Stichwort

Feuilletons

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Figur der Opfermediokrität

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.01.2015 […] westlichen Kultur ersparen, alberne Karikaturen eingeschlossen", schrieb er, und hier habe ich mich zum ersten Mal mit dieser Figur der Opfermediokrität auseinandergesetzt, mit der die Redakteure der Feuilletons vielleicht auch ihr schlechtes Gewissen besänftigen wollten: Denn sie alle hatten sich so gut wie nicht getraut, den Lesern die Zeichnungen ihrer bedrohten Kollegen zu zeigen. Die SZ war es jedenfalls […] Von Thierry Chervel

Mut und Selbstzensur der Medien

Redaktionsblog - Im Ententeich 08.01.2015 […] darunter die Mohammed-Karikatur vor grünem Grund. Im Feuilleton ist eine aufgeschlagene Zeitung mit dem aktuellen Houellebecq-Cover zu sehen. Hier die Seite 3: Die SZ wählt den inzwischen häufig begangenen Mittelweg und druckt zwar keine Karikatur, zeigt aber ein Foto von Demonstranten, die eine Mohammed-Karikatur hochhalten (Fürs Feuilleton der SZ scheint die Geschichte zu spät gekommen zu sein): […] siehe unten) hat heute eindeutig der Tagesspiegel, der auch Mohammed-Karikaturen eins zu eins abdruckt. Ausgerechnet die Welt, die seinerzeit mit einer mutigen Seite 1 voranging, druckt heute im Feuilleton nur die aktuelle Houellebecq-Karikatur von Charlie Hebdo. Im gesamten Rest der Zeitung gibt es keine Zeichnung und kein Titelblatt von Charlie Hebdo. Die FAZ geht heute weiter als im Jahr 2006 […] Von Thierry Chervel

Seitdem bewegt sich niemand mehr

Redaktionsblog - Im Ententeich 21.02.2014 […] mehr und mehr verdrängt. Wenn es jetzt eine Debatte gab, schrieb nicht mehr der freie Publizist, sondern der Herr Redakteur, der so der Geschäftsleitung seine Unentbehrlichkeit beweisen konnte. Die Feuilletons sind inzwischen fast so gleichförmig wie die Meinungsseiten, wo auch immer nur die selben vier Redakteure schreiben. Die FAZ ist eine Ausnahme, wenn auch nur eine halbe. Dietmar Dath beschreibt […] der FAZ und damit unkündbar. Das ist zwanzig Jahre her, gut möglich, dass noch zwanzig dazukommen. Thomas Steinfeld leitet seit 1997 als Chefredakteur erst das Literaturressort der FAZ und dann das Feuilleton der SZ. Das sind 17 Jahre. Wer jetzt noch mit einem festen Vertrag in einer Zeitungsredaktion sitzt, wird dort, wenn es irgend geht, bis zur Pensionierung ausharren. Wie kann in solchen Verhältnissen […] Von Anja Seeliger

Indie-Verweigerungsposen: Georg Tillers 'DMD KIU LIDT' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2014 […] Die in Berlin lebenden Exil-Wiener Indie-Popper "Ja, Panik" sind derzeit im Feuilleton allgegenwärtig. Das tolle WG-Badezimmer-Video zum Titelsong ihres neuen Album "Libertatia" entzückt die sozialen Netzwerke. Jetzt bringen sie auch noch einen Film, wenn schon nicht ins Kino, so eben doch ins Forum der Berlinale, dem angestammten Festivalort für poplinken Kunstgrips. Er trägt den selben Titel wie […] Von Thomas Groh

E-Book und Urheberrecht: Sind die Autoren endlich aufgewacht?

Redaktionsblog - Im Ententeich 12.09.2013 […] aus Stipendien, Preisen, Verlagen, Feuilletons, Buchhandlungen und gefilterten Bestsellerlisten, auf denen selbstverlegte E-Books ausgeblendet werden. Wer ein Stipendium bekommt, hat gute Chancen auf einen Literaturpreis, wer einen Literaturpreis bekommt hat, hat gute Chancen, einen weiteren zu bekommen. Und wer Preise bekommt, der wird verlegt und in den Feuilletons besprochen. Es ist ein hochsubve […] fest, man würde auch im E-Book-Meer so manche Perle finden. Fragt man nach, wird meist auf das eigene Buch oder das eines guten Bekannten verwiesen. Doch wer sucht ernsthaft nach den Perlen? Das Feuilleton bislang nicht. Und Blogs und Websites, die sich angeblich dem qualitativem E-Book verschrieben haben, meinen damit oft qualitativ hochwertige Thriller und qualitativ hochwerte Fantasy. Den sogenannten […] Von Wolfgang Tischer

