Einparken kann sie tadellos: Lars von Triers "Nymphomaniac" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2014 […] Alle reden über die Sexszenen. Dabei zelebriert Lars von Triers "Nymphomaniac Volume I" das uneigentliche und metaphorische Sprechen über Sex mindestens so sehr wie den eigentlichen und explizit gezeigten Sex. Ein Tarkovsky-hafter Einstieg, Schwarzbild, man hört ein leichtes Brummen und Tröpfeln; erst nach einer Weile wird etwas sichtbar, die Kamera tastet dunkle Backsteinmauern ab, ein Lüftungsschacht […] leeren Sex durch seine pornografische Wiederholung" und handele "von der Ausdifferenzierung der Sexualität, also davon, dass sie sich in der modernen Gesellschaft von religiösen und kulturellen Deutungen abspaltet, bis nur noch die symbolisch 'nackte' Libido übrig bleibt, ein metaphernfreies Begehren, der 'basic instinct'." Abgesehen davon, dass Assheuer einer Entgegensetzung von "leerem Sex" und "nackter […] also ist der Sex in "Nymphomaniac Volume I, Vol. 1" eines ganz bestimmt nicht: metaphernlos. Stattdessen labt sich der Film geradezu wolllüstig und bis zum Exzess an einem ganzen Gewölk von Metaphern, er suhlt sich in einer Flut von Metaphern. Alle Gespräche zwischen Seligman und Joe sind nichts als der Versuch, immer weitere und elaboriertere Analogien und Vergleiche zu ziehen, um dem Sex auf die Spur […] Von Elena Meilicke

Gott auf zwei Rädern: Koji Wakamatsus 'Caterpillar'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2010 […] Ein Es eher als ein Er. Seine Augen starren, sein Mund formt gurgelnde Laute. Es will etwas von seiner Frau. Es muss pissen. Es ergreift wie ein wildes Tier mit den Zähnen den Gürtel der Frau. Es will Sex. Wieder. Wieder. Wieder. Es ist, was aus einem Menschen der Krieg macht. Ein heillos traumatisiertes Bündel aus Trieben. Die größte denkbare reductio ad absurdum des Kriegers als Held. Wakamatsu ist […] Von Ekkehard Knörer

Trash-Sex im Kellerloch: Hans Peter Mollands 'En Ganske Snill Mann'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2010 […] An obskurem Sex ist dieser Wettbewerb gewiss nicht arm. Im begähnenswerten "Greenberg" geht Ben Stiller Greta Garwig sehr unvermittelt an die Wäsche und bricht ebenso unvermittelt wieder ab. Im sehr großartigen "Caterpillar" gibt es mehrfach Amputiertensex. Dass in "En Ganske Snill Mann" dann eine Frau fortgeschrittenen Alters mit deutlich ins Bild gesetzten schwieligen Beinen plötzlich ihre ranzige […] Von Thomas Groh