Stichwort

Siegfried Kracauer

5 Artikel

Andere Künstlichkeit: Der 'Weimar Touch' in der Retrospektive

Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013 […] Vor dem endgültigen Einschlafen hauchen die drei Frauen ihre Lebenswünsche ins Zelt: Nach einem Mann sehnt sich die erste, nach Reichtum die zweite, die dritte danach, dem Titel des Films gemäß: "Einmal eine große Dame [zu] sein". Den von Siegfried Kracauer in seinem berühmten Essay "Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino" beschriebenen melodramatischen Formeln, die gerade in ihrer einer "moralischen Kasuistik" gemäßen Verlogenheit als Gesellschaftsbild erkennbar werden, entspricht Lamprechts Film so exakt, dass man sich nicht wirklich wundern kann, wenn sich wenig später herausstellt, dass die, die da spricht - die freche Brünette Kitty Holm -, tatsächlich ein "Ladenmädchen", genauer gesagt, Sekretärin in einem Autohaus ist. […] Von Lukas Foerster

Vorgeblättert

Vorgeblättert 04.08.2003 […] Sich und sein Jahrhundert kennen - dieses kaum erreichbare Ideal des bürgerlichen Individuums wurde von Erfolgsschriftstellern der Weimarer Republik wie Emil Ludwig und Stefan Zweig nicht als Hindernis gesehen, groß angelegte Biographien zu schreiben. Siegfried Kracauer, Adornos Mentor in den frühen Frankfurter Jahren, bezeichnete 1930 in der "Frankfurter Zeitung" die "Biographie als neubürgerliche Kunstform", die er von der alten Biographie aus der "Zeit vor dem Krieg" als "das seltene Werk der Gelehrsamkeit" unterschied. […]