Perlentaucher-Autor

Ekkehard Knörer

Ekkehard Knörer, geboren 1971 im Fränkischen, hat Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz. Ekkehard Knörer ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker, u.a. für die taz (Kolumne "dvdesk"), war von1998 bis 2008  Herausgeber des Internet-Magazins für Film & Kritik Jump Cut, ab 2008 Redakteur bei der Filmzeitschrift Cargo. Ab 2000 war er Mitarbeiter des Perlentauchers, Autor der Krimi-Kolumne "Mord & Ratschlag" und der Film-Kolumne "Im Kino". Seit Oktober 2011 ist Ekkehard Knörer Redakteur des Merkur.
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Dunkelmänner

Mord und Ratschlag vom 15.04.2004 15.04.2004. Ein deutscher Wallander, ein amerikanischer Symbolologe als Gegenaufklärer und französische Dunkelmänner aus dem 18. Jahrhundert: Ekkehard Knörer stellt die neuen Romane von Jan Seghers, Dan Brown und Pablo de Santis vor.

How' are y'all doing

Post aus den USA vom 31.03.2004 31.03.2004. Die texanische Hauptstadt Austin ist im März Livemusik-Hauptstadt der Welt. Tausend Bands treten beim Festival SXSW auf. Dazu kommt ein Filmfestival und eine Internet-Konferenz. Auch Julie Delpy hatte einen Auftritt - als Sängerin.

Dante in Amerika

Mord und Ratschlag vom 01.03.2004 01.03.2004. In Matthew Pearls "Der Dante Club" arbeitet ein Serienmörder strikt nach dem Gesetz des contrapasso - und droht, die erste amerikanische Übersetzung der "Göttlichen Komödie" zu Fall zu bringen.

Hämen und Höhnen

Außer Atem vom 15.02.2004 15.02.2004. Fatih Akin erhielt den Goldenen Bären für seinen Film "Gegen die Wand" völlig zu Recht. Die 54. Berlinale war der Ausgang des Menschengeschlechts aus der selbstverschuldeten Langeweile. Nur die Kritiker sahen das anders.

Berlinale 9. Tag

Außer Atem vom 13.02.2004 13.02.2004. Eric Rohmer pflegt in seinem "Triple Agent" die Kunst der Undurchsichtigkeit. Minze Tummescheit schildert, wie sich Osteuropas Intelligenzia auf dem "Jarmark Europa" (Forum) durchschlägt. Theo Angelopoulos' "Die Erde weint" ist noch im Scheitern monumental. Johnnie Tos "Running on Karma" ist pures Kino.

Berlinale 8. Tag

Außer Atem vom 12.02.2004 12.02.2004. Exzellent: Fatih Akins Wettbewerbsfilm "Gegen die Wand. Li Shaohong beschreibt in "Baober in Love" das moderne China als Kulturschock. De mortuis nil nisi bene, meint Robin Williams in Omar Naims Debütfilm "The Final Cut" (Wettbewerb). Vor zehn Jahren haben die Südafrikaner ihre ersten Wahlen nach der Apartheid abgehalten. Das Forum hat aus diesem Anlass unter dem Titel "10 - Real Stories from a free South Africa" zehn Filme zusammengestellt, die einen Einblick in das Leben der Südafrikaner geben.

Berlinale 7. Tag

Außer Atem vom 11.02.2004 11.02.2004. Romuald Karmakar beschert dem Wettbewerb mit seinem Virtuosenstück "Die Nacht singt ihre Lieder" einen denkwürdigen Tag. Joshua Marston zeichnet "Maria voll der Gnade" das harte Schicksal einer kolumbianischen Drogenkurierin weich. Richard Linklater glänzt in "Before Sunset" durch Charme. Cedric Kahn glänzt in "Feux Rouges" durch Abwesenheit. Sabu schlägt mit "Hard Luck Hero" Fiction zu Pulp.

Berlinale 6. Tag

Außer Atem vom 10.02.2004 10.02.2004. In seinem Wettbewerbsfilm "Samaritan Girl" lässt Kim Ki-duk ein Kinderspiel in einer möderischen Katastrophe enden. Eine schöne Milchkuh ist der Star in Manuel Gutierrez Aragons "La vida que te espera" (Wettbewerb). Daniel Burman erzählt in seinem Wettbewerbsbeitrag "El abrazo partido" die halbe Weltgeschichte in einer argentinischen Ladenpassage. Sudhir Mishras "A Thousand Dreams Such as These" ist ein Ereignis der unspektakulären Art - ein um Realismus bemühter Bollywoodfilm.

