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Homer

6 Artikel

Dieses Außerirdische im Sozialen

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2014 […] britischen Zustände im letzten halben Jahrhundert. Vor allem unter den früheren und hierzulande weniger bekannten Arbeiten sind noch Entdeckungen zu machen. Der früheste Film der Auswahl ist "Cathy Come Home", von Loach 1966 im Rahmen des BBC-Fernsehspiels "The Wednesday Play" realisiert. Eine junge Frau irgendwo aus der Provinz sitzt im Bus auf dem Weg nach London. Eigentlich ist es ihr egal wohin, nur […] mit den Anrainern, deren Geschichten mitunter ins Drehbuch eingelassen wurden oder sich schlicht als nicht genau zuordenbarer Off-Kommentar über die Bilder legen. Diese Durchlässigkeit von "Cathy Come Home" gegenüber der Welt kündet von einem ganz anderen Begriff von Milieustudie als man ihn aus Loachs späteren Filmen kennt, wo jeder Ausdruck von Spontaneität sofort in seinen politischen Implikationen […] Geburt zugehört, sondern sich, ganz am Beginn des Films, gleichsam zu diesem Leben entscheidet. Bis kurz vor dem bitteren Ende wird sie an ihrem Entschluss festhalten: nie habe sie in dem "respectable home" ihrer Herkunft solche Liebe und Solidarität erfahren wie unter den Ärmsten der Armen. Das ist nah an der Armutsromantik, aber doch etwas ganz anderes: eine Freiheit in höchster Not, von der doch kein […] Von Nikolaus Perneczky

Chronist der menschlichen Würde - Filme von Noboru Nakamura im Forum

Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2014 […] nach Business ruft. Zeigt "Home Sweet Home" - gedacht wohl auch durchaus als "pädagogischer" Film - noch eine Welt, in der Identität und Arbeit als eins gedacht werden, leistet sich Yoshie bereits den Luxus, Erwerbsarbeit als Ärgernis zu empfinden. Das Thema der Prostitution findet sich in allen drei Filmen und wenn man so will: in Form einer Annäherung. In "Home Sweet Home" wenn die Tochter ihre Z […] verstehen. Eher beobachten sie und machen - insbesondere in "Home Sweet Home" - kenntlich, dass ein verteidigenswerter Wert darin liegt, sich einer gemeinen Welt nicht vorbehaltlos unterzuordnen. Nakamura ist ein Chronist der Würde des Menschen - ob sie nun gedeiht oder mit Füßen getreten wird. Thomas Groh - "Wa ga ya ha tanoshi - Home Sweet Home". Mit Chishu Ryu, Isuzu Yamada, Hideko Takamine, Keiko Kishi […] Filmen eine zentrale Rolle. Dem japanischen Genre des "Shomingeki", des "Alltagsfilms", sind dabei im engeren Sinne nur die ersten beiden, noch im Academy-Format gedrehten Schwarzweiß-Filme - "Home, Sweet Home" (1951) und "When It Rains, it Pours" (1957) - zuzurechnen, während der dritte Film, "The Shape of Night" (1964), als - atemberaubend schöner - Farbfilm in CinemaScope bereits Anflüge von Exploitation […] Von Thomas Groh

Melodramatische Spitzen: Zu den Filmen von Keisuke Kinoshita (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2013 […] -erhabenen Kunstwerks, als vielmehr am Studium und Beherrschen einer handwerklich zwar komplexen, in seiner Erscheinung aber einfachen Form festgemacht wird. "Karumen Kokyo Ni Kaeru" (Carmen comes home), 1951 (läuft am 19.2. im Arsenal) Anders als Kawashima Yozu und Shibuya Minoru, die man in den beiden letzten Jahren entdecken konnte, ist Keisuke Kinoshita, der im Mittelpunkt der diesjährigen Hommage […] Von Thomas Groh

Ein Film über kein Kind: Ursula Meiers 'L'enfant d'en haut' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2012 […] Schauspieler hier mit der Nähe zum narrativen Fokus nicht wie sonst üblich zu-, sondern abnimmt. Der einem breiteren Publikum bislang weniger bekannte Kacey Mottet Klein (davor zu sehen nur in Meiers "Home" und Joann Sfars "Gainsbourg") beeindruckt als der kindliche Protagonist Simon, der in Ermangelung eines familiären Bezugssystems glaubhaft die Allüre eines Erwachsenen angenommen hat. Nicht: Er ist […] Von Nikolaus Perneczky

Spricht chorisch Vitruvisches: Jaume Collet-Serras 'Unknown'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2011 […] zwar so, dass des Guten zuviel ganz richtig dosiert ist. Hintergrundmotivisch rumort die Rettung der Agrarprobleme der Welt durch eine botanische Gen-Sensation, die noch dazu patentfrei (Monsanto go home!) allen Ländern der Erde zur Verfügung gestellt werden soll. Zuständig dafür ist ein muselmanischer Kopftuch-Junge, der Geld hat wie Heu und Feinde wie Stipe Erceg. Nimm das, Thilo Sarrazin! Kurz […] Von Ekkehard Knörer

Home movies aus Nordkorea: 'Sona, the Other Myself' von Yang Yong-hi (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2010 […] Aneinanderreihung von Home movies. Sentimental ist das, persönlich, manchmal sehr berührend, manchmal etwas aufdringlich, zwischendrin auch mal ein bisschen langweilig und ab und zu leider auch etwas unangenehm. Mehrmals führt Sona für die Kamera kleine Kunststücke auf, sie sagt auswendig Gelerntes auf, zeigt ihre Schätze, wird über ihre Spielkameraden ausgefragt. Solche Bilder sind in Home movies natürlich […] werden, es ist diesen Bildern aber auch immer ein Vertrag eingeschrieben der besagt, wem und unter welchen Umständen diese Bilder vorgeführt werden können. Und "Sona, the Other Myself" ist nunmal kein Home movie mehr, die Bilder haben als öffentliche Bilder ihrer Unschuld beraubt. Zumindest, wenn gegen Ende des Films auch der schwer kranke Vater der Regisseurin zum Objekt eines allzu neugierigen, allzu […] Von Lukas Foerster