greenaways 'Eisenstein in Guanajuato' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2015 […] Sinnenfreudigkeit hier, lebenspralle Sepulkralkultur und Lebenspoesie dort. Wie ein Derwisch flitzt Eisenstein (mit Geist und Körper voll präsent: Elmer Bäck) im Geiste durch sein eigenes persönliches Facebook, reiht große Namen aneinander - Fairbans, Pudowkin, Chaplin, Dietrich, Sternberg, Einstein, wie sie alle heißen -, philosophiert über Russen und Schuhe, referiert die Hygienesituation in Russland […] Von Thomas Groh

Indizien zum Absturz von Malaysia Airlines MH17

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.07.2014 […] Absturz des Flugs MH 17 der Malaysian Airlines als Gerücht herumwabert, ist in dem Blog des Schweizer Journalisten Jürg Vollmer belegt. Er hat sich bemüht, alle Tweets und Postings auf dem russischen Facebook-Pendant Vkontakte zu sammeln, inklusive der gelöschten, und präsentiert sie in Form von Screenshots, auch die Bilder des Flugabwehr-Systems, die im Netz zirkulierten und in Medienberichten erwähnt […]

Warum ich die Krautreporter unterstütze

Redaktionsblog - Im Ententeich 03.06.2014 […] Medien hergestellt wird. Sie sind ein wichtiger Akteur, aber einer von vielen. Es sind zugleich übermächtige Konzerne herangewachsen, durch die sich die klassischen Medien gefährdet sehen - Google, Facebook et cetera -, andererseits gibt es immer noch das offene Netz und sein gefährdetes Demokratieversprechen: Noch ist es tatsächlich so, dass jeder sein Blog gründen und im Konzert der Stimmen mitmischen […] Von Thierry Chervel

Großäugig und verängstigt

Im Kino 14.05.2014 […] Filmfreund vor eine Zerreißprobe. Gegen die Bedenken des deutschen Verleihs Senator, das offenbar etwas absonderliche Alien-Road-Movie "Under the Skin" in die Kinos zu bringen, formierte sich, auf Facebook zumindest, eine Art cinephiler Widerstand, der auch deutsche Kino- und Verleihpolitik grundlegend ins Visier nimmt. Zwar sei "Under the Skin" ein Film für "Liebhaber der Filmkunst", begründete Senator […] Von Rajko Burchardt, Lukas Foerster

Vom Frontalen ins Virale

Essay 27.03.2014 […] die kindliche lachte. Wieder im Arbeitszimmer fand ich heraus, dass meine Frau im Lauf des Tages demselben Link anderswo auf Facebook zugestimmt hatte, allerdings mit einem ganz anderen Kommentar. Schwer vorstellbar, dass kein Gesetz einen solchen Übergriff untersagt. Facebook speichert auch Einträge, die wir gar nicht losschicken, sondern wieder verwerfen und löschen. Es ist eine Frage der Zeit, bis […] meine Frau bereitete unseren dreijährigen Sohn fürs Bett vor und erzählte eine Gutenachtgeschichte . Ich setzte mich an meinen Rechner, um einige Nachrichten zu schreiben und sah anschließend bei Facebook vorbei. Am Nachmittag hatte ich irgendwo einen Link kommentiert, den ich nun noch einmal meinen Freunden präsentierte, zusammen mit meinem Kommentar. Auch jeder andere konnte ihn lesen, denn ich hatte […] zustimmenden Klick übrigens auch ab, nachdem sie meinen Anleser zu dem verlinkten Artikel gelesen hatte. Ob hier ein halbintelligenter Algorithmus arbeitet? Whatsapp habe ich gelöscht, bin aber noch bei Facebook. Schließlich habe ich dort schon interessante Menschen kennen gelernt, es entstanden Kooperationen, ich diskutierte oft gewinnbringend über meine Themen. Einem Rezensenten war mein Denken zuvor dort […] Von Ralf Bönt

Für eine neue Netzökonomie

Essay 10.03.2014 […] Nutzern hochgeladen werden, sondern daran, Daten über das Nutzerverhalten auf der Plattform zu sammeln. Und Facebook verdient nicht an den Inhalten, die Nutzer in ihre Profile einstellen, jedenfalls nicht im klassischen Sinne an der Verwertung von Nutzungsrechten an diesen Inhalten (obwohl Facebook sich diese auch einräumen lässt). Sondern daran, dass user den Like-Button anklicken oder gerade nicht anklicken […] und Frank Rieger haben dies in ihrem "Datenfresser"-Buch anschaulich beschrieben. Von personalisierter Werbung, für die pro Klick gezahlt wird, war oben schon die Rede. Wir wissen auch, dass unsere Facebook-Profile einen zu beziffernden Wert haben, der umso höher ist, je mehr Beziehungen, je mehr "Freunde" wir haben. Wir wissen, dass Datensätze miteinander verknüpft und in vielfachen Variationen verkauft […] Zweifel: Aus US-Sicht sind Daten nichts als käufliche Ware. Die gesamte Netzökonomie würde nicht mehr funktionieren, wenn Datenschutz im Netz funktionieren würde. Wenn die Nutzer von Google oder Facebook diesen Unternehmen untersagen könnten, die Daten, die sie ihnen zur Verfügung stellen, zu speichern oder zu nutzen, wären deren Geschäftsmodelle dahin. Denn wie alle Geschäftsmodelle, basieren auch […] Von Ilja Braun