Berlinale 5. Tag

Außer Atem vom 09.02.2004 09.02.2004. In dem parodistischen Spionagethriller "The Adventure of Iron Pussy" wird heftig gesungen. Bei Chantal Akerman wird Unkomisches nicht komischer. "Infernal Affairs", die Gangster-Trilogie von Andrew Lau und Alan Mak, ist ein absoluter Kracher. Annette K. Olesen zeigt in ihrem Wettbewerbsbeitrag "In Deinen Händen", wozu die Dogma-Regeln gut sind. Jean-Pierre Leaud ist in "Folle embellie" durch und durch royal.

Berlinale 4. Tag

Außer Atem vom 08.02.2004 08.02.2004. Paul Cronin liefert ein konventionelles Porträt des unkonventionellen Filmtheoretikers Amos Vogel. "Koktebel" bewegt sich, aber langsam. "Kal Ho Naa No" ist eine indische Sitcom, die in New York spielt. Catherine Breillats neuer Film ist Pornografie - und nichts.

Berlinale 3. Tag

Außer Atem vom 07.02.2004 07.02.2004. John Boormans Südafrika-Melodram "Country of my Skull" leidet an Klischeees und wird von seinen Schauspielern gerettet. Alles gelogen in Nancy Meyers Wettbewerbsfilm "Something's gotta give", aber nicht nicht in Andres Veiels Film "Die Spielwütigen", der vier Schauspielschüler beobachtet. In Patrice Lecontes Wettbewerbsfilm "Confidences trop intimes" verwechselt Sandrine Bonnaire einen Steuerberater mit einem Psychiater.

Berlinale 2. Tag

Außer Atem vom 06.02.2004 06.02.2004. Erstaunliche Hüte und die Semiotik der Liebe auf Koreanisch zeigt E J-Yong in seiner Verfilmung der "Gefährlichen Liebschaften". Der Held von Genjirou Aratos "Akame 48 Waterfalls" ist von vollendeter Passivität. Da macht es fast nichts, dass er immer am falschen Ort ist.

Berlinale 1. Tag

Außer Atem vom 05.02.2004 05.02.2004. Mit tadelloser Frisur wartet Nicole Kidman in Anthony Minghellas Bürgerkriegsfilm "Cold Mountain" darauf, dass der Geliebten aus dem Krieg in ihr Dorf zurückkehrt. Ein Traum aus den Neunzigern! Die Retrospective zeigt Sam Peckinpahs "The Wild Bunch", einen der blutigsten Western der Filmgeschichte.

Sanfter Irrsinn in Stuttgart

Mord und Ratschlag vom 21.01.2004 21.01.2004. In Bernhard Sinkels Krimi "Bluff" rächt sich ein zur Stasi gepresster IM an seinen Peinigern. Heinrich Steinfest erzählt in "Ein sturer Hund" von der Jagd nach einer außer Kontrolle geratenen Serienmörderin. Vom Fach ist keiner der beiden Autoren. Aber das macht ja nichts - wenigstens in einem Fall.

Geliebte Mörderin

Mord und Ratschlag vom 04.12.2003 04.12.2003. In Graham Swifts Roman "Das helle Licht des Tages" bleibt sich der Mensch ein Rätsel. Er liebt, er tötet und versteht sich selbst nicht. In Bodo Kirchhoffs "Schundroman" bleibt er dagegen ein Abziehbild trivialliterarischer Vorbilder.

Justizirrtümer

Mord und Ratschlag vom 10.09.2003 10.09.2003. In Scott Turows "Das Gift der Gewissheit" kämpfen ein grauer Pflichtverteidiger, eine ehrgeizige Staatsanwältin und eine schöne Richterin um Liebe, Anerkennung und das Schicksal eines zum Tode Verurteilten.