Die Panik der Anderen

Redaktionsblog - Im Ententeich 17.12.2012 […] ende waren die Zahlen plötzlich erstaunlich gut, die Auflage vergleichsweise hoch, man stellte sogar neue Leute ein, die Zeitung (ich kann es allerdings nur für das Feuilleton beurteilen) genoss einen kleinen Aufschwung, das Feuilleton war so gut ausgestattet wie nie zuvor, es wurde hingeschaut; die Verkrustung eines genialischen, jedoch arg den gewesenen Werten verpflichteten Trios konnte aufgebrochen […] der Redaktion.) Vorher (2002 ff.) war bereits abgeschafft worden: das Wochenend-Feuilleton Zeit und Bild – und damit eine ganze Kultur des Essayismus; dem nächsten Chefredakteur war die preisgekrönte Seite Forum Humanwissenschaften (die alle zwei Wochen erschien) ein Dorn im Auge – trotz heftiger Proteste aus dem Feuilleton: eingestellt. Das interessiere doch niemanden, wurde der betreuenden Redakteurin […] zuzusehen, wäre es. Doch das ist ein anderes Thema. Um beim Netz zu bleiben: Das Internet als ökonomische Herausforderung (online-Abo; Bezahlung einzelner Artikel; kombinierte Abos wie Sport von der taz, Feuilleton von SZ und FAZ, Politik von NZZ…) darf nicht verwechselt werden mit der Frage, wie Zeitung zukünftig aussehen will, ohne den Bezug zur "alten" Marke zu verlieren. Meistens wird das Digitale als Keule […] Von Ina Hartwig

Perlentaucher-Autor Götz Aly erhält den Börne-Preis

Redaktionsblog - Im Ententeich 29.02.2012 […] Historiker und Essayist zeichne sich aus durch "seinen freien und glänzenden Stil" sowie "seinen Kampf gegen nationale Legenden und Vorurteile", so der Preisrichter Jens Jessen, Leiter des Zeit-Feuilletons. Der Preis, einer der wichtigsten in Deutschland im Bereich der Essayistik und Kritik, wird von der Ludwig-Börne-Stiftung vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert. Er wird am 3. Juni in der Frankfurter […] Von Thierry Chervel

Abgeschrieben oder eigenes Werk? Links zum Streit über Helene Hegemanns Roman 'Axolotl Roadkill'

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.03.2010 […] im Sinne des Wortes beide Seiten, da der Remix als solcher explizit markiert ist; der Remix ist transparent! Dies ist hier nicht der Fall, und deswegen taucht bis dato auch nur ein Name in den Feuilletons auf: Helene Hegemann, 17 Jahre. Dass nun möglicherweise auch der Name des unbekannten Airen ins Rampenlicht gerückt wird, dürfte lediglich ein schwacher Trost sein." 7.2.2010 Helene Hegemann und […] Originalität gibt?s sowieso nicht, nur Echtheit. Und mir ist es völlig egal, woher Leute die Elemente ihrer ganzen Versuchsanordnungen nehmen, die Hauptsache ist, wohin sie sie tragen." 8.2.2010 Die Feuilletons rümpfen in einer ersten Reaktion die Nase - nicht über sich oder Hegemann, sondern übers Internet. Wieland Freund schreibt in der Welt: "Das ist peinlich, das ist klar. Aber vielleicht ist die ' […] einen Marginalienband mit Danksagungen an die zitierten Autoren heraus. "Soso, also darf Peter Esterhazy das. Er nimmt thematisch passende Texte und collagiert sie zu einem eigenen Werk, das von den Feuilletons hymnisch gefeiert wird. Klar, denke ich, wenn er sich bei anerkannten Autoren bedient und ein wenig umschreibt, muss das ja stilistisch gut sein." Im amerikanischen Magazin Salon berichtet Laura […] Von Anna Steinbauer

