Perlentaucher-Autor

Lukas Foerster

Lukas Foerster, geboren 1981 in Freiburg im Breisgau, studiert an der Freien Universität Berlin Filmwissenschaft und Japanologie . Seit 2005 arbeitet er als Filmkritiker für das Internetmagazin critic.de und seit August 2007 auch für den Perlentaucher. Weitere filmbezogene Texte veröffentlicht er auf seinem Blog Dirty Laundry.
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Magenschläge fürs allzu Kausale

Im Kino vom 06.04.2011 06.04.2011. Einen Boxerfilm nach wahren Begebenheiten erzählt David O. Russell in "The Fighter" - und wuchert mit erstaunlichen Haupt- und Nebendarstellern sowie Haupt- und Nebenbegebenheiten. Ganz straight dagegen zieht Jason Statham seinen Job als Actionstar im Remake des Charles-Bronson-Films "The Mechanic" durch.

Und jetzt alle: Greed!

Im Kino vom 30.03.2011 30.03.2011. Von der Frankfurter Finanzwelt und zwei Menschen, die einen Ausweg aus ihr suchen, erzählt Christoph Hochhäuslers Film "Unter dir die Stadt". In einen Hinterwald im tiefsten Missouri begibt sich dagegen Debra Graniks vielfach ausgezeichneter Country-Noir-Indpendent-Film "Winter's Bone".

Um die Ecke falten

Im Kino vom 16.03.2011 16.03.2011. Drei Männer ohne Namen schlagen sich in George Tillman Jr.s "Faster" durch einen Berg von B-Movie-Klischees: mit sehr eindrücklichem Resultat. In der Michael-Bay-Produktion "I Am Number Four" verrührt DJ Caruso Highschoolfilm- und Fantasyelement in der Hoffnung auf Fortsetzbarkeit miteinander.

Freigestellte Attraktion

Im Kino vom 09.03.2011 09.03.2011. Großes Solo für Javier Bardem: In seinem neuen Film "Biutiful" pfeift der virtuose Kinotechniker Alejando Gonzalez Inarritu nun auch auf den letzten Drehbuch-Anschein von Komplexität. Und in George Nolfis Philip-K-Dick-Verfilmung "Der Plan" mag der Mensch durchaus denken, in Wahrheit tut das "Adjustment Bureau" aber lenken.

Walden, Wurzeln, Bäume

Im Kino vom 02.03.2011 02.03.2011. Stark wald- und baumlastig ist die kommende Kinowoche: In "Man tänker sitt" hilft angesichts der schwedischen Mittelschicht-Suburbia-Gegenwart nur noch ein Gang nach Walden mit Henry David Thoreau. Und in Julie Bertucellis Australien-Ausflug "The Tree" wird ein Baum zur Metapher für einen verstorbenen Mann und Charlotte Gainsbourg richtet sich mit ihrer Tochter ein - in Metapher und Baum.

Ins Diesseits erlöst

Im Kino vom 26.01.2011 26.01.2011. Clint Eastwoods Film "Hereafter" rückt die Frage nach dem Wirklichkeitsgehalt der jenseitigen Dinge sehr an den Rand. Er konzentriert sich nicht auf die großen Bögen, sondern aufs äußerst Konkrete. In Mike Leighs "Another Year" ist nur ein altes Ehepaar glücklich. Alle anderen wünschen sich ein anderes Leben.

Platinblonder Kampfpanzer

Im Kino vom 05.01.2011 05.01.2011. Die feministisch wie gentrifizierungskritisch informierte Abstiegsgeschichte einer Frau aus dem Gegenwartsberlin erzählt in ihrem Regiedebüt "Eine flexible Frau" Tatjana Turanskyj. Noch deprimierender ist allerdings die Erzählung vom Aufstieg Christina Aguileras zur "Burlesque"-Tänzerin in einer von Cher geleiteten Lokalität.

Tanz den Wiseman!

Im Kino vom 29.12.2010 29.12.2010. Zum Jahresabschluss: Vergnügen und Genuss. Dokumentarfilm-Großmeister Frederick Wiseman zeigt die Arbeit, die Virtuosität und den Alltag, die in und hinter den Aufführungen des Pariser Opernballetts stecken. Und die Berliner Filmreihe "Unknown Pleasures" ermöglicht seltene Blicke auf weitere Beispiele wahrer amerikanischer Independents - darunter aufs Werk des Essayfilmers Thom Andersen.

Dreizeit

Im Kino vom 22.12.2010 22.12.2010. In seinem Film "Drei" erzählt Tom Tykwer vom Leben in Berlins kulturell arrivierten Schichten und zwar mit einem hundertköpfigen Orchester aus Pauken und Trompeten. In "Nostalgia de la luz" begibt sich Patricio Guzman in die Atacama-Wüste, um die astronomische und chilenische Vergangenheiten zu erforschen.

