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Kriegsfilm

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Spektakel der Sichtbarkeit

Im Kino 06.11.2019 […] Devise eines Regisseurs namens Roland Emmerich, immer schon gewesen, und "Midway", sein erster "traditioneller" moderner Kriegsfilm, macht da keine Ausnahme. Es geht, von Anfang bis Ende, um den Krieg als ein ultimatives Spektakel der Sichtbarkeit. Natürlich ist der Kriegsfilm ohnehin seit jeher ein Genre, das von Überbietungsgesten her gedacht ist, nicht in jedem einzelnen Beitrag, aber in der Tendenz: […] Tendenz: jeder Film soll lauter, krawalliger, brutaler, realistischer sein als alle vorangegangenen. Man sollte meinen, Emmerich und der Kriegsfilm passten perfekt zusammen. Tun sie aber ganz und gar nicht, zumindest nicht in diesem Fall. "Midway" ist eine von Emmerichs schwächsten, leblosesten Arbeiten - vielleicht, weil die historischen Fakten sich in einen Drehbuchdruck verwandeln, der dem eigentlichen […] verbürgt sein, aber sie erscheinen weniger als in einer spezifischen Zeit verwurzelte Subjekte, denn als Automaten, die am laufenden Band Markigkeitsperformances abspulen, die sie sich aus anderen Kriegsfilmen abgeschaut haben; die sogenannten Strategiebesprechungen sind in dieser Hinsicht fast noch penetranter als die Gefechte selbst, die dafür schrecklich gleichförmig ausfallen: wieder und wieder rasen […] Von Lukas Foerster, Thomas Groh

Gräbt geheime Verbindungen aus: Vladimir Tomics 'Flotel Europa' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2015 […] visuellen Ebene, allzu viel hinzu zu fügen. Nur selten sind die Bilder nachträglich bearbeitet, durch Zeitlupeneffekte zum Beispiel. Zwei-, dreimal tauchen außerdem zwischengeschnitten Bilder aus einem Kriegsfilm auf, als verschobener Platzhalter für den Krieg in der alten Heimat, der im Leben der Flüchtlinge über Telefonate und Fernsehnachrichten dauerpräsent ist. (Die Fernsehnachrichten sind auch der […] Von Lukas Foerster

Heldenkörper im Gegenlicht

Im Kino 20.03.2014 […] werden, bemerkt man vielleicht erst, wenn ein Film mit diesem impliziten Konsens bricht. Womit nicht gesagt werden soll, dass die vielen anderen, politisch verhältnismäßig komplex argumentierenden Kriegsfilme, die in den USA und anderswo in den letzten Jahren produziert wurden, nicht auf mehr oder weniger eindeutige ideologische Gehalte hin dekonstruiert werden könnten. Aber dafür sind interpretatorische […] hängen. Eine andere leichte Irritation: Ihre Gesichtsbehaarung unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der der Taliban-Kämpfer, auf die sie angesetzt sind. Die entscheidende Differenz zu anderen Kriegsfilmen der jüngeren Vergangenheit ist, dass es "Lone Survivor" nicht darum geht, diese Ambivalenzen aufzufalten, sondern darum, sie stillzustellen, in fast schon religiös überformten Bewegungs- und Sc […] Von Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky

Berlinale Retrospektive: Ästhetik des Schattens

Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2014 […] transatlantische Im- und Exporte überlagern. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf den Regisseuren, Kameramännern und Schauspielerinnen, sondern auch auf unterschiedlichen Genre wie den Straßenfilm, den Kriegsfilm oder die japanischen jidaigeki (Historienfilme) und auch auf europäischem Experimentalkino. Neben "Jujiro" läuft der Historienfilm "Yukinojo henge" des Regisseurs Teinosuke Kinugasa, der ein Bewunderer […] Von Friederike Horstmann

Berlinale 4. Tag

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2007 […] das Chiaroscuro flackernder Schatten mit wohl platzierten Lichtquellenhintergründen zu schön fotografiert, um konsequent zu sein. Unentschieden schwankt das Buch auch zwischen Charakterstudie und Kriegsfilm. So bleiben die Figuren auf bestenfalls halber Strecke zum Individuum stecken und die Monotonie von Warten und Rückzug wird durch Actionsequenzen und Feuergefechte immer dann unterbrochen, wenn es […] Von Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl