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August Sander
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Vom Nachttisch geräumt 10.02.2020 […] Als 1929 "Antlitz der Zeit" des Kölner Fotografen August Sander (1876-1964) das erste Mal erschien, steuerte Alfred Döblin einen Text bei, der sofort die sich aufdrängende Frage stellte: "Sind die Einzelpersonen wahr oder was ist wahr?" […] Von Arno Widmann
Bücher der Saison 28.11.2011 […] Byatts "Das Buch der Kinder" (ein Roman über zwei englische Künstlerfamilien, die im Fin de Siecle von kursierenden neuen Ideen - Psychoanalyse, Frauenbewegung, Kapitalismuskritik, sexuelle Emanzipation - mitgerissen werden, und zwei ältere, jetzt erstmals ins Deutsche übersetzte Romane: Richard Powers rund 25 Jahre alter Debütroman "Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz" ein intellektuell-literarischer Exzess - zu einem Foto von August Sander! - der Clemens J. Setz in der Zeit nach einiger Mühe doch "beglückt und verzaubert" hat. […]
Essay 21.10.2009 […] Erneut drehen Sie aber in blinder Wut - die sich in Formulierungen ausdrückt wie "dass alles, was der stets eigensinnigen Moral ihres Autors widersprechen könnte, gefälligst den Rand hält" - Haneke einen Strick aus dem Gebrauch einer klassischen Erzählhaltung subjektiver Weltaneignung - wie wir sie z.B. von Truffauts "Jules & Jim" ebenso kennen, übrigens beides mal als "vollendete Historienmalerei".
Und August Sander wollte Menschen seiner Zeit im Bild fixieren (wie ein Bildhauer), Haneke, der sich an ihm orientiert (wie Kubrick historisch & ahistorisch sich an Hogarth und Reynolds für "Barry Lyndon" orientierte), rekonstruiert eine vergangene Zeit. […] Von Wolfram Schütte
Im Kino 14.10.2009 […] Ist auch schwarz-weiß, wie es bekanntlich die Vergangenheit tatsächlich war, etwa in den Fotografien von August Sander. In der Typisierungsabsicht jedenfalls kommt Haneke mit Sanders großem (und hoch problematischem) Fotoprojekt überein: ein "Antlitz der Zeit" wollte Sander schaffen, indem er in sechzig Aufnahmen deutscher Menschen aus Individuen Repräsentanten der eigenen Epoche vorführte. […] Von Ekkehard Knörer