Fantasie über die Zukunft des Schreibens

Redaktionsblog - Im Ententeich 14.03.2010 […] häufig auf die Nennung von Quellen. Darauf basierte ja ein Teil ihrer Macht, solange die Öffentlichkeit die Filter der Medien brauchte: Was sie nicht nannten, existierte eigentlich nicht. Das SZ-Feuilleton zum Beispiel ließ in der Islamdebatte keinen einzigen Beitrag zu, der Steinfeld widersprach. Keiner der von Steinfeld Attackierten durfte antworten. Es galt nur Steinfelds Version ihrer Ideen. Das […] Von Thierry Chervel

Hipsterköpfiger Breloer: 'Howl' von Robert Epstein und Jeffrey Friedman im Wettbewerb

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2010 […] schreit "Howl" heraus, was eh keinen interessiert. Wär's nicht so traurig, müsste man lachen, dass der ganze dumme Literatur-muss-erlebt-sein-Quatsch, auf dem der Film reitet, justament dieser Tage in Feuilletons Urstände feiert, in denen authentizitätsfetischistische Blogger von "Echtheit" rhabarbern und wohlbestallte Beamte des Kulturbetriebs den Kitzel von Sex, Drugs & Techno fordern und Literatur mit […] Von Ekkehard Knörer

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 […] Verwalter der demokratischen Öffentlichkeit. Die Feuilletons sind zu Schutz- und Ausweichräumen eines immer mehr zum Pfäffischen tendierenden juste milieu geworden, das sich von den eigenen Traditionen der Kritik und des Witzes längst abgeschnitten hat. Klassisch liberale, aufklärerische Positionen lassen sich in praktisch keinem einzigen Feuilleton der Republik mehr artikulieren. Man erinnert sich […] Henryk Broder ist ein Riese! Ganz allein ist er in der Mehrheit gegenüber all den kleinen Feuilletons. Die tapfere kleinere Minderheit aus Freitag, taz, Zeit, Süddeutsche, FAZ und FAS hat in den letzten Wochen ihren ganzen Mut zusammengenommen, um hinter dem anarchistischen Witz Broders den dunkel schimmernden "Fundamentalismus der Aufklärung" bloßzulegen. In einer ganzen Flut von Artikeln zurren sie […] oder Ulrike Ackermann noch in der taz publizieren konnten, damals stand dort eine Fraktion der Realos gegen eine Fraktion der Fundis. Heute sind die Fundis weich gespült - und warten in sämtlichen Feuilletons auf die Rente. In den von ihnen entworfenen Feindbildern hat der Riese Broder meist zwei Frauen im Schlepptau, Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek. Mag sein, dass sie das eigentliche Ziel der Feui […] Von Thierry Chervel

Wir erinnern uns zu Tode

Redaktionsblog - Im Ententeich 02.11.2009 […] Gehen wir mal die Feuilletons der letzten Tage durch. Fünfzig Jahre Asterix. Dreißig Jahre Billy-Regal. Richard Serra wird siebzig. Vor vierzig Jahren starb Jack Kerouac. 25 Jahre Architekturmuseum Frankfurt. Zwanzig Jahre Mauerfall, klar. Helmut Kohl schaut zurück. Siebzig Jahre Herlinde Koelbl. Achtzig Jahre Bud Spencer. Sechzig Jahre FAZ. Schily, Ströbele, Mahler: Drei alte Herren plaudern aus dem […] Jahre Lyrikline. Die Kindersendungen der siebziger Jahre sind nur noch auf Youtube zu sehen. Rappelkiste! Die Rappelkiste sind wir heute noch. Nur rappeln darin unsere morschen Gebeine. Unsere Feuilletons - aber ist es im Fernsehen so viel anders? - bestehen aus Rückblicken. Der Jahrestag ist der cache-sexe der Ideenlosigkeit. Das Publikum summt mit: "Auf Matrosen, ohe / Einmal muss es vorbei sein […] zu Tode! Was sagt die neue Koalition zur Sterbehilfe? Die Rechte meiner verwaisten Bücher sind gesichert. Google Books kommt erstmal nicht. VG Wort verteilt die Tantiemen auf die Lebenden. Die Feuilletons verschanzen ihre Qualitätsrückblicke hinter paywalls. Das Internet fragmentiert die Gesellschaft, sagt Richard David Precht. Also gießen wir Beton in die tönernen Füße unserer Leitmedien. Vielleicht […] Von Thierry Chervel