Sissi-Kino

Im Kino vom 15.12.2010 15.12.2010. Fast ein Wunder: Xavier Beauvois' Mönchsdrama "Von Menschen und Göttern" ist der sehr selten gewordene Fall eines Films, der Kritik und Publikum gleichermaßen begeistert. Übrigens sehr zurecht. Weitgehend Einigkeit herrscht, wie es aussieht, auch bei Florian Henckel von Donnersmarcks Zweitling "The Tourist": Außer sauteuren Spesen wenig gewesen.

Da capo

Im Kino vom 01.12.2010 01.12.2010. Woody Allen feiert heute seinen 75. Geburtstag. Passend dazu kommt sein jüngstes Werk "Ich sehe den Mann deiner Träume" ins Kino, der eines auf jeden Fall ist: mit Naomi Watts, Josh Brolin, Anthony Hopkins und Freida Pinto eklatant gut besetzt. Ganz anderer Schauplatz: Mit logistischer Unterstützung von Tom Tykwer hat die Regisseurin Hawa Essuman in Nairobi den Spielfilm "Soul Boy" gedreht. Ein Projekt, auf dessen Fortsetzung man gespannt sein kann.

Machete Don't Text

Im Kino vom 03.11.2010 03.11.2010. Dem PoMo-Splatteranten Robert Rodriguez ist mit "Machete" eine linksliberale Einwanderungsallegorie und sein bisher bester Film gelungen. Im Islamismus-Actioner "5 Minarette in New York" von Mahsun Kirmizigül bewegt sich das türkische Mainstream-Kino von Istanbul bis in den amerikanischen und türkischen Osten.

Bekämpfung des jeweiligen Ungetüms

Essay vom 02.11.2010 02.11.2010. Viennale 2010: Rudolf Thome qualifiziert sich als polyamouröser Philematologe. Noel Burch und Allan Sekula verkennen die Dialektik des Welthandels. Festivalfilme über Filmfestivals tappen in die Falle des Narzissmus. Aber am Ende stellt sich heraus: Das Monster hat irgendwie recht.

Verknappung des Sichtbaren

Im Kino vom 13.10.2010 13.10.2010. Zweimal Israel: Samuel Maoz zeigt in seinem Venedig-Gewinnerfilm "Lebanon" Bilder aus dem Libanonkrieg des Jahrs 1982 (fast) ausnahmslos durchs Zielfernrohr eines israelischen Panzers. Eyal Sivan versucht in seiner Dokumentation über die "Jaffa"-Orange, die Möglichkeit des friedlichen Zusammenlebens von Juden und Palästinensern in einem gemeinsamen Staat historisch plausibel zu machen.

Zwei Welten

Im Kino vom 29.09.2010 29.09.2010. Apichatpong Weerasethakuls Onkel Boonmee hat zu viele Kommunisten umgebracht und muss, umringt von Geistern aus der Vergangenheit, bald sterben. Steve Pinks therapeutische Komödie "Hot Tub Time Machine" versucht eine Männergruppe mit ihrem Mannsein zu versöhnen, indem er sie in das Jahr 1986 zurückschickt.

Miserabilismus zu sehr ermäßigten Konditionen

Im Kino vom 22.09.2010 22.09.2010. In "Fishtank" lässt Andrea Arnold ihre Heldin Mia einen sozialen Flipperparcours absolvieren. Sie knallt mal an dies, mal an das, und wir immer mit. Peter Kern schickt in "Blutsfreundschaft" einem gemütlich gealterten Helmut Berger eine Pogo tanzende Versuchung ins Haus.

Rennend auf riesigen Wellen

Im Kino vom 15.09.2010 15.09.2010. Land und Meer und Mensch und Tier setzt der große Anime-Meister Hayao Miyazaki in seinem jüngsten Film "Ponyo" in Bewegung und erzählt von einem Meermädchen, das sich in einen Landjungen verliebt. Eher unbewegt dagegen George Clooney, der als berufsmüder Killer in Anton Corbijns "The American" in einem Abruzzendorf zu Grönemeyer-Klaviermusik Waffen bastelt.

Ein Furz, ein Schiss, ein Kinderspiel

Im Kino vom 04.08.2010 04.08.2010. In Dennis Dugans Komödie "Kindsköpfe" lümmeln die Protagonisten vor der Kamera rum und lassen den Plot einen guten Mann sein. Total sinnbefreit, aber auch irgendwie amüsant. In "Mother" des koreanischen Regisseurs Bong Joon-ho ordnet die Mutter eines Mordverdächtigen die Welt.

Warenförmige Nostalgie

Im Kino vom 28.07.2010 28.07.2010. In die dritte Runde geht das "Toy Story"-Franchise der Firma Pixar, deren Kolonialisierung der Fantasien von Groß und Klein weit fortgeschritten scheint. Immer wieder schön spitz zugeschliffen ist Dietrich Brüggemanns ganz und gar nicht betroffenheitsduseliger Rollstuhlfahrer-und-Zivi-Film "Renn, wenn du kannst".

Nichts ohne Etwas

Im Kino vom 21.07.2010 21.07.2010. Drei Männer in Istanbul aus drei Gesellschaftsschichten spielen sich selbst: Asli Özge macht es sich in ihrem Spielfilmdebüt "Men on the Bridge" nie zu einfach. Viel Lärm um Nichts veranstalten Cameron Diaz, Tom Cruise und ein kleines Energiewunder im Sommerblockbuster "Knight & Day".

Doppel- und Wiedergang

Im Kino vom 14.07.2010 14.07.2010. Mitten hinein ins gegenwärtige Manila versetzt einen "Lola", Brillante Mendozas wunderbar konkretistischer Film über zwei Großmütter. Von Einsam- und Zweisam- und Dreisamkeit auf dem Mond erzählt dagegen das mit Science-Fiction-Geschichte getränkte Spielfilmdebüt "Moon" von David Bowies Sohn Duncan Jones.

Das undankbare 13. Jahrhundert

Im Kino vom 07.07.2010 07.07.2010. Jaco van Dormael, manchem seit "Toto le heros" in guter Erinnerung, taucht mit einem ganz großen Film über alles - Titel: "Mr. Nobody" - aus der Versenkung auf und erzählt von einem sterblichen Mann und seinen vielen möglichen Leben. "The Office"-Erfinder Ricky Gervais kommt in "Lügen macht erfinderisch" drauf, dass die Wahrheit nicht immer die erste Wahl sein muss.

Körperlos schwebend

Im Kino vom 29.06.2010 29.06.2010. Die Videokünstlerin Shirin Neshat hat mit "Woment Without Men" ihren ersten Spielfilm gedreht: Die Bilder, die sie und ihr Kameramann finden, sind allerdings entschieden zu schön. Unterdessen geht der grüne Oger Shrek im Lande Weitweitweg bereits in die vierte Runde und reiht sich damit ein in die Blockbuster mit hohen Seriennummern.

Volle Kanne poetisch

Im Kino vom 23.06.2010 23.06.2010. In klugen Bildern erzählt Seyfi Teoman in seinem Debüt "Tatil Kitabi" von einem Jungen und einer Familie und einem Dorf im Sommer in der türkischen Provinz. Mordsmäßig metaphysisch kommt dagegen das Blindenerlösungswerk "Altiplano" des Regieduos Brosens & Woodworth daher: Ungutes tut sich im peruanischen Hochandenland.

Stein ist erweicht

Im Kino vom 16.06.2010 16.06.2010. Frisch von der Fußball-WM-Resterampe: Oliver Hirschbiegels virtuos an seinem eigentlichen Inhalt vorbeigefilmtes Nordirland-Drama "Five Minutes in Heaven". Mark Stephen Johnson führt in "When in Rome" eindrucksvoll vor, wie man mit lauter interessanten Darstellern Fernsehen und Kino selbst betrügt.

Dokumentarisch fabuliert

Im Kino vom 02.06.2010 02.06.2010. Eine faszinierende Verschränkung von Dokumentarischem und Fiktion gelingt dem portugiesischen Regisseur Miguel Gomes in seinem Film "Our Beloved Month of August". Wie man einen Dokumentarfilm mit spannendem Sujet zugrunderichtet, führt dagegen Rick Minnich mit seiner innerfamiliären Spurensuche "Forgetting Dad" vor. 

Gehobener Weltschmerz

Im Kino vom 12.05.2010 12.05.2010. Aus einer Roald-Dahl-Welt eine Wes-Anderson-Welt machen: In "Der fantastische Mr. Fox" gelingt das mit links. Von einem türkischen Sozialisten, den das Gefängnis zum lebenden Toten gemacht hat, erzählt Özcan Alper in "Herbst".

Ganz spezielle Starkörper

Im Kino vom 05.05.2010 05.05.2010. Ausnahmsweise diesmal Hinweise auf gleich drei Filme: Jon Favreaus "Iron Man 2" bietet mehr als Teil eins der Superheldensaga und ist dennoch oder deshalb weitaus weniger amüsant. George A. Romero liefert mit "Survival of the Dead" ehrliches Zombie-Handwerk mit starkem Western-Einschlag. Und dann war da in der letzten Woche ein Film von Jim Field Smith, den Sie sehen sollten, obwohl er den Titel "Zu scharf, um wahr zu sein" trägt.

Frauenbeine = Uhrzeiger

Im Kino vom 21.04.2010 21.04.2010. Film als Free Jazz: Das ist "Vorsicht Sehnsucht", der jüngste Streich der französischen Regielegende Alain Resnais. Eine Geschichte aus dem kurdischen Teil der Türkei erzählt Miraz Bezar in "Min Dit" und führt dabei vor, wie man ein Politdrama auch machen kann.

Mehr Vergeltung als Erlösung

Im Kino vom 31.03.2010 31.03.2010. In Jessica Hausners Film "Lourdes" produziert eine Wunderheilung nichts als Unsicherheit. In Antoine Fuquas "Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest" porträtieren Ethan Hawke, Richard Gere und Don Cheadle drei ziemlich derangierte Gesetzeshüter.