Stichwort

Wolf Haas

8 Artikel

Sanfter Irrsinn in Stuttgart

Mord und Ratschlag 21.01.2004 […] kurz gesagt: Wenn es unter den deutschsprachigen Autoren des Genres einer verdient hat, der Gegenwartsliteratur ohne alle Abstriche zugerechnet zu werden, dann Heinrich Steinfest, und zwar noch vor Wolf Haas, Österreicher wie Steinfest und auch sonst nicht ganz unverwandt. Mit dem Genre machen sich beide, das verbindet sie, einen Spaß, und zwar ganz im Ernst. Sie schreiben keine Parodien, vielmehr schubsen […] Von Ekkehard Knörer

Ein bisschen ding

Mord und Ratschlag 11.06.2003 […] Uniform, erster Sex in Uniform, erste Handschellen, erste Leiche, weil erste Eindrücke einfach immer am lebendigsten." So klingt "Das ewige Leben", der sechste Roman des 1960 geborenen Österreichers Wolf Haas um den Ex-Polizisten und mittlerweile wohl auch Ex-Detektiv Brenner. Dieser Ton, von lobenden Rezensenten geschickt nachgeahmt und doch nicht erreicht, ist Haas' Patent und das Besondere der Bren […] Bernhard, Doderer, Jelinek: "Ich rede jetzt gar nicht großartig von der Liebe, weil natürlich Liebe geht mit Anwesenden grundsätzlich nicht, das versteht sich von selbst." Wer spricht da eigentlich? Wolf Haas hat wohl etwas erfunden, das man den immateriellen Du-Erzähler nennen könnte. Der redet den Leser mit "du" an, weiß wie ein allwissender Erzähler, was Brenner denkt, ist aber nicht Brenner und weiß […] der Leichnam im Haus aufgebahrt ist, die Totenwache bis tief in die Nacht hinein hält. (...) Aber Sterbezimmer, wo noch immer eine gewisse Hoffnung besteht, das ist schon ein bisschen ding." Wolf Haas: "Das ewige Leben". Roman. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2003, 222 Seiten, gebunden, 17,90 Euro […] Von Michael Schweizer