Der Mörder ist immer Wolfram Siebeck

Mord und Ratschlag vom 08.07.2003 08.07.2003. Die Krimikolumne. Heute: In Jonathan Lethems "Der kurze Schlaf" duelliert sich der Held mit einem Känguruh. Walter Satterthwaites Serienkiller in "Scherenschnitte" macht gern Geschnetzeltes aus dicken Frauen. Zwei Krimis für speziellere Geschmäcker. Vorgestellt von Ekkehard Knörer

Verhasst wie Yoko Ono

Mord und Ratschlag vom 13.05.2003 13.05.2003. In Buddy Giovinazzos Krimi "Potsdamer Platz" räumt die italoamerikanische Mafia höchst blutig mit der russisch-deutschen Mafia auf. Liza Codys neue Heldin Birdie Walker beweist in "Gimme More", dass schöne Frauen jeden Rockstar aufs Kreuz legen. Von Ekkehard Knörer

Topografie eines Kibbuz

Mord und Ratschlag vom 01.04.2003 01.04.2003. Die Krimikolumne. Heute: Daniel, Forscher und Leiter eines Kibbuz in Galiläa, ist homophob und autoritär, er schläft mit allen Frauen im Kibbuz und telefoniert immerzu mit seiner Mutter. Dann verschwindet seine Geliebte Ruthi... In Israel Hame'iris Krimi "Symbiose" ist die Psyche des Heldens der zentrale Schauplatz der Erzählung. Von Ekkehard Knörer

Berlinale 9. Tag

Außer Atem vom 14.02.2003 14.02.2003. Oskar Roehler führt in "Der alte Affe Angst" in die Sümpfe einer Künstlerseele. Yoji Yamadas "Samurai in der Dämmerung" riecht streng. Und: Wie die Berlinale Kritiker in den Wahnsinn treibt.

Berlinale 8. Tag

Außer Atem vom 13.02.2003 13.02.2003. Christian Petzold beweist in "Wolfsburg" filmische Intelligenz. In Spike Lees "25th hour" amüsieren sich nicht mal Drogendealer. In Pascal Bonitzers Wettbewerbsfilm "Petites Coupures" verirrt sich Bruno, Kommunist, Journalist und Nervensäge, zwischen eins, zwei, drei, vier Frauen.

Berlinale 7. Tag

Außer Atem vom 12.02.2003 12.02.2003. Der beste Wettbewerbsfilm ist Johnnie Tos "PTU". Schade, dass er im Forum gezeigt wurde. Li Yangs "Blinder Schacht" schildert kapitalistische Methoden in China. Hans-Christian Schmid knebelt seine Figuren in "Lichter". Wurde beim Bundestagswahlkampf von Andreas Dresen gefilmt: "Herr Wichmann von der CDU". Er hatte zwar keine Chance, aber gekämpft hat er. In Murnaus "Tartüff" geht es um Blicke: durchs Schlüsselloch, in den Spiegel, auf's entblößte Bein Elmires.

Berlinale 6. Tag

Außer Atem vom 11.02.2003 11.02.2003. Der erste große Film im Wettbewerb: Patrice Chereaus "Son frere". Tante Line lacht nur über Leichen - das Bürgertum wie es leibt und lebt in Claude Chabrols Wettbewerbsfilm "La fleur du mal". George Clooney reicht in "Confessions of a dangerous mind" Leichen auf Skiern zum Dessert.

Berlinale 5. Tag

Außer Atem vom 10.02.2003 10.02.2003. Berlinale 5. Tag: Subtil spielt Sarah Polley in dem Wettbewerbsfilm "My Life without me" eine todkranke Putzfrau. Wolfgang Becker zeichnet in "Good bye, Lenin" eine herzige DDR. Gesang, Tanz, Schwertkampf, liebende und schlagende Frauen - das Forum zeigt fünf Filme der legendären Shaw-Brothers. Eine filmhistorische Sensation, meint Ekkehard Knörer

Berlinale 4. Tag

Außer Atem vom 09.02.2003 09.02.2003. Die Filmkritik maulte: Steven Soderberghs Lem-Verfilmung "Solaris" hat sie überanstrengt. Die haben wahrscheinlich Spike Jonzes "Adaptation" nicht gesehen. Erlesenes Kunsthandwerk bot dafür Stephen Daldrys "The Hours".

Berlinale 3. Tag

Außer Atem vom 08.02.2003 08.02.2003. Gabriele Salvatores' heute morgen gezeigter Wettbewerbsfilm "Io non ho paura" fehlt es an Genauigkeit des Blicks. Zhang Yimou zeigte gestern in seinem Wettbewerbsfilm "Hero" großartiges Martial-Art-Kino. Politisch befriedigt er eher das Politbüro. In Alan Parkers "The Life of David Gale" muss Kevin Spacey grimassieren. Kalt, aber brillant ist Park Chan-Uks Film "Sympathy for Mr. Vengeance" (